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Amaranth Pfannkuchen – Vegan for fit

Die Rezepte aus dem Buch „Vegan for fit“ von Attila Hildmann sind definitiv nicht nur etwas für Veganer, sondern auch für alle anderen Genießer guten Essens. Ich liebe gesunde, frische und natürlich leckere Küche und so sind die Amaranth Pfannkuchen auch heute, über ein Jahr nachdem ich die 30-Tage-Challenge gemacht habe, noch regelmäßiger Bestandteil meines Menüplans.

Pancakes Rezept:

– 60 g Vollkornmehl
– 140 ml Sojamilch
– 20 g Agavendicksaft
– 1 TL Backpulver
– 1 Prise Salz
– ½ TL gemahlene Vanille
– 30 g gepopptes Amaranth

Alle Zutaten bis auf das Amaranth zu einer homogenen Masse vermengen und dann das Amaranth unterheben. Anschließend in der Pfanne goldbraun braten.

Himbeer-Sorbet Rezept:

– 150 g TK-Himbeeren
– 30 g Agavendicksaft
– 80 g Sojajoghurt Natur

Alle Zutaten für das Eis pürieren und mit den Pancakes, etwas Banane und Himbeeren servieren. Das Obst lässt sich natürlich ebenso austauschen wie auch Honig, Sojajoghurt und Co. Ich bin ein großer Fan von diesem Rezept und bisher war jeder begeistert darüber, wie gut gesunde Pancakes so schmecken können.

Vegan for fit Attila Hildmann Buch

Wie kann das gesund sein?

Eine berechtigte Frage, die allerdings leicht zu beantworten ist. Die Zutaten sind hochwertig und wie bei allen Lebensmitteln macht es auch hier die Menge. Die im Buch angegebene Portion ist jedoch mehr als ausreichend.

Was drin steckt:

  •  Himbeeren enthalten viel Vitamin E, Folsäure, Vitamin C, Kalium, Magnesium, Eisen & Kuper und haben eine blutreinigende Wirkung
  • Zimt ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, kann die Blutzuckerwerte senken und kurbelt den Stoffwechsel an
  • Bananen sind bekannt dafür schnell Energie zu liefern sowie Herz und Nerven zu stärken
  • Amaranth enthält viel Eiweiß, Magnesium, Eisen und Zink. Zudem  beinhaltet es eine beachtliche Menge der Aminosäure Lysin, welche für den Energiestoffwechsel und die Fettverbrennung wichtig ist.
  • Vanille kann die Nerven beruhigen und enthält viele Antioxidantien

Vorteile von Antioxidantien:

Sie schützen die Zellen vor freien Radikalen- diese können unsere Zellen sonst angreifen und beschädigen. Je mehr betroffen sind, desto schlechter geht es dem betroffenen Organ und Krankheiten können leichter entstehen. In dieser Liste von Nahrungsmitteln mit hohem Antioxidantien-Anteil könnt ihr nachlesen wo das Wundermittel so drin steckt.

Andrea Morgenstern

Ueberoptimierungswahn Podcast

Überoptimierungswahn

Von der perfekten Morgenroutine, gesündesten Ernährung bis zur beruflichen Optimierung mit einem exakt ausgerichteten Mindset, das Streben nach Selbstoptimierung finde ich gerade überall in meinem Umfeld. Vielleicht kennt ihr ja ebenfalls Menschen, die sich von Selbsthilfebüchern zu Coachings und Vorträgen hangeln, um das Beste aus sich herauszuholen. Was ist eigentlich das Beste für einen selbst?  Ich habe mich gefragt, ob es nicht auch eine Überoptimierung geben kann und man sich dabei selbst aus dem Blick verliert? 

Befinden wir uns im Überoptimierungswahn?

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von „Das pure Leben“. Heute geht es um das Thema Überoptimierungswahn.

Je nachdem in welchen Kreisen man sich so bewegt (online als auch offline), hat man es mit mehr oder weniger Menschen zu tun, die sich persönlich (oder auch beruflich) immer weiter optimieren wollen. Mit „immer weiter“ meine  ich immer weiter, immer weiter, immer weiter….:-)

Die perfekte Morgenroutine ist quasi die Basis für einen gelungenen Tag und ein MUSS (ohne dem geht es schon mal gar nicht!), dann die gesündeste und möglichst effizienteste Ernährung im genau abgestimmten Maße ist natürlich auch ein MUSS, keine Frage. Statt stupider Komödien im Fernsehen, gibt es nur noch intellektuellen Schrift- und Audioinput. Beruflich geht man zielstrebig und konsequent seinen Weg zum eigenen Traum und ganz nebenbei löst man auch noch alle Kindertraumata auf und ist steil dabei, was Persönlichkeitsentwicklung angeht. Auch auf Beziehungsebenen läuft alles 1A, weil man sich aus sämtlichen Workshops, Coachings und psychologischen Selbsthilfebüchern die besten Tipps herausgearbeitet hat und natürlich auch gut erprobt hat mit der Zeit.

Aber, es geht selbst dann immer noch besser und noch besser, und noch besser, und noch besser, schneller, effizienter, noch fitter, noch gesünder, noch glücklicher, noch schöner, noch entspannter….noch, noch, noch …. es gibt immer MEHR und immer ein NOCH MEHR.

An all diesen, Dingen, die ich gerade aufgezählt habe, ist meiner Meinung nach überhaupt nichts auszusetzen, da ist überhaupt nichts verwerfliches dran. Wie ihr wisst, habe ich ja auch gerade erst eine Podcastfolge zum Thema Morgenroutine gemacht, weil diese für mich superwichtig ist und bei mir wirklich ganz, ganz viel verändert hat in Bezug auf meine Effizienz, Gesundheit, Wohlfühlen etc. Und auch das Thema Ernährung (falls ihr meine Videos oder Instagram kennt, dann wisst ihr das) ist mir superwichtig.

ABER – und in diesem Fall ist das ABER mal wirklich sehr wichtig, das alles ist meiner Meinung nach nur positiv für uns, wenn wir uns dabei gut fühlen und wenn wir dabei unseren ganz individuellen Weg in dem jeweiligen Bereich gehen. Denn es ist nichts verkehrt daran, sich selbst weiter ins Positive entwickeln zu wollen. Es ist natürlich für andere Leute drumherum, die gerade keinen Bock haben, sich zu entwickeln, immer ein bisschen anstrengend und die finden das natürlich auch erst einmal nicht gut. Denn, wenn sich Einer entwickelt, dann löst das bei den Anderen, die sich gerade nicht so entwickeln, Angst aus, also bei den Menschen in unserem Umfeld – einfach, weil sie Angst haben, uns zu verlieren.

Da kann dann auch schonmal ein sarkastischer Spruch um die Ecke kommen, aber in Wahrheit ist das eben meist die Angst, die aus den Menschen spricht.

Das liegt in der Natur des Menschen, dass wir uns immer weiterentwickeln wollen.

 

Nicht ohne Grund hat der Mensch so viel auf dieser Erde entwickelt, erforscht und fabriziert – im guten und im schlechten Sinne. Aber wenn der Wunsch nach Optimierung beginnt zu stressen, weil man denkt Ich muss ja noch! und man immer weiter möchte, und nie zufrieden ist, in dem Jetzt  und Hier, in dem Moment, dann fängt es meiner Meinung nach wirklich an, ungesund zu werden.

Ich habe das Gefühl, dass in diesem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung etc. , in dem ich mich ja auch bewege (und den ich super finde), es aber auch immer mehr Menschen gibt, die durch so etwas eigentlich Positives sich so sehr stressen, dass sie dann schon wieder unglücklich sind und fast schon in Richtung Burnout gehen, weil sie denken, sie MÜSSEN immer mehr und immer besser, sie MÜSSEN ihre Berufung leben, ortsunabhängig arbeiten, sich super ernähren, super fit und muskulös sein und effizient muss alles sein…

MÜSSEN tun wir aber erst einmal gar nichts (außer, irgendwann zu sterben – logisch…).

Stress kann uns auf ganzheitlicher Ebene schaden.

Stress kann uns physisch und psychisch krank machen.

 

Und da ist es egal, ob der Stress kommt, weil wir irgendetwas machen müssen, was wir total doof finden oder ob der Stress erzeugt wird, weil wir immer mehr und immer besser werden wollen, was uns Spaß macht – auch das kann Stress sein und kann uns dadurch krank machen. Ein gutes Beispiel dafür, was Stress so in unserem Körper auslösen kann, habe ich sehr oft bei Frauen erlebt, die sich mega-ausgewogen, basisch ernährt haben und regelmäßig Sport getrieben haben und trotzdem komplett übersäuert und dadurch unglücklich und krank waren. Warum? Weil sie eben durch diesen extremen Fokus auf die möglichst perfekte Lebensweise gestresst waren – sei es der Grund, abzunehmen oder gut auszusehen, fit zu sein oder was auch immer… Und dann kommt eben in unserem Körper eins zum anderen: dann waren sie total übersäuert, unglücklich… und das habe ich schon öfter erlebt bei Frauen. Genauso ist es meiner Meinung nach  in allen anderen Bereichen.

Es geht da wirklich nicht nur um Ernährung und den Beruf, sondern um alles: Nachhaltigkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Konfliktmanagement, Sport usw.

Wenn wir uns so unter Druck setzen, uns immer weiter optimieren zu müssen, dann werden wir angespannt und gestresst.

 

Da ist dann keine Leichtigkeit mehr, kein Platz für wundervolle Entwicklungen, weil man es eben alles unter Druck erzeugen möchte. Ich persönlich mache für mich immer wieder die Erfahrung, dass die Balance der beste Weg ist, dass es erst einmal wichtig ist, im Hier und Jetzt den Ist-Zustand  zu akzeptieren  und dann auch wirklich nichts verwerflich daran ist, seine Vision und Ziele zu haben und gesünder, nachhaltiger, fitter leben zu wollen.

Aber es ist eben ok für mich, auf dem Weg zu sein, in Balance zu sein und nicht immer perfekt und noch besser sein zu müssen.

 

Ich weiß zum Beispiel, wann und warum ich bei meinem Partner eifersüchtig werde. Ich habe das Dahinter also erkannt, bin auch dabei, es zu bearbeiten, denn ich habe mir das Thema schon sehr oft angeguckt, ganz viel daran gearbeitet (es hat sich auch ganz enorm gebessert), ich bin weiterhin – und werde es immer bleiben – ein Mensch auf dieser Erde, der sich entwickelt. Das ist völlig in Ordnung. Wir alle sind auf einem Weg und müssen nicht immer nach NOCH BESSER streben. Man sagt, gut Ding will Weile haben – manchmal brauchen Dinge eben auch ihre Zeit und das ist in Ordnung.

Wir sind Schüler des Lebens und werden immer Schüler des Lebens sein.

Die Einen sind eben einfach schon ein paar Klassen weiter in irgendeinem Bereich, als die Anderen. Es gibt also auch da keine Grund, sich irgendwie erhaben denen gegenüber zu fühlen, die sich weniger bilden, weniger reflektiert sind, sich schlechter ernähren, weniger Sport machen, was auch immer.

Wir sind alle auf einem Weg!

 

Und so bin auch ich z.B. was das Thema Eifersucht angeht auf dem Weg. Im Vergleich zu früher bin ich wirklich schon megagut geworden, aber ab und zu kommt das Teufelchen doch noch mal kurz vorbei – die Stimme des Glaubenssatzes eines Mangels – und luschert so um die Ecke. Und obwohl ich mir dessen in dem Moment auch schon bewusst bin, folge ich ihm manchmal trotzdem kurz. Inzwischen sind das meistens nur ein paar Sekunden oder Minuten und dann kehre ich wieder zurück zu der Wahrheit, die ich ja bereits kenne, und muss dann meist über mich selbst lachen. Wir reden dann darüber und ich erkläre es sofort und meist lachen wir darüber, weil es eben ein Prozess ist und das ist in Ordnung.

Das Wichtigste ist immer, dass wir uns  in erster Linie unseres Verhaltens bewusst sind, dass wir es reflektieren, kommunizieren und dann lernen, Stück für Stück aber wirklich ganz entspannt, in die Richtung zu entwickeln, in die wir gehen möchten. Ich finde, diese Entwicklung macht auch megaviel Spaß und viel, viel mehr als sie es machen würde, wenn das so unter Druck und Zwang passieren würde. Denn so richtig lernen und tief verinnerlichen tun wir eben nur durch Übung, wenn wir Dinge immer wieder wiederholen und üben, Erfahrungswerte sammeln und sie mit anderen Emotionen gekoppelt werden, als früher. So können Stück für Stück oft sogar Glaubenssätze gehen.

Ich bin nicht perfekt und ich möchte das ehrlich gesagt gar nicht sein, weil ich es viel schöner finde, weiterhin zu lernen und mich zu entwickeln, mich dem flow hinzugeben und Wachstum, aber eben auch mal Stillstand zu akzeptieren – und auch den vermeintlichen Stillstand dabei zu beobachten, um dann meist wieder festzustellen, dass es meist nie ein kompletter Stillstand ist. Manchmal geht es einfach rasant nach vorne, manchmal in mini-kleinen Mäuseschritten und manchmal geht es sogar erst einmal rückwärts – das kennen wir wahrscheinlich alle – damit es dann richtig doll nach vorne gehen kann.

Jeder Weg ist dabei individuell.

Das, was wir im Außen bei anderen Menschen sehen, ist oft nur das Ergebnis von einem langen Weg, den wir so oft überhaupt nicht wahrnehmen.

 

Wir sehen immer, was die Anderen sind, und was wir nicht sind, aber häufig sehen wir gar nicht den Weg dahinter, wir sehen gar nicht, wie oft die Person vielleicht auch auf die Schnauze gefallen ist und Schritte nach hinter, nach links und rechts gemacht hat, bevor sie da gelandet ist, wo wir auch gerne hin wollen. Also schau auf deinen eigenen Füße, auf deine wunderbaren, starken Füße, die dich durch das Leben tragen und akzeptiere komplett, wo sie jetzt gerade stehen. Akzeptiere dich, komplett so, wie und wo du jetzt gerade stehst. Akzeptiere dich im Hier und Jetzt mit all deinen Selbstzweifeln, deiner Trauer, deiner Angst, deinem Schmerz, mit deinen Schuldgefühlen, mit Hass, mit Vorurteilen, einfach mit allem, was jetzt gerade da ist. In genau diesem Moment hast du nur das, was jetzt da ist. Um wirklich glücklich zu sein, dabei voran zu kommen, ist es immer wichtig, den Ist-Zustand anzunehmen und mit ihm glücklich zu sein und  nicht immer zu denken: Wenndann

Wenn ich erst  einmal zehn Kilo abgenommen habe, werde ich den Mann meines Lebens treffen, dann werde ich glücklich sein. Kein wenn – dann mehr!  Das ist meist eine Spirale und hört nicht mehr auf.

Wenn du anfängst, im Hier und Jetzt erst einmal glücklich zu sein, dann hast du beste Basis, um dich positiv weiterzuentwickeln – und das ohne in krankmachende Überoptimierungsfallen zu stapfen.

 

Wachstum finde ich großartig, Visionen und Ehrgeiz sind großartig, aber das immer nur, wenn sie auf einem gesunden Boden wachsen.

Vielleicht hast du Lust, dich zum Ende dieser Podcastfolge einfach einmal einen Moment in eine Meditation hinzusetzen oder hinzustellen, die Augen zu schließen  und zu schauen, was jetzt in diesem Moment da ist. Wie siehst du aus, wenn du dich von oben betrachtest? Was fühlst du? Was denkst du? Was tust du? Nimm dir ein paar Minuten Zeit dafür, ganz in Ruhe.

Dann frage dich, ob du das, was da ist, für einen Moment annehmen kannst. Vielleicht sogar, für den ganzen heutigen Tag?

Sei heute ganz in Frieden mit dir, so wie du bist und dann kannst du viel entspannter, höher und prächtiger wachsen, als du es dir je erträumt hättest.

Da ich schon immer sehr gerne an mir selbst arbeite, mich entwickle, ist das für mich ein sehr wichtiges Thema. Früher bin ich oft zu verbissen an Themen wie gesunde Ernährung, Sport, Kommunikation usw. herangegangen, weil ich so gern alles perfekt machen bzw. perfekt sein wollte. Vielleicht geht es euch ja auch so.

Vielleicht konnte ich euch mit der Folge dazu inspirieren, euch heute im Jetzt mehr anzunehmen.

Wie immer freue ich mich ganz doll über euer feedback hier in den Kommentaren oder sehr gern bei iTunes als Bewertung. Ich freue mich von ganzem Herzen über jede 5-Sterne Bewertung und jeden Kommentar, den ihr da hinterlasst. Denn es hilft mir, dabei, die Message die ich hier verbreiten möchte, weiter in die Welt hinauszutragen, mehr Menschen Mut zu machen, Hoffnung zu geben und von meinem Weg der Heilung, von meinem Weg zu Lebenskraft, Liebe hin zur Leichtigkeit zu inspirieren.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid!

Alles Liebe,

 

Time Out Stress Podcast

Time-out: Eine Inspiration zum Umgang mit Stress

Wie ihr wisst war ich die letzten Wochen in Panama bzw. auf Aruba unterwegs, größtenteils für meinen Job.

Was für Außenstehende oft wie purer Urlaub wirkt, ist in Wirklichkeit für mich oft ein enormer Trigger meiner Migräne. Warum das so ist, erzähle ich euch in dieser Podcastfolge. Dort geht es diesmal nämlich um das allgegenwärtige Thema Stress und ich verrate euch einen simplen Trick, wie ich damit umgehe.

Links: Podcastfolge zum Thema: Raus aus der Opferrolle

Time-out: Eine Inspiration zum Umgang mit Stress

Heute geht es um das spannende Thema Stress, Erschöpfung und Leistungsdruck.

Ich nehme an, dass wir das vermutlich alle kennen. Nach außen oft sehr ruhig, aber innen drin ist doch oft ganz schön viel Stress und selbst produzierter Leistungsdruck. Von außen denkt man oft von anderen Leuten, dass sie ein super tolles Leben haben. So, wie deren Leben gestalten ist, haben die bestimmt viel weniger Stress als wir, haben weniger Druck, sind nicht so erschöpft,  müde und ausgelaugt, wie wir. Aber in Wahrheit entsteht Stress im Kopf und kann, egal was wir gerade tun oder ob wir von außen betrachtet in einer besonders stressigen Situation sind (oder eben auch nicht), entstehen.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Klischee vom Urlaubsstress.

 

Eigentlich wollte man entspannen, und plötzlich ist da dieser Druck, jetzt unbedingt entspannen zu müssen, weil man ja jetzt die Zeit dafür hat und unbedingt jetzt romantisch mit seinem Partner sein zu müssen und sich gut verstehen zu müssen weil man doch jetzt Urlaub hat!

In Wahrheit ist das aber oft ganz weit weg von der Realität, ganz weit entfernt von Romantik. Man hat manchmal einfach ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Tagesablauf im Urlaub und man streitet sich übers Essen usw.. Da ist so viel Druck, dass man selbst im Urlaub, plötzlich Stress empfindet.

Stress gibt es also nicht nur auf der Arbeit oder in der Freizeit mit Freunden, sondern tatsächlich in den schönsten Momenten: im Urlaub, unter Palmen, am blauen Wasser…

Da mich dieses Thema auch persönlich letzte Woche beschäftigt hat, ( das war auch der Grund, warum es letzte Woche keinen neuen Podcast gab) möchte ich uns alle heute an eine sehr simple Lösungs- und Vorbeugungsstrategie erinnern.

Es geht um Achtsamkeit und Time-outs im Alltag.

 

Dadurch kann unsere Lebensqualität enorm ansteigen und das nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag. Das ist auf jeden Fall meine persönliche Erfahrung. Durch mehr Achtsamkeit im Alltag ist man langfristig gesehen weniger stressanfällig, und das auch in anstrengenden Zeiten.

Ein gutes Beispiel ist meine letzte Woche, die auf den ersten Blick, für Fremde überhaupt nicht anstrengend klingt, für mich war sie das aber tatsächlich. Ich war auf einer Pressereise auf Aruba. Wie ihr vielleicht auf Instagram mitbekommen hat, war ich jetzt 5 Wochen lang unterwegs, zuerst in Panama für einen Job, dann noch ein wenig allein unterwegs und dann auf Aruba auf Pressereise.

Das war eine ganz wundervolle Reise, weil es ein wundervoller Ort ist, eine spannende Insel und sehr nette Menschen, mit denen ich unterwegs war. Aber so schön es auf den ersten Blick auch klingt, war es eben auch nicht ganz ohne. Denn der komplette Tagesablauf ist bei solchen Reisen immer von morgens bis abenfs komplett durchgetaktet: wann man isst, wann man aufsteht, wo man isst, was gegessen wird (denn es gibt ja nur die Optionen der Restaurants, wo man hingeht). Man ist konstant im Arbeitsmodus, auf der Suche nach den besten Shots fürs Video (in meinem Fall) oder Fotos für den Blogpost, Instagram usw..

Dann ist man auch noch die ganze Zeit mit fremden Menschen auf sehr kleinem Raum zusammen und man kann dem nicht entkommen 😉

In dem Fall hatte ich Glück, weil es sehr nette Menschen waren. Aber auch mit netten Menschen  kann das natürlich anstrengend sein, weil man immer im Außen ist und man immer Input von Außen bekommt – ob man das nun gerade möchte oder nicht. Kurz zusammengefasst, ist es also ein großartiger Job – ich bin sehr, sehr dankbar dafür! – aber es bleibt an diesen Tagen, in dieser Woche, wenig Zeit für Individualität.

Man ist den ganzen Tag im Außen und hat wenig Raum, um auch mal bei sich selbst zu sein und das zu tun, was einem selbst jetzt gerade guttun würde. Falls ihr meine Podcastfolgen schon ganz gut kennt, dann wisst ihr, wie wichtig für mich meine tägliche Morgenroutine ist, um mich erst einmal mit meinem Inneren und meinem Körper zu verbinden und darauf zu hören, wie es mir eigentlich geht. Was brauche ich heute? Ich möchte mich mit meiner Intuition verbinden und nicht immer im Außen sein, Stress, Hektik, und mit Erwartungen der anderen Menschen mehr verbunden sein, als mit mir.

Meine Routine hilft mir ja ganz besonders, um weniger Schmerztage im Monat zu haben, um mehr bei mir selbst und dadurch gesünder zu sein. In dieser Woche war das wieder mal eine große Herausforderung und ein spannender Zeitpunkt, um zu üben. Auf solchen Pressereisen habe ich für gewöhnlich viel Migräne und seitdem ich mich jetzt mit dieser Selbstheilungs-Thematik beschäftige und soviel Zeit darin investiere, war ich noch nicht auf vielen Gruppen-Pressereisen (bei individuellen Reisen ist das nämlich nochmal anders, da kann man den Tag ein bißchen besser selbst gestalten). Das war das erste Mal in dieser Form in den letzten Monaten.

Normalerweise habe ich auf solchen Gruppen-Pressereisen immer sehr, sehr viel Migräne gehabt in der Vergangenheit, durch die Entfernung von meinen eigenen Bedürfnissen und diesem ständigen im-Außen-sein und die ganze Zeit arbeiten.

Ich habe dadurch immer sehr viele Tabletten genommen, um eben weiter arbeiten und funktionieren zu können.

 

Ich bin ja nicht eine Woche da zum Arbeiten und liege dann die ganze Zeit im Bett.

Da kommt dann auch der Ehrgeiz, die Erwartung an mich selbst und die Erwartungen der Anderen erfüllen zu wollen, dazu. So war es immer! Aber dieses Mal habe ich es tatsächlich geschafft, – ich bin echt glücklich und stolz darauf – nur einen Tag gehabt zu haben, den ich mit Tabletten abschließen musste. Das war der erste Tag. Ich habe gewusst, dass es nicht gut sein wird, aber ich habe mich dafür entschieden, den Erwartungen der Leute zu entsprechen und nicht gleich am ersten Tag im Bett zu liegen, sondern mich erst einmal „zu präsentieren“, mich zu zeigen und in Kontakt zu treten.

Am nächsten Abend habe ich das ganz gut geschafft, indem ich zum Beispiel nicht mit zum Abendessen gegangen bin und auf mich selbst geachtet habe.

Aber, was mir dabei geholfen hat, ist ja der spannende Punkt. Wie habe ich es geschafft, das so zu verändern, dass ich früher in diesen 7 Tagen meist  mindestens 4 – 5 Tage Migräne hatte (manchmal sogar alle Tage) und dieses Mal nur einen Tag wirklich akute Migräne, so dass ich eine Tablette nehmen „musste“ (ich habe mich ja immer noch selbst dafür entschieden)?

Das habe ich geschafft, in dem ich mir immer wieder Time-outs zugestanden habe und sie auch wirklich genommen habe. Und das wirklich nicht erst, als es zu spät war und ich schon gestresst war mit Kopfschmerzen, sondern auch während des Tages mittendrin, um dem vorzubeugen.

Sicher ist das auch noch verbesserungswürdig. Es gab ein paar mal Situationen, wo ich abends reflektiert habe und dachte Andrea, da bist du jetzt aber zu schnell den Emotionen gefolgt!

Aber es ist eine riesige Veränderung zu dem, wie ich früher nicht mit mir verbunden war. Man muss eben üben, um sich zu verändern.

 

So, wie man auch seine Muskeln trainieren muss, um mehr Muskelmasse aufzubauen, muss man eben auch so etwas trainieren. Es reicht einfach nicht, zu wissen, dass Sport, gesunde Ernährung und Achtsamkeit gut für uns sind.

Wie immer, muss man eben auch etwas dafür tun. Man muss in Bewegung kommen und üben. Das Schöne ist – auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen – dass wir uns immer (immer! immer!) ein Time-out nehmen können und v.a. auch dürfen.

Einfach mal kurz Stop machen und innehalten!

 

Das kann notfalls wirklich auch ganz kurz und super unauffällig – oder eben auch bewusst und länger – sein. Sich einen Moment auf das Jetzt konzentrieren, statt immer auf andere Menschen und die ToDo-Liste, die Erwartungen der anderen Menschen und und und. Das klingt jetzt so einfach – und das ist es tatsächlich auch.

In Wahrheit ist es super easy.

 

Aber wir Menschen vergessen es dann oft im Alltag und sind dadurch gestresst und haften uns emotional doch wieder mehr an, als wir es eigentlich wollen und tun es v.a. mehr, als es uns in dem Moment guttut.

Ich habe an diesen Tagen beispielsweise einfach kurz beschlossen, mich mal eine Weile abseits der Anderen hinzustellen – auch wenn das gerade keinen Sinn machte, was Content-Erstellung anging; aber einfach um mich da hinzustellen und zumindest etwas in einem kleinen Radius allein zu sein und bewusst atmen zu können, meine Füße auf dem Boden zu spüren, meine Beine, meinen Oberkörper usw..

Oder manchmal habe ich auch einfach nur kurz (oft nur für 30 Sekunden, manchmal auch länger) meine Augen geschlossen und auf meine Atmung geachtet.

Überhaupt nicht spektakulär, ich weiß!

Und vielleicht denkt ihr jetzt: Super – und dafür macht die Alte nen Podcast! Erzähl mir mal was Neues!

Aber die Wahrheit ist, dass es einfach sein kann, wir es aber oft schwer machen bzw. es erst gar nicht machen, es gar nicht erst umsetzen und immer Ausreden haben – selbst für sowas Einfaches. Anstatt einfach mal kurz anzuhalten, geben wir Menschen (v.a. in Großstädten) oft gerne Vollgas, und das am Liebsten den ganzen Tag.

Oft denken wir, dass wir keine Zeit für diese kurzen Stopps, die Time-outs haben.

Wir denken, dass wir keine andere Wahl hätten, als der ToDo-List hinterherzurennen, weil wir ansonsten so viel Zeit verlieren.

 

Dabei ist wirklich das Gegenteil der Fall, weil wir diese Zeit effektiv für unseren Geist nutzen und somit am Ende produktiver werden, gesünder, glücklicher und entspannter. Es muss dabei wirklich nicht immer um einen 20-minütigen Spaziergang gehen oder eine Meditation. Natürlich ist das auch großartig und wahrscheinlich noch viel besser. Aber realistisch gesehen, geht das eben nicht immer mal so einfach im Arbeitsalltag.

Was aber schon so gut wie immer geht, ist, mal eben kurz auf die Atmung zu achten, selbst wenn man die Augen nicht schließen kann. Man kann auf die Handbewegung achten. Was machen meine Hände eigentlich? Wo sind meine Finger gerade? Was tue ich hier? Bewusst im Hier und Jetzt sein und sich bewusst werden über den eigenen Körper, die eigene Atmung, Gefühle und Gedanken.

Einfach sein wie der Himmel und die Gedanken und Gefühle wie Wolken betrachten und vorbeiziehen lassen. Es ist o. k., dass das alles jetzt da ist. Wir sehen es, und im besten Fall nehmen wir es genau so an, so wie es ist. Denn dann ist es viel einfacher, wirklich glücklich im Jetzt zu sein und nicht erst in der Zukunft, wenn wir 5 Kilo abgenommen haben, den nächsten Job haben oder 1000 Euro mehr im Job verdienen, ein Kind oder den besten Freund der Welt haben, verheiratet sind…

Nein, dann sind wir viel einfacher glücklich, schon im Jetzt und mit dem, was jetzt gerade da ist und um uns herum passiert. Und warum?

Wir sind dann in Verbindung mit uns selbst und wir sind im Hier und Jetzt – das ist das Einzige, was wir jetzt wirklich haben.

 

Die Vergangenheit ist bereits gegangen und die Zukunft ist noch nicht da. Das Einzige, was wir jetzt haben, ist der Moment. Deswegen macht es auch so viel Sinn, sich auf das Jetzt zu fokussieren, sich zurückzubesinnen. Das heißt nicht, dass man danach nicht weiter seine Ziele verfolgen und die Schritte gehen kann, die zum Ziel führen! Keine Frage. Aber eben nicht nur, sondern hin und wieder bewusst Hier sein.

Das Wundervolle daran ist, dass dieser friedvolle, wunderbare Zustand der Ruhe in uns selbst IMMER da ist.

 

Wir müssen uns ihm nur zuwenden. Sicher kann man dafür auch zum Beispiel zu einem Achtsamkeitstraining gehen, aber eigentlich können wir das alle schon von Natur aus. Wir müssen es eben einfach nur selbst machen! Das sind wir wieder bei dem Thema Selbstverantwortung, dass ich in dem Podcast „Raus aus der Opferrolle“ ja schon sehr ausführlich thematisiert habe.

Wie gesagt: Stress entsteht im Kopf und genau da muss man ansetzen bzw. vorbeugen.

Nur weil die ToDo Liste für heute oder den Monat lang ist, heißt das noch lange nicht, dass wir gestresst sein müssen, sondern das passiert in unserem Kopf!

Es ist nicht die ToDo Liste, die entscheidet, ob wir gestresst sind oder nicht.

 

Es ist in unserem Kopf. Genau da muss man ansetzen und vorbeugen, indem man durch Achtsamkeit im Hier und Jetzt auch geistig anwesend ist und sich dessen auch bewusst ist. Das bedeutet so viel mehr als Entspannung. Das IST so viel mehr als Entspannung! Es ist Be-Wusstsein, die Konzentration auf das, was man gerade tut: Atmung, Essen, Gehen, Tippen auf der Tastatur. Es bedeutet, sich mehr Time-outs zu setzen.

Ich hoffe, ich konnte euch mal wieder daran erinnern, dass es ganz leicht sein kann und es nur darum geht, dass wir es auch wirklich machen.

Die einfachsten Sachen können etwas ändern. Durch kurze Stops und Time-outs im Alltag können wir diese Achtsamkeit in stressigen und nicht-stressigen Situationen zur Routine werden lassen. Irgendwann passiert das einfach automatisch und man kann auf ganzheitlicher Ebene von dieser Übung profitieren – so simpel sie auch erst erscheinen mögen.

Was mir mein Medizinmann auf Bali ganz deutlich beigebracht hat ist: Andrea, es ist leicht! Es ist alles einfach. Wir machen es erst kompliziert im Kopf.

 

Ich finde, das passt zu diesem Thema sehr gut.

Ich übe, ich übe, ich übe. Wir sind alle Schüler des Lebens, denke ich.

Ich hoffe, dass ihr es auch spannend findet! Seht es nicht als: Oh Gott, ich müsste jetzt aber…! oder Ich muss mich so doll krass entwickeln! und Das muss ich auch noch machen!

Nehmt es lieber als ganz einfaches Spiel, etwas Gutes für euch zu tun und einfach mal auszuprobieren, ob es für euch im Alltag funktioniert. Einfach mal kurz atmen, auf die Finger achten, die Augen schließen, die Füße auf dem Boden spüren und einfach mal im Hier und Jetzt sein.

Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen, sie hat euch inspiriert und ich würde mich von Herzen über eure Kommentare unter diesem Blogpost freuen. Und natürlich würde ich mich von ganzem Herzen über eine positive 5-Sterne Bewertung bei iTunes freuen. Diese hilft mir dabei, diesen Podcast noch weiter unter die Leute zu bringen und mehr Menschen dazu zu inspirieren, ihre Gesundheit und ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen. Das ist hier meine Mission, warum ich das hier mache und ich mich so öffne: weil ich anderen Menschen weitergeben möchte, was ich gerade lerne und was mich gesund macht.

Ich wünsche euch allen von Herzen ganz viel Lebensfreude heute, ganz viele Time-outs und Bei-euch-selbst-sein-Momente!

Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid und wünsche euch einen wundervollen Tag.

Machts gut!

Alles Liebe,

 

Podcast Superwoman Schwächen zeigen

Superwoman: immer stark?

Wenn ich früher Freunde und Bekannte gefragt hätte, welche Eigenschaften sie spontan mit mir assoziieren, dann wäre Stärke möglicherweise eines der meistgenannten Wörter gewesen. Kein Wunder, denn ich habe alles daran gesetzt, dieses Bild von mir aufrecht zu erhalten – nur keine Schwächen zeigen oder nach Hilfe fragen. Immer nach dem Motto: Seht her, ich bin auch in schwachen Momenten stark! 

Welche Assoziationen Menschen heute mit mir verbinden, erzähle ich euch in der heutigen Podcastfolge und ich erzähle euch, wieso Schwäche-zeigen für mich immer noch ein Lernprozess ist.

Übrigens: Wenn dieses Thema interessant für dich ist, dann schau auch unbedingt in meiner Podcastfolge zum Thema Introvertiert vs. Extrovertiert vorbei, denn dort geht es ebenfalls, darum, Balance zu finden und sich seinem authentischen Ich näher zu kommen. 

Superwoman und ihre Schwächen

In der heutigen Podcastfolge soll es um das Thema Stärken und Schwächen gehen.

Kennt ihr das, wenn ihr besonders gern zeigen wollte, wie stark ihr seid, dass ihr alles ohne Hilfe schafft, dass ihr selbstständig seid und unabhängig? Ich kenne das auf jeden Fall ziemlich gut, denn ich habe viele Jahre sehr dafür gekämpft, dass mein Umfeld mich nicht als die schwache, ständig kranke Andrea sieht. Solange es möglich war, habe ich auch immer verschwiegen (z.B. bei neuen Jobs) dass ich chronisch krank war, damit ich nicht als schwach angesehen werde und eben auch beweisen konnte, dass ich alles so leisten konnte, wie alle anderen.

Mein Körper war dazu natürlich gar nicht in der Lage, aber ich hatte den ungesunden Ehrgeiz, in der Hälfte der Zeit (die mir durch die Schmerztage ja meistens nur zur Verfügung standen), das selbe zu leisten, wie alle anderen. Superwoman quasi!

In der Schule hat es ja auch irgendwie geklappt und in der Uni auch. Ich war zwar überall sehr wenig anwesend, und habe dadurch immer mal wieder viel Ärger bekommen, (man wollte mich sogar von der Schule schmeißen) aber ich habe meine Schule und mein Studium trotzdem geschafft (mein Studium sogar mit einem Durchschnitt, den ich mir so gar nicht zugetraut hätte).

Irgendwie hatte es also immer geklappt: alle glücklich machen, den Erwartungen der Leute und vor allen Dingen meinen eigenen sehr hohen Erwartungen irgendwie entsprechen – trotz chronische Krankheit.

Im Zweifel war ich dann eben voll gestresst und habe irgendwie durch Schmerzmitteln überlebt.

Ich wollte absolut kein Mitleid von Leuten für meine Krankheit – das wollte ich noch nie.

 

Im Gegenteil, ich wollte eher hören, wie stark ich sei, um mein eigenes Selbstbild dass ich versuchte selbst zu glauben, zu bestätigen.

Ja, keine Frage, ich bin eine starke Frau!

 

Ich war auch schon in jungen Jahren sehr stark, denn ich habe nie dauerhaft den Mut verloren oder die Hoffnung aufgeben, egal wie schlimm es gerade war. Da war auf jeden Fall viel Stärke. Aber es wäre gut gewesen, auch die Schwäche mehr zuzulassen.

Es gab eigentlich nur zwei Räume, in denen ich das getan habe, und das war zu wenig. Einmal, bei meiner Familie – aber auch das eher als Kind. Nach meinem Auszug 2008 und aufgrund einiger Kommentare im Familienkreis zu meiner Migräne (die nicht gerade aufbauend waren) habe ich mich auch da nicht mehr so fallen lassen, was die Schmerzen und die damit verbundenen negativen Gefühle anging.

Abgesehen von meiner Familie, habe ich mich nach meinem Auszug immer nur bei meinen jeweiligen Partner wirklich fallen lassen. An dieser Stelle ein großes Danke an die drei Männer in meinem Leben, auch wenn sie das vermutlich nie hören werden. Sie haben meine Tränen getrocknet, meinen Kopf massiert, das Kühl-Pack ausgetauscht und mir gut zugeredet. Sie haben immer wieder akzeptiert, dass ich viele Sachen nicht machen konnte, auf die wir uns gefreut haben und ich viele Sachen absagen musste. Ihr seid wirklich alle unheimlich stark und ich danke euch ganz doll für diese Unterstützung!

Bei meinen Partnern habe ich auch zugeben können, wenn ich nur noch voller Verzweiflung war, wenn ich nach 7 Tagen konstanter Migräne wütend war über mein Los dieser scheiß Migräne-Gene, wenn ich verzweifelt war und mich ungerechte behandelt gefühlt habe von allem Göttlichen auf dieser Welt.

Da habe ich mir erlaubt, mich wirklich fallen zu lassen.

 

Selbst meine besten Freunde haben mir wirklich voller Liebe angeboten für mich da zu sein, zu kochen, mir meine Kühl-Packs zu bringen, (mir also alles angeboten, was die Männer immer gemacht habe). Egal was ich gebraucht habe, sie hätten es gemacht.

Aber ich habe fast nie, oder wirklich nur in den größten Notfällen, diese Hilfe angenommen.

 

Ich war nicht bereit, da die Schwäche zu zeigen, bzw. wollte ich sie nur bedingt zeigen. Natürlich habe ich gesagt, dass es mir scheiße geht. Aber danach habe ich nur gesagt, dass ich mich deswegen jetzt nicht mehr melde. Ich habe alles mit mir alleine ausgemacht. Als ich dann alleine gewohnt habe, habe ich noch mehr alles mit mir allein ausgemacht. Bei Migräneattacken habe ich mich lange eingesperrt und wirklich nur im Bett gelegen und mit niemanden geredet. Ich habe mich bei niemanden gemeldet, z.B. per WhatsApp, bis sich die Leute dann Sorgen gemacht haben und ich mich melden musste, weil sie Angst hatten, dass mir etwas passiert ist. Die Nachricht, die man dann von mir bekannt, beinhaltete meistens nur ein Wort: Kopf!

Mehr stand da oft gar nicht drin, obwohl ich meinen Freunden ja sonst auch meine Schwächen zeigen konnte.

Ich bin ansonsten auch gar kein Mensch der irgendwie Angst davor hat, Schwächen zu zeigen – ganz im Gegenteil, ich trage sie offen auf meiner Zunge.

 

In diesem Bereich war es mir aber nie möglich, und auch heute ist es noch ein learning, das anzunehmen bzw. danach zu fragen. Psychologisch hat es auf jeden Fall noch einen tieferen Hintergrund, warum ich nur die Männer mich habe „retten lassen“. Aber so tief soll es hier in dieser Podcastfolge gar nicht gehen.

In den letzten Jahren habe ich nach und nach immer mehr angefangen, auch meine schwache Seite zu zeigen, was mir oft auch wirklich nicht leicht fiel. Das ist immer noch ein Training für mich, genauso wie zu erkennen, dass ich kein Einzelkämpfer sein muss, sondern, dass Menschen die mich lieben gerne für mich da sind.

Es ist völlig normal, bei solchen Schmerzen schwach zu sein und das auch bei anderen Themen im Leben. Es ist normal, auch mal schlecht drauf zu sein. Wichtig ist es immer, eine authentische Balance zu schaffen und nicht eine Version von einem starken Ich aufrecht zu erhalten obwohl das innere Ich eigentlich nach Schwächen zeigen verlangt.

Keiner von uns es ist immer stark oder immer schwach.

 

Wir sind alle Menschen, die mal solche und mal solche Momente haben. Meiner Meinung nach sind wir gemeinsam auf dieser Erde, um auch gemeinsam alle Höhen und Tiefen zu bewältigen.  Niemand muss sich hier als Einzelkämpfer durchboxen.

Sicher kann man sich auch dafür entscheiden, viel schöner aber ist es, wenn man auch die Schwäche als Teil von sich annehmen kann, wenn man sie ansieht und Mitgefühl für sich selbst entwickelt, Mitgefühl und Verständnis für die eigene Verzweiflung, Trauer, Angst und Schmerzen.

Ich war früher nach außen immer die super-fröhliche positive Andrea und ich bin tatsächlich erleichtert darüber, dass es nicht mehr das ist, was Leuten als erstes über mich einfällt. Viele Menschen haben mir im letzen Jahr gesagt, dass sie mit mir als erstes Wärme verbinden, genauso Authentizität, Liebe, Herzlichkeit. Das ist viel schöner, als die immerzu fröhliche und starke Andrea, denn die hat ganz schön viel Kraft gekostet und war immer nur EIN Teil meiner Persönlichkeit. Auch heute arbeite ich noch daran. Gerade in den letzten Wochen war ich immer wieder krank, weil mir in Wahrheit psychisch und arbeitsmäßig alles zu viel war. Warum? Weil ich mir mal wieder eingeredet habe, alles allein machen zu müssen. Dabei stimmt das überhaupt nicht!

Ich muss nur den Mut fassen, nach Hilfe zu fragen. Dann bekomme ich sie auch!

 

Denn woher sollen die Leute wissen, dass wir sie brauchen, wenn wir es nicht äußern und nicht danach fragen.

Immer unter Stress stark zu sein und alles wuppen zu wollen, führt meiner Meinung nach zwar manchmal (oder auch oft) ans Ziel, aber dafür eben auch zu Stress und Unglücklichsein und im worst case eben auch zu Krankheit.

Vielleicht kennst du dieses immer-stark-sein-wollen oder dass Leute immer den Eindruck haben, du bist die dauerhaft Fröhliche. Vielleicht kennst du auch denn Druck, der damit manchmal einhergehen kann. Wenn man gern so gesehen werden möchte, ist der Nachgeschmack davon nicht immer nur positiv.

Die Menschen, die uns wirklich lieben, lieben uns mit all unseren Facetten.

 

Wir müssen weder stark noch schwach sein, das Wichtigste ist, dass wir authentisch sind und unseren Bedürfnissen nachgehen können und sie äußern können – egal ob wir gerade stark oder schwach sind.

Das ist alles ein Thema, das in meinem Leben immer mal wieder aufkommt und das sehr lange viele Bereich dominiert hat – v.a. dieses stark sein zu wollen.  Inzwischen habe ich eine gute Balance gefunden und habe es ganz gut geschafft, schneller in die Authentizität zu wechseln, wenn ich gerade wieder versuche, Superwoman zu sein.

 

Falls ihr diese Themen kennt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr davon berichtet und auch, was ihr aus dieser Podcastfolge für euch mitnehmen konntet. Schreibt es sehr gern hier in die Kommentare und ich antworte euch dazu! Ich freue mich auch Euer Feedback!

Natürlich bin ich auch unglaublich dankbar, wenn ihr Lust habt, mir eine 5-Sterne Bewertung in iTunes zu hinterlassen, denn das hilft mir dabei, meinen Podcast noch mehr auf iTunes und andere Kanäle zu verbreiten und noch mehr Leute zu erreichen mit der Message, dass wir selbst in uns die Heilung finden. Dadurch kann ich hoffentlich noch mehr Menschen mit diesen Themen Inspiration geben. Deshalb vielen Dank, falls ihr euch die Zeit nehmt oder schon genommen habt für eine Bewertung!  Dankeschön!

Ich wünsche euch eine fantastischen Tag!

Machts gut!

Alles Liebe,

 

Podcast Menschen loslassen

Menschen gehen lassen

Als ich dieses Jahr die Vipassana Meditation in Thailand gemacht habe, ist ein Thema immer wieder aufgekommen: Die Gedanken an Menschen, die zwar schon (teilweise lange) nicht mehr in meinem Leben sind, an denen ich aber irgendwie noch festhalte. Dabei sind es nicht nur die Menschen, an denen ich anhefte, sondern v.a. bestimmte Emotionen und Gedankengänge.

Die Erkenntnis, dass ich manchmal noch in meiner Vergangenheit festhänge und diese Anhaftungen mir immer noch Schmerz bereiten, brachte mich dann zu der Frage: Gibt es einen Weg, das aufzulösen und Frieden zu schließen?

Am Ende des Podcasts gebe ich euch noch einen Einblick, was dieses Thema mit meiner Migräne zu tun hat und ein Update zu meiner Heilungs-Situation.

Dieser Podcast stammt übrigens noch aus meiner Zeit auf Bali im April diesen Jahres und war durch einen technischen Fehler leider lange Zeit offline. Weil ich das Thema sehr wichtig finde, möchte ich euch diese Folge aber nicht vorenthalten und habe sie neu hochgeladen.

Also viel Spaß beim Hören und Lesen!   

Links zum Podcast:

Menschen gehen lassen

Schön dass ihr wieder dabei seid bei Das Pure Leben!

Heute soll es um ein Thema gehen, dass ich sehr wichtig finde und das mich in den letzten Monaten wieder vermehrt beschäftigt hat, weil ich aktuell auch jemanden loslassen muss, der mir sehr am Herzen liegt. Aber es betrifft auch noch Menschen aus den letzten Jahren, die ich gehen lassen musste und diese noch nicht 100%ig habe gehen gelassen. Das habe ich v.a. im Vipassana  wieder gemerkt, wo das Thema immer wieder aufgekommen ist. Deswegen geht es heute darum, Menschen gehen zu lassen.

Ich denke es ist ein wichtiges Thema, weil wir alle in unserem Leben Menschen gehen lassen müssen und umgekehrt müssen auch Menschen, die uns lieben, uns immer mal wieder gehen lassen – sei es eine partnerschaftliche oder freundschaftliche Beziehung, die beendet wird.

Darum soll es hier auch in erster Linie gehen. Aber natürlich hat „gehen lassen“ auch mit Tod zu tun…

In diesem Podcast beziehe ich mich aber hauptsächlich darauf, Menschen aus Beziehungen gehen zu lassen. Einen Menschen gehen zu lassen tut immer sehr weh, vor allem für die Person, die sich den Abschied nicht ausgesucht hat. Aber meistens tut es auch der anderen Person weh.

Die meisten Menschen gehen nicht, weil sie einfach so herzlos sind, sondern es ist einfach an der Zeit und sie fühlen sich danach. Es ist das, was für sie jetzt der richtige Weg ist.

Auf der anderen Seite ist da eben dieser Mensch, der den anderen nicht gehen lassen mag und kann, weil er ihn so liebt, wertschätzt oder das Gefühl hat, ihn zu brauchen und einfach nicht bereit ist, ihn gehen zu lassen.

Ich habe in meinem Leben vier oder fünf Menschen, die ich nicht unbedingt gehen lassen wollte zu dem Zeitpunkt (in verschiedenster Form).

Es hat jedes Mal wirklich gedauert, dies zu akzeptieren bzw. es ist teilweise immer noch ein Prozess, je nachdem wie lange es schon her ist, wie tief es gesessen und wie weh es getan hat. Ich hab aber gemerkt, dass, wenn wir Menschen (in Gedanken) festhalten und uns an sie heften und sie nicht gehen lassen wollen, dann halten wir eigentlich nur uns selber fest.

Denn der Andere ist schon längst gegangen und über alle Berge. Obwohl wir uns aber so lange an diesen Menschen haften (mit Gedanken wie: Aber wir hatten doch so eine gute Zeit! Wie kann er/sie das einfach wegwerfen? Hat ihn/ihr das wirklich gar nichts bedeutet? usw. – Alles was man eben so denkt nach einem freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Beziehungsabbruch) ist der Andere aber trotzdem weg. Er ist schon gegangen und hat sich dafür entschieden.

Das Einzige, dass wir damit (mit dem Festhalten) bezwecken, ist, dass wir selbst auch stehen bleiben und wie starr stillstehen und  vor allem nicht im Hier und Jetzt sind!

Indem wir Menschen in unseren Gedanken und Gefühlen festhalten,  sind wir immer in der Vergangenheit!

 

Denn, das was passiert ist, ist die Vergangenheit, nicht das Hier und Jetzt. Die Vergangenheit ist weg, man kann sie nicht ändern oder zurückholen. Sie ist einfach weg. Das heißt nicht, das man sich nicht an schöne Momente erinnern kann, aber es heißt eben, dass es nichts bringt, sich an sie zu heften.

Als ich im Vipassana erwähnte, dass ich viel an die Vergangenheit denke, sagte mein zweiter Lehrer dort zu mir: Ja und, kannst du die Vergangenheit zurückholen? Ich antwortete: …ähm, Nein…kann ich nicht! Dann meinte er: Na also! Siehst du, also lass es gehen, vergiss es. Du kannst es nicht zurückholen, sie ist tot, sie ist weg!

Ich dachte nur Ja, aber…. (wie es eben immer so ist, das typische Ja, aber! 😉 bis man dann bereit ist, die Dinge auch zu sehen, die einem gesagt werden bzw. Dinge die man hört. ).

Die Übung, die mir am allermeisten hilft, ist, dass ich den Menschen Liebe und Güte schicke.

 

Das mache ich auch jetzt immer, wenn mir so ein Gedanke aufkommt an Menschen, die mir am Herzen liegen und mich nicht so in ihrem Leben haben wollten, wie ich sie gern in meinem Leben gehabt hätte oder wo es einfach nicht gepasst hat. Ich mache es jedesmal, wenn ich an sie denke und auch, wenn ich traurig bin, verletzt, enttäuscht und vielleicht auch sauer – egal welche Gefühle da hochkommen.

Dem einzigen Menschen, den man mit Wut und Rachegelüste schadet, ist immer man selbst. Die negativen Gefühle verunreinigen uns von innen, machen unser Herz schwer, machen uns krank. Den anderen Menschen erreichen sie gar nicht, weil er schon längst gegangen ist. Wir machen uns nur selbst das Leben schwer.

Damit aber diese negativen Gefühle gehen können, müssen wir sie zu aller erst einmal erkennen. Wir müssen Sie zulassen, benennen und akzeptieren.

Wie Buddha gesagt hat: Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück!

 

Damit hat er Recht – nicht nur was Beziehungen angeht, sondern auch alle anderen Anhaftungen an Gegenstände, Gefühle und was es sonst noch so gibt, was uns unglücklich macht.

Das Wichtigste, bevor wir loslassen können, ist, das wir es erst einmal zulassen! Man kann nicht einfach sagen Ja lass es einfach los! Let it go! Let it go! Alles ist super, vergiss es einfach! 

Klar, das sagen immer so viele nette Menschen zu einem, aber wenn man wirklich traurig ist und verletzt, dann funktioniert das natürlich nicht so einfach. Es wäre ja schön, wenn es so einfach wäre. Doch so geht es nun mal einfach nicht, denn unser Gehirn und die Denkerei ist nun einmal sehr komplex und hartnäckig.

Bevor man etwas loslässt, muss man es zulassen – das ist der aller erste Schritt!

 

Wenn man nicht darin geübt ist, Gefühle zuzulassen, kommen sie in uns hoch und meistens unterdrücken wir sie nach einer Zeit. Vielleicht lassen wir es einen Tag hochkommen, oder eine Woche oder lassen es teilweise hochkommen und dann reden wir uns selbst ein, dass es albern ist oder es jetzt die Zeit ist, es loszulassen usw.. Das ist aber nicht der Weg dahin, um wirklich frei zu sein und wirklich das Problem loslassen zu können.

Aber wie geht es denn jetzt, wie kann man das machen?

 

Ich habe es schon oft erzählt, aber ich werde es wieder erzählen, denn ich sehe es als die wichtigste Grundlage, um Emotionen und Gedanken loslassen zu können. Und zwar rede ich von der Meditation! Aber wir können es auch einfach nicht Meditation nennen, falls es für den ein oder anderen einfacher ist. Wir können es auch einfach nur Hinsetzen und Reinfühlen nennen.

Hinsetzen, es sich bequem machen,  Augen zu machen und dann die Gefühle einmal richtig zurückholen!

Ich finde es ist unglaublich, was da wieder für Schmerz hochkommt, wenn man bereit ist, das zu tun, wenn man die Augen schließt und sich richtig in den Schmerz hineinfühlt und die Situation 1 zu 1 wieder durchspielt. Es ist, als würde man die Situation noch einmal durchleben.

Wenn die Gefühle hochkommen, dann frag dich am besten (gerne auch laut oder auch nur in Gedanken):

Kann ich diese Gefühle annehmen? Kann ich diese Gefühle loslassen?

 

Achte dabei darauf, nichts wegzudrücken. Sei ganz ehrlich, das ist das Wichtigste! Sei authentisch und ehrlich dir selbst gegenüber. Du musst niemandem etwas beweisen. Wenn du Nein sagst, ist das in Ordnung, fühl dich weiter rein.

Frag dich nochmal: Kann ich diese Gefühle annehmen? Wenn du wieder Nein sagst, fühle dich weiter hinein! Geh nochmehr durch den Schmerz, weine, lass alles raus. Frag dich dann: Kann ich diese Gefühle annehmen? Wenn deine Antwort Ja ist, frag dich: Kann ich diese Gefühle loslassen?

Lass die Gefühle immer weiter aufkommen, bis du bereit bist. Mach es immer wieder. Das Wichtigste ist, dass du ehrlich bist. Und Nein, es funktioniert nicht beim ersten Mal. In den wenigsten Fällen ist es so, dass man das einmal macht und der ganze Schmerz und alles ist weg und man hat losgelassen. Das ist eher eine Übung, die man gerade bei tiefsitzenden Schmerz und Anhaften öfter machen muss, damit es den Effekt hat, den man haben möchte: nämlich das man loslässt.

Ich habe mit dieser Übung eine sehr, sehr positive Erfahrung in der Vergangenheit gemacht.

Auch wenn es so einfach klingt und ich immer so dachte Ja, was soll das jetzt bringen? habe ich damit schon verschiedene Dinge und Menschen loslassen können, besonders Menschen und Beziehungen. Meistens hat es ein paar Tränen gekostet. Es hat noch einmal richtig Schmerz gekostet.

Man muss einfach noch einmal durch den Schmerz und durch die Angst gehen, um sie dann loslassen zu können, weil man sie erst einmal noch sehen muss.

 

Wie kann man etwas loslassen, wenn man es noch nie gesehen und erkannt hat, wenn man nie wirklich begriffen hat, was eigentlich da ist und man vielleicht gar nicht weiss, dass es Angst ist, die dahinter steckt (oder etwas ganz anderes hinter dem Gefühl steckt, als das, was wir auf den „ersten Blick“ fühlen).

Wenn ihr auf die Frage Kann ich es loslassen, das Gefühl, den Schmerz, die Traurigkeit?  kein Ja! geben könnt, dann diskutiert doch mal ein bißchen mit euch selbst und horcht in euch hinein: Kann ich die Gefühle vielleicht für einen Tag loslassen, oder vielleicht auch für zwei oder drei, eine oder zwei Wochen? Macht einen Deal mit euch. Guckt, was sich gut und richtig anfühlt.

Ich habe z.B. auch ein Thema (ein ganz anderes Thema), wo ich vor ein paar Monaten dasaß und gemerkt habe, dass ich es jetzt nicht loslassen kann. Ich war nicht bereit, es funktionierte nicht.

Dann habe ich etwas überlegt und den Kompromiss geschlossen, es für 30 Tage loszulassen.

Das war unglaublich, weil ich mich wirklich sicher fühlte und dachte: Ja, 30 Tage krieg ich hin! Dann schauen wir mal, wie es ohne dich (dieses Gefühl) ist.  Danach kannst du wiederkommen.

Es war unglaublich, aber es hat wirklich super gut geklappt, obwohl mich vorher dieses Gefühl täglich sehr belastet hat in dieser Zeit. Danach ist es auch nicht wieder so doll zurückgekommen, obwohl sich die äußeren Umstände nicht geändert haben. Es hat sich eben nur mein Inneres ich geändert. Das war sehr beeindruckend!

Wenn ihr nicht Ja sagen könnt (Ja ich kann es jetzt sofort loslassen! ) gibt es trotzdem einen Weg, wie man ein bisschen in diese Richtung gehen kann.

Wenn der Schmerz einfach immer noch nicht gehen will, er immer noch da ist und man denkt Ich habe doch jetzt schon alles getan! (das kenne ich sehr gut…) dann fühle dich genauso rein, wie eben besprochen (Augen zu, den Schmerz kommen lassen, ihn benennen und willkommen heißen) und frage ihn:

Lieber Schmerz, was kann ich von dir lernen?

 

Denn vielleicht ist da noch etwas, was du von ihm lernen sollst und was du bisher noch nicht gesehen hast. Deshalb geht der Schmerz auch noch nicht, denn er ist nicht dein Feind, sondern der Lehrer, der dir etwas beibringt.

Ich habe nach 2 Beziehungen, die ich in diesem Jahr nach langer Zeit immer noch nicht komplett gehen lassen konnte (es hat mich nicht täglich belastet, aber war immer noch da und ist ab und zu hochgekommen) erkannt, dass ich noch etwas lernen sollte. Ich habe erkannt, was es ist, habe es gesehen und bin öfter durch den Schmerz gegangen und konnte mich dadurch endlich von ihm und den Beziehungen lösen. Das war sehr befreiend und gehört auf jeden Fall auch zu meinem Weg der Genesung dazu, den ich hier mit euch teile.

Man könnte sich manchmal fragen, wie das alles zusammenhängt, was ich hier mache. Aber tatsächlich passiert meine Heilung der chronischen Migräne gerade nicht einfach durch EINE Methode – am Fuß drücken, 3-mal am Ohrläppchen ziehen und dann immer positiv denken – und auch nicht durch Medikamente, sondern tatsächlich durch Meditation, Achtsamkeitsübungen und durch Arbeit an meiner eigenen Wahrnehmung und meinen Gefühlen.

Ich möchte euch kurz ein Update zu meiner chronischen Migräne geben.

 

Ende letzten Jahres habe ich gewusst, dass ich dieses Jahr gesund werde. Ich kann es nicht anders erklären, aber ich habe es gewusst, dass ich jetzt auf dem richtigen Weg bin. Ich habe sehr viel im letzten Jahr gelernt und wusste, dass es jetzt soweit ist, durchzustarten. Ich habe mich sehr viel mit Selbstheilung beschäftigt, mit den verschiedensten Themen…Ich bin ganz aufgeregt das zu erzählen! 🙂

Ich habe ja seit meinem 6. Lebensjahr chronische Migräne und habe immer meistens 12 bis 15 (manchmal auch mehr) Tage im Monat starke Migräne und muss sehr viele Medikamente nehmen. Das heißt, ich habe auch immer die 10 Tage im Monat ausgereizt, die ich Schmerzmedikamente (pro Monat) nehmen durfte. In schlechten Zeiten waren es schonmal 12 Tage, die anderen Tage musste ich ohne Medikamente durch den Schmerz und das sich-übergeben durchgehen.

Im Februar und März hatte ich tatsächlich nur noch fünf Tage jeweils, an denen ich eine Tablette nehmen musste – also nur noch ein Drittel von den Schmerztagen, die ich vorher hatte.

Im letzten Monat, April, hatte ich nur 2 Tage!! Migräne, an denen ich eine Tablette nehmen musste. Ich wusste aber auch, was ich an diesen Tagen noch hätte ändern können, damit ich die Medikamente nicht hätte einnehmen müssen. Es ist so unglaublich, das hatte ich noch nie in meinem Leben, soweit ich mich erinnern kann. Ich weiß nicht wieviele Tage Migräne ich damals als 7-oder 8-Jährige hatte, weil ich es damals nicht gezählt habe. Aber ich weiß, dass es auch sehr viele waren.

Das ist so ein Segen, einfach unglaublich, dass ich es in die Welt hinaus schreien möchte, dass man mit seiner Gedankenkraft, mit sich selbst, sich heilen kann!

 

Damit will ich nicht sagen, dass man alles heilen kann, aber mein Erfahrungswert ist gerade sehr groß. Ich habe sehr viel ausprobiert in all den Jahren und das ist gerade das geilste Gefühl überhaupt, dass ich die Verantwortung für meine Krankheit – aber v.a. für meine Gesundheit und Genesung übernommen habe! Das möchte ich allen mitteilen. Ich möchte allen Mut machen, es auszuprobieren.

Manchmal ist man aber selbst noch nicht bereit dafür. Ich muss ehrlich sagen, dass ich all die Sachen, die ich im letzten und diesem Jahr bisher gelernt habe, vor 5, 6 oder 7 Jahren noch nicht verstanden hätte. Ich bin in meinem Leben auf viele der Sachen, die ich so mache – Meditation, Yoga, Coaching – früher schon gestoßen, aber ich habe sie nie so sehen können, wie ich es jetzt kann. Das merke ich jetzt im Nachhinein….

Das liegt einfach daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch garnicht bereit war, meine Krankheit so loszulassen, wie ich es eigentlich wollte, weil da doch noch mehr Angst war und nicht genug Stärke, die ich aus mir selbst herausziehen konnte, um mich auch ohne Krankheit weiter zu definieren.

Wie auch schon in anderen Podcastfolgen gesagt, ist eine Krankheit, die man schon sein Leben lang hat, ja auch schon ein Teil von einem geworden. Man definiert sich darüber und wenn sie wegfällt, muss man erstmal schauen, was da noch geblieben ist. (siehe auch Podcastfolge: Krankheit als Identifikation).

Vielleicht seid ihr auch bereit, ein bisschen was Neues auszuprobieren, den ein oder anderen neuen Weg einzuschlagen.

Ich möchte euch unbedingt ein Buch zum Thema Selbstheilung empfehlen, auch wenn es hier um das Thema Loslassen ging. Das Buch, was mir sehr wichtig ist heißt: Du bist das Placebo! Ich habe schon viele gute Bücher gelesen, aber dieses ist für mich eines der wichtigsten Bücher, wenn es darum geht, sich selbst zu heilen. Damit meine ich nicht nur Krankheiten, sondern auch psychische Probleme, Unglücklichsein oder Traurigsein usw. Das möchte ich euch wirklich ans Herz legen.

 

Ich freue mich wie immer sehr, wenn ihr mir eine Bewertung hinterlasst, sehr gern bei iTunes in den Rezensionen. Wenn ihr diesen Podcast positiv bewertet, dann können ihn noch mehr Leute finden und dann kann ich hoffentlich noch mehr Menschen auf diesen Weg bringen, in sich selbst die Kraft der Heilung zu finden. Ich hätte mir gewünscht, dass ich so etwas gefunden hätte. Mir hätte das vielleicht auch schon ein Jahr früher auf dem Weg geholfen.

Ich hoffe, dass ich damit Menschen inspirieren kann.

Ich bin voller Energie, Liebe und Mut, die ich gerne mit euch teilen möchte und ich hoffe ,das kommt auch rüber in den Podcasts!

Ich freue mich sehr auf euer Feedback, gerne auch als Nachricht bei Instagram Direct, per Email oder direkt hier in den Kommentaren. Ich beantworte fleißig immer alles, und bin gespannt was ihr zu sagen habt.

Wenn Ihr Ideen habt für zukünftige Themen, lasst mich auch das gerne wissen!

Probiert heute vielleicht ein bisschen mal zu schauen, an welche Gefühle oder Gedanken ihr euch anheftet und was davon ihr vielleicht schon gehen lassen könntet.

Machts gut und bis zum nächsten Mal!

 

Alles Liebe,

 

Podcast Introvertiert vs Extrovertiert

Introvertiert vs. Extrovertiert

Bist du introvertiert oder extrovertiert? Das klingt nach einer ziemlich simplen Frage, und danach, dass es eine eindeutige Antwort darauf geben sollte. Aber ist das wirklich so einfach?

Ich bin durch meine Coachingausbildung kürzlich wieder darauf gestoßen, welche Entwicklungsstufen meiner Persönlichkeit ich von der Kindheit über meine Pubertät bis heute durchgemacht habe.

Im heutigen Podcast erzähle ich euch, wie ich als Kind und Teenie so drauf war, wie ich mich gefühlt habe und wahrgenommen wurde. Vielleicht werdet ihr auch überrascht sein, eine ganz andere Seite von mir kennenzulernen!

Und natürlich wird auch die Frage beantwortet: Intro- oder Extrovertiert?

Außerdem möchte ich heute eine App-Empfehlung mit euch teilen, die vielleicht für die Kopfschmerz-geplagten unter euch sehr interessant sein könnte! Mehr dazu im Podcast!

Hier schon einmal der Link zur App:

M-Sense*

(*dieser Podcast enthält Werbung von M-Sense)

Jetzt erst einmal viel Spaß beim Lesen und Hören!

Introvertiert vs. Extrovertiert

Heute geht es um ein für mich sehr spannendes Thema und zwar um Introvertiert- bzw. Extrovertiertsein und meinen Weg auf meiner Persönlichkeitsentwicklungsreise. Es geht darum, was das mit meiner Gesundheit zu tun hat und welche Ängste dahinter stecken.

Bevor wir in das Thema einsteigen, möchte ich noch eine kleine Werbung platzieren, weil sie so gut zu meinem Kanal passt. Und zwar gibt es jetzt eine (und zwar die erste zertifizierte) Migräne-App. Sie heißt M-Sense. Sie kann dabei helfen, zukünftig Migräne und Kopfschmerzattacken zu vermeiden. So etwas hätte ich mir persönlich immer gewünscht, denn diese Kopfschmerz-Kalender oder Tagebücher, die man schriftlich ausfüllen muss, waren für mich immer unheimlich anstrengend und ich habe das oft nicht so durchgezogen, wie ich es sollte. In dieser App hat man eine noch viel umfangreichere Tagebuchfunktion: man kann dort ganz viele verschiedene Einflußfaktoren eingeben wie Schlaf, Koffein, Alkohol, Stress, Medikamente etc.. Sogar ein Wetter-Tracker ist integriert.

Aus den ganzen Daten wird dann nach einer Weile eine statistische Auswertung erstellt und verschiedene Therapiemethoden wie zum Beispiel Entspannungs- und Achtsamkeitsmethoden werden empfohlen.

Da ich davon überzeugt bin, dass es wichtig ist, sich selbst der größte Experte seiner Krankheit zu werden und die Heilung selbst in die Hand zu nehmen (also raus aus der Opferrolle zu kommen), finde ich, dass diese App eine ganz tolle Unterstützung sein kann, Migräne und Kopfschmerzen zu vermindern, Triggerpunkte zu finden und deshalb stelle ich sie euch hiermit hier vor.

Ihr findet sie im App Store und Google Play Store und unten noch einmal in der Infobox verlinkt.

Falls ihr Freunde oder Familie hat, die an Migräne oder Kopfschmerzen leiden, dann gebt das auch gerne an sie weiter. Ich hätte mir so etwas früher gewünscht, denn ich glaube, damit könnt ihr viele Menschen einen guten Tipp geben.

–  Werbung Ende  – 

 

Steigen wir also direkt ins Thema ein!

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz sicher, ob das jetzt für euch auch relevant ist, oder ob das Thema mehr oder weniger nur mich betrifft. Aber meistens ist die Erfahrung, dass wenn man denkt, man sei allein mit irgendeinem verrückten Thema, dass man es tatsächlich eigentlich nie ist.

Weil mir dieses Thema bzw. die Veränderung eben auch geholfen hat, endlich mehr in Balance im Alltag zu sein, möchte ich sie auf jeden Fall mit euch teilen.

Es geht also um das Thema Introvertiert- oder Extrovertiertsein.

Wie immer wird es ein persönlicher Erfahrungsbericht und das was ich daraus gelernt habe.

Als Kind war ich immer sehr schüchtern und oft geprägt von Ängsten und Zweifeln.

 

Das heißt, dass ich zum Beispiel nicht jedem gleich vertraut habe. Ich mochte zum Beispiel laute Menschen, raue Stimmen, Rauchen etc. damals schon überhaupt nicht. Trotzdem habe ich aber auch nicht immer nur allein oder mit einzelnen Personen gespielt, sondern sehr gern auch in kleinen Gruppen von 3-6 Kindern. Dabei war ich auch sehr oft der Führer, d.h. die, die den Ton angegeben hat. Ich war also schon introvertiert aber auch nicht super-introvertiert. Im Nachhinein könnte ich das jetzt nicht zu 100 % sagen, sondern ich würde sagen dass es situationsabhängig war.

In der Pubertät dann, in der ja wirklich niemand ganz bei Sinnen ist, war ich dann schlagartig sehr extrovertiert.

 

Da sind unsere Gehirnzellen ja auf einer Frequenz unterwegs, die uns besonders empfänglich macht für äußere Einflüsse, Manipulationen etc. (wen wunderts? mich auf jeden Fall nicht 😉 ) Bei mir beschreibt das auch ganz gut, was da so los war. Vermutlich haben wir also fast alle ganz schön viel in diesen Jahren gemacht, worauf wir jetzt nicht unbedingt stolz sind, worüber wir eher schmunzeln oder den Kopf schütteln müssen. Ich habe das definitiv und hoffe, dass meine Kinder nicht so anstrengend werden, wie ich in der Pubertät.

Aber kommen wir zurück zum Thema. In der Pubertät war ich dann also trotz steigender Migränetage ständig auf irgendwelchen Parties, habe mich schon mit 14 in Großraum-Discos geschmuggelt, indem ich nett gelächelt und meine Brüste irgendwie nach oben geschnallt habe. Und meine Lehrer konnten mir schonmal gar nichts sagen – ja, da hatte ich auch sehr viel Stress. Ich bin wirklich nicht stolz auf das Verhalten, was ich da so an den Tag gelegt habe, aber es war damals so wie es eben war und hatte damals auch seine Gründe.

Ich war also auch die Erste, die bei Partys auf den Tischen getanzt hatte und gerne die Lauteste in der Schule.

Es gab tatsächlich sogar Menschen die Angst von mir hatten, weil ich so auf dicke Hose gemacht habe.

 

Es ist schwer, sich das heute vorzustellen, aber das gehört zu meiner Geschichte.

Im Nachhinein ist das aber auch eine super spannende und interessante Entwicklung. Als Kind, als ich eher introvertiert war, bin ich nie die gewesen, die jeder zu seinem Geburtstag einladen musste. Ich war überhaupt nicht unbeliebt, hatte keine schreckliche Mobbing-Erfahrung oder so.

Aber so richtig beliebt war ich eben auch nicht – und so habe ich mich auch gefühlt.

Als ich dann anfing, immer die Lauteste zu sein, die, die macht was sie will, die sich nichts von Autoritätspersonen sagen lässt, die die derbsten Witze reißt und immer bei jedem Spaß (und v.a. bei allem was manchmal nicht ganz so legal ist) dabei ist, da hatte ich plötzlich unzählige Freunde und Bekannte.

Auch wenn das ernsthaft komisch ist, das so auszudrücken:  aber ich würde schon sagen, dass ich in dieser Zeit beliebt war!

Das Learning aus dieser Erfahrung war also unterbewusst, dass die laute, aktive und freche Andrea gut ankommt und die stille, eher zurückhaltende Andrea eher nicht so ganz.

 

Ich war natürlich nicht nur stark extrovertiert, sondern v.a. auch pubertierend. Aber diese Erfahrung setzte sich natürlich trotzdem fest. Viele Jahre hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich Treffen und Partys abgesagt habe. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, wenn ich früh von Partys gegangen bin, wenn ich einfach keine Lust hatte (Ich hatte das Gefühl, dann langweilig zu sein). Ich hatte Angst meine Freunde zu verlieren und nicht mehr von Interesse zu sein.

Da war eine große Angst, nicht mehr gesehen zu werden.

 

Für meine Gesundheit machen waren natürlich weder die Ängste, noch dieses unbewusst angestrengte, extrovertierte Ich hilfreich.

Es fühlte sich sehr natürlich an, so extrovertiert zu sein. Heute aber glaube ich, dass eine Angst, nicht angenommen zu werden so wie ich wirklich bin (auch mit der ruhigen Seite), dahinter steckte.

Auch heute kann ich mich davon nicht komplett frei machen, denn manchmal kommt diese Angst immer noch auf. Wenn ich zum Beispiel Freitag oder Samstag tatsächlich einfach keinen Bock habe, irgendetwas zu machen, dann ist da manchmal doch noch diese Angst, die kurz um die Ecke lugt.

Aber dieses Extrovertierte: immer Schneller!, Doller!, Lauter! hat sich einfach überhaupt nicht mit meiner Hochsensibilität vertragen, von der ich aber natürlich nie etwas geahnt hatte. Erst im letzten Jahr bin ich so richtig auf den Trichter gekommen, dass ich hochsensibel bin (Oh Wunder, Surprise! 😉 ).

Diese doppelte Überreizung hat natürlich zu noch viel mehr Migräne geführt und dadurch zu noch mehr Zwiespalt: Ich will aber Ich kann nicht!

Das Ergebnis waren viele Jahre, in denen ich gegen meinen Körper und mit vielen Medikamenten gearbeitet habe.

 

Wie ihr vielleicht aus meinen anderen Podcastfolgen (z.B. Krankheit als Identifikation / Raus aus der Opferrolle) wisst, habe ich das in einigen Bereichen getan, weil ich dachte, dass es keine andere Möglichkeit gäbe und nur so hätte ich ein Leben. Ich war wirklich einige Jahre sehr extrovertiert, würde ich behaupten. Aber nach und nach zwang mich mein Körper zur Ruhe und ich habe gemerkt, dass mir diese Art und dieses Leben nicht immer guttun, wie ich es dachte. Es war die erste Zeit wirklich nicht leicht, Dinge abzusagen, nur weil ich keine Lust habe – weil ich doch eigentlich immer überall gern dabei war.

Damals habe ich oft die Migräne vorgeschoben und meist kann sie dann auch tatsächlich.

Aber heute kann ich ganz selbstbewusst sagen, dass ich einfach nicht mehr Lust habe, überall dabei zu sein.

 

Meine Mutter hat mir schon als Jugendliche immer gesagt: Andrea, du musst nicht immer auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen! Heute – wie das oft so ist – kann ich sagen Mama, du hast Recht, das mache ich auch nicht mehr. Stimmt!

Ich bin so ein bisschen wie ein Elektroauto, dass man auch mal in die Garage stellen und länger laden muss, bevor es wieder durch die Straßen düsen kann. Dann können wir auch gern mal ein Rennen fahren, mit Parkour usw. … aber erst einmal in Ruhe laden! Und inzwischen lade ich wirklich lange! Aber ich freue mich und genieße eben auch immer mal wieder größere Runden an tollen Menschen und den Kontakt.

Manchmal nehme ich mich auch in größeren Runden bewußt etwas zurück, was normalerweise gar nicht meine Art ist, weil ich einfach nicht immer die laute Andrea sein muss, um gemocht zu werden.

Viel wichtiger ist, dass ich wahrhaftig und authentisch bin.

 

Und wer mich so mag, der tut es – wer nicht, der eben nicht! Man muss schließlich nicht immer Jedem gefallen – ein großes Learning, an dem ich immer noch arbeite. Außerdem kann sowieso keiner dauerhaft so arbeiten, vielleicht sogar irgendwann Kinder haben und nebenbei noch tausend Freundschaften pflegen. Bei den meisten Leuten reduziert sich das sowieso – und so auch bei mir. Alles andere wäre auch zu viel, für mich auf jeden Fall.

Ich hatte vor längerer Zeit einmal beim MBTI diesen Persönlichkeitstest gemacht und habe jetzt in meiner Coaching-Ausbildung den APAG von Angelika Gulder nochmal gemacht. Das war super super spannend. Ich bin immer noch der selbe Persönlichkeits-Typ, aber früher war ich eindeutig extrovertiert.

Inzwischen bin ich in der Balance bzw. mit einem Punkt mehr introvertiert. Genau so fühlt es sich auch tatsächlich an.

Es fühlt sich so an, als hätte ich es in diesem Bereich geschafft, für mich selbst in Balance zu kommen.

 

Ich höre immer auf mein Inneres und handle danach. Das kann mal laut und dynamisch sein, oder auch einmal sehr ruhig, vorsichtig und zurückgezogen. Ich lese unheimlich gern und bin sehr gern allein und in der Natur ohne dabei immer noch ständig dieses Gefühl zu haben, etwas zu verpassen und überall mit dabeisein zu müssen, weil gerade die Sonne scheint oder es Samstagabend ist. Aber ich liebe es eben auch, auf Festivals zu sein, stundenlang zu lauter Musik zu tanzen und in Gruppen auch gern die Führung zu übernehmen.

Ich nehme mich da einfach voll so an, wie ich gerade in dem Moment bin.

 

Das heißt jetzt nicht, dass für jeden das erstrebenswerte Ziel sein sollte, in Balance zu sein zwischen extro-und introvertiert. Das ist sicher sehr individuell.

Wir sind einfach alle unterschiedlich.

Aber vielleicht ist es für euch auch einmal spannend, zu schauen die ihr im Kindesalter gewesen seid, wie ihr in der Pubertät ward, und wie danach. Was für Gefühle warem vielleicht mit welchem Verhalten verknüpft, vielleicht sogar Belohnungen in Form von Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Vielleicht ist bei euch eh alles superklar. Aber da diese Erkenntnis und das Zulassen meiner introvertierten Persönlichkeitsanteile mich sehr viel mehr zu mir selbst und zu meiner Ruhe geführt hat, wollte ich das heute mit euch teilen.

 

Ich hoffe sehr, dass ich euch damit inspirieren und neue Impulse bei euch setzen konnte. Ich freue mich wie immer sehr über euer Feedback, gern unter diesem Blogpost als Kommentar. Oder hinterlasst mir super gern eine 5-Sterne iTunes Bewertung. Ich danke euch von Herzen für alle, die bisher schon da sind. Es stehen so nette Sachen da und ich würde am liebsten immer antworten, aber leider geht das in dem Falle nicht. Aber fühlt euch ganz doll gedrückt, alle die da schon geschrieben haben, für eure unfassbar herzerwärmenden netten Worte. Ich danke euch!

Das gibt mir Mut und Power, das hier weiter zu machen. Es motiviert mich, dass ich anscheinend wirklich Menschen hier erreiche und Menschen Mut machen und sie inspirieren kann und das hält mich hier am Leben! Danke dafür!


Ich wünsche euch einen fantastischen Tag und freue mich sehr, wenn ihr Lust habt, beim nächsten Mal wieder dabeizusein!

Machts gut!

Alles Liebe,

 

Podcast Gelebte Selbstlüge

Gelebte Selbstlüge

Niemand möchte gern belogen werden. Doch während wir Aufrichtigkeit von allen anderen als Selbstverständlichkeit verlangen, hören wir bei unserer inneren Stimme, unserer Intuition,  oft lieber weg.

Hast du dich auch schon einmal gefragt, wofür du als Person eigentlich stehst und entspricht das Handeln deinen eigenen Werten?

Obwohl es mir nicht immer leicht fällt, diese Geschichten zu teilen, erzähle ich euch auch heute von einer Situation, in der ich ungewollt mit der Frage konfrontiert wurde, ob ich meine eigenen Werte überhaupt lebe. Für was stehe ich persönlich eigentlich ein und wo sind meine Grenzen?

Gelebte Selbstlüge

Hallo und willkommen zu einer neuen Folge von Das pure Leben mit mir, Andrea Morgenstern. Schön, dass ihr wieder dabei seid bei diesem neuen, spannenden Thema.

Es geht heute rund um das Thema Lügen! Es geht aber nicht darum, mit dem Zeigefinger nochmal zu erwähnen, wie böse Lügen sind und dass wir alle immer die Wahrheit sprechen sollten – ich glaube das haben wir alle schon oft genug gehört und gelesen in unserem Leben. Es soll vielmehr darum gehen, wie bewusste, aber vor allem unbewusst gelebte Lügen uns von unserem wahren Ich und unseren Mitmenschen immer mehr entfernen.

Lügen können natürlich gedacht oder ausgesprochen werden, aber ich möchte mich besonders auf die Lügen beziehen, die wir selbst über uns glauben (wollen) bzw. durch unsere Taten eben auch leben.

Lügen können Taten sein, die in Wahrheit nicht uns selbst entsprechen und dadurch eben Lügen sind; indem wir Dinge tun, die nicht unserem Lebensziel und Werten entsprechen (die ihnen vielleicht sogar WIDERsprechen).

Ich möchte euch dafür ein Beispiel aus meinem Leben erzählen, das vielleicht auf den ersten Blick etwas radikal klingt.

 

Aber ich erkläre es hinterher nochmal. Vermutlich ist das für den Einen oder Anderen auch zuviel und Er oder SIe  kann es vielleicht gar nicht nachvollziehen, aber es entspricht eben meiner Wahrheit. Es fällt mir natürlich auch nicht so leicht, diese Geschichte hier zu teilen, weil da eben doch ein Stück Rest-Angst ist, dass ich dafür nicht angenommen bzw. verurteilt werde. Es ist superspannend zu sehen, dass da immer noch dieser „Rest“ ist – aber ich bin mir dessen bewusst und entscheide mich trotzdem dafür, das mit euch hier zu teilen. Ich gehe also das Risiko ein, weil diese Geschichte meinem wahren Ich entspricht. So bin ich!

Kommen wir also zur Geschichte: Und zwar lebe ich seit ein paar Jahren vegan. Der Ein oder Andere weiß das vielleicht, weil ich auf Youtube und Instagram viele Ernährungsvideos mache. Ich mag pflanzenbasierte, gesunde, leckere und geile Ernährung eben ganz gerne 🙂

Konsequent bin ich das jetzt seit 2,5 Jahren. Vorher war ich für ein paar Jahre zuhause meist vegan und unterwegs meist vegetarisch.

Obwohl ich seit meinem 14. Lebensjahr schon Vegetarierin bin, war ich immer mit einem Allesesser als Freund zusammen.

 

Ich weiß, dass das für viele Veganer keine Option ist, aber es hat für mich immer ganz gut funktioniert und war für mich nie ein Ausschlußkriterium für einen Mann. Dann aber, in einer Phase in der ich sehr sensibel und sehr am Wasser gebaut war, weil ich fast jeden Tag Migräne hatte, fing ich wieder an, mich konsequent vegan ernähren zu wollen. In dieser Phase an einem Samstagmorgen fragte ich meinen damaligen Freund, ob ich ihm etwas aus dem Supermarkt von Nebenan mitbringen sollte, weil ich noch schnell Bananen kaufen wollte.

Er wünschte sich Speck und Eier für sein zünftiges Samstagsfrühstück – und schon begann der Kampf in mir.

 

Es entsprach nicht meinen Werten diese Produkte zu kaufen. Aber natürlich wird er sie auch essen, wenn ich sie nicht kaufen. Ich verhindere also nicht, dass mein Freund solche Produkte isst. Ich verhindere damit auch nicht, dass die Tiere getötet oder gequält werden. Aber darum ging es eben auch gar nicht.

Es ging darum, meine Wahrheit zu leben.

 

Wie so oft stand ich also in diesem Zwiespalt,  denn es war nicht das erste und auch nicht das letzte Mal in meinem Leben: meinen Freund so lieben und akzeptieren wie er ist, ihm eine Freude zu machen und meine eigenen Werte gleichzeitig zu leben. Für mich persönlich fühlt es sich einfach falsch an, Tierische Produkte zu kaufen, weil ich das nicht richtig finde. Das hat verschiedene Gründe und das ist für mich einen Wert für den ich stehe. Ich respektiere seine Entscheidung, aber ich möchte sie eben nicht unterstützen.

Das kann man jetzt für übertrieben halten, aber genau darum geht es. Das sollte mir in dem Falle, bzw. uns, egal sein. Denn wenn es deine Wahrheit ist, etwas zu tun oder nicht zu tun, dann ist das deine Wahrheit und du solltest meiner Meinung nach nicht Anderen zu liebe eine Lüge leben.

Kommen wir zurück zum Supermarkt – der noch nicht einmal Bio war (besonders im Hinblick auf tierische Produkte ist das ja schon von Interesse). Dadurch war es auch noch einmal schwieriger für mich, diese Entscheidung zu treffen. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich mich mit dem Speck und dem Käse zur Kasse bewegte. Ich fühlte mich einfach wie ein Verräter – oberflächlich betrachtet wie ein Verräter der Tiere, die ich als meine Freunde bezeichnen würde und nicht alles Essen. Aber darunter verbarg sich natürlich noch viel mehr.

Ich fühlte mich als Verräter meiner eigenen Werte.

 

In diesem Moment war ich nicht authentisch. Ich war nicht ich selbst. Ich kam also zurück nach Hause und heulte erstmal – nicht weil ich mit dieser Handlung irgendein Tier umgebracht hätte – nein, darum ging es natürlich nicht, sondern darum, dass ich nicht authentisch gehandelt habe.

Ich habe mich selbst belogen, indem ich so sehr wollte, dass das O.k. für mich ist.

Als Hintergrund kommt bei mir noch einmal hinzu, dass Ich schon immer eine möglichst perfekte und tolle Partnerin für meinen Freund sein möchte, bei der der Mann möglichst alles hat: die liebevolle Freundin, die beste, supercoole, lässige Kumpelinin und natürlich auch die leidenschaftliche Affäre. Also am liebsten möchte ich immer alles sein und das dann möglichst perfekt. In diesem Falle wollte ich eine noch coolere Veganerin sein. Nicht nur wollte ich akzeptieren, dass zu diesem Zeitpunkt alle meine Freunde Allesesser waren (denn sie haben mich auch immer so akzeptiert) sondern ich wollte auch noch zeigen, dass ich meinen Partner so sehr liebe, dass ich auch das gern für ihn mache.

Damit habe ich mich aber selbst belogen, denn so bin ich nicht.

 

Warum? Weil es mich belastet! Es widerspricht meinen Werten und belastet mich dadurch. Ich glaube, dass ein Mensch der mich wahrhaft liebt, so wie ich bin, es auch tut, wenn ich meine Wahrheit voll und ganz lebe, wenn ich auch bereit bin, Nein zu sagen und damit anzuecken, vielleicht auch von Leuten für verrückt erklärt zu werden, aber dafür eben keine Lüge lebe. Auch wenn das hier nur eine kleine Geschichte aus meinem Alltag ist, war es mir wichtig, dass mit euch zu teilen. Denn wir sind das, was wir jeden Tag leben.

Es ist nicht nur wichtig bei den großen Entscheidungen, die wir treffen unserer Wahrheit zu entsprechen, sondern eben auch bei den kleinen im Alltag.

 

Wenn wir unbewusst sind und Lügen leben, dann sorgt das für Frust und vor allem für Distanz – Distanz zu unserem eigenen selbst, Distanz zu unserer inneren Wahrheit, Intuition und Stärke. Logischerweise hilft es der Intuition nicht unbedingt zu wachsen, wenn sie sich immer wieder ignoriert fühlt, sich nicht ernst genommen fühlt. Das würde uns ja auch nicht gerade Selbstvertrauen geben, oder?

Und so ist es eben auch mit der Intuition. Diese Selbstlügen können dabei unglaublich vielfältig sein. Es kann ein Studium sein, dass eigentlich gar nicht einem Selbst entspricht. Es kann ein Job sein, ein Klamottenstil, eine Beziehung, die wir führen  oder eine Sportart, die wir ausüben. Es können ganz, ganz unterschiedliche Sachen sein, in denen wir Lügen leben, ohne es zu merken.

Lebt eure eigene Wahrheit – no matter what!

Lebt eure eigene Wahrheit – scheiß drauf, was andere darüber denken!

 

Das Wichtigste ist, dass ihr euch selbst treu seid und bleibt. Es lohnt sich wirklich, daran zu arbeiten und es ist für  mich definitiv ein wichtiger Eckpfeiler meines Selbstbewusstseins, dass ich in den letzten Jahren immer mehr entwickelt habe.

Vielleicht habt ihr Lust, im Alltag mal etwas mehr zu schauen, ob ihr wirklich in eurer Herzenswahrheit, eurer Intuition entsprechend handelt oder ob es vielleicht doch die ein oder andere Lüge gibt, die ihr vielleicht doch unbewusst lebt.

Ich würde mich auf jeden Fall total freuen, wenn ihr Bock habt, mir Feedback zu geben, z. B. hier in den Kommentaren. Ich freue mich wirklich sehr darüber und antworte euch natürlich.

Wie immer freue mich riesig über eine Bewertung bei iTunes! Eine 5-Sterne Bewertung hilft mir dabei, den Podcast noch mehr zu verbreiten und noch mehr Menschen zu inspirieren, Ein gesundes, glückliches Leben mit sich selbst im Reinen zu führen. Das ist das Ziel, wieso ich das hier mache. Ich hoffe, ich konnte euch damit ein paar Minuten Inspiration bieten!

Ich wünsche euch einen großartigen Tag und freue mich ganz doll, wenn ihr beim nächsten mal wieder rein hört!

Falls ihr vielleicht auch denkt, dass diese Folge Für eure beste Freundin, für den Partner, für die Mutti oder wen auch immer interessant sein könnte, dann schickt ihr sehr gerne einen Link. Vielleicht können wir ja damit einen Samen setzen, der zu etwas Großem und Wundervollem wachsen kann.

Ich wünsche euch einen großartigen. Machts gut und bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe,

 

Podcast Morgenroutine

Morgenroutine

Sicher habt ihr auch schon davon gelesen, gehört oder selbst Erfahrungen damit gemacht, denn überall ist es zu lesen: Wer erfolgreicher, besser, glücklicher sein möchte, kommt an einer Morgenroutine nicht vorbei!

Früher bestand meine Routine vor allem darin, wie im Roboter-Modus aufzustehen, Zähne zu putzen, dann essen und parallel das Handy oder Youtube checken. Zeit für mich selbst? Gab es nicht! Klar, dass sich das auch auf den ganzen Tag und meine Laune ausgewirkt hat. Oft war ich schon am Morgen gestresst und schnell reizbar.

Heute erzähle ich euch, was sich inzwischen geändert hat, was ich von dem Trend einer Morgenroutine wirklich halte und wieso dieser Podcast nicht die Anleitung für einen perfekten Start in den Tag ist.

Bitte erzählt mir in den Kommentaren auch unbedingt von euren Morgenritualen oder wieso ihr vielleicht denkt, dass genau das nichts für euch ist!

Relevante Links der Podcastfolge:

Morgenroutine

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das pure Leben mit Andrea Morgenstern.

Ich freue mich dass ihr wieder dabei seid, denn heute geht es wieder einmal um ein Thema, was mich sehr beschäftigt. Es ist ein Thema, dass man überall gehört, denn alle reden davon: der Morgenroutine.

Alle erfolgreichen Menschen machen schon dies und jenes bevor sie frühstücken. In den letzten Jahren scheint ein richtiger Hype darum entstanden zu sein, was ich persönlich aber richtig gut finde, solange es keinen Druck macht und man seine persönliche Routine findet.

Warum ich denke, dass es auch viele gesundheitliche Vorteile hat, werde ich euch auch gleich nochmal anhand meiner eigenen Erfahrungen erklären. Insgesamt bin ich auf jeden Fall überzeugt, dass eine auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmte Morgenroutine für viel mehr Lebensqualität sorgen kann! Für mich ist am Morgen eine bewusste Abfolge von Dingen, die mir persönlich guttun, der Grundbaustein der Selbstheilung gewesen (bzw. ist er auch immer noch) und daher ein wichtiger Teil meines Tages.

Vorher hatte ich ehrlich gesagt all die Jahre keine wirklich entspannte bzw. guttuende Morgenroutine.

Mein Morgen sah eher so aus, dass ich aus dem Bett gefallen bin, dann schnell was gegessen habe und dabei schon irgendetwas auf dem Handy gelesen habe.

 

Früher habe ich dann auch viele Youtube-Videos geguckt, während ich gegessen habe. Dann schnell ins Bad, fertig machen und los. An freien Tagen kam vielleicht noch eine Runde Sport dazwischen, aber eigentlich war es das dann auch schon. Eigentlich war es eher so eine hektische Abfolge von allem, was sein muss.

So bin ich also fast jeden Tag hektisch und meist zu spät dran in meinen Tag gestartet. Wenn ich das so mit meinem jetzigen Leben vergleiche, ist es wirklich kein Wunder, dass ich so weit entfernt war von meinen eigenen Bedürfnissen (sowohl physisch als auch psychisch), denn schließlich habe ich nach dem Schlafen einfach angefangen zu funktionieren und mich sofort in das Außen zu begeben, z.B. durch Kommunikation.

In den letzten Jahren habe ich dann angefangen, immer mehr Ruhe in meinen Morgen rein zu bekommen und nach und nach verschiedene Sachen ausprobiert, um etwas an diesem Dauerstress zu lösen und herauszufinden, was mir wirklich guttut, was für mich morgens funktioniert. Damals wäre ich auf jeden Fall nicht bereit gewesen, mir eine superkrasse gesundheitsbewusste Morgenroutine anzulegen, während ich überhaupt noch ganz am Anfang stand. Bei mir war alles nur purer Stress und Funktionieren und es gab keine 5 Minuten, in denen ich einfach nur ruhig dasaß und nichts gemacht habe. Demnach war es gut, dass ich mich Stück für Stück da herangetastet habe.

Was eine Zeit lang für mich funktioniert, ist nicht zwangsläufig auf Dauer das Richtige.

 

Genauso kann man keine Morgenroutine einfach von jemand anderen übernehmen und erwarten, dass sie bei einem selbst den gleichen Effekt hat. Ich kann jetzt also nicht sagen: Bei mir hat das und das geholfen, dass ich jetzt gesünder, ausgeglichen und glücklicher bin –  weil das bei dir vielleicht ganz andere Sachen sind.

Wir haben einfach auch unterschiedliche Bedürfnisse und Grundvoraussetzungen. Das, was meines Erachtens nach aber essentiell ist bei einer Morgenroutine, ist, dass wir uns nach dem Aufstehen nicht sofort ins Außen wenden. Für mich persönlich macht es überhaupt keinen Sinn, dass ich, ohne zu wissen wo ich überhaupt heute mit mir selbst stehe (wie ich mich fühle, wie ich drauf bin und was für Themen in meinem Kopf herumschwirren) mich sofort in den Kontakt mit meiner Umwelt begebe.

Deswegen finde ich es unheimlich wichtig, sich am Morgen erst einmal etwas Zeit zu geben, um sich erst einmal nach innen zu kehren und Achtsamkeit zu üben. Wie geht es mir heute eigentlich? Wie fühlt sich mein Körper eigentlich an? Was für Emotionen sind da und gegen was wehre ich mich möglicherweise? Erst wenn wir wirklich wissen, wo wir mit uns heute stehen und alles ansehen, was da ist, können wir meiner Meinung nach nach außen treten und für uns selbst einstehen. Denn wie sollen wir in dieser lauten und wirklich hektischen Welt dafür sorgen, dass es uns gut geht, wenn wir eigentlich gar nicht wissen, wie es uns eigentlich gerade geht und was wir brauchen, um glücklich, gesund und zufrieden zu sein?

Wie sollen wir unsere innere Stimme hören, wenn wir mitten auf eine lauten Kreuzung stehen und hektisch von A nach B rennen?

 

Ich kann mir ein Leben ohne dieses Nach-innen-kehren am Morgen inzwischen wirklich überhaupt nicht mehr vorstellen, weil es eben das ist, was mir im Alltag die Möglichkeit gibt, auf mich zu achten und dafür zu sorgen, dass ich gesund bin und bleibe.

Eine Morgenroutine muss aber meiner Meinung nach nicht immer gleich und ewig lang sein.

Ich habe zum Beispiel mit 5 Minuten Meditieren begonnen und selbst das fiel mir am Anfang unfassbar schwer. Aber es war der Anfang von einer wirklich großen Veränderung.

Denn wir sind nun einmal das, was wir jeden Tag tun und nicht das, was wir einmal alle drei Monate tun.

 

Eine Morgenroutine kann also ganz unterschiedlich aussehen und zum Beispiel aus 3 Minuten Achtsamkeit (z.B. durch das Beobachten der Atmung) oder aus 3 Stunden für-sich-selbst-Zeit-nehmen bestehen.

Um Achtsamkeit zu üben, muss man auch nicht zwangsläufig meditieren, auch wenn ich davon – wie ihr wisst – ein großer Fan bin. Man kann auch einfach da sitzen, einen Tee trinken und seine eigenen Gedanken und Gefühle beobachten. Auch wenn das natürlich auch eine Form der Meditation ist, klingt das vielleicht erst einmal nicht ganz so groß und stresst einen nicht ganz so. Das Wichtigste ist, dass man bei sich selbst ist bzw. in sich selbst gekehrt ist. Das kann sein durch Yoga, Tee trinken, Meditation, Autogenes Training, Reiki, einfach nur dasitzen und wahrnehmen… Hauptsache ohne den Kontakt zur Außenwelt – also ohne Handy, Zeitung, Fernseher –  einfach wirklich bei sich selbst sein und alles andere einfach mal einen Moment auf stumm schalten.

Ich merke immer wieder, dass mir schon 5 Minuten am Morgen (wenn ich mal keine Zeit habe) einen großen Unterschied machen.

 

Manchmal denkt man ja Oh ich habe gar keine Zeit und wenn ich mir diese Zeit am Morgen nehmen, dann habe ich noch mehr Stress am Tag! Aber tatsächlich gibt es einen viel mehr Kraft, Power, Motivation und Produktivität, wenn man sich zuerst in seine eigene Kraft bringt, sich nach innen wendet und dann nach außen geht. Da kommt es eben darauf an, wieviel man sich selbst in diesem Bereich wert ist.

Vielleicht probiert man es erst einmal mit 5 Minuten und steht früher auf oder man nimmt sich gleich schon etwas mehr Zeit. Für mich persönlich investiere ich derzeit wirklich sehr, sehr viel Zeit (seit einem halben Jahr sind das mehrere Stunden) in meine Routine, die mich mit meinem Innenren verbindet und dafür sorgt, dass es mir gesundheitlich gut geht. Der Grund dafür ist auch, dass ich meine Selbstheilung gerade als wichtigsten Job in meinem Leben sehe, denn die Gesundheit ist einfach die Basis für all unser Tun. In meinen Augen sollte sie daher immer die allerwichtigste Rolle spielen.

Inzwischen sieht meine Routine so aus, dass ich meist zuerst Öl ziehe und dabei etwas Positives (z.B. ein bestimmtes Buch) lese (also z.B. keine Nachrichten) und ich das Handy dabei meist noch bis mittags auf Flugmodus habe. Das klappt tatsächlich nicht immer, aber meistens. Danach folgt das Zunge-reinigen, Zähneputzen usw. Wenn wir zuerst trinken oder essen bevor wir Zähne putzen oder Öl ziehen, dann spülen wir die Giftstoffe – laut Ayurvedalehre – wieder direkt in unseren Körper rein. Demnach spricht viel dafür, zuerst Öl zu ziehen.

Auf der anderen Seite spricht meiner Meinung nach viel dafür, zuerst zu Meditieren, weil wir nach dem Schlafen direkt aus diesem Frequenzbereich kommen, in den wir durch das Meditieren wieder rein wollen. D.h., wenn man gerade erst aufgewacht ist, kommt man viel leichter wieder in den alpha- und tetha-Bereich. Da bin ich also etwas hin- und hergerissen und mal mache ich es so und mal so rum. Es schadet ja auch nicht, dass Hirn noch etwas aktiv zu halten und nicht ewig die gleiche Routine zu haben.

Ich meditiere meistens so 20 Minuten – entweder frei oder mit der Headspace App. Danach mache ich meist noch 10 Minuten eine Art Gebet bzw. stelle ich mir mein Leben vor, wie ich es mir wünsche, es gern hätte und ich stelle mir vor, dass es jetzt schon Realität wäre. Dafür lest ihr am besten  Joe Dispenza – Du bist das Placebo. Das empfehle ich in fast jedem Podcast. Es geht darum, sich so zu fühlen, als wäre dieser Seins-Zustand jetzt schon da und ihn damit ins Leben zu rufen. Das kann ich jetzt nicht so einfach kurz fassen, wie genau das funktioniert, weil das auch ein wissenschaftlicher Hintergrund ist. Aber das Buch empfehle ich wie immer!

Danach mache ich meist Yin Yoga, für 20-60 Minuten, dann gibt es ein Ingwer-Zitronen Tee oder etwas anderes und ich fange frühestens nach dem Tee oder bei dem Tee an, mich mit dem Außen zu beschäftigen: in Form von Emails, Whatsapp, Instagram usw.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen.

 

Es gibt manchmal Ausnahmen, wo ich mir so denke Uhhh, ich habe da grad gar keinen Bock drauf und ich will alles andersherum machen! Dann höre ich auch auf meine Intuition,  obwohl ich die Morgenroutine, so wie sie jetzt ist, sehr, sehr liebe. Aber das Wichtigste ist meiner Meinung nach eben auch bei einer Morgenroutine, dass man nicht anfängt, sie zu brauchen. Mir geht es auch gut, wenn ich eine Woche habe, in der ich morgens nicht schaffe, genau diese Abfolge zu machen sondern viel weniger Zeit habe oder wenn ich 2 Wochen habe, in denen es anders ist.

Wäre das nämlich nicht so, dann würde ich meinen Ist-Zustand ja wieder von etwas im Außen abhängig machen und das möchte ich nicht. Das würde bedeuten, wenn ich diese ganzen Sachen, die für mich gut sind, nicht durchführen kann, dass es mir dann nicht so gut geht wie sonst.

Also bleibe ich flexibel und höre stets auf meine Intuition, was gut für mich ist.

 

Manchmal wache ich auch einfach auf und merke, dass ich heute aus irgendeinem Grund alles komplett anders machen möchte und dann ist die Reihenfolge vielleicht auch mal völlig durcheinander oder ich mache etwas ganz anderes, weil ich mich einfach danach fühle. Dann ist das auch in Ordnung!

Es geht eben genau darum, in dieser verrückten, bunten und lauten Welt wieder den Kontakt zu der eigenen Intuition, den Bedürfnissen und Gefühlen herzustellen und für sie einzustehen. Damit bildet man eine gute Basis, um gesund und stark durchs Leben gehen zu können und sich eben nicht wie ein Fähnchen im Wind von allem sofort aus der Balance bringen zu lassen, sondern einen Geist zu haben, der fest ist wie der Fels in der Brandung, der jedem Wetter trotzt, weil er in sich selbst stark ist. Wie sollen wir das können, wenn wir uns gar nicht mit unserem Inneren beschäftigen, keinen Raum lassen für Ruhe und Achtsamkeit?

Ich war früher wirklich sehr leicht reizbar. Manchmal musste morgens nur mein Puder auf die Badfliesen fallen, damit ich wieder an die Decke gehe.

 

Aber warum war das so? Warum hat mich das schon aus der Fassung gebracht? Weil ich wirklich weit von mir, meinen Gefühlen und Bedürfnissen entfernt war! Ich bin einfach immer aufgestanden und habe erwartet, zu funktionieren wie ein Roboter. Mein Körper soll einfach immer machen, was der Kopf denkt, was er tun soll, aber so eine richtige Einheit sind wir eigentlich nicht. Das hat sich zum Glück geändert.

Mit der Einführung der Morgenroutine, die sich wie gesagt auch immer wieder verändert hat (und es auch immer noch tut) und natürlich besonders mit Yin Yoga und der Meditationspraxis am Morgen bin ich im Alltag wirklich viel entspannter. Ich bin viel ausgeglichener, produktiver und bewusster. Ich war früher wirklich jemand, der  sehr schnell – in den eigenen vier Wänden 🙂 – an die Decke gegangen ist und aus der Balance geraten ist. Das hat sich um ein enormes Vielfaches geändert! Dieses ständige aus-der-Balance-geraten ist auch wirklich anstrengend – vielleicht kennt das der Ein oder Andere von euch. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. 

Ich habe jetzt wirklich viel mehr Lebensqualität und das „einfach nur“ dadurch, dass ich jetzt – bevor ich ins Außen gehe – mich immer erst nach Innen richte und schaue, was da so los ist.

Selbst 5 Minuten täglich können da einen riesigen Unterschied machen.

 

Deswegen möchte ich alle von euch, die ihr das noch nicht macht, dazu einladen, euch morgens nach dem Aufstehen erst einmal etwas Zeit für euch selbst zu nehmen.

Verbindet euch mit dem Körper und Geist, bevor ihr euch hinaus begebt in das spannende Spiel des Lebens 😉

Schaut erst einmal Wie geht es meinen Armen, meinen Beinen? Wie fühlt sich mein Bauch an, mein Rücken? Was für Gefühle sind da? Wofür bin ich dankbar? Wie habe ich eigentlich geschlafen? – ganz viele Fragen, die man sich und seinem Körper stellen kann, um erst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen.

Vergesst dabei aber nicht, dass so eine Routine immer auch wirklich machbar und auf euch persönlich abgestimmt sein sollte, damit sie auch den Effekt hat, etwas Positives für euch zu tun. Also falls ihr noch keine habt, probiert einfach mal aus und hört auf euer Gespür! Denn wenn ihr euren Morgen immer schon positiv startet, dann wird der Tag auch anders ablaufen, als wenn ihr ihn schon grummelig oder gestresst, einfach wie ein Roboter funktionierend, beginnt. Good vibes sorgen bekanntlich für mehr good vibes!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen wunderschönen nächsten Morgen. Vielleicht habt ihr Bock, irgendetwas Neues einzuführen, irgendetwas zu ändern, zu kürzen, zu verlängern, was auch immer. Ich würde mich sehr über Feedback zu diesem Thema freuen: ob ihr schon eine Morgenroutine hat, wie diese aussieht, was ihr euch vorstellen könntet zu tun, was eure Gedanken dazu sind… Schreibt dazu gerne unter diesen Blogpost oder auf Instagram (als Direct Message).

Ich freue mich sehr auf euer Feedback und natürlich auch ganz ganz doll über eine 5-Sterne Bewertung bei iTunes. Dafür bin ich sehr dankbar und es lässt mein kleines Herzchen immer hoch hüpfen, wenn ich euer Feedback bekomme und sehe, dass ihr mögt, was ich mache!

Wenn ihr Freunde, Familie oder Verwandte habt, bei denen ihr merkt, dass sie immer nur im Außen und sehr gestresst sind, dann schickt ihnen vielleicht einfach mal diese Podcastfolge und schaut, was passiert. Vielleicht kann ich den ein oder anderen Nerv treffen und sie dazu ein bißchen inspirieren, mehr ins Innen zu gehen, bevor sie sich nach Außen wenden.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und einen tollen nächsten Morgen und ich freue mich, wenn ihr wieder beim nächsten Mal dabei seid!

Machts gut!

Alles Liebe,

 

 

Podcast Krankheit Identifikation

Krankheit als Identifikation

 

Was ist, wenn du sogar deiner eigenen Genetik etwas entgegensetzen könntest und dich nicht mehr mit der Krankheit identifizieren würdest ? Auf diese Gedanken hat mich ein Buch gebracht, dass wohl das beste ist, was ich zu diesem Thema je gelesen habe:

Du bist das Placebo von Dr Joe Dispenza.

In dem Podcast erzähle ich euch ganz offen, wie ich mich früher wahrgenommen und sogar manchmal hinter meiner chronischen Migräne versteckt habe. Ich war ein hoffnungsloser Fall – dachte ich! Nun habe ich mein ganzes Denken auf den Kopf gestellt und bin schließlich auf dem Weg, eines neues Ich zu kreeiren – weg von der Migräne-Andrea!

Ich hoffe, einige von Euch mit meinen persönlichen Erfahrungen inspirieren zu können und Euch auf meinem Weg der Heilung mitzunehmen.

Identifikation mit einer Krankheit

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das pure Leben mit Andrea Morgenstern. Ich freue mich dass ihr wieder eingeschaltet habt! Letzte Woche gab es keinen Podcast weil ich krank war.  Mich haben die Nebenhöhlen und eine Erkältung ein bißchen geärgert. Jetzt bin ich aber wieder da mit einem Thema, das für mich persönlich sehr, sehr spannend ist. Es geht um die Identifikation mit der Krankheit.

Wie immer geht es dabei um meine eigenen Gedanken und Erfahrungen und ich kann verstehen wenn dieses Thema wieder den Einen oder Anderen wütend machen wird und man es sich vielleicht gerade nicht annehmen mag (vielleicht auch später nicht, was völlig in Ordnung ist). Ich teile einfach nur meine Erfahrungen und Erlebnisse mit euch.

Nach all den Jahren kann ich nun tatsächlich sehen und in aller Öffentlichkeit zugeben, dass ich mich über 20 Jahre lang mit der chronischen Migräne identifiziert habe.

Ich habe gesagt: Ich bin krank! Ich habe Migräne!

 

Nachdem ich bei vielen Ärzten war, viele Untersuchungen gemacht habe und bereits in der Grundschule verschiedenste Medikamente und alternative Sachen ausprobiert hatte, kam ganz stark das Gefühl hoch, machtlos zu sein. Die nächsten Jahre waren gefolgt von Gefühlen wie Angst, Ohnmacht, ganz starke Wut und Traurigkeit – das hat sich alles immer mal abgewechselt. Ich glaube, dass wenn eine Krankheit als genetisch bedingt oder unheilbar bezeichnet wird, kommen diese Gefühle vermutlich bei den meisten Menschen (und so auch bei mir) auf.

Eine Krankheit bedeutet in meinen Augen immer mehr als Ich kann nicht weil…! und zwar in vielen Bereichen eben auch Schutz! Und so war es bei mir: Die Migräne hat mich wirklich schon in sehr jungem Alter vor zuviel Stress geschützt und dafür gesorgt, dass ich oft mit besonderer Vorsicht bedacht wurde. Das hat sich auch so verfestigt, dass man mich immer als Die Kranke gesehen hat und das bis heute aus voller Liebe, also überhaupt nicht mit bösem Willen (sondern eher im Gegenteil!).

Viele meine Bezugspersonen sagen auch Ist das nicht zu viel? Vielleicht ist das nicht gut und das Wetter… Nicht dass du dann noch Migräne bekommst!  Während ich inzwischen schon an einem ganz anderen Punkt angekommen bin und diese Angst vor den Schmerzen wirklich nur noch ganz selten habe, ist es immer noch spannend zu sehen, wie mein Umfeld immer noch in dieser „kranken Version“ von Andrea denkt. Das zeigt ganz gut, dass man – ohne es zu merken – sich oft mit einer länger anhaltenden Krankheit anfängt sich zu identifizieren und das Umfeld es eben auch so wahrnimmt, weil man sich selbst damit identifiziert und die Krankheit auch benutzt (das war in meinem Fall jedenfalls so).

Oft hilft die Krankheit einem durch ihren Schutz in dieser Welt besser zurecht zu kommen.

Manchmal habe ich sie auch als Ausrede benutzt – das gebe ich ganz offen zu.

 

Ironischerweise habe ich dann tatsächlich meistens an den Tagen, an denen ich die Migräne vorgeschoben habe (und sie gar nicht da war), dann Migräne bekommen. Dieses Nicht-Aussprechen der Wahrheit hat wieder Stress und eine Dissonanz in mir hervorgerufen, die natürlich dann wieder zu diesem Schutzmechanismus geführt hat.

Die Migräne ist tatsächlich im Alltag sehr oft gekommen, um mich zu schützen wenn irgend etwas zu viel war. Zum Beispiel hatte ich in der Schule sehr oft Migräne, wenn eine Mathe-Klausur anstand. Und obwohl ich Mathe tatsächlich hasste, habe ich mich nicht bewusst dafür entschieden, an dem Tag höllische Schmerzen zu haben und mich zu übergeben (was natürlich viele in der Schule immer dachten). Es wurde mir auch über viele Jahre vorgehalten, dass ich mir das ausgedacht hätte und immer behaupten würde, dass ich Migräne habe.  Aber mein Unterbewusstsein hat diesen Mechanismus wirklich von ganz alleine angeschaltet – immer wenn mir etwas zu viel wurde. Das funktionierte natürlich aber nicht nur bei negativem Stress, sondern zum Beispiel auch bei besonderer Aufregung, vor einem Bühnenauftritt, vor dem Urlaub oder einer großen Feier, auf die ich mich gefreut habe.

Es gab immer schon den Running Gag, dass ich als Einzige von meiner eigenen Hochzeit am besten erst am Morgen vorher erfahren sollte, damit ich eben keine Migräne bekommen würde.

Wie man sieht, wurde meine Krankheit nach und nach zur Identität – wie ich mich gesehen habe, wie ich meine Identität selbst wahrgenommen habe, aber auch wie ich von außen wahrgenommen wurde (weil ich das so auch immer kommuniziert und provoziert habe).

Auch wenn ich natürlich hunderte von Methoden ausprobiert habe um gesund zu werden, so habe ich zwar immer oberflächlich daran geglaubt (und habe das auch immer so kommuniziert) aber im gleichen Atemzug habe ich mich durch einen Glaubenssatz selbst in der Genesung aufgehalten. Dieser lautete bei mir in etwa so: Meine Migräne ist genetisch vererbt. Ich habe halt die Arschkarte in der Familie gezogen und sie von beiden Seiten –  Mutter und Vater – abbekommen. Ich war schon bei den besten Migränespezialisten in Deutschland, aber auch die wissen nicht, was noch helfen könnte. Und sowieso kenne ich niemanden, der so viele Tage im Monat solche Schmerzen hat. Es ist also eine richtige Krankheit. Sie kann also nicht einfach weggehen, indem ich Yoga mache oder so. Das war lange Zeit unterbewusst mein Glaubenssatz, meine Identität.

Denn, hätte mir etwas so „banales“ wie Yoga geholfen, dann hätte es so gewirkt, als wäre es doch gar nicht so schlimm mit dieser Krankheit, dann wäre ich ja selbst verantwortlich gewesen und die Krankheit hätte nach außen hin als etwas „banales“ gewirkt, was einfach nur daher kommt, dass ich zu sensibel bin oder so.

Wenn ich das jetzt so ausspreche, spüre ich richtig diese riesige Mauer, die ich mir mit diesen geheimen Glaubenssätzen selbst gebaut habe.

 

Es gab aber natürlich auch rebellische Phasen, in denen ich diese  Identifikation nicht annehmen wollte oder mich dagegen gewehrt habe. Da dachte ich, es könnte besser werden, wenn ich positiv bin. Die inneren Glaubenssätze hatte ich da natürlich noch lange nicht erkannt und demnach auch nicht zugeben können. Ich habe also  einfach angefangen, die Krankheit nur zu leugnen und trotzdem alles soweit es ging zu machen, als wäre ich gesund. Anstatt auf meinen Körper zu achten, habe ich also einfach versucht, ihn zu verdrängen. Ich habe gearbeitet, gefeiert, Alkohol getrunken und sehr viel von Schmerztabletten und anderen Medikamenten gelebt. Ich wollte damit also eine positive Haltung erzwingen, indem ich einfach so tue, als wäre ich gesund. Ich dachte, das würde mein Körper ja dann irgendwann kapieren. Ich dachte, das ist ja so etwas wie eine Affirmation. Aber ich bin diese positive Haltung eben nur mit dem bewussten Geist angegangen. Die alten Glaubenssätze und die Identifikation mit der Krankheit haben sich darunter einfach nur versteckt – aber die Krankheit war weiterhin da!

Der Versuch, sich durch die Krankheit zu kämpfen und dadurch gesünder zu werden, das ging also natürlich nach hinten los.

Ich war so weit von meinen eigenen Bedürfnissen und dadurch auch von meiner eigenen Gesundheit entfernt, wie es nur ging.

 

Im Ergebnis hatte ich natürlich noch mehr Schmerzen und sehr viel Unmut durch körperlichen und seelischen Stress. Es gab tatsächlich eine Phase, in der ich trotz der 10 bis 15 Tage im Monat Migräne jeden Tag trotz meiner Selbständigkeit mehr als 12 Stunden (7 Tage die Woche) gearbeitet habe. Im Zweifel, wenn es wirklich gar nicht ging und selbst die Tabletten nicht geholfen haben, bin ich zwischendurch kurz vom Rechner aufgestanden, habe mich übergeben (weil mir einfach immer so schlecht war), bin wieder zurück und habe weitergearbeitet. Die Hauptsache war, dass ich zeigen konnte, dass ich trotz Krankheit soviel erreichen kann, wie Andere. Noch wichtiger war es für mich, dass ich vor niemandem mehr meine Schwäche durch die Krankheit zugeben musste.

Ich wollte nicht immer die Andrea sein, die wieder alles absagen muss, die überall nicht hin kann und der immer alles zu viel ist.

 

Das wollte ich nicht mehr und habe es einfach mit Druck versucht „wegzuignorieren“. Diese Phase wurde dann aber natürlich dank noch mehr Schmerzen von viel Frust, wechselnder Ohnmacht, Müdigkeit und Aktionismus (Hast du das schon probiert? ) gefolgt. Aber jedesmal, wenn ich eine Migräne-Attacke hatte und wenn mir jemand nicht glaubte wie krank ich bin, habe ich ihn dann natürlich versucht zu überzeugen, dass ich DOCH krank bin und dass man mich ernst nehmen muss und es eine ernsthafte Krankheit ist. Indem ich das jedesmal wieder ausgesprochen habe, habe ich mich natürlich selbst nur in meiner Identität mit der Krankheit bestärkt.

Ich war nicht die Migräne – aber die Migräne war ich!

 

Aus Angst vor den sicher bald wiederkommenden Schmerzen war mein Kopf den ganzen Tag voll mit Planung und Hineinfühlen: Kann ich nach der Arbeit noch mit einer Freundin essen gehen? – Nein, ich kann mich nur am Wochenende treffen! Nach der Arbeit kann ich nichts mehr machen weil ich sonst Migräne bekomme. Ich darf mich nicht Stressen. Bloß nicht stressen! Bloß nicht stressen! Bloß nicht stressen! …Uhh, sind das schon Kopfschmerzen? Oh nein! Da kriege ich jetzt bestimmt Migräne! Oh nein, da muss ich die Arbeit heute absagen. Dann sind die vermutlich enttäuscht und denken, ich sage wieder wegen der Migräne ab.

So in der Art hatte ich vermutlich täglich tausende Gedanken – alle waren sie verwurzelt in der Angst vor den Schmerzen und mündeten natürlich in noch mehr Migräne, da ich mich dadurch noch mehr als Ich mit ihr identifiziert habe. Der Glaube an mein chronisch krankes Ich, das genetisch bedingt ist, hat sich also nach all den Jahren so sehr gefestigt, dass ich mir wirklich nie im Leben hätte vorstellen können, dass es möglich ist, sein Gehirn, seine Gedanken, seinen Körper, seine Emotionen, seine Genexpression zu verändern und damit eben auch gesund zu sein. Wirklich niemals hätte ich das geglaubt, weil ich mich an meine Identität geklammert habe und ohne sie eben auch ganz plötzlich verloren gewesen wären.

Was mache ich dann mit all der Zeit? Wie komme ich überhaupt im Leben klar ohne diesen Schutz?

Ich wusste ja überhaupt nicht wie das geht – und ich lerne es noch immer.

Wie hätte ich also in dieser stressigen Welt überleben sollen ohne den vertrauten Schutz meiner Krankheit?

 

Soviel erst einmal zu meinem Weg der Identifikation mit der Krankheit und dazu, wie ich sie auch benutzt habe, als Schutzschild vor mich gestellt habe und es tatsächlich all die Jahre nicht gemerkt habe, sondern mich immer als Opfer gesehen habe! (siehe dazu auch meine letzte Podcastfolge: Raus aus der Opferrolle!)

Das Buch von Joe Dispenza Du bist das Placebo ist für mich wirklich die heilige Bibel was das Thema Verantwortung übernehmen (für sich selbst sowie seine mentale und physische Gesundheit) angeht.

Dieses Buch, aber auch andere Bücher, Yin Yoga, Meditation und verschiedene Sachen wie Coachings, die ich gemachte habe, haben mich für die Vorstellung geöffnet, dass meine Krankheit einen Sinn haben kann. Aber vor allem haben sie mir gezeigt, dass ich mich nach und nach immer mehr weiter für diese Krankheit entschieden habe – auch wenn ich das nie hätte wahrhaben wollen.

Ich habe durch meine Gedanken und Emotionen, durch meine Worte und Taten die Krankheit immer weiter unterstützt, sie immer weiter gefüttert und immer mehr verstärkt, dass ich mich mit ihr identifiziere. Ich habe überhaupt keinen Raum für eine andere Möglichkeit gelassen, weil das ja alles genetisch bedingt ist und ich ja schon alles ausprobiert habe.

Was den Sinn meiner Krankheit und die Erkenntnis angeht, habe ich bereits etwas in der Podcastfolge Raus aus der Opferrolle erzählt. Diese Folge liegt mir auch sehr am Herzen und wenn euch das Thema interessiert, solltet ihr da unbedingt reinhören! Was mir aber ganz, ganz wichtig ist, ist das es nicht nur darum geht sich mit einer Krankheit zu identifizieren oder jemandem der krank ist und andere Glaubenssätze hat, zu sagen Hör doch mal damit auf! Du hast dich doch selber dafür entschieden! 

Das bringt nichts! Es bringt nichts, jemandem anders zu sagen Du machst das doch selber!

Das macht dein Gegenüber im Zweifel eher noch wütend. Man muss das tatsächlich selber fühlen, erkennen und sich für diese Möglichkeit des Denkens öffnen. Ich war es für sehr lange Zeit nicht und deswegen kann ich es sehr gut verstehen, wenn viele Leute das für sich nicht so annehmen können, wollen und möchten. Aber trotzdem wollte ich das euch erzählen, weil das für mich der ausschlaggebende Punkt der Erkenntnis war, die zu meiner Heilung geführt hat bzw. immer noch führt. Ich bin ja immer noch auf dem Weg.

Das Buch von Joe Dispenza Du bist das Placebo hat mir sehr viel gelehrt was neue Möglichkeiten angeht.

Ich habe begonnen, mein Selbst neu zu definieren.

 

Ich habe mich von meinem alten Selbst, dem Migräne-Ich getrennt und habe angefangen, jeden Tag daran zu arbeiten ein neues, gesundes Selbst zu kreeiren. Das ist tatsächlich Arbeit. Das ging nicht von heute auf morgen, aber es ging wirklich sehr, sehr schnell, weil ich mir viel Hilfe von Außen geholt habe. Ich habe das Gefühl, dass diese Dinge wie z.B. Cochings, die Grinberg-Methode, die ich gemacht habe, das Yin-Yoga, Meditation und all diese Sachen mich sehr auf diesem Weg unterstützt haben. Aber nichts desto trotz ist der Inhalt dieses Buches (Du bist das Placebo) die Basis. Es gab mir den größten Input und hatte den größten Effekt darauf, wie ich gesund geworden bin und mich motiviert habe.

In dem Buch geht es auch um viele Studien und darum, was wissenschaftlich dahinter steckt, wieso man sich selbst heilen, sein Ich selbst neu kreeiren und wie man seine Gene verändern kann. Gene sind eben nicht festgelegt und ein Leben lang unverändert. Das hätte ich mir nie vorstellen können, da ich auch nie vorher darüber gestolpert bin. Wen auch immer ihr kennt, der irgendwie festgefahren ist, in irgendeine Vorstellung von sich selbst, dem kann ich es nur empfehlen!

Dieses Buch zu lesen war für mich eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

 

Mit diesen Worten verabschiede ich mich jetzt. Das Buch ist verlinkt und wenn ihr das Buch auch gelesen habt und für euch schon etwas umsetzen und dadurch etwas in eurem Leben verändern konntet, lasst es mich sehr gern wissen! Ich würde mich sehr darüber freuen und freue mich riesig über Feedback: sehr gerne auf meinem Blog direkt in den Kommentaren oder auf Instagram Direct oder sehr gern natürlich auch per Bewertung auf iTunes. Ich freue mich immer riesig über eine 5 Sterne Bewertung, weil sie mir hilft, dass ich diesen Podcast noch mehr verbreiten kann und ein bißchen besser ranke und dann noch mehr Leute erfahren, wozu wir alles in der Lage sind.

Mein Ziel war es auf jeden Fall nicht, andere Menschen hiermit auf die Füße zu treten, sondern ich möchte euch mitteilen, was ich gelernt habe und was mir hilft. Ich hoffe, das es euch inspiriert!

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid.

Teilt diese Folge sehr gerne mit allen Menschen, bei denen ihr denkt, dass es für sie wichtig sein könnte.

 

Alles Liebe,

 

Schlechte Laune zulassen Podcast

Schlechte Laune zulassen

Ich bekomme sehr oft das Feedback, dass ich immer sehr optimistisch und gut gelaunt bin. Das freut mich natürlich zu hören!

Doch das ist nicht immer so, auch ich habe mal schlechte Zeiten und miese Laune.

Erst  letzte Woche hatte ich wieder solche Tage: nichts schien mehr zu passen in meinem Leben und die miese Laune hatte mich voll im Griff! Solange, bis ich mich geweigert habe, da mitzuspielen…

Schlechte Laune zulassen

Wie  in meinen anderen Podcasts auch möchte ich heute wieder sehr persönliche Momente, meine Gedanken und Gefühle auf dem Weg hin zur Heilung mit dir teilen. Ich wollte letzte Woche schon einen Podcast aufnehmen, was mich davon abgehalten hat, werdet ihr gleich hören.

Ich bin jemand, der sehr gern an sich arbeitet, der sich gern von Negativem befreit und schaut, dass er positiv durchs Leben geht. Abgesehen von einer depressiven Phase damals, bin ich ein sehr glücklicher Mensch. Und gerade aus diesem Grund, da so motiviert zu sein, fällt es mir gar nicht so leicht manchmal zu akzeptieren, wenn ich an einem Tag einfach negativ und demotiviert bin und einen oder mehrere Depri-Tage habe. Da kann ich sonst auch noch so glücklich und optimistisch sein,  es gibt eben auch manchmal solche Stunden oder Tage an denen ich mich gar nicht so fühle.

Die letzte Woche war  davon tatsächlich sehr geprägt, das waren ein paar Tage, die wirklich sehr anstrengend waren. Davor hatte ich eine emotional sehr anstrengende Woche mit sehr vielen Herausforderungen. Man kann also auch gleich erkennen, dass so etwas nicht aus dem Nichts kommt, sondern eben auch immer irgendwoher kommt.

Bei mir war der Fall, dass ich durch die Begegnung mit einige Menschen mit alten Strukturen meines Lebens konfrontiert wurde. Ich stand vor der Aufgabe, nicht in alte Verhaltensmuster zu fallen, sondern in meiner vollen Kraft und bei mir zu bleiben und nicht zu emotional zu werden, wie ich das früher oft getan und dann natürlich Migräne bekommen habe. Besonders das Konstrukt Familie ist für die Meisten so ein Ort, an dem man mit alten Strukturen konfrontiert wird. Jeder dort hat seine Rolle und selbst wenn wir aus der Rolle des Kindes bereits schon herausgewachsen sind, passiert es doch oft wie ein Automatismus in der Familienkonstellation wieder in alte Rollen und Verhaltensmuster zu fallen.

Das kann sich dann ganz unterschiedlich äußern: vielleicht wird man zur Zicke, bekommt Bauchschmerzen oder wie ich, Migräne. Man wird vielleicht wütend oder total traurig – was auch immer die Rolle in der Kindheit war. Diese Konstellation ist ja über viele Jahre antrainiert worden und es kostet besonders viel Energie, diese abzulegen.

Für mich ist das auf jeden Fall die Königsdisziplin, wenn es darum geht, bei sich selbst und in seiner eigenen Kraft zu bleiben. Ich liebe meine Familie von ganzem Herzen, aber es ist manchmal gar nicht so einfach für mich, als die, die ich bin, bei mir zu bleiben und nicht in alte Verhaltensmuster zu fallen.

Damit war ich also die Woche davor konfrontiert, was mich sehr, sehr viel Energie gekostet hat. Aber ich habe auch sehr viel gelernt – über mich und über andere Menschen. Ich bin ziemlich gut bei mir geblieben, so wie ich das früher noch nie geschafft habe. Aber ich muss auch ehrlich sagen: 

Hinterher habe ich mich wie ein Seiltänzer gefühlt, der immer wieder das Gleichgewicht verliert, sobald jemand im Publikum auch nur hustet.

 

Ich war nicht mehr komplett bei mir, ließ mich total leicht ablenken. Das äußert sich dann so, dass ich viel, viel mehr auf Social Media herum surfe. Das mache ich sonst tatsächlich sehr wenig. Sicher, es ist mein Job und deswegen tue ich es auch – aber wirklich sehr ausgewählt und wenig. Ich habe auch angefangen, viel mehr Nachrichten zu lesen, obwohl ich genau weiß, was es mit mir macht, wenn ich so viele Nachrichten lese und die ganze Negativität der Welt so ungefiltert aufnehmen.

Später, beim meditieren, saß ich meine Zeit eher ab und ein Gedanke hat den nächsten gejagt. Auch wenn man wie ich schon hunderte Stunden meditiert hat, kann es immer wieder so eine Phase geben, in der es schwer ist, die Ruhe in sich zu finden und in seine Mitte zu kommen.

Hier (in Deutschland) ist es eben nicht, wie in meiner Zeit auf Bali, wo einfach alles spirituell ist und viele Leute bei sich sind und sich mit Heilung auseinandersetzen. Die wahre Kunst ist meiner Meinung nach, in dieser turbulenten Gesellschaft hier seinen inner peace trotzdem beizubehalten, bei sich zu bleiben und nicht immer im Außen zu sein.  Als ich aus Bali wiedergekommen bin, habe ich genau das als ganz, ganz hart empfunden.

In meinem Kopf war so viel Chaos, das war unglaublich! Und es war ganz, ganz schwer, wieder in meine Mitte zu kommen. Es steigerte sich immer mehr, bis ich an einem Tag in ein altes, sehr ungesundes Verhaltensmuster gefallen bin, dass ich früher lange so gelebt habe: Ich saß (sehr unergonomisch!) auf dem Sofa und habe gearbeitet wie ein Roboter (die To-Do-Liste ist natürlich wie immer riesig), habe stundenlang dort gesessen und Durst und alle anderen Bedürfnisse total ignoriert. Ich hatte keine Zeit auf Toilette zu gehen oder in Ruhe meinen Tee zu kochen – Ich musste ja so viel erledigen und danach würde ich mich dann besser fühlen! so dachte ich. Pustekuchen! Am Abend hatte ich vielleicht ein bißchen mehr geschafft, als  ich es mit kleinen Pausen geschafft hätte, dafür war ich aber völlig unzufrieden.

Ich war genervt, gereizt und mir tat natürlich der ganze Körper weh.

 

Ich habe zwischendurch noch nicht einmal meinen Körper durchgecheckt und Achtsamkeit geübt. Ich war wirklich komplett nur im Kopf! – mit den Händen über die Tastatur tanzend und mit den Augen auf den Bildschirm starrend. Also ganz, ganz ungesund und völlig isoliert von meinem restlichen Körper und vor allem von meinem Herzen und meinen Bedürfnissen. Ich habe einfach funktioniert.

Genau so habe ich früher sehr, sehr viel gelebt –  vielleicht nicht ganz so extrem, dass ich so auf dem Sofa gesessen habe, aber oft so abgeschnitten von meinem Herzen und meinen Bedürfnissen. Ich habe eben einfach nur funktioniert.

Am nächsten Tag meldete sich natürlich die Blockade im Rücken, die ich mir vorher schon beim im-Strandkorb-schlafen auf Föhr geholt hatte. Das wurde jetzt immer schlimmer. Ich hatte nun plötzlich Schnupfen und Halsschmerzen und total starke Kopfschmerzen. Als ich dann mit meinem Freund spazieren gegangen bin und ihm erzählt habe, was mich alles unglücklich macht, bin ich wirklich sehr erschrocken dabei, was ich alles aufgezählt habe. Dabei habe ich mich wie von außen gesehen: wie ich geweint habe und erzählte, dass mich alles so unglücklich macht und ich habe mich gefragt: Hm Andrea, wo kam das denn jetzt her?  Das war doch vor einer Woche noch nicht da, wie kann dich plötzlich alles so unglücklich machen?

Es war ganz interessant, mich selbst so zu beobachten. Das war ein bißchen so, als hätte ich meine Pille gerade abgesetzt und wäre total hormonverstört. Aber dem war natürlich nicht so, diese Ausrede gab es nicht.

Nachdem ich die Botschaft nach einem weiteren Tag immer noch nicht verstanden hatte, schickte mein Körper mir auch noch ganz plötzlich tierisch starke Schmerzen im Unterbauch. Mir war superübel. Ich wusste gerade nicht, wo all dieser Scheiß gerade herkommt, aber in Wahrheit wusste ich es natürlich schon irgendwie, und ich wusste, dass ich mich dem ergeben muss.

Das hat mich total genervt, weil meine To-Do-Liste ja eh schon so mega lang war. Ich habe mich gefragt, wie ich das früher denn geschafft habe, diese ganzen Aufgaben mit soviel Tagen Migräne zu erledigen. Es war mir tatsächlich in diesem Moment ein Rätsel.

Aber ich beschloss dann einfach, nicht zu arbeiten, obwohl ich es dringend gemusst hätte. Wenn ich jetzt Migräne hätte, könnte ich zum Beispiel auch nicht arbeiten, habe ich dann gedacht. Die Welt wird deswegen nicht untergehen. Ich versuche lieber herauszufinden, was mit mir los ist! 

Also lag ich da im Bett, und schaute den ganzen Tag Netflix, ein Klassiker…

 

Ich habe You Me Her geschaut, eine ganz lustige Serie! Ich habe fast niemandem auf WhatsApp geantwortet, habe Essen bestellt, das Haus an dem Tag nicht einmal verlassen und habe einfach über das Leben geschmollt – anders kann man es wirklich nicht sagen.

Zuvor hatte ich in dem Hörbuch Omega – Im inneren Reichtum ankommen gehört, wie Veit Lindau und seine Frau damit umgeganen sind, als er sehr depressiv war und nicht weiter wusste was er jetzt beruflich machen soll. Sie hat wohl damals zu ihm gesagt, dass sie sich jetzt um den Lebensunterhalt kümmere und er sich so lange ins Bett legen kann, bis er wieder weiß, was er machen will. Da ich auch selbst gerade vor einer großen Veränderungen in meinem Online Business stehe und sehr viele Unzufriedenheiten habe, was das jetzige Business angeht, habe ich mich damit eben total angesprochen gefühlt – auch wenn ich mein Geld trotzdem selber verdienen muss und hier niemand ist, der für mich Geld verdient.

Wie gesagt, wenn ich krank gewesen wäre, dann würde ich auch nichts machen können. Die Welt wird sich immer weiter drehen. Wir denken immer, dass die Welt untergeht wenn wir mal flach liegen. Das ist in keinem Fall so!  Am späten Nachmittag wurde es dann noch ein wenig kurioser. Ich hatte plötzlich das ganz verrückte Bedürfnis, mir meine Sinne zu benebeln und dabei in der Badewanne abzuhängen, zu warten bis das Leben wieder gut ist. Oh ja, ich war ganz schön depri… Dabei war das Leben eigentlich nicht schlecht zu mir! Es war einfach nur meine Einstellung und das wusste ich ziemlich genau.

Natürlich wusste ich auch, dass die Verantwortung für mein Glück bei mir liegt. Sie liegt IN mir.

 

Deswegen beschloss ich, mich nicht mit Gin Tonic in die Badewanne zu legen, weil Drogen generell nie eine Lösung, sondern immer nur eine Ablenkung sind und einen eher noch weiter von der Wahrheit entfernen, als uns näher zu bringen. Eine verrückte Idee eigentlich, wenn man bedenkt, wie selten ich Alkohol trinke! Aber gut, in dem Moment hatte ich anscheinend das Bedürfnis.

Damit hatte ich also den ersten Schritt getan, den man meiner Meinung nach in Situationen von Deprimiertheit, schlechter Laune, Trägheit usw. tun kann. Zu aller erst gilt es immer, es anzunehmen, was da ist und es zuzulassen. Dann habe ich mir gedacht: Na gut, dann ist eben die optimistische und glückliche Andrea auch mal einen Tag richtig scheiße drauf! Macht ja nix! Wir werden es alle überleben. Alles ist vergänglich und auch das wird vergehen.

Als ich mich dann entschieden habe, einfach im Bett zu bleiben zu schmollen, habe ich akzeptiert, dass ich mich jetzt dafür entscheide, keine gute Laune zu haben.

 

D.h., ich habe weiter die Verantwortung übernommen. Ich habe mich nicht als Opfer gesehen von dem ungemein fiesen Leben, sondern habe weiterhin verstanden und gelebt, dass ich selbst entscheiden kann, ob ich glücklich bin oder nicht (siehe meinen Podcast zum Thema Glücklich sein). Man könnte jetzt sagen, dass ich das auch gleich am Morgen hätte versuchen können. Die schlechte Laune hätte ich damit aber nur weggeschoben. Es macht meiner Meinung nach viel mehr Sinn, diese Gefühle, die da sind erst einmal zuzulassen, sie hereinzubitten, zu gucken was sie mitbringen.

Nach einem Tag im Bett, also deutlich früher als erwartet (ich dachte, ich würde mindestens eine Woche da liegen, so schlecht drauf wie ich war) trottete ich also auf meine Yogamatte und setzte mich auf mein Meditationskissen. Ich wusste: Das ist die einzige Lösung. Das ist der einzige Weg, um wieder zu dir selbst zu kommen, um dich mit deinen Gefühlen auseinander zu setzen, um zu sehen, was da ist, es zuzulassen und damit gehen zu lassen.

Die Erinnerung an das Vipassana kam hoch, denn genau dann, wenn sich dein ganzer Körper und dein ganzer Kopf dagegen wehrt, genau dann ist es wichtig  in voller Ruhe in dich hineinzuschauen!

Also atmete ich – obwohl sich mein Bauch gegen die vollen Atemzüge wehrte. Interessant war, wieviel Abwehr da war.

„Nimm jetzt bloß nicht meine komfortable miese Laune!“ schien mein Körper damit zu schreien.

 

Aber ich hatte beschlossen, dass es reicht mit dem Trübsal blasen und atmete weiter, obwohl ich super genervt war von der tiefen Atmung. Und dann kamen Gedanken und Gefühle – und sie gingen wieder und ich beschloss so lange sitzen zu bleiben, bis ich mich nicht mehr dagegen wehren würde.

Im Gegensatz zu sonst, wenn ich morgens oder abends meditiere, habe ich mir keinen Alarm gestellt, der irgendwann klingeln würde. Nein, ich habe gar nichts gemacht. Da war nur ich und meine Aufmerksamkeit und die Aufgabe, einfach nur zu beobachten. Wie immer war das super spannend, was da zum Vorschein kam. Da war ganz viel Abwehr. Zukunftsangst und  Selbstzweifel und Fragen wie: Ist der Weg, den ich jetzt einschlage der Richtige? Werde ich meinen Lebensunterhalt weiterhin verdienen können? Ist es eine bescheuerte Idee, ein funktionierendes Business so zu ändern? Bin ich überhaupt bereit dafür? Bin ich gut genug dafür? Tausend Fragen und eine große Abwehrhaltung und das Bedürfnis, die Gefühle und Fragen nicht anzunehmen. Schnell hatte ich die Fragen vorher immer beiseite geschoben, weil ich ja funktionieren musste. Ich musste die To-Do-Liste abarbeiten, ich musste mich um den aktuellen Emotions-Kram drumherum kümmern. Ich habe also den ganzen Fragen die da hochkommen, den Ängsten und Zweifeln, in den letzten Wochen nie richtig zugehört.

Ich habe sie immer wieder weg geschoben, anstatt ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Und somit war es jetzt das Beste, was ich tun konnte. Ich saß da mit all meinen Zweifeln und Ängsten.

Ich beobachtete und spürte alles, was sich hinter dem Gin Tonic in der Badewanne verstecken wollte.

 

Irgendwann – ich weiss wirklich nicht genau in welchem Zeitraum das passiert ist – fühlte ich mich leichter. Ich kann es euch nicht anders erklären, aber es ist etwas, was man beim meditieren einfach nur selbst erfahren kann. Es ist ein Gefühl, das mit der Zeit aufkommt, wenn man Gefühle und Gedanken zulässt und beobachtet.

Danach habe ich noch ein bisschen Yin Yoga gemacht (da bin ich ja seit einiger Zeit voll drin). Ich war wirklich wieder mega erstaunt darüber, dass es eigentlich immer der selbe Weg ist – manchmal muss man ihn nur länger und manchmal kürzer gehen. Um Gefühle gehen lassen zu können, muss man zuerst zulassen, beobachten und benennen, was da hochkommt. Da gibt es natürlich noch komplexere Fragen, die man der Angst stellen könnte, zum Beispiel:  Wo kommst du her?

Aber in erster Linie ist es für mich immer dieser Weg, der besser funktioniert als jede andere Methode.

 

Es war also auch hier wieder die Meditation, der immer größer werdende Mittelpunkt in meinem Leben, der mir geholfen hat, wieder in meine Mitte zu kommen. An dem Abend habe ich mich wirklich viel besser gefühlt, weil ich mich mit allem – wie und was ich bin –  besser akzeptieren konnte, weil ich es eben zugelassen habe und auch die nicht so schönen Seiten angesehen habe.

Wir alle haben unterschiedliche Seiten in uns. Niemand ist NUR  optimistisch, positiv und glücklich. Es ist immer ein Weg dahin. Der Eine hat vielleicht seltener solche Tage, an denen er darum kämpfen muss, daran arbeiten muss, glücklich zu sein. Der Andere hat vielleicht schon viel daran gearbeitet und muss sich täglich nicht noch neu entscheiden. Aber am Ende wissen wir es nicht. Wir sehen oft Leute und denken: Ach Mensch, der hat es ja gut! Dem geht es so gut! Bei ihm ist alles so leicht, er ist so glücklich und optimistisch. Ich wäre ich auch gern, kann das aber nicht! Dabei sehen wir so selten, wie die Person dahinter eben auch arbeitet. Das ist ein Training. Es ist wie das, was ich da gemacht habe – diese Zeit, die ich da rumhing und es erst einmal zugelassen habe. Und es war noch nicht einmal cool. Die Woche hatte ich mir anders vorgestellt. Aber es war wieder ein Training in die richtige Richtung.

An dem Abend gab es keinen Grund mehr grumpy zu sein, weil ich alle meine Facetten in mir angenommen habe. Das heißt aber nicht, dass die Ängste dann plötzlich völlig weg sind. Aber ich habe wieder in der Praxis mein neues Verhalten in Bezug auf Probleme und Gefühle üben dürfen. Zweifel dürfen mit mir gehen, sie müssen nur nicht mehr so laut schreien weil ich sie zulasse. Sie sind da und werden sicher auch meine Entscheidung beeinflussen, aber das ist auch gut so, denn Angst und Zweifel wollen uns ja auch oft etwas sagen. Die kommen ja nicht deshalb zu uns, um einfach nur schlechte Laune zu verbreiten. Es steckt ja immer etwas dahinter.

Was ich mit dem Teilen dieser kleinen Geschichte aus meiner letzten Woche sagen möchte ist nicht nur, dass das der Grund für den fehlenden neuen Podcast war, sondern vielmehr, dass es in Ordnung ist, auch einmal mies drauf zu sein.

Man kann sich auch einfach einmal dafür entscheiden, schlechte Laune zu haben, wütend zu sein oder traurig.

 

Das gehört auch zu uns Menschen und ist völlig in Ordnung.

Die Frage ist nur, wie lange man sich dafür entscheiden möchte!

 

Und ob man sich ab einem gewissen Punkt vielleicht doch für einen anderen Weg entscheiden möchte. Aber am allerwichtigsten ist es, dass man sich da nicht als Opfer sieht. Uns allen passieren Dinge im Leben, die sich schwer anfühlen und Dinge, die sich leicht anfühlen.

Wir alle werden in unserem Leben Krankheit, Tod und Schmerz begegnen. So ist das Leben. Nur die Frage ist eben: Sehen wir uns da als Opfer? Oder sehen wir uns auch da in der Macht? Und vielleicht sehen wir uns auch in der schlechten Laune in der Macht  und entscheiden uns bewusst jetzt dafür, dass es in Ordnung ist, schlechte Laune zu haben – weil wir vielleicht Angst haben, weil wir vielleicht traurig sind oder wütend.

Deswegen sollten wir einfach mal zulassen, dass wir nicht die perfekte Version eines Menschen sind, die wir vielleicht manchmal gern wären. Ich glaube daran, dass unser Inneres immer auch das Äußere bestimmt. Meiner Meinung nach lohnt es sich deshalb, immer wieder daran zu arbeiten. Das ist sicher ein lebenslanges Training aber es wird immer leichter und passiert immer automatischer. Wenn es dann einmal Situationen gibt, wie bei mir eine Woche vor dem Breakdown, die dazu führen dass ihr schwerer euren Zugang zu eurem Inneren findet, dann erzwingt es nicht, sondern akzeptiert auch das! Lasst es zu und beobachtet es. Beobachtet, wie auch das sich durch Achtsamkeit wieder ändern wird – manchmal sogar früher als wir denken.

 

Soviel zu meiner letzten Woche. Ich möchte euch noch ganz Kurz ein kleines Migräne Update geben: Ich hatte im Juni sogar nur einen Tag, an dem ich so Migräne hatte, dass ich eine Tablette nehmen musste! An allen anderen Tagen habe ich es durch Yin Yoga, Meditation, Achtsamkeit usw. hinbekommen, dass es mir gut ging -und auch wenn ich Kopfschmerzen hatte, dass diese wieder gehen konnten, indem ich sie angenommen habe (wie in meinem Podcast Schmerzen kommen und gehen lassen beschrieben). Das wollte ich kurz noch mit euch teilen. Es ist unglaublich: in einem halben Jahr habe ich es geschafft von 10-15 Tagen, dass ich jetzt sogar nur 1 Tag im Monat Migräne hatte. So etwas hatte ich wirklich noch nie in meinem ganzen Leben (seit dem ich 5 oder 6 Jahre alt bin). Das wollte ich euch noch kurz sagen, als kleinen Mutmacher. Ich hoffe immer ganz doll, dass ich mit diesem Podcast täglich tausende Menschen da draußen inspirieren kann zu einem gesünderen und glücklicheren Leben und dass ich euch Hoffnung machen kann, dass wir alle aus der Opferrolle herauskommen und unser Leben, unser Glück und vor allem unsere Gesundheit in die Hand nehmen und etwas dafür tun.

Schreib mir sehr gerne auf irgendeine Weise euer Feedback und ganz besonders freue ich mich natürlich, wenn ihr mir bei iTunes 5  Sterne hinterlasst. Das ist für mich beste Bezahlung und das größte Dankeschön auf iTunes, denn dadurch werden noch viel mehr Menschen meinen Podcast finden und ich kann hoffentlich noch mehr Leuten Mut machen, Hoffnung geben und sie zu einem gesunden und glücklichen Leben inspirieren. Ich freue mich ganz doll auf euer Feedback!

Ich hoffe, euch hat diese Folge gefallen und vielleicht erkennt ihr euch ja selber in dieser Thematik wieder, denn ich denke, sie betrifft uns alle ab und zu.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und freue mich sehr auf das nächste Mal.

 

Alles Liebe,

 

Podcast Raus aus der Opferrolle

Raus aus der Opferrolle kommen!

Dies ist mein bisher längster und emotionalster Podcast. Es geht darum, warum es so wichtig ist aus der Opferrolle herauszutreten und das sowohl bei Krankheiten, als auch allgemein bei anderen Themen im Leben.
Als Beispiel teile ich meine Geschichte mit euch, wie ich es endlich geschafft habe aus der Opferrolle zu kommen und dadurch in meine ganze Kraft zu treten und gesund zu werden.

Ich hoffe sehr, dass ich vielen Menschen mit dem Teilen meiner ganz persönlichen Erlebnisse Mut machen und Hoffnung geben kann. Wir haben so viel Power und das macht uns Angst. Aber genau in der Überwindung dieser Angst liegt das große Potenzial, mit dem wir unser eigenes Leben in die Hand nehmen und unser Leben verändern können!

Empfohlene Bücher:
Krankheit als Symbol von Rüdiger Dahlke
Du bist das Placebo von Dr Joe Dispenza

Leben im Jetzt von Eckhart Tolle

Raus aus der Opferrolle!

Heute soll es um das Thema „Raus aus der Opferrolle“ gehen – besonders im Hinblick auf  Krankheiten, aber es ist definitiv auch etwas, was sich wieder auf verschiedenste Bereiche des Lebens beziehen lässt. Durch meinen Hintergrund der Migräne gehe ich jetzt aber auf die Opferrolle in Bezug auf meine Krankheit ein. Heute habe ich seit sage und schreibe 22 Tagen keine Migräneattacke mehr und das ist wirklich unglaublich!

Das habe ich wirklich seit dem ich sechs Jahre alt bin noch nicht erlebt. Ich hatte zwischendurch eine Zeit in der es mir auf jeden Fall viel besser ging, aber bei weitem nicht so wie jetzt. Einmal zum Vergleich:  ich habe davor immer 10-15 Tage Migräne im Monat gehabt. Es gab auch Zeiten,  in denen es 20 Tage pro Monat war oder teilweise noch mehr.  Das nur einmal so zum Eindruck woher ich komme und wieso 22 Tage für mich super krass sind. Auf Wunsch mache ich demnächst noch einmal eine Folge dazu, welche Bausteine mir letztendlich gerade zu Heilung verhelfen.  Vorweg muss ich aber schonmal sagen, dass ich euch nicht 2-3 Methoden nenne, die jetzt gerade bei mir helfen. Dann übernimmt man die einfach und es geht einem dann auch besser.

Es sind eben ganz viele kleine verschiedene Sachen und ich denke, dass das auch sehr individuell ist.

Aber nichts desto trotz glaube ich, dass da viel dabei ist, wovon jeder in seinem Leben lernen kann. Deswegen werde ich das demnächst in eine Folge mit euch teilen. Aber heute soll es erst einmal um den Startschuss gehen, das, was passiert ist, als es einfach Klick gemacht hat und ich wirklich daran geglaubt habe und offen dafür war, meine Migräne selbst zu heilen.

Es kann gut sein, dass ich dabei Sachen zum Thema Opferrolle bei Krankheiten sage, die dem ein oder anderen vielleicht nicht gefallen. Das kann ich auch sehr, sehr gut nachvollziehen. Vielleicht machen sie sogar den ein oder anderen wütend. Ich kann ehrlich sagen das ich das absolut nachvollziehen kann, was auch immer da hochkommt. Denn ich habe diese Sichtweise auf Krankheit auch vorher nie verstehen und vor allem annehmen können.

Es hat mich eher wütend gemacht, wenn ich das früher schonmal gehört habe. Aber wie viele andere Sachen auch, die mir jetzt wirklich geholfen haben, bin ich auf diese Sache nicht erst gestern gestoßen, sondern schon vor vielen Jahren wurde ich zu den meisten Sachen  „hingeschubst“. Aber ich habe sie einfach zu diesem Zeitpunkt noch nicht annehmen können. Ich war nicht bereit dafür, war nicht offen, wollte sie nicht so sehen und verstehen. Deswegen kann ich sehr sehr gut verstehen wenn der ein oder andere nicht so cool findet, was ich zu sagen habe.

Aber da es für mich ein sehr großer Prozess war aus dieser Opferrolle raus zu kommen, werde ich erst einmal erzählen wie es angefangen hat, wie es Peng! gemacht hat in meinem Kopf und wie die Steine nach und nach gefallen sind.

Begonnen hat alles letztes Jahr im November/Dezember – mit einem Rollerunfall, zwei Büchern und dem Besuch bei drei balinesischen Heilern bzw. Medizinmännern.

 

Eine lustige Kombination –  aber es war tatsächlich so.

Ich hatte eigentlich ganz andere Pläne für meinen 2-monatigen Bali Aufenthalt. Ich hatte dann direkt am Anfang einen Roller Unfall und lag sechs Wochen quasi in meinem Bett, beziehungsweise konnte ich mich nicht viel aus dem Bett bewegen, kein Yoga machen und eigentlich nichts so richtig. Dann habe ich mich eben mit anderen Sachen beschäftigt. Vor allem waren das zwei Bücher: zum einen Krankheit als Symbol von Rüdiger Dahlke  und Du bist das Placebo von Jo Dispensa. Mit denen hatte ich mich zu der Zeit eh sehr viel beschäftigt. Dann noch:  The Power of Now von dem großartigen Eckart Tolle (dieses Buch geht noch einmal in eine ganz andere Richtung). Diese Bücher haben meinen Horizont wirklich noch einmal sehr erweitert. Gerade Rüdiger Dahlke hat mich zwischendurch wirklich etwas wütend gemacht. Das hat nochmal viel bei mir ausgelöst, vieles ist hochgekommen und ich wurde plötzlich offen für neue Ideen und Herangehensweisen zum Thema Krankheit, krank-sein und unglücklich-sein.

Und dann gab es noch diese drei Medizinmänner!

Ich war innerhalb von zwei Wochen bei drei verschiedenen Männern und alle drei sagte zu mir, dass ich eigentlich gesund wäre  und es vor allen Dingen mein Schmerz Gedächtnis sei – also meine Erinnerung daran, dass ich einmal diese Krankheit Migräne hatte. Ich würde zu schnell emotional werden, wenn es Probleme gäbe und dadurch würde auch meine Leber immer wieder verunreinigt werden und ich damit Schmerzen erzeugen würde (das war jetzt nur die Kurzfassung von allem).

Und wenn einem in so kurzer Zeit drei weise Männer alle das selbe sagen, kann man fast gar nicht anders, als es endlich anzunehmen.

Eigentlich hatte ich jedes Mal so schön gehofft, dass sie einfach etwas mit mir machen, mir etwas geben, die Hand auflegen – keine Ahnung, jedenfalls irgendetwas, so dass ich dann gesund werde wenn ich 20 mal zu ihnen komme.

So einfach war es natürlich nicht. Denn wie ich jetzt weiß, ist ein Heiler eben auch nur dafür da, uns selbst zu zeigen und darauf zu stoßen, wie wir uns heilen können.

Mein Blickwinkel war immer ein wenig anders auf Medizin, alternativer als auf herkömmliche Medizin…

Ich denke das allerwichtigste um  aus der Opferrolle herauszukommen und immer nur die Verantwortung für die Heilung abzugeben, ist, in aller erster Linie die Krankheit wirklich anzunehmen. Was mir immens dabei geholfen hat, ist zu verstehen, warum sie in mein Leben gekommen ist, warum sie mein Freund und nicht mein Feind ist. Diese Erkenntnis, warum meine Krankheit gekommen ist und warum sie auch gut ist, kam mir sehr sehr deutlich ganz plötzlich an einem verregneten Tag während einer Massage (typisch Regenzeit auf Bali eben…).

Ich lag also da auf dieser Pritsche, habe durch dieses Loch auf die Fliesen geguckt und plötzlich wurde mir ganz klar, warum meine Migräne da war!

 

Vor allem wurde mir klar, dass ich immer von dem falschen Blickwinkel aus nach dem Sinn gesucht habe. Denn ich habe schon immer geglaubt, dass die Migräne einen Sinn in meinem Leben hat, dass sie nicht einfach so da ist weil ich so super arm dran bin. So war nie meine Sichtweise auf Krankheit. Ich habe ihr immer gedacht: Ok, Gott oder wer auch immer da oben so ist: Ich finde es echt scheiße! Aber ok, da scheint es irgendeinen Plan zu geben, warum ich diese Migräne ständig habe.

Ich habe immer geglaubt: Vielleicht kommt die Migräne, damit ich besonders empathisch werde und ich anderen Menschen besonders gut helfen kann. Damit ich mich gut in andere Menschen rein versetzen kann und ich ihnen das Gefühl geben kann, dass ich sie verstehe. So war immer  mein Blickwinkel.

Ich habe nicht aufgegeben daran zu glauben dass meine Krankheit einen Sinn hat, selbst wenn ich auf Opiaten wirklich fix und fertig da lag.

Plötzlich ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen  und ich habe mich gefragt, wieso ich so lange dafür gebraucht habe. Im Nachhinein vielleicht etwas lustig sogar, aber ich hab es einfach nicht so gesehen. Und zwar gab es – als ich mit sechs Jahren angefangen habe Migräne zu bekommen –   verschiedene Umstände in meiner Familie, die dazu geführt haben, dass ich als Kind sehr überfordert war.

Ich war sehr überfordert mit meiner Umwelt und mit den Menschen herum. Ich war mit meinen eigenen Emotionen – die ich mit sechs Jahren natürlich nicht verstehen und ordnen konnte -überfordert. Ich habe einfach nicht verstanden, was so gerade passiert. Das einzig eindeutige war, dass ich voller Angst war und das war ich eigentlich schon immer als kleines Kind. Ich war sehr sehr ängstlich weil ich eben auch so viel gespürt habe um mich herum. Ich habe die Erwachsenen gespürt, all diese Gefühle und auch die negativen.  Dadurch war ich ganz viel in völliger Angst.

Als ich dann mit sechs Jahren in die Schule gekommen bin, hatten wir einen Lehrer, der durch sein Verhalten meine Angst noch intensiviert hat (nett ausgedrückt…).  Das war alles nicht so einfach. Wenn ich jetzt überlege, was als sechsjähriges Kind da alles so passiert ist, wie viel auf mich zu gekommen ist und das ich dazu noch hochsensibel bin und somit ganz viel wahrnehme und spüre (ich habe keinen Stopp an Input, der von Außen hereinkommt. Alle Reize werden irgendwie gleichzeitig wahrgenommen) –  dann war ich mit meinen  sechs Jahren damit komplett überfordert.

Und das hat mir dann noch mehr Angst macht. D.h. ich war unglaublich viel in der Angst, die wirklich extentiell war, weil ich sie einfach nicht verstanden habe. Gleichzeitig wurde das Bedürfnis nach Liebe aber unglaublich viel größer. Ich hatte nun viel mehr das Bedürfnis nach Nähe, Liebe und Verständnis. Bis ich 24 Jahre war, hat die Migräne mindestens die Hälfte von jedem Jahr in Beschlag genommen hat (ich war immer die Hälfte der Woche/des Monats/des Jahres nicht wirklich fähig, normal zu leben). Und trotzdem ist sie gekommen, um mich zu schützen.

Auf diese Pritsche liegend, habe ich das dann endlich verstanden,  dass die Migräne mein Freund war. 

 

Sie ist exakt zum richtigen Zeitpunkt gekommen denn mit meinen sehr sehr jungen sechs Jahren hatte ich keinen anderen Schutzmechanismus. Mein System wusste nicht anders damit umzugehen, mit dem, was um mich herum passiert ist. Sie ist gekommen, und hat dafür gesorgt, dass ich über so viele Jahre mich immer wieder zurückziehen musste und mich von diesen ganzen Reizen, die noch mehr Angst und Unsicherheit ausgelöst haben, zurückziehen musste. Ich musste in mein Zimmer, ich musste es mir dunkel und ruhig machen. Wann musst du mir mehr Aufmerksamkeit und dadurch auch mehr Liebe schenken weil ist schon seit der Grundschule von Arzt zu Arzt musste. Und wenn ich nicht gerade auf dem Weg zum Arzt war, lag ich irgendwie gekrümmt den Fliesen und musste getröstet werden und man hat mir den Kopf gestreichelt und den Eimer zum kotzen ans Bett gebracht, den kalten Waschlappen ausgetauscht und und und.

Das heißt, ich musste auch ganz ganz viel Zuwendung bekommen. Ich habe diese durch die Migräne quasi einfordern können, was ich mich sonst gar nicht getraut hätte, wo ich nicht stark genug gewesen wäre oder auch gar nicht gewusst hätte, dass ich das überhaupt gebraucht habe. Ich war einfach noch so jung. Somit habe ich genau zwei Sachen durch die Migräne bekommen, die ich als Sechsjährige sehr dringend gebraucht habe. Das war zum einen Rückzug und Erholung dann noch die Extra Portion Aufmerksamkeit, die ich gebraucht habe, um mich trotz allem sicher zu fühlen.

Wenn ich mich jetzt daran erinnere, ist es wirklich krass, dass ich nicht glauben kann, dass ich 24 Jahre diese Schmerzen ausgehalten habe, siebzehn Jahre davon ohne Medikamente. Aber wir Menschen können so viel mehr aushalten, als wir denken. Wir sind so viel stärker, als wir ahnen. Wir denken immer Oh das könnte ich nicht! wenn wir andere sehen mit einem schweren Leben, denen krasse Sachen passieren oder Menschen mit Krankheiten. Wir denken immer Das kann ich nicht! Doch wir können so viel mehr aushalten als wir denken!

Auch wenn man in diesem Moment natürlich auch manchmal denkt, man stirbt gleich und sich total als Opfer der Krankheit sieht, so wie ich. In Wahrheit halten wir immer so viel mehr aus, als wir denken. Was die Opferrolle angeht? Da war ich definit drinen! Auch wenn ich immer gedacht habe, dass ich so super offen bin für alle Naturheilverfahren und alles ausprobiere. Ich bin ja auch total optimistisch. Und ja, das war ich auch! Ich habe immer daran geglaubt, dass mir irgendwann etwas helfen wird, aber auf der anderen Seite hatte ich auch ganz doll diese Erklärung und Entschuldigung für meine Migräne: und zwar die Genetik! Denn die Veranlagung zur Migräne wird genetisch vergeben, quasi in einer Gen-Lotterie. Ich dachte, ich habe das Super-Los gegriffen und von beiden Familienseiten anscheinend die Super-Gene der Migräne bekommen.

Das hat es für mich schon mal einfacher gemacht, alles zu verstehen. Das mit den Genen war ja auch lange immer so eine Sache, dass man dachte, dass sie eben so sind und man sie nicht ändern kann. Dabei gibt es heute bereits auch andere Ansätze dazu in der Wissenschaft, siehe dazu das Buch Das Placebo. Ich habe aber wirklich die verrücktesten Medikamente genommen. Ich habe Medikamente genommen, bei denen ich jede Woche 1,2 oder 3 Kilo zugenommen habe (ohne mehr zu essen). Ich habe Medikamente genommen, bei denen ich fast gar nichts mehr gegessen habe, weil ich gar keinen Appetit hatte und dann gab es welche, bei denen meine Gehirnzellen quasi abgestorben sind, (ein Glück reversibel also temporär) und ich mich an die einfachsten Sachen nicht mehr erinnern konnte und mit meinen Freunden noch nicht einmal mehr Tabu spielen konnte. Ich habe also die verrücktesten Sachen ausprobiert.

Es gab auch wirklich Zeiten, in denen auch ich – obwohl ich so optimistisch bin –  einfach nur sterben wollte.

 

Eine Zeit in meinem Leben war besonders schlimm. Das war 2008, als ich mehr als 20 Tage im Monat Migräne hatte und nur im Bett lag. Ich konnte weder zur Uni gehen, nicht arbeiten, kein Sozialleben führen…Ich habe nichts gemacht. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, bewegt mich diese Zeit total, so dass mir schon fast wieder die Tränen kommen. Ich habe mir tatsächlich damals vorgestellt, was ich in meinen Abschiedsbrief schreiben werde – und das habe ich als Kind schon getan, dass ich davon geträumt habe, einfach nur zu sterben und die Migräne nicht mehr aushalten zu müssen. Tatsächlich habe ich mich 2008 darüber informiert, ob ich mich in der Schweiz euthanasieren lassen kann und ich habe überlegt, wie ich das meinem Freund und meiner Familie beibringen kann und wie wir einen Kompromiss finden. Vielleicht den Kompromiss, dass ich noch einmal zu ihnen ziehe… Da muss ich jetzt tatsächlich weinen, weil es so krass ist, dass ich wirklich nicht mehr leben wollte und jetzt, nicht einmal mit Medikamenten, meine Krankheit heilen konnte.

Ist genau der Grund wieso ich diesen Podcast mache – auch wenn ich jetzt dabei heule. Weil ich das einfach so kraftvoll finde, und ich mir gewünscht hätte dass ich früher auf diesem Weg gekommen wäre gleichzeitig bin ich so dankbar, dass ich diesen Weg finden habe. Das ist der Grund, wieso ich ihn mit allen Menschen da draußen teilen möchte.

Ich möchte allen Menschen Mut machen. Denn ich wollte damals nicht mehr leben.

 

Ich habe schon überlegt, wie ich das meiner Familie erkläre, wie ich Sie davon überzeugen kann, dass sie aus Liebe zu mir sagen: Ok Andrea, es wird schwer, aber wir lassen dich gehen. Dieser Gedanke fühlte sich unglaublich erlösend an. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann kann ich diesen Schmerz so fühlen, den ich damals gespürt habe. Genau deswegen muss ich eben weinen.

Gleichzeitig weine ich auch, weil ich unendlich froh bin, dass ich nicht aufgegeben habe. Ich war echt am Boden. Ich hatte nur Schmerzen, ich hatte kein ernsthaftes Leben. Ich musste mir noch von Leuten, selbst aus meiner Familie, anhören, dass ich ja nur jammern würde. Aber ich dachte nur: Leute ihr wisst nicht wie scheiße es mir gerade geht! Ihr wisst nicht, dass mein Leben so wenig lebenswert ist, dass ich so schlimme Schmerzen habe, dass ich nicht mehr leben will. Und ihr sagt noch solche Sachen! Dabei ging es mir echt nicht gut.

Aber ich habe weiter gemacht. Ich habe weiter gekämpft und nicht aufgegeben. Ich bin so unendlich froh, dass ich mich Stück für Stück auf diesen alternativen Weg immer mehr begeben habe, was natürlich Jahre gedauert hat.

Ich kann gerade gar nicht mehr weinen, weil mich das so emotional macht. Aber auch das werde ich genauso mit euch teilen, weil es sich eben so krass anfühlt, weil ich weiß wie viele Menschen da draußen sind, die auch leiden genauso wie ich gelitten habe.

Die Erkenntnis, dass ich selbst die Verantwortung für diese Schmerzen übernehmen kann, war zwar auch total beängstigend (deswegen habe ich sie vorher auch nie annehmen können) und hat mich erst total wütend gemacht, weil es doch so viel leichter war zu sagen Die Gene sind Schuld! und Es gibt keine Medikamente! und Dies ist Schuld und Das ist Schuld. Ich tue doch schon alles und gehe zu allen Ärtzten…Das Ganze war soviel einfacher, als einfach die Verantwortung anzunehmen – aber nur auf den ersten Blick!

Am Ende war es viel befreiender zu wissen: Ja man! Wenn es mir jetzt schlecht geht, dann habe ich selbst etwas getan, damit es mir schlecht geht.

 

Die Migräne kommt, damit ich von ihr lerne. Sie ist als mein Freund gekommen, als mein Beschützer.

Als ich noch super super klein war, ist sie in mein Leben gekommen, um mich in den Arm zu nehmen und um mich zu beschützen, vor dem was mir Angst macht hat und um auf mich aufzupassen.

Heute kommt sie in mein Leben, um mich auf etwas  aufmerksam zu machen – wie meiner Meinung nach die meisten Krankheiten und psychischen und physischen Probleme. Sie kommen alle, weil sie uns etwas sagen wollen. Das können die unterschiedlichsten Sachen sein, aber es ist so wichtig,  dass wir auf unseren Körper hören, ihn ernst nehmen. Denn wenn wir ihn immer mehr ignorieren, wie ich das getan habe (ich habe immer die Hilfe im außen gesucht) dann werden wir wahrscheinlich nicht unbedingt gesund sondern wir werden vielleicht abhängig von irgendwelchen Medikamenten und die machen uns nur nach außen hin gesund. Wir fühlen uns gesund, haben weniger Symptome aber die Ursache ist ja damit oft nicht behoben.

Ich will hier nichts verallgemeinern, weil ich das ja nur aus meiner Erfahrung auf meine Krankheit beziehen kann. Aber ich habe von ganz ganz vielen anderen Menschen gelesen und weiß, dass es bei vielen anderen Krankheiten oder psychischen Problemen eben auch so funktionieren kann.

Deswegen teile ich das mit euch! Ich möchte aber wie gesagt damit nicht sagen, dass man damit jede Krankheit heilen kann, dass, wenn man sich das Bein bricht, das dann wieder zusammenwächst … Ich will das nicht so vereinfacht darstellen, ich hoffe das kommt auch so rüber.

Kommen wir zurück zur Regenzeit auf Bali: Als mir also von dieser Massage kam und es mir wie Schuppen von den Augen gefallen ist, habe ich mich sofort in mein Zimmer gesetzt und habe meiner neuen und alten Freundin Migräne einen Abschiedsbrief geschrieben.

Ich habe ihr geschrieben, dass ich endlich verstanden habe, warum Sie gekommen ist, dass ich ihr sehr dankbar bin, für alles, was sie für mich getan hat auch wenn es nicht leicht mit ihr war. Ich habe geschrieben, dass ich jetzt bereit bin, allein für mich zu sorgen, dass ich jetzt eine erwachsene Frau bin, die stark genug ist, für sich selbst zu sorgen, sich selbst Grenzen zu setzen, sich abzugrenzen von den Anderen, sich für sich selbst stark zu machen.

Dann habe ich mich bei der Migräne bedankt,  ihr gesagt dass sie jetzt gehen darf und dass ich sie liebe.

 

Das klingt jetzt für den ein oder anderen vielleicht auch ein bisschen komisch an seine Krankheit zu schreiben, tatsächlich aber war das aber ganz, ganz kraftvoll.

Damals war ich mit meiner lieben Freundin Carina, mit der ich auch die  Vipassana Folge gemacht habe, auf Bali. Ich habe bei ihr geklopft und unter Tränen gesagt, dass ich mit ihr etwas verbrennen möchte. Zum Glück sind wir da auf einer Wellenlänge, sie hat gar nicht nachfragt, ist einfach mitgekommen. Dann sind wir in unsere Outdoor Küche gegangen, es war Sturm und schöner Mond, fast Vollmond. Es war total dunkel, und mega nass und windig, Es war Regenzeit.

Und dann habe ich unter noch mehr Tränen, als ich ihn geschrieben habe, den Brief Carina vorgelesen. Mithilfe unseres Gasherds habe ich ihn dann verbrannt. Wir haben uns umarmt, und die neue Ära der gesunden Andrea, der starken Andrea, die allein stark genug ist,  die die Migräne einfach nicht mehr braucht, eingeläutet. Das war im Dezember 2016. Seit diesem Tag, soverrückt es auch klingt, wusste ich, dass ich auf dem Weg der Heilung bin.

Ich wusste es einfach.

Das war mir so klar, wie es mir noch nie vorher klar war.

Vorher habe ich mir immer Mühe gegeben, an alle Methoden und Medikamente zu glauben. Aber das war das aller erste Mal, dass ich einfach das Gefühl hatte, ich WEISS es!

 

Ich weiß,  dass ich 2017 immer gesünder werde. Ich weiß, dass ich gesund werde. Ab diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, mit den Schmerzen zusammen zu arbeiten, mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. Ich habe sie aus tiefstem Herzen als Warnsignale aufgenommen und wirklich gesehen , als das was sie waren: als eine Stütze, als eine Hilfe. Ich kann dankbar sein, denn andere Leute stressen sich und sitzen falsch bei der Arbeit, nehmen sich zu wenig Zeit für sich selber und sie haben nicht diese Migräne, die zu ihnen kommt und sagt Komm schalt mal einen Gang runter und sperr ich mal 3 Tage lang ein! Die Menschen haben nicht diesen Mechanismus, der sie vor sich selbst schützt, der ihnen sagt, wo es zu viel ist. Deswegen habe ich versucht, immer mehr anzunehmen und dankbar zu sein dass die Schmerzen kommen um mir zu sagen, dass irgendetwas zu viel ist: wenn ich mich zu schnell aufgeregt habe, wenn ich zu emotional geworden bin, wenn ich mir zu viele Gedanken mache, zu viele Zweifel usw.

Im Dezember war dies auch der Startpunkt, wo ich all die Sachen, die jetzt zu meiner Heilung führen, begonnen habe, auszuprobieren. Dabei habe ich alle Hilfe, die ich mir von außen geholt habe, immer nur als Lehrer von Tools gesehen, also als Lehrer, die mir etwas beibringen, was ich nutzen kann, um mir selbst zu helfen gesund zu sein. Ich bin also nicht irgendwo mehr hingegangen und habe gehofft, dass sie mich indirekt irgendwie heil machen, so wie ich das sonst gemacht habe:

Ich gehe zum Arzt, bekomme eine Botoxspritze, und hinterher geht es mir besser.

Ich bekomme Tabletten und nach einem Monat geht es mir besser.

Ich gehe zur Osteopathie und nachdem er an mir acht mal herum gedrückt hat,  ich aber mein Leben weiter lebe wie bisher, geht es mir besser.

So war das ja sonst immer.

Das habe ich jetzt nicht mehr gemacht. Ich habe diszipliniert – mit sehr viel Liebe und Geduld – jeden Tag richtig viel an meinem Leben, an mir, und meinen Gedanken und Verhalten geändert.

 

Vorher hatte ich natürlich auch schon mal mehr Sport gemacht, Ernährung umgestellt… Aber ich habe nicht konsequent in allen Lebensbereichen etwas ändert und nicht In allen Lebensbereichen auf meinen Körper und mein Herz gehört, das hatte ich bis dahin noch nie. Selbst solche Entspannungsmethoden, die ich machen sollte,  wie zum Beispiel Entspannung nach Jacobsen, das habe ich immer nach ein paar Wochen wieder aufgehört weil ich immer dachte:

Boah ist das nervig! Dafür habe ich keine Zeit ich habe ja eh schon so viel Stress. Das bringt ja eh nichts. Dadurch habe ich ihr noch mehr Kopfschmerzen bekommen, weil ich ja wusste, dass ich das jetzt noch machen muss. Ich dachte, meine Migräne sei ja eh genetisch bedingt, da hilft wahrscheinlich soetwas auch gar nicht. Denn es sind eben einfach keine Kopfschmerzen. So waren oft meine Gedanken!

Da bringt auch das positive Denken, dass die Migräne weggeht, nichts, wenn man sich selbst die ganze Zeit ein Bein stellt, so wie ich das getan habe.

Wie man hört, ist gleichzeitig auch eine ganz tiefe Identifikation mit der Krankheit als ein Teil von mir, da gewesen. Die Krankheit als ein Teil, der einfach da ist und ein Teil, bei dem ich nie das Gefühl hatte, dass ich mich gegen oder für ihn entscheiden kann.

Wie gesagt, mit dieser Einstellung kann man meiner Meinung nach auch gar nicht gesund werden und deswegen ist es auch kein Wunder, dass die Migräne so lange da gewesen ist, weil ich das einfach nie so richtig erkannt habe.

Diese Glaubenssätze hätte ich aber auch ehrlichgesagt nie so als die meinen erkannt. Man denkt ja oft (ich habe es jedenfalls oft getan) dass man viel viel freier ist und offener ist, als man es in Wahrheit doch ist. Man wundert sich dann über die Begrenztheit der Möglichkeiten, obwohl man sich selbst total begrenzt in seinen Gedanken und in seinen Glaubensmustern – ohne es zu merken. So ist es auf jeden Fall bei mir mit der Migräne gewesen. Doch als die Migräne auf einmal nicht mehr der böse Schmerzteufel war, mit dem ich mich identifiziert hatte und der mein Leben kaputt macht, sondern auf einmal mein Freund und Helfer war, der zu Besuch kommt, wenn ich ihn brauche und der mir etwas zeigen will (z.B. wenn ich irgendetwas besser für mich machen kann), da hat sich mein Verhältnis zu meiner Krankheit völlig verändert.

Jetzt war ich nicht mehr das Opfer meiner Krankheit, sondern ich bin ICH in erster Linie. Die Krankheit, die Schmerzen, kommen zu mir, um mir etwas zu sagen, um mich auf etwas aufmerksam zu machen.

 

Ich habe also beschlossen, dass wenn immer die Migräne kommt, zu beobachten, wann und woher sie kommt. Das habe ich natürlich auch vorher schon versucht aber eben auch nur eher pseudomäßig.

Aber diesmal habe ich diese Heilung als meinen Teilzeitjob gesehen, der das allerwichtigste ist.

 

Denn ich weiß, dass wenn ich nicht gesund bin, dann kann ich nicht richtig arbeiten, dann kann ich wahrscheinlich auch keine Kinder kriegen, weil ich ihnen effektiv keine Mutter sein kann wie ich es gern wäre. Ich kann dann auch kein Sozialleben führen, wie ich es gern würde. Das alles ist nicht möglich. Selbst wenn es mich jetzt ein paar Jahre kostet, ist es also wichtig, dass ich meinen Fokus absolut auf meine Heilung setze. Und das habe ich auch getan. Das war manchmal auch wirklich tricky und eine Detektivarbeit herauszufinden, wo jetzt schon wieder diese Schmerzen herkommen.

Aber ich habe so viel gelernt in diesem halben Jahr.

Ich habe begonnen, die Umstände zu umgehen, und dadurch Verantwortung zu übernehmen.

 

Ich habe im Dezember gewusst:  Ich werde dieses Jahr immer gesünder werden! Ich werde gesund und bin jetzt auf dem richtigen Weg. Dann werde ich der ganzen Welt zeigen, wie wir uns selbst gesund machen können. Ich werde der ganzen Welt zeigen, welche Macht wir haben und wie wir in unsere Kraft kommen können. Ich war so in meinem Glauben, dass ich mich schon vor Menschen habe sprechen sehen.

Ich habe es so manifestiert. Habe mich jeden Tag dahin hinein gefühlt, die Emotionen aufkommen lassen, die ich fühle, wenn ich vor Menschen stehen. Und ich tue das auch immer noch. Ich stelle mir vor wie ich vor Gruppen von Menschen stehe, als Seminarleiter oder in einem Workshop und ihnen von meiner Geschichte erzähle und ihnen zähle, wie f*cking sch**ße es mir ging und was ich alles ausprobiert habe. Aber am Ende werde ich erzählen, dass ich durch Achtsamtkeit, Meditation, durch meine Willenskraft, Manifestation und meinen wirklichen Glauben daran und tägliche Arbeit und Disziplin (in einem positiven Sinne) mich heilen kann und dass wir so viel Kraft haben und ich dadurch ganz vielen Menschen Mut machen kann. Das habe ich in dem letzten halben Jahr jeden Tag (ok es gab ab und zu auch mal einen Tag wo ich es nicht gemacht habe) manifestiert und allein das ändert schon so viel, wie man auch im Buch Du bist das Placebo lesen kann (darauf kann ich euch wirklich verweisen, auch was das Thema Affirmationen angeht).

Dies war glaube ich ein ganz schön enthusiastischer und emotionaler Podcast, zwischendurch geweint, halb am ausrasten… Es war super persönlich und ich hoffe es war nicht zu dramatisch, was ich erzählt habe, dass ich eben auch von meiner Krankheitsgeschichte so erzählt habe, gerade auch was das Sterben-wollen angeht.

Aber auch das ist ein Thema, über das wir einfach reden müssen.

Wie in meiner letzten Folge gesagt, geht es darum, authentisch zu sein und dass wir mehr wir selbst sein müssen, um anderen auch Mut zu machen, mehr sie selbst zu sein in ihrer völligen Verletzlichkeit und Schönheit. Und das gehört eben auch dazu. Deswegen stehe ich auch so vor euch, weil ich euch Mut machen möchte. Egal wie scheiße es euch geht, psychisch, physisch oder whatever – was auch immer eure Last ist, jeder hat sein Päckchen zu tragen.

Wir sind verdammt nochmal so viel stärker als wir denken.

Wir haben so viel Kraft aber das allerwichtigste ist, dass wir die Verantwortung übernehmen und das wir in unsere Kraft kommen.

 

Dann steckt da soviel Power dahinter! Ich möchte euch ermutigen, dass, wenn ihr auch irgendwie Beschwerden habt, diesen Weg einzuschlagen, zu schauen, was passiert.

Euer Weg wird sicher ganz anders als meiner denn jeder ist einfach individuell ganz anders und vielleicht wird er viel schneller sein, vielleicht braucht er viel länger oder vielleicht sind da noch ganz andere Komponenten, die bei euch wichtig sind, um gesund zu werden.

Aber die erste Basis ist meiner Meinung nach wirklich, aus der Opferrolle herauszukommen, Verantwortung zu übernehmen und dann kann es losgehen.

Wir sehen uns so oft und so gerne immer als Opfer. Wir sehen uns als Opfer unserer Familie (die können wir wir nicht ändern – wir müssen mit Ihnen abhängen), als  Opfer unseres Jobs (da ist alles Kacke aber wir müssen dahin), Opfer unsere Krankheit, unserer Beziehung, unsere finanziellen Lage, (deswegen können wir dies und das nicht), unseres Körpers und was auch immer.

Es wird Zeit, dass wir alle anfangen, mehr Verantwortung zu übernehmen.

 

Das auch wirklich ernsthaft und nicht salopp einfach nur daher gesagt sondern mit viel Liebe, Geduld, mit Disziplin und vor allem mit Ausdauer!

Ich glaube ganz ganz fest, dass sich das lohnt. Ich kann es einfach jetzt schon spüren das ist so unglaublich, dass ich jetzt schon wieder heulen könnte…

Zeit, diesen Podcast zu beenden, aber ohne schon wieder zu heulen! Ich möchte euch zum Abschluss noch ein Zitat vorlesen:

Meine liebe Freundin Carina,  die diesen ganzen Prozess mit mir geht und teilt und all diese verrückten Veränderungen und Gedanken in meinem Leben gerade mit durchmacht, hat mir diesen Spruch geschickt:

– A healer does not heal you. A healer is someone who holds space for you, while you awaken your inner healer so that you may heal yourself. –

Das sagt alles, was ich sagen wollte!

Ich freue mich wie immer über zauberhafte Kommentare von euch, wie ich schon vielfach hier auf dem Blog oder unter iTunes Rezensionen bekommen habe. Ich freue mich aber auch in meiner Andrea Morgenstern-App über Kommentare, auf Youtube unter meinen Videos, auf Instagram per Direct Message oder unter dem Post auf Andrea-Morgenstern.com. Ganz besonders freue ich mich wenn ihr mir in iTunes eine 5 Sterne Bewertung und einen Kommentar hinterlasst, damit noch mehr Menschen meinen Podcast hören, damit noch mehr Menschen in ihre Kraft kommen und erkennen, wieviel Power sie haben um gesund und glücklich zu sein. Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir dabei helft.


Ich hoffe ganz doll, dass ihr etwas aus dieser Folge mitnehmen konntet. Ich hoffe, dass ich euch damit bewegen konnte, dass ich mich wieder offen und verletzlich in voller Ehrlichkeit gezeigt habe – so wie ich bin und wie ich war. Vielleicht denkt ihr über das ein oder andere nach, vielleicht schaut ihr die Bücher an, die ich wirklich sehr empfehlen kann.

Ich freue mich über euer Feedback!

Alles Liebe,

Podcast Sei Du Selbst

Sei du selbst!

Wenn wir uns vollkommen echt zeigen, mit all unseren vermeintlichen Stärken und Schwächen, dann eröffnen wir damit auch den Raum für andere Menschen sie selbst zu sein. Indem wir uns verletzlich zeigen, machen wir anderen Menschen Mut es auch zu tun. Und wenn diese sich dann öffnen, machen sie wiederum weiteren Menschen Mut.

Nach und nach können wir mit diesem Domino-Effekt etwas in der Welt verändern und die Liebe und den Zusammenhalt untereinander verbreiten.

Buch Inspirationen:
Sei du selbst und verändere die Welt von Dain Heer
&
Mut von Osho

Sei du selbst!

Das Thema der heutigen Podcast Folge ist Authentizität. Es geht darum, echt zu sein und darum, wie wir damit die Welt verändern, verbessern und vielleicht sogar heilen können.

Der Titel ist eventuell etwas provokant gewählt, aber ihr wisst ja vielleicht, dass ich das ganz gerne mag. In erster Linie möchte ich damit immer zum nachdenken anregen – genauso wie mit dieser These, dass wir die Welt selbst verändern und heilen können, indem wir selbst echt und authentisch sind.

Lasst uns einfach mal darüber nachdenken und rumspinnen, und überlegen, ob da nicht etwas dran sein könnte. Deswegen möchte ich euch jetzt einmal dazu einladen, die Fragen und Ideen, die ich so in den Raum werfe, einfach wahrzunehmen und sacken zu lassen und sie vielleicht nicht gleich zu bewerten. Ihr müsst nicht gleich entscheiden, ob das wahr ist oder nicht, denn oft bewerten wir Sachen die wir hören und beschließen ziemlich schnell:

Glaube ich daran oder nicht?

Was kann ich für mich daraus nehmen, was aber nicht?

Aber meiner Meinung nach gibt es tatsächlich auch Themen und Fragen, bei denen es gar nicht so schlecht ist, wenn diese eine Weile auch einfach mal ruhen und man sie einfach mal so stehen lässt wie sie sind.

Also lasst uns alle einfach mal rumspinnen und offen sein für eine – vielleicht für den einen oder anderen neue Vorstellung –  von uns selbst und von der Welt.

Ich bin in immer wieder auf das Thema gestoßen, was das ICH eigentlich wirklich ist und ob es existiert.

 

Wir alle bestehen aus Energie und alles um uns herum ist ebenfalls Energie – soweit denke ich, reicht unser Glaube an die Wissenschaft und unser Verstand kann das glauben und greifen.

Aber dann gibt es auch eine abstrakte Vorstellung, auf die ich bei verschiedenen Menschen in den letzten Jahren gestoßen bin und jetzt gerade wieder aktuell bei Osho, bei Dain Heer, bei hawaianischen Gläubigen; immer wieder bei verschiedenen Dingen, mit denen ich mich beschäftigt habe und Sachen die ich gelesen habe. Es handelt sich um die These, das unser Sein, unser Ich,  nicht nur durch die äußere Hülle begrenzt ist.

Es geht eben darum, dass Energie nicht da aufhören wo unsere Haut endet, wo unser Körper quasi umrahmt wird von der Haut, sondern es geht darum, sich vorzustellen, dass unsere Energie noch viel weiter reicht und dass sie durch unsere Gedanken auch überall sein kann und wir sie durch unsere Gedanken überall hin lenken können. 

Unsere Energie wird eben nicht nur durch die Haut umzäunt und kann nicht  heraus, sondern strahlt natürlich auch aus unserem Körper heraus.

Also stellen wir uns einfach einmal vor, dass wir nicht nur unser Körper sind sondern dass unsere Energie viel weiter reicht und dass wir alle dadurch verbunden sind, weil wir ja alle unsere Energie nach außen tragen. Das heißt, hier ist überall auch unsere Energie.

Das würde heißen, das alles, was mit unseren Gefühlen und unseren Gedanken passiert, nicht mehr nur uns selbst betreffen würde.

 

Das würde heißen, wenn z.B. viele Menschen Angst spüren, sich die Angst noch weiter ausbreiten würde. Da gibt es noch weitere Beispiele auch in der Politik zu diesem Thema aber da möchte ich heute nicht näher darauf eingehen.

Das würde aber auch heißen, dass man seine Umwelt in einem gewissen Rahmen eben auch ändern kann, indem man selbst auf seine Energie achtet, indem man voll gefüllt ist mit Liebe und Güte und indem man Menschen verzeiht und eben nicht voller Hass ist, um den Hass nicht weiter auszubreiten.

Ich habe diese Idee natürlich schon sehr sehr oft gehört über all die Jahre. Und um ehrlich zu sein, war es eher so, dass ich damit nicht richtig etwas anfangen konnte.

Erst in den letzten Jahren hat es damit angefangen, mich dieser Idee öffnen zu können. Vorher habe ich diese Idee von Energien immer ganz gut zur Seite gepackt, mein Verstand konnte das einfach nicht greifen und deswegen habe ich das immer ganz schnell in eine Schublade gepackt  – ziemlich automatisch, nicht einmal bewusst. Irgendwie macht es für mich Sinn, aber irgendwie konnte ich es mir aber auch nicht vorstellen, deswegen war der leichtere Weg, es einfach immer wieder weg zu legen.

Es soll also heute darum gehen, dass wir viel mehr damit bewirken können, wie wir uns fühlen und uns eben auch anderen Menschen gegenüber öffnen.

 

Das heißt,  durch unsere Gedanken und Taten und einfach eben alles, was wir machen, können wir viel, viel mehr in dieser Welt bewirken, als wir oft denken. Und das macht natürlich irgendwie Angst. Das bedeutet eben auch, dass man Verantwortung übernehmen muss.

Das ist ein wenig wie bei den Schmerzen! Wenn man für sich festgestellt, so wie ich das getan habe: Wow ich habe mich immer als Opfer meiner Krankheit gesehen. Ich habe halt diese Krankheit und alles ist eben nicht so leicht.

und wenn man dann beginnt Verantwortung zu übernehmen und zu denken: Wow, ich habe so viel in der Hand, so viel Power und ich kann so vieles beeinflussen!, dann mach das erst einmal ganz schön Angst.

So ist es auch in diesem Fall. Die Vorstellung, dass wir durch unsere Gedanken, unsere Gefühle, und unsere Taten – aber vor allem durch unsere Emotionen (wie wir mit uns umgehen) – so viel bewirken können, dass wir damit andere Lebewesen und die ganze Welt beeinflussen, ist einfach so groß, dass Sie total Angst machen kann.

Aber gleichzeitig birgt das auch hammerviel Potenzial.

Wenn jeder für sich ein wenig daran arbeitet, haben wir schon so viel Power, können so vielen Menschen in unserer Umgebung Gutes tun.

 

Und diese Menschen tun dann wieder Gutes für andere und diese bringen dann die Liebe wieder weiter und so weiter…

Ja, das klingt ein wenig kitschig Aber es ist eigentlich total cool.

 

Ein besonders krasses Beispiel dafür, wie kraftvoll es ist, wenn wir uns wirklich so zeigen wie wir sind und damit einfach Raum öffnen, war beim letzten Womens-Singing-Circle, bei dem ich wöchentlich auf Bali teilgenommen habe.

Wir saßen also im Schneidersitz vor unserer lieben Frau und sollten einfach nach Gefühl das heraussingen aus unserem Herzen, was eben hoch kommt und raus kommen möchte d.h. es mussten gar nicht zusammenhängende Sätze oder Worte sein, vielleicht eher nur Töne.

Das klingt vielleicht erst einmal super easy, vielleicht klingt es aber auch total crazy.

Für mich klang es auf jeden Fall eher beängstigend – und ich denke für viele andere auch, weil es doch sehr ungewohnt ist.

Ständig singen wir nur Lieder, die wir kennen, benutzen Worte, die Sinn machen und Töne, die wir schon können. Wir haben also eine Ahnung, wie das klingen soll. Mich hat es also unheimlich viel Mut gekostet,  vor einer völlig fremden Person zu sitzen, ihr die ganze Zeit in die Augen zu schauen und einfach aus dem Herzen zu singen (ganz allein, während das alle hören können) und Töne von sich zu geben, von denen man gar nicht weiß, wie diese klingen werden, weil man sie einfach so heraus lässt.

Vielleicht könnt ihr das ja nachvollziehen, dass dies für mich eine echt spannende Herausforderung war.

Ich liebe natürlich singen, sonst wäre ich da nicht hingegangen (Ich singe schon immer gern und super viel). Aber ich habe auch schon immer Angst vor Menschen acappella zu singen. Es kommt auch immer auf mein Umfeld an, wie laut ich singen kann und mich wirklich fallen lassen kann; aber so 100%, so gut ich eigentlich singen kann, kann ich eigentlich nur unter der Dusche singen, wenn keiner zuhause ist und keiner mich hört. Sonst habe ich immer irgendwie Ängste, es nicht gut genug zu machen und nicht perfekt genug zu sein.

Ich glaube, wenn wir unsere Stimme erheben um zu singen, wenn wir damit unseren Hals öffnen, wenn wir unser Herz öffnen, machen wir uns alle sehr verletzlich.

Wir zeigen uns damit komplett so, wie wir sind. Und das ist eben auch nicht immer nur perfekt – besonders nicht, wenn man einfach nur solche Töne raushaut, die in einem irgendwie hochkommen. Ich habe also meinen Mut zusammen genommen und es einfach gemacht, auch wenn es sich wirklich befremdlich angefühlt hat.

Mein Gegenüber, eine tolle Frau, hat 1000mal besser gesungen als ich. Sie hat einfach wunderschön gesungen. Sie macht so etwas öfter und war dadurch viel mehr in der Routine als ich. Das hat mich natürlich eher noch mehr verunsichert, aber ich habe es trotzdem einfach weiter gemacht. Als ich dran war, hat Sie mich mit Liebe angesehen und die ganze Zeit in die Augen geschaut. Ich konnte nicht wegschauen, musste in diese Augen schauen, obwohl ich mich irgendwie geschämt habe, unsicher war und Angst hatte. Es war super spannend zu sehen was passiert war.

Eine andere Frau hinter mir hatte, so schien es mir, noch viel größere Probleme beim Singen der Töne und damit, sich sicher zu sein, ob sie das nach außen tragen soll. Ich hatte das Gefühl, dass sie noch ein paar mehr Ängste hatte, es hat sie noch mehr Überwindung gekostet, vor fremden Leuten. Wir haben uns also alle gezeigt, so wir wir waren. 

Die eine hatte also eine Hammer Stimme und macht das ständig, die Andere hat eine So-la-la-Stimme und die andere halt nochmal ein bißchen anders und – von Musikern betrachtet – wahrscheinlich nicht die tollste Stimme. Aber wir haben uns eben gezeigt, wie wir WIRKLICH sind.

Damit haben wir den anderen Mut gemacht, sich auch in ihrem puren selbst, in ihrer vollen Verletzlichkeit zu zeigen.

 

Dabei haben wir uns gegenseitig mit Respekt und Liebe angesehen. Das war so kraftvoll, dass ich hinterher selbst sehr überrascht war, dass mir ein paar Tränen kamen vor Überwältigung von dieser kraftvollen Erfahrung, von diesen Emotionen, dieser Erleichterung auch irgendwie, sich diesen Mut zusammenzunehmen und sich völlig offen und unperfekt (wie man es selbst meint) zu zeigen.

Und trotzdem wird man mit Liebe und Respekt empfangen und sieht, wie die anderen dadurch auch mutiger werden und man öffnet sich gemeinsam und wird mutig.

 

Vielleicht ist es auch schwer sich das vorzustellen. Für jeden gibt es ja auch andere Momente die besonders intensiv sind, wenn es darum geht, man selbst zu sein.

Ich glaube aber, Singen ist etwas, was für fast alle einfach dieses Gefühl beinhaltet – eben weil wir uns sehr verletzlich machen und öffnen, indem wir unsere Stimme so erheben und zeigen.

So etwas wie da, dieser Dominoeffekt – Einer zeigt sich aus tiefstem Herzen wie er ist und andere haben dann auch die Mut  dazu – das ist mir ständig auf Bali passiert: in Einzelgesprächen, in kleinen Gruppen aber auch in größeren, beim Tanzen, beim Singen, bei Gesprächen,  bei so vielen Sachen…und es war wunderschön und hatte richtig Power!

Besonders viel Kraft hat das Ganze, da es Menschen sind, die eben nicht beste Freundinnen sind sondern dass es Menschen sind, die man teilweise überhaupt nicht kennt, und trotzdem kommt man zusammen und öffnen sein Herz gegenseitig. Die Basis davon ist immer die Liebe allen Lebewesen gegenüber, mit der alle versucht haben auf den anderen zu schauen. Sicher ist das auch nicht immer leicht aber in erster Linie ging es um die Intention und die Übung.

Indem wir uns so unperfekt perfekt zeigen wie wir sind, gebe wir anderen die Erlaubnis, auch sie selbst zu sein.

 

Dadurch, dass wir vollkommen echt sind, eröffnen wir einen Raum zum echt sein für andere Menschen und das ist doch wirklich wunderbar oder? Das ist etwas, was wir alle, vielleicht noch viel mehr als früher, gebrauchen können. Das schöne daran ist, dass es nicht ein Women-Singing-Circle-Brauch ist.

Wir müssen auch nicht Bali nach Hamburg holen.

Sondern wir können uns alle jeden Morgen dafür entscheiden, mit Liebe und Güte durch die Welt zu gehen. Sicher sind wir da nicht alle sofort perfekt. Das ist alles Übung.

Es geht in erster Linie um die Intention, darum, sich Mühe zu geben, das täglich zu praktizieren. Auch da geht es wieder nicht darum, immer sofort  perfekt darin zu sein.

Aber wir können uns entscheiden, echt und offen zu sein.

 

Wir können anfangen wie früher uns wieder mehr zusammen zu setzen, über unsere Probleme zu reden – und das nicht nur mit der besten Freundin, sondern eben auch mit Menschen, die wir überhaupt nicht kennen.

Ich war auch nochmal bei einem anderen Frauen-Circle (ja, ich habe auf Bali viel mit Frauen gemacht 😉 ). Obwohl man sich erst seit ein paar Stunden kannte und zusammen war, kam irgendwann ein Gespräch auf mit einer ganz besonderen Stimmung. Es kamen Themen auf, wie Abtreibung, Vergewaltigung – ganz viele schmerzhafte Themen, die hochgekommen sind.

Es gab immer mindestens ein, zwei, drei Frauen in dieser Gruppe von acht oder zehn Frauen, die das irgendwie auch schon erlebt haben, die genau wussten, wie sich das anfühlt. Wir haben so oft mit Menschen, die uns begegnen – ob diese uns nun auf den ersten Blick gefallen oder nicht – so viel gemeinsam und können dadurch voneinander lernen.

Vor allem aber können wir erkennen, dass wir nicht alleine sind.

 

Wir sind alle hier zusammen auf dieser Welt, mit Freude und mit Leid. Diese Gefühle teilen wir alle miteinander. Wir alle haben Ängste, Schmerz, Freude – all den bunten Potpourri des Lebens.

Deswegen finde ich es unheimlich wichtig, dass wir uns öffnen, und miteinander reden, sie nicht mehr unter den Teppich kehren.

Diese Themen wie Schulden, Essstörungen, Panikattacken, Abhängigkeit von Alkohol, Drogen, Gewalt in der Familie, Depression, Spielsucht oder was auch immer… so viele Dinge, die uns alle in irgendeiner Form irgendwie im Leben wahrscheinlich begegnen. Es sind auch Teile unseres Lebens! Da gibt es immer noch so viel Angst und Scham und die wird nur dadurch verstärkt, dass wir weiter nicht darüber reden und dass wir weiter so tun, als ob es das alles bei unserem Leben nicht gäbe – was ja meist überhaupt nicht stimmt.

So wie ich mich in meiner Verletzlichkeit öffne mit diesen Podcasts, mit meinen Videos, auf Social Media, so wie ich das schon immer tue, schaffe ich einen Raum in dem sich hoffentlich viele Menschen verstanden und angenommen fühlen, und Mut bekommen auch sie selbst zu sein und das Gefühl bekommen nicht allein zu sein mit schweren Zeiten mit Schmerz, Leid.

So können wir jeden Tag beschließen, allen anderen Menschen mit einer grundlegenden Liebe und Güte zu begegnen.

 

Wie gesagt, das heißt nicht, dass es immer klappt und es heißt auch nicht, dass man dem Menschen der einem gerade die Vorfahrt genommen hat und in einen reingekracht ist, sofort in den Arm nehmen muss und sagen muss, wie sehr man ihn liebt. Das heißt es überhaupt nicht.

Aber es ist die Intention und dadurch eben auch um die positive Energie, die um uns herum und in uns fließt und andere Menschen berührt, die einen Unterschied macht. Wir geben somit anderen die Erlaubnis, sie selbst zu sein.

In erster Linie geben wir uns selbst die Erlaubnis, wir selbst zu sein.

 

Durch die positiven Energien, die dadurch entstehen – nämlich Liebe Verständnis und Vertrauen – können wir im Kleinen und meiner Meinung nach dann irgendwann auch im Großen viel verändern  – gerade heute, in Zeiten in denen so viele Dinge auf der Welt passieren die uns schockieren und Angst machen, uns an der Menschheit zweifeln lassen und bei denen wir das Gefühl haben, dass wir eigentlich nichts tun können.

Wir können auf die Straße gehen und hoffen, dass wir gehört werden wenn wir demonstrieren. Aber wir haben das Gefühl, uns hört niemand und wir sind einfach gefangen und können nur zusehen. Und gerade in diesen Zeiten ist es meiner Meinung nach umso wichtiger dass wir da anfangen, wo wir wirklich sofort etwas bewegen können.

Da, wo wir wirklich die volle Macht haben und etwas bewegen können, ist in uns selbst!

 

Das ist unser inneres Wesen, wie wir in die Welt hinaus gehen, wie wir wir alles Gute und Schlechte annehmen, aufnehmen und darauf reagieren.

Ich hoffe von Herzen, dass dieser Bogen zu dem Thema Energie für euch gerade Sinn gemacht hat.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei euch fürs Lesen/Hören und würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir Feedback über diese Podcastfolge gebt, eure Gedanken mit mir teilt. Tut das sehr gern per Email oder Instagram direkt – da ist es am schnellsten und einfachsten für mich zu antworten. Ganz besonders würde ich mich über eine iTunes-Bewertung mit 5 Sternen freuen, sehr gern mit eurem Kommentar dazu!

Ich freue mich riesig über Feedback und das Teilen meines Podcasts, wenn ihr Menschen kennt, für die diese Themen auch wichtig sind.

Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid!

Alles Liebe,

Podcast Negative Gefuehle loslassen lernen

Wem gehört das? – Gefühle loslassen

Kennt ihr diesen Moment, wenn ihr ganz plötzlich einfach irgendwie traurigwütend oder genervt seid und gar nicht richtig wisst, wo das jetzt herkommt?
Mit der einfachen Frage „Wem gehört das?“ (In dem Buch „Sei du selbst und verändere die Welt“ bin ich darauf gestoßen) kann ich inzwischen viel schneller erkennen, wo plötzliche Emotionen, Unmut etc. herkommen und kann sie dadurch auch besser gehen lassen.

Um es etwas weniger abstrakt zu machen, teile ich zwei persönliche Momente aus meinem Leben mit euch, in denen mich diese Frage zum Beispiel wieder zu mir selbst, meiner Kraft und Wahrheit geführt hat.

Ich freue mich sehr auf euer Feedback zu diesen Gedanken.

Negative Gefühle loslassen lernen

In der neuen Folge meines Podcasts das „Das pure Leben“ soll es um die Frage gehen „ Wem gehört das?“ Vielleicht klingt das jetzt erst einmal etwas materiell, das ist es aber überhaupt nicht! Vielmehr geht es um Emotionen und Glaubenssätze.

Auf die Frage „Wem gehört das?“ bin ich vor allem durch das Buch  „Sei du selbst und verändere die Welt gestoßen. Ein Buch, bei dem ich mir erst gar nicht so sicher war, wie ich es finde. Das Buch wurde mir von einer Zuschauerin empfohlen und irgendwie dachte ich mir die ganze Zeit, dass ich mir eigentlich mehr erwartet habe. Manche Sachen habe ich auch einfach anders gesehen. Aber im Endeffekt war es wirklich ein Buch, das mich vor allem zum Nachdenken angeregt hat, dazu, meinen Horizont zu erweitern und mir Sachen vorzustellen, die außerhalb meiner Gedankensphäre lagen. Deshalb kann ich im Endeffekt sagen, dass ich das Buch sehr empfehlen würde!

In dem Buch geht es unter anderem darum, sich diese Frage zu stellen:

Wem gehört das?

 

Seitdem ich diese Frage benutze, kann ich tatsächlich oft viel schneller erkennen, woher plötzlicher Unmut oder Angst kommt und ich kann sie dadurch auch schneller gehen lassen. Weil das jetzt vielleicht ein wenig zu abstrakt klingt, werde ich gleich einsteigen mit ein paar Beispielen, wie das genau funktioniert und in welchen Situationen diese Frage hilfreich sein kann.

Doch vorher noch ein bißchen zum Hintergrund des Ganzen: Und zwar geht es darum, daß wir, seitdem wir Kleinkinder sind, mit Glaubenssätzen, Wertvorstellungen und Emotionen der Menschen in unserer Umgebung konfrontiert und durch diese natürlich auch beeinflußt werden. Ob wir wollen oder nicht, wir übernehmen natürlich – mal bewusst und mal unbewusst – diese Energien, die Glaubenssätze und Emotionen der anderen Menschen.
Leider ist es für viele von uns (selbst wenn man bereits sehr reflektiert ist) im Alltag, in Hektik, im Stress, gar nicht mal so leicht zu unterscheiden, was wirklich das Eigene ist, also die eigenen Gedanken und Gefühle, und was davon nicht das Eigene ist.

Zum Beispiel lernen wir als Kind am Tisch still zu sitzen. Aber schon da könnte man sich fragen: Ist das mein eigener Wert? Ich persönlich muss sagen: Nein. Das habe ich als Kind schon nicht verstanden und ebenso wenig in meiner Jugend. Das ist ein Wert, mit dem ich aufgewachsen bin, den ich persönlich aber nicht so sehe. Ich persönlich habe andere Werte, denn dieser, dass man still sitzen muss und die Ellbogen nicht auf den Tisch haben darf, das ist nicht mein eigener Wert! Vielleicht habe ich das eine Zeit lang übernommen, aber es stammt einfach nicht von mir.

Und vielleicht lernen wir auch, dass man in der Schule oder im Job Leistungen bringen muss, um wertvoll zu sein und das man traurig sein muss, wenn man nicht erfolgreich ist. Aber ist das dann auch unser eigener Glaubenssatz?

Ist das DEIN Glaubenssatz, dass du nicht wertvoll bist, wenn du nicht erfolgreich bist?

 

Und glauben wir wirklich, dass wir erst durch Leistung wertvoll sind?

Und warum muss man überhaupt traurig sein, wenn man eine vier in Mathe hat? Wem gehört dieser Glaubenssatz, dass man dann traurig sein muss? Warum kann man sich nicht auch freuen über diese vier, darüber dass man diese Prüfung gemacht, dass man sie geschafft hat?
Kommt es wirklich aus unserem Herzen, dass wir dann traurig sind oder ist es vielmehr Angst und dies sind die Glaubenssätze und Wertvorstellungen von anderen Menschen?

Ich denke, dass wir als Kind meistens noch einen ganz guten Draht zu unserer eigenen Intuition haben. So hinterfragt man als Kind noch viele Sachen und wehrt sich auch mal gegen Dinge, die einen die Eltern oder andere Autoritätspersonen aufdrücken wollen, man bäumt sich dagegen auf und hat seine eigene Meinung.
Aber mit den Jahren passen wir uns meist immer mehr an die Gesellschaft an und wollen dazugehören, wollen Bestätigung bekommen und geliebt werden. Aber leider verlieren wir dadurch auch den Bezug zu unserer eigenen Intuition und zu unserer eigenen Wahrheit, weil wir eben oft einfach etwas von Außen annehmen und nicht mehr so sehr in uns selbst hinein hören und für unsere eigene Wahrheit aufstehen.

Was uns dazu fehlt, dass wir wieder zu uns selbst kommen ist definitiv Ruhe – Ruhe, um in unser Herz hineinzuhören.

 

Es ist wirklich sehr wichtig, das zu tun, denn es kann uns vor allem dabei helfen, negative Gefühle schneller gehen zu lassen. Die positiven Gefühle behalten wir ja ganz gern. Wenn wir zum Beispiel mit der besten Freundin zusammensitzen und sie gerade frisch verliebt ist und schwärmt – dann werden diese Energien und ihre Freude ja irgendwie auch auf uns übertragen und dies ist etwas, was wir nicht zurückgeben müssen, weil es uns guttut.

Aber, wenn wir ein schlechtes Gefühl haben, schlechte Gedanken aufkommen und wir merken, wie sich unser Körper zusammenzieht, vielleicht der Bauch hart wird, der Kopf drückt, der Brustkorb sich verkrampft (oder wie auch immer es sich bemerkbar macht), dann stimmt auf jeden Fall etwas nicht. Unser Körper signalisiert uns damit, dass wir gerade nicht in Balance sind, dass wir nicht in Balance mit unserem innen und äußeren Sein leben.

Und wie immer ist auch hier wieder der erste Schritt zu schauen: Was ist da eigentlich gerade? Was fühle ich? Wer bist du? Wo kommst du her? Was willst du mir sagen? Es geht erst einmal darum, mit diesem Gefühl in Kontakt zu treten. (Diese Methode thematisiere ich zwar in fast jedem Podcast, aber es ist einfach so essentiell, dass es meiner Meinung nach nicht oft genug gesagt werden kann)

Denn kennt ihr das, wenn man manchmal ganz plötzlich, einfach nur superschlecht drauf ist und eigentlich gar nicht genau weiß, warum?

Vor allem in der Vergangenheit habe ich das sehr, sehr oft gehabt. Es gab wirklich manchmal Momente, als ich eben noch superglücklich war und plötzlich merke: Wow, auf einmal bin ich richtig schlecht drauf. Und eigentlich weiß ich gar nicht warum!

Ich bin plötzlich total traurig, total wütend, ja einfach negativ beladen und weiß eigentlich gar nicht, wo das herkommt und was ich damit anfangen soll. Genau in diesen Momenten ist es wichtig in sich zu gehen, vielleicht kurz die Augen zu schließen wenn man gerade kann, sich einen Moment Ruhe zu nehmen, in sich hineinzuhorchen und sich zu fragen: Was ist das, was ich da fühle?

Ist das Traurigkeit, Angst, Einsamkeit, Wut…? Und dann kommt die spannende und wichtige Frage: Ist das wirklich meins? Ist das wirklich MEINE Angst? Ist das wirklich MEINE Traurigkeit? Ist das wirklich MEINE Wut?

Damit das ein bißchen konkreter ist, möchte ich zwei persönliche Beispiele geben:

Als Erstes ein Beispiel, das in meinem Leben immer wieder mal aufkommt und auch jetzt gerade wieder aktuell ist. Und zwar unterhalte ich mich mit Menschen die mir nahe stehen oft über meine Videopläne, über meinen Job als Videobloggerin, als Youtuberin und darüber, was ich aus meinem Leben preisgeben möchte oder was eben nicht. In vielen Gesprächen kommt es dann zu einer allgemeinen Diskussion darüber, dass viele Blogger, die als Person in der Öffentlichkeit stehen,(so wie ich) viel über sich preisgeben, dass das ganz schön krass ist, das man soviel Einblick in die Gefühlswelt, in das Leben – in Alles eigentlich – von einem Blogger bekommt.
Das findet mein Gegenüber meistens ziemlich krass und die meisten Leute sagen, dass man sich das gut überlegen sollte, ob das alles so gut ist!

Manchmal kommt dann sogar das Thema auf, ob man (als Blogger/Youtuber) damit etwas kompensieren möchte, dass man sein Leben so in der Öffentlichkeit teilt. Braucht man die Bestätigung vielleicht?
So in etwa sind schon viele Unterhaltungen von mir mit Bekannten und Freunden in den letzten sechs Jahren abgelaufen. Ich fand es immer sehr interessant, die Standpunkte der anderen Leute zu hören und zu hinterfragen, wie sie überhaupt zu ihrer Meinung kommen und was ihre Gedanken dahinter sind. Diese nehme ich immer zur Kenntnis, auch wenn es vielleicht unangenehm ist. Ich denke dann darüber nach und sehr, sehr oft habe ich meistens schon während des Gesprächs oder kurz danach ein schlechtes Gefühl in mir. Meistens spüre ich das im Bauch oder fühle, dass ich einfach nicht gut drauf bin. Ich versuche zum Beispiel einen Instagram-Post zu machen, fange an zu schreiben, den Text einzutippen und lösche ihn zehn mal. Irgendwie ist dort eine Blockade. Und wenn ich dann in mich hinein höre, sind plötzlich Ängste und Zweifel da und ich denke Huch, wo kommen die jetzt her, das war doch eben noch nicht da. Dann muss ich mich erstmal wieder ordnen und eins und eins zusammenzählen.

Von außen gesehen ist das immer relativ einfach, aber tatsächlich finde ich, dass man einfach manchmal überfordert ist und erstmal wirklich nochmal kurz zur Ruhe kommen muss. Man sollte mit sich selbst ins Gespräch kommen, um herauszufinden, woher diese plötzlichen Gefühle denn wirklich kommen.

Genau an dieser Stelle, wenn ich die Emotionen des Gegenüber doch wieder mal aufgenommen habe – obwohl ich natürlich weiß, wie das alles funktioniert und ich eigentlich meinen Standpunkt habe – frage ich mich inzwischen immer diese Frage Wem gehört das? Und in diesem Fall gehört es tatsächlich immer meinem Gesprächspartner, denn ich selbst habe diese Angst nicht.

Es ist wirklich nicht meine Angst. Es ist die Angst der anderen Person!

 

Vielleicht ist es deren Angst um mich, dass es mir nicht gut gehen könnte, dass es vielleicht für mich gefährlich ist oder es meinem Seelenleben schaden könnte soviel von mir preiszugeben, oder dass ich mich verletzbar mache. Oder es ist vielleicht auch ihre Angst vor der Vorstellung, selbst soviel preiszugeben, wenn sie sich in mich hineinversetzen.

Was auch immer es ist, wo auch immer es herkommt – das ist nicht meine Baustelle!

Und das Gefühl, diese Angst, ist nicht meins. Meine Einstellung zu diesem Thema ist nämlich komplett anders. Und das bekommt ihr ja selbst mit, durch diesen Podcast und genauso in meinen Videos – sonst wäre ich hier nicht so persönlich.

Ich glaube daran, dass, sofern man mit sich selbst und seiner Vergangenheit im Reinen ist, dass man der ganzen Welt alles von sich erzählen könnte und dabei keine Angst haben müsste oder keine Angst hätte. Warum sollte man Angst haben, wenn man mit sich, seiner Vergangenheit und Gegenwart komplett im Reinen ist und authentisch und ehrlich lebt?

Warum sollte man Angst haben, sich anderen Menschen zu öffnen?
Wir sind alle im selben Boot. Wir alle haben Ängste, wollen nur geliebt werden. Wir haben alle dieselben Ängste, nicht genug zu sein, nicht geliebt zu werden, nicht wertvoll genug zu sein. Was soll also schon passieren, wenn ich mich diesen anderen verletzlichen Seelen auf dieser Erde öffne?

Sollen sie mich verurteilen?

Aber wer kann dich wirklich mit seiner Beurteilung berühren, wenn du mit dir im Reinen bist?

 

Jetzt mal ein ganz oberflächlicher Vergleich: Wenn du dein neues rosa Kleid super findest und deine beste Freundin sagt: Oh rosa finde ich echt scheisse! – dann juckt dich das wahrscheinlich nicht, oder? Weil DU dein Kleid super findest und total glücklich mit diesem Kleid bist. Und genauso ist es auch mit unserem Leben: wenn wir im Reinen damit sind, mit dem was wir tun, wenn wir authentisch sind, warum sollten wir dann Angst haben?

Und wenn dich doch jemand verurteilt für das, was du machst oder sagst oder das, was du von dir preisgibst, wenn du zeigst wer du wirklich bist, ist es dann nicht die eigene Verurteilung von sich selbst, die der Person durch dich gespiegelt wird?

Man sagt ja so schön:

Was Hans über Peter sagt, sagt mehr über Hans aus, als über Peter.

 

So könnte man es vereinfacht auch ausdrücken, denn meiner Meinung nach steckt in diesem Satz sehr viel Wahrheit.
Und auch in dieser Situation habe ich erkannt, dass die Angst gar nicht meine eigene ist. Das war total schön und sehr befreiend zu erkennen, dass dieses blöde Gefühl, diese blöde Angst überhaupt nicht von mir kommt! Ich kann sie also frohen Herzens wieder zurück zum Absender schicken.

Eine andere Situation ist beispielsweise, wenn ich aktuell Leuten erzähle, dass, während ich zwei Monate in Asien bin, eine meiner engsten Freundinnen mit meinem Freund zusammen wohnt, sie sich supergut verstehen und sie vielleicht auch noch länger bei uns wohnen bleibt. Dann kommt immer wieder als Frage: Was? Da wäre ich aber eifersüchtig! Und dich stört es gar nicht, dass er mit einer anderen Frau zusammen wohnt? Dann denk ich immer kurz Hä? – Nee! und schicke diese Emotion sofort wieder zurück, denn diese Emotion ist absolut nicht meine. Ich freue mich riesig, dass sich die beiden gut verstehen, denn ich liebe beide. Ich liebe meine Freundin und ich liebe meinen Freund. Es sind für mich in erster Linie einfach zwei Menschen und nicht ein Mann und eine Frau, die, sobald sie in einem Haus sind, aufeinander abfahren werden.

Nein, für mich sind das in erster Linie Menschen, die ich beide liebe und ich finde es wundervoll, dass sie sich gut verstehen und dafür bin ich wirklich dankbar. Deswegen schicke ich dieses Gefühl, dass mir da immer so entgegengebrettert kommt, einfach ganz schnell wieder zum Absender zurück.

Wie man sieht, ist es auch bei mir oft so, dass man solche Emotionen manchmal ganz automatisch und ziemlich schnell zurückgeben kann. Aber aus verschiedenen Gründen kann es auch sein, dass wir anders auf solche Situationen reagieren, je nachdem worum es geht, je nachdem wie wir gerade drauf sind an dem Tag oder ob wir uns das vielleicht selbst auch schonmal gefragt haben.

Was ich mit dieser Folge also sagen möchte, ist, dass wir aufhören müssen, immer den Müll von anderen anzunehmen und in unseren Rucksack zu packen.
Denn in unserem Gepäck, das wir so durch unser Leben tragen, ist wirklich schon genug drin – sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Gegenwart. Er ist voll gefüllt mit Ängsten, mit Traumata, mit unerfüllten Träumen, mit Schmerz und Enttäuschungen – aber natürlich auch mit Positivem. Aber wir brauchen wirklich nicht noch den Krempel des Nachbarn mit auf den Berg zu schleppen und mit in unseren Rucksack packen. Das können sie schön selbst tragen und sich selbst darum kümmern.
Deshalb lasst uns lieber uns selbst darum kümmern, wie wir mit unserem Rucksack umgehen können, wie wir ihn leichter machen und nicht noch schwerer, indem wir zusätzlichen Ballast auf uns nehmen, der garnicht uns gehört.

Soviel zu dem Thema „Wem gehört das?“

Wenn es nicht dir gehört, und es dir nicht gut tut, dann gib es mit einem Lächeln an den Absender zurück!

 

Ich finde, dass es dies ein wichtiges Thema ist und ich hoffe, dass viele Leute etwas daraus mitnehmen konnten und sich in Zukunft – wenn mal wieder Unmut aufkommt – sich ab und zu mal fragen, woher das kommt. Was ist da eigentlich und woher kommt das? Und vor allem: Wem gehört das?

Ich hoffe, dass ich euch damit ein kleines Tool an die Hand geben kann oder euch an ein Tool erinnern konnte, was ihr vielleicht auch schon selber in der Vergangenheit benutzt habt, damit euer Leben ein bißchen leichter wird und damit ihr noch mehr zu euch selbst kommt und in eurer eignen Kraft sein könnt.

Ich bedanke mich von ganzem Herzen dafür, dass ihr zugehört bzw. mit gelesen habt und ich bedanke mich für all den Support, gerade auf Instagram Stories und den Direct Messages auf Instagram! Ich habe so viel geiles Feedback bekommen in letzter Zeit, das ist unglaublich! Das hat mir einen richtigen drive gegeben und Mut gemacht, in meine eigene Wahrheit zu kommen, was ich mit meinem Job und beruflich machen möchte und auch in Richtung Coaching. Es hat mich sehr gefreut! Vielen, vielen Dank!!

Ich freue mich auch weiterhin über jede neue Rezension, gerade auf iTunes. 5-Sterne Bewertungen helfen mir einfach, meinen Podcast noch weiter zu verbreiten und dadurch noch mehr Menschen zu erreichen und mehr Menschen zu einem glücklicheren und gesünderen Leben zu inspirieren, mit sich selbst und ihrer Umwelt. Deshalb freue ich mich sehr über Feedback auf diesem Wege aber natürlich auch per mail oder vor allem auf Instagram, Direct Messages (der einfachste Weg). Ich danke euch von ganzem Herzen, wünsche euch einen wundervollen Tag und hoffe, dass ihr alles, was nicht euch gehört und was schwer ist, wieder zurückschicken könnt an den Absender. Alles liebe und bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe,

Podcast Liebe statt Angst

Liebe statt Angst

Wenn wir voll in die Liebe gehen, dann hat die Angst keinen Platz mehr.

In dieser Podcast-Folge teile ich mit euch meine Gedanken zum Thema Angst und wie ich es schaffe in die Liebe zu kommen.

Liebe statt Angst!

Auf das Thema Angst stoße ich persönlich immer wieder und bin besonders im Vipassana sehr sehr oft darauf gestoßen. Ich habe vorher in der Meditation schon immer viel meine Gedanken beobachtet und  feststellen können, dass bei mir hinter vielen Sachen die Angst steckt. Im Vipassana und auch heute noch, wenn ich eine Gang-Meditation mache, habe ich manchmal das Gefühl bzw. denke ich: Wow, da ist ja irgendwie nur Angst! Du bestehst dir gefühlt nur aus Angst!

Gerade an Tagen wo ich viel körperliche Schmerzen habe, schaue ich, welche Gedanken da dahinter stecken, die vielleicht nicht immer nur positiv sind. Es ist tatsächlich immer die Angst! Das ist nie ein schönes Gefühl. Es ist immer wieder erschreckend, zu sehen, wohinter überall Angst steckt.

Ein gutes Beispiel ist auch die Eifersucht. Da könnte man auf den ersten Blick sagen, dass es einfach Eifersucht ist; man ist vielleicht einfach so, man ist vielleicht einfach ein eifersüchtiger Typ. Aber man kann das natürlich auch anders betrachten und sehen, was eigentlich dahinter steckt und zwar die Angst nicht gut genug zu sein, die Angst abgelehnt zu werden, vielleicht auch die Angst verlassen zu werden. Und vielleicht auch die Erinnerungen aus der Kindheit wo man von Menschen die man geliebt hat verlassen wurde. Und das ist nur ein Beispiel wo Angst hinter einem erst einmal anders aussehendem Gefühl steckt, wie in diesem Fall die Eifersucht.

An dieser Stelle noch einmal ein kleiner Disclaimer zum Thema Angst. Und zwar geht es in diesem Podcast nicht darum, Angst aus dem Leben zu eliminieren oder Angst als etwas schlechtes darzustellen, das wir diese möglichst wegschieben oder verschwinden lassen sollen.

Es soll vielmehr darum gehen, wie man mit Angst trotzdem mutig durch das Leben gehen kann. Denn jemand, der mutig ist, hat nicht zwangsläufig keine Angst mehr, sondern er ist nicht mehr voller Furcht, sondern er nimmt diese Angst mit, akzeptiert sie, und geht trotzdem durch die Situationen vor denen er eben Angst hat.

Es soll also vielmehr darum gehen, von der Angst in die Liebe zu gehen, und welche Methoden es gibt aus dieser starken Angststarre herauszukommen.

Mir ist ganz wichtig noch einmal zu betonen, dass ich persönlich glaube, dass wir, solange wir einen Verstand haben und somit denken können, es immer Angst bei uns Menschen geben wird.

Wir werden immer irgendwie Ängste in uns tragen.

 

Das finde ich auch völlig in Ordnung und glaube dass der wichtigste Schritt ist das erste Mal wahrzunehmen anzuerkennen, zu akzeptieren, und dann in einem weiteren Schritt in die Liebe zu gehen. Das ganze kann meiner Meinung nach sehr sehr helfen auch mit Angst ein wundervolles Leben zu führen und sich nicht von der Angst klein machen zu lassen.

Während diese Angst also immer wieder aufkam, habe ich mich gefragt:

Was ist denn eigentlich Angst?

 

Jeder spricht immer über Angst und man weiß, was gemeint ist. Angst ist auch ein sehr legitimes Ding, denn wenn man sagt, dass man etwas nicht macht, weil man Angst hat, dann sagt vielleicht jemand, Du bist ein Angsthase! oder Feigling! – aber in erster Linie versteht das jeder. Also jeder weiß, was man meint, wenn ich sage: Ich möchte keinen Fallschirmsprung machen weil ich Angst habe.

Obwohl das ein Gefühl ist, und jedes Gefühl ja sehr individuell ist, weiß jeder was gemeint ist (genauso wie bei Liebe u.a. ). Aber wie würde man Angst genau definieren? Ganz zufällig bin ich in einem Buch über eine ganz wundervolle Definition gestoßen die mir sehr, sehr hilft, von der Angst in die Liebe zu kommen.

Ich lese gerade das Buch Mut von Osho. Das habe ich gar nicht gelesen, weil ich unbedingt mutiger werden wollte, aber irgendwie hat mich das angesprochen.

Osho sagt in diesem Buch:

Angst gibt es eigentlich gar nicht!

 

Angst beschreibe nur einen Zustand, so wie Dunkelheit und Dunkelheit beschreibt ja auch nur die Abwesenheit von Licht. So beschreibt Angst nur die Abwesenheit von Liebe. Das muss man erst mal sacken lassen, finde ich.

D.h. also, Angst ist nur ein Zustand, wenn Liebe nicht da ist. Wir nennen es Angst, aber eigentlich gibt es Angst gar nicht, es beschreibt einfach nur die Abstinenz (so wenn Licht nicht da ist und Dunkelheit dafür erscheint und wir es Dunkelheit nennen). Osho sagt, dass wir Angst kreiert hätten, um das Gefühl von wahrer und tiefer Liebe besser verstehen zu können. Man braucht ja oft einen Gegenpol, um etwas wirklich greifen zu können. Es immer ganz gut den Gegensatz zu kennen. Deshalb hätten wir diese Definition, dieses Wort,  dieses Verständnis von Angst kreiert.

Witzigerweise habe ich das gelesen, ein paar Tage bevor etwas wirklich unschönes in meinem Leben passiert ist, als ich völlig und richtig doll in die Angst gegangen bin bzw. normalerweise noch mehr gegangen wäre.

Durch dieses Buch und die Erkenntnis, dass es Angst vielleicht so gar nicht gibt und ich nur in die Liebe gehen muss und ich gar nicht gegen die Angst kämpfen muss, war ich ein bißchen auf diese Situation vorbereitet. Aber trotzdem hat sie mir den Boden unter den Füßen weggerissen. (Ich habe überlegt, ob ich das hier genau erzählen, aber das würde jetzt etwas ausarten und muss an dieser Stelle nicht sein, aber vielleicht werde ich euch ein anderes mal erzählen, was da passiert ist).

Auf jeden Fall war es etwas, was mir all meine Sicherheit genommen hat und mir sehr, sehr große Angst gemacht hat.

Ich wurde erst einmal sofort super emotional und habe mich an das Problem bzw. die Angst vor der Zukunft gehaftet.

Früher wäre ich absolut da drin geblieben. Wenn so dramatische Sachen passiert sind, dann war ich immer ein Mensch mit extremen Höhen und extremen Tiefen. Ich konnte mich immer sehr, sehr doll verlieben und Menschen sehr schnell lieben, ihnen das zeigen und völlig aufgehen da drin und viel Freude empfinden. Aber genau so konnte ich auch schon immer ganz extrem Angst und negative Gefühle fühlen und war wirklich traurig und besorgt. Normalerweise ist dann auch die Migräne immer aufgekommen. Diesen Kreislauf möchte ich ja unterbrechen. Da möchte ich nicht mehr mitmachen. D.h., ich muss etwas ändern.

Denn wenn man sich weiter so verhält wie man es immer getan hat, dann wird sich natürlich auch nichts ändern.

 

Wenn ich also möchte, dass ich nicht immer den Boden unter den Füßen verliere, wenn sich um mich herum alles so verändert, wie ich es nicht gerne hätte, dann muss ich selbst etwas ändern. Dann von alleine wird sich das nicht ändern, wie ich Ich verhalte und was ich fühle. Zu allererst habe ich versucht meine Angst zu erkennen, zu benennen, in mich hinein zu fühlen und dann meine Glaubenssätze, die aus dieser Angst entstanden sind, zu hinterfragen (nach den großartigen Büchern von Byron Katie – Lieben was ist/The work):

Ist das wirklich wahr?

Kann ich das wirklich zu 100 Prozent wissen?

Um das etwas weniger abstrakt zu machen, noch ein Beispiel: wenn gerade eine Beziehung verloren habt und dann dieser negativen Glaubenssatz kommt:

Ich werde für immer alleine sein!

Ich werde niemanden mehr finden!

Ich werde wahrscheinlich keine Kinder mehr kriegen können, keine Familie mehr gründen können denn ich bin jetzt schon so alt.

Ich werde nie wieder jemanden finden der mich so sehr liebt.

Ich werde nie wieder jemanden so lieben können.

In diesem Glaubenssatz, der nun wirklich nicht von der Liebe geprägt ist, entsteht einfach Angst! 

Der ersten Schritt, den ich immer gehe, ist, dass ich mich frage Ist das wirklich wahr?

 

In diesem Beispiel also:

Ist das wirklich wahr, das du niemanden mehr kennen lernen wirst in deinem Leben?

Kannst du wirklich zu 100 % wissen, dass du jemanden nicht noch mal genauso lieben wirst, wie du es getan hast?

Mir geht es meistens so, dass man spätestens auf die zweite Frage nicht mehr Ja! sagen kann. Eigentlich konnte ich noch nie bei der zweiten Frage ehrlich Ja! sagen, sondern spätestens da war es immer Nein.

Bei der ersten Frage, Ist das wirklich wahr?, kommt manchmal noch das Ego, was sagt: Ja klar ist das wahr! Spätestens bei der zweiten Frage muss man sich dann aber eingestehen: Tatsächlich? Zu 100%  kann man ja eigentlich nie etwas wissen! Das ist immer schon der erste Schritt aus der Angst heraus – so ist es bei mir auf jeden Fall.

Ganz spannend war, dass ich an diesem Tag auch noch einen Termin bei meinem Heiler/Masseur (ein traditioneller balinesischer Medizinmann, der viel mit Massagetechniken arbeitet). Er ist ein sehr weiser Mann, von dem ich viel gelernt habe im letzten Jahr, was auch zu meiner tiefen Meditationaspraxis geführt hat (er sagte zu mir, dass sei der Weg aus meiner Denkerei, meinen Worries heraus, die zu meiner Migräne führen).

Ich dachte also, ich gehe dahin und und sag ihm, dass es mir viel besser geht, dass alles gut ist und ich nur noch ein bisschen Power für das letzte bisschen brauche. Stattdessen bin ich dahin gekommen, war total verheult, und habe ihm erzählt, was gerade passiert ist. Natürlich tat es ihm leid, es klang auch tatsächlich etwas uncool für ihn. Wie beim letzten Mal, meinte er dann aber wieder zu mir: Don`t worry! Wenn etwas um dich herum passieren soll, passiert es sowieso. Du kannst es nicht ändern. Es werden immer Dinge – gute und schlechte – um dich herum passieren.

Das einzige was du wirklich unter Kontrolle haben kannst, ist, wie du auf das Leben reagierst, also dein inneres.

 

Manage yourself! hat er gesagt. Meditate. Relax. Don´t worry!  und Keep going!

Mach einfach weiter mit den Dingen, die du zu tun hast. Geh also nicht zu sehr in die Angst hinein.

Danach habe ich dann noch einmal geheult, ganz viel gesungen, getanzt und an dem Abend ganz wundervolle Menschen um mich herum gehabt. Das war sehr, sehr schön. Ich habe für mich beschlossen, dass ich nicht komplett in die Angst herein gehen werde. Die Angst wird mit mir gehen, ich will sie auch gar nicht wegschieben. Darum geht es eben auch nicht, dass man Angst wegschiebt. Denn, wie gesagt, wenn man sie versucht weg zu schieben dann bindet man sie eigentlich nur noch mehr an sich, weil man ihr so viel Energie schickt und so viel an sie denkt und sich anhaftet.

Stattdessen gehe ich in die Liebe und versuche, es einmal so zu machen, wie Osho es gesagt hat: Gehe in die Liebe und Dankbarkeit!

Wie in meinen anderen Podcasts schon gesagt, finde ich, dass der einfachste Weg in die Liebe die Dankbarkeit ist; die Dankbarkeit für die kleinsten Dinge. Ich habe daran gedacht, wie dankbar ich bin, einfach zu leben und so viel Liebe um dich herum zu spüren, soviele Menschen immer wieder kennenlernen zu dürfen, die ganz zauberhaft und wundervoll sind. Ich bin dankbar mit all diesen großartigen Menschen auf dieser Erde zu sein und diese traumhafte Natur sehen zu dürfen, die Liebe für andere Menschen spüren zu dürfen, für andere Tiere aber inzwischen auch für mich selbst. Da habe ich gemerkt, dass Osho ganz schön Recht hat!

Denn wenn man das Licht wieder anmacht, also völlig in tiefe Liebe geht, dann ist die Dunkelheit, die Angst, gar nicht mehr da.

 

Er hatte ein gutes Beispiel, in dem er meinte: Erinnert euch einmal daran, wenn ihr frisch verliebt wart – also die ersten Monate oder Wochen, je nachdem wie lange das angehalten hat. Wenn man nur zusammen war, sich in die Augen geschaut hat und alles drum herum war weg und wie weggeblasen. Man brauchte nichts zu essen, man brauchte kein Schlaf, einfach nichts, weil man so völlig verliebt war. Da ist man in der kompletten Liebe. In so einem Moment ist keine Angst, oder? Also ich kann mich nicht daran erinnern! In so einem Moment, in dem ich mega frisch verliebt war, war ich immer in der Liebe und nie in der Angst!

Osho sagt, wenn sie dann doch noch da ist, die Angst, und man meint: Ja aber ich bin doch schon voller Liebe. Ich bin doch schon dankbar und liebe alles um mich herum und mich selbst!  – dann ist man aber eigentlich noch nicht komplett in der Liebe.

Das heißt, dass wir uns gar keine Gedanken machen brauchen, wie wir jetzt diese total blöde Angst loswerden und immer wieder denken:

Mensch, ich muss die Angst loswerden, ich muss sie wegdrücken!

Was kann ich tun, um die Angst loszuwerden?

Das brauchen wir überhaupt nicht! Damit haften wir uns nur noch mehr an dieses Gefühl an und wir sorgen dafür, dass es bleibt. Und das wollen wir ja eben nicht.

Wir müssen also nicht die Angst bekämpfen – das ist ja auch so negativ und macht ja auch gar keinen Spaß, schon wenn man es hört.

Wir müssen bzw. dürfen uns nur völlig der Liebe hingeben – und das ist viel, viel schöner, als die Angst zu bekämpfen.

 

Wow! Wunderschön, oder? Ich finde, es ist wunderschön und viel schöner geht es auch gar nicht! Das klingt viel leichter und einfach viel, viel schöner, als die Angst zu bekämpfen.

Und wie geht das? Das ist dann die nächste Frage!

Was ist denn für dich Liebe? Was bereitet dir völlige Freude? Wofür bist du dankbar? Was erfüllt dein Herz mit Liebe? 

Bei mir ist es definitiv die Natur,Tiere, Singen, Tanzen, mit Menschen die ich schätze gute Gespräche zu haben mit ihnen einfach Zeit zu verbringen.

Mach Dinge, die dir gut tun und sich gut anfühlen, für die du dankbar bist, die du liebst. Denke daran, wie es sich anfühlt, sie zu machen, wenn du sie jetzt gerade nicht machen kannst. Denke an Menschen die du von Herzen liebst und stelle dir vor, wie diese Liebe deinen ganzen Körper ausfüllt und verliere dich richtig in dieser Liebe und merke, wie sich durch positive Gedanken immer mehr die Liebe in deinem Herzen ausbreitet.

Das Licht geht an und die Dunkelheit verschwindet immer mehr.

Das ist wirklich ein Training!

 

Auch bei mir! Denn die Situation ist wirklich nicht gerade easy. Ich hatte mir das so nicht vorgestellt – in diesem Jahr, diesem Monat. Ich dachte, dass das Leben irgendwie gerade anders läuft. Aber ich nehme es so hin, wie es jetzt gerade ist und versuche ganz aktiv jeden Tag wieder in die Liebe hinein zu gehen und nicht in mein typisches Verhalten, in der Angst zu bleiben und die Angst vor der Zukunft immer größer zu machen, indem ich über sie nachdenke. Sondern ich gehe immer wieder in die Liebe. Ja, es ist nicht easy und es macht die Situation in meinem Leben jetzt auch nicht gerade komplett einfach. Ich muss mich trotzdem um Sachen kümmern und irgendwie mit der Situation zurecht kommen. Aber es macht die Situation viel, viel leichter!

Dadurch, dass man so völlig in der Liebe ist, kommt man auch ins Vertrauen dass alles seinen Sinn haben wird und das am Ende alles gut wird. Es ist jetzt gerade so und es ist auch gut, wie es ist. Selbst wenn es sich erst einmal scheiße anfühlt. Genau so soll es jetzt sein!

Es ist immer nur unser Gedankengut, also unser Verstand, der uns Probleme macht. Es ist unser Verstand, der uns sagt – aus Erfahrung oder aus Angst vor der Zukunft – wie es werden könnte und was passieren könnte. Dadurch Fangen wir an, Angst zu haben und nicht zufrieden mit der jetzigen Situation zu sein. Aber jetzt gerade atme ich, habe ich Essen…Egal was sonst ist –  ich lebe! Alles ist gut!

Soviel zu Osho – ein großer Meister! Ich lese dieses Buch gerade mit voller Freude!

Ich habe auch schonmal ein Video zum Thema „Ängste überwinden“ gemacht. Wenn ihr noch einmal konkrete Tipps braucht, wie man in einer Meditation in der Ruhe mit sich selbst durch Angst gehen kann, dann schaut euch das gern an.

In dem Video erkläre ich auch nochmal ein paar Techniken, die man Angst überhaupt erst einmal sehen und loslassen kann. Das ist quasi der erste Schritt bevor diese weiteren Schritte kommen, die ich jetzt erklärt habe. Das ist leicht ist von der Angst denn die Liebe zu kommen, habe ich definitv nicht gesagt. Es ist manchmal richtig schwer, ich weiß und das geht mir auch so. Man kann daran arbeiten, in die Liebe zu kommen. Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich!

Denn auf der Seite der Liebe ist es viel, viel schöner!

 

Die großen Männer und Freiheitskämpfer dieser Welt haben uns das schon gezeigt, selbst die, die im Gefängnis saßen und trotzdem in der Liebe mit sich selbst und der Welt waren  und trotzdem ihr Glück gespürt haben. Denn sie haben ihr Glück nicht abhängig gemacht von äußeren Umständen. Die Wahrheit ist ja einfach: wenn wir unser Glück von außen definieren lassen bzw. wie so ein Fähnchen im Wind sind, dass uns immer schnell etwas umhauen kann, dann werden wir nie wahres, dauerhaftes Glück erfahren. Immer wieder werden Sachen von außen kommen, die uns vielleicht nicht so gut gefallen. Wir leben eben nicht alleine auf diesem Planeten, sondern in einem Kollektiv. Deswegen finde ich es sehr wichtig, dass man bei sich selbst ist und für sein eigenes Herz sorgt. Meiner Meinung nach ist dies ein sehr guter Weg, um für sich selbst zu sorgen.

Ich hoffe, ich habe aus dem was ich sagen wollte irgendwie eine Runde Sache gemacht. Auch wenn es sich zwischendurch manchmal nicht so angefühlt hatte, hoffe ich, dass die Message angekommen ist und dass ich dem ein oder anderen von Euch damit Mut machen konnte, so wie es Osho bei mir gemacht hat. Ich möchte euch Mut machen von der Angst in die Liebe zu kommen – und das auch in schwierigen Situationen. Es ist auf jeden Fall ein gutes Training. Ich trainiere das auch gerade, ihr seid also nicht allein.

Ich möchte mich nochmal bei euch bedanken für die vielen netten Kommentare! Besonders auf Instagram Direct und per mail bekomme ich zur Zeit so viele nette Nachrichten, richtig lange schöne Nachrichten, was mein Podcast und die Videos in euch bewegen und wie sie euch Mut machen und Selbstvertrauen geben und euch stark machen…

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein unheimlich schönes Gefühl ist, weil es genau das ist, was ich bewirken möchte!

Es ist genau das, was ich möchte! Das lässt mein Herz einfach vor Freude springen und gibt mir soviel Kraft und Mut – gerade auch in dieser Zeit, in der ich eben auch zu kämpfen habe diese Angst in Liebe zu verwandeln.

Es gibt mir einen richtigen Push, euer Feedback zu bekommen und zu hören, dass euch das gut tut, was ich hier mache! Deshalb, von ganzen Herzen, ein großes, großes DANKESCHÖN!

Ich freue mich über jede Rezension auf iTunes, ganz besonders über alle 5 Sterne Rezensionen und wenn ihr noch ein paar Worte dazuschreibt und natürlich freue ich mich auch über alle privaten Nachrichten!

Ich hoffe es geht euch gut und ich wünsche euch einen wundervollen Tag!

Alles Liebe,

 

Buch „Lieben was ist“ von Byron Katie
Buch „Mut“ von Osho 
Mein Video mit Tipps zum Überwinden von Ängsten

Lust mir zu folgen?

Zwiebelprinzip der Persönlichkeit

Zwiebel-Prinzip der Persönlichkeit

Als  Fortsetzung der letzten Podcastfolge, als es um das Thema Meditation ging, teilt heute meine liebe Freundin Carina ihre Erfahrungen aus einem 10-tägigen Meditations-Kurs, dem Vipassana, mit euch.

Carina berichtet unter anderem von grundsätzlichen Regeln des Vipassana, ob es auch für Anfänger geeignet ist und sie teilt ihre ganz persönlichen Learnings während dieser intensiven Zeit mit uns!

Ich habe mein erstes Vipassana bereits fest geplant und womöglich bleibe ich nach diesem Podcast auch nicht alleine damit?!

Links zum Thema:

Das Zwiebel-Prinzip der Persönlichkeit

Heute gibt es die zweite Folge des letzten Podcast, wo es um das Thema Meditieren ging und meine liebe Freundin Carina von den Blog und YouTube Kanal Travel Run Play ist wieder dabei!

Falls ihr die letzte Folge noch nicht gehört habt, hört sie euch unbedingt an, bevor ihr diese hier hört, denn da geht es um die allgemeinen Dinge rund ums Meditieren, wie wir damit angefangen haben, wie wir jetzt meditieren, was uns das gebracht hat und unsere Tipps für Anfänger.

Heute geht es auch sehr viel darum, was Carina erfahren hat, denn ich möchte sie ein bißchen ausquetschen, zum Thema Vipassana Meditationsretreat 🙂

Das hat nicht nur den Grund, dass Carina das eben gemacht hat und ich das so toll finde, sondern ich sage mir selbst bereits sein 1 bis 2 Jahren, dass ich das machen möchte. Ich habe mich aber nie getraut. Ich habe immer gedacht Oh Gott, oh Gott, wie soll ich es schaffen, soviele Stunden am Tag zu meditieren und so viele Tage hintereinander? Was ist, wenn ich dann krank bin und ich Migräne habe? dies und das… also völliges Gedankenkarusell! Jetzt hat Carina das aber im Januar in Thailand gemacht und deswegen wollte ich sie dazu einmal ein bisschen befragen und vielleicht ist es für euch ja auch interessant.

Was bedeudet eigentlich Vipassana?

 

Andrea: Was ist das eigentlich überhaupt, so ein Vipassana? Das klingt ja schon komisch…

Carina: Also Vipassana könnte man übersetzen mit Die-Dinge-klar-sehen oder Einsicht. Das ist eine Form von Meditation, die ganz ursprünglich aus dem Buddhismus kommt, aber heutzutage konfessionslos und in Zentren praktiziert wird. Da können Muslime hin, Juden, Chirsten, wer auch immer. Es können alle hin, alle werden aufgenommen – es ist komplett konfessionslos. Das Wort „Retreat“ ist immer so ein wenig irreführend. Unter Retreat stellt man sich irgendwelche Spa-Anwendungen und Massagen vor. Das ist es vielleicht auch ein bißchen – es sind Anwendungen für den Kopf. Aber es ist eigentlich ein Kurs, der normalerweise 10 bis 21 Tage dauert; das ist je nach Zentrum unterschiedlich. In dem Zentrum, in dem ich diesen Kurs gemacht habe, wäre der volle Kurs 21 Tage gewesen. In Deutschland ist das normalerweise zehn Tage. In Deutschland haben die Leute auch nicht so viel Urlaub, um das mal so eben kurz zu machen.

Man sagt, das ist eine der tiefsten und intensivsten Formen der Meditation, die man üben kann auf diesem Planeten. Das muss jeder persönlich für sich herausfinden, ob das dein Ding ist, ob es für ihn etwas bringt, ob das für ihn auch so tief ist. Für mich war es auf jeden Fall sehr intensiv!

Ablauf des Meditationskurses

 

Andrea: Was macht man denn da überhaupt? Ist es die Art der Meditation, oder wieviel man meditiert oder was genau macht es so intensiv? Was ist der überhaupt der Rahmen?

Carina: Genau, es ist mehr oder weniger der Rahmen, an dem das gemessen wird, weil man einfach von morgens bis abends – und zwar von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends (das unterschiedet sich auch nochmal zwischen den Zentren) – meditiert. Es ist eine edle Stille, man darf also mit niemandem reden, außer 1 bis 2 mal am Tag mit seinem Meditationslehrer, der einen dann so ein bißchen „einstellt“. „Einstellt“ im Sinne von: Meditationslänge oder der dir sagt, was du machen sollst. Aber man darf nicht mit den anderen Teilnehmern kommunizieren, Man darf generell keinen Input in sich aufnehmen, keine Musik hören, kein Internet und natürlich keine Nachrichten schreiben. Man darf aber tatsächlich auch nichts aufschreiben, kein Yoga machen, kein Sport (keine sit-ups, kein booty shaking 😉 ). Deshalb wird es eben auch als eine der intensivsten Meditationsformen betrachtet, weil es sehr streng ist. Es ist aber aus einem guten Grund so streng, weil man sich einfach komplett einmal frei macht von allen Ablenkungen, alles was die eigene Identität so den ganzen Tag zuschaufelt.

Andrea: So ein bißchen wie aktiver Urlaub für den Geist.

Carina: Ja, oder, das man einfach den Geist entrümpelt und alles, was man tagtäglich obendraufschaufelt –da kommt die Nachricht rein – dann die Email – dann ist da ein Auto, dass mit Sound vorbeifährt – einfach mal wegschiebt von seiner eigenen Essenz. Das ist dann Die-Dinge-klar-sehen, die Dinge sehen wie sie sind und nicht getrübt von einem Geist, der abgelenkt ist durch alle möglichen Einflüße.

Auch für Anfänger geeignet?

 

Andrea: Das heißt, man kommt da hin und muss schon Meditationsprofi sein? Als du da hingegangen bist, hast du ja schon lange meditiert. Hättest du dir das auch vorstellen können, dass du das vor 2-3 Jahren gemacht hättest: 10 Tage, jeden Tag von morgens 4Uhr bis abends ?

Carina: Vermutlich nicht… Also damals hatte ich das auch noch gar nicht auf dem Schirm. Es ist eben manchmal so, wenn man sich mit Meditation usw. auseinandersetzt, dann kommen auf einmal solche Wörter auf, solche Techniken und Dinge. Auf einmal steht dann Vipassana im Raum. Ich habe es von einer Freundin empfohlen bekommen, die das häufige Male gemacht hat. Ich habe vor einem Jahr davon erfahren und wollte es direkt machen, weil ich es super spannend fand…

Andrea: Mutiger als ich!

Carina: Ach quatsch, nee. Ich habe ja auch keine Migräne! Das ist, glaube ich, etwas, wo noch mehr Ängste dabei sind. Ich wollte mich einfach voll ins kalte Wasser schmeißen. Aber es hat dann einfach nicht geklappt. Ich war in Mexico, habe danach geguckt, aber es waren alle Vipassana Kurse dort komplett ausgebucht. Da muss man sich also früh genug drum kümmern.

Wenn ich damit komplett angefangen hätte zu meditieren, hätte ich vermutlich Angst davor gehabt – vielleicht auch begründet. Aber ich würde sagen, es ist auch etwas für Anfänger!

Jeder kann das machen. Es ist dann vielleicht einen Tick mehr eine Herausforderung. Aber es ist einfach für jeden herausfordernd, egal wie weit er in seiner Praxis ist. In meinem Kurs habe ich auch Leute kennengelernt (wir haben natürlich nicht IN dem Kurs gesprochen, aber danach),  die komplette Anfänger waren. Da war ein junger, 23-jähriger Bursche, der davor auch noch nie meditiert hat und es auch von irgendjemandem gehört hat und es einfach spannend fand. Er hat es dann einfach gemacht.

Andrea: Und wie fand er das?

Carina: Er fand es super hart! Er hat es auch nicht 100% durchgezogen, (im Sinne davon, dass er sich den Wecker zwar um 4 Uhr gestellt hat, aber dann doch noch mal 2 Stunden liegengeblieben ist), was aber auch völlig o.k. ist. Also jeder so, wie er kann und möchte. Es ist eben nicht so, dass es irgendein Lehrer dann kontrollier,  sondern du bist dort für dich selbst. Du hast deine komplette Verantwortung und musst halt einfach gucken, wie weit du gehen möchtest.

Wie hart wird es wirklich?

 

Andrea: Und wie meditiert man da? Also ist das für sich selber oder in der Gruppe?

Carina: Das ist unterschiedlich von Zentrum zu Zentrum. Normalerweise ist es so, dass du eine Meditationshalle hast, in der du meditieren kannst oder aber in deinem Zimmer. Ich hatte dort damals eine Laufbahn aus Filz, wo ich dann meine Geh-Meditation machen konnte. Ich kann jetzt immer nur von meinem Zentrum sprechen: Eine Session bestand aus einer Gehmeditation und eine Sitz-Meditation. Das waren am Anfang 15 Minuten Geh-Meditation, 15 Minuten Sitz-Meditation. In den Gesprächen, die du mit deinem Lehrer hast, wirst du dann „eingestellt“, in dem Sinne dass du 5 Minuten mehr machen sollst, (also 20 Minuten Geh-Meditation, 20 Minuten Sitz-Meditation) und dass die Pausen zwischendurch kürzer wurden. Du hast diese eine Session aus Geh-und Sitz-Meditation und dann machst du zuerst eine halbe Stunde Pause und dann verkürzt du die Pausen, verlängerst also die Meditations-Sessions.

Andrea: Das heißt, wieviele Stunden ist man insgesamt ungefähr mit Meditieren beschäftigt?

Carina: Ungefähr so 12 bis 15 Stunden.

Andrea: Da könnte man ja denken, dass man dort ganz schön schnell ganz schön weise wird und dass man ganz schön schnell richtig genervt ist, weil man keinen Bock mehr hat, sich da hinzusetzen. 

Carina: …oder man verrückt wird.

Andrea: …verrückt wird, genau! Oder frustriert wird und abbrechen möchte. Da kann ja ganz viel hochkommen in 12 Stunden und dann noch, ohne mit jemandem zu reden. Wie fühlt man sich denn da?

Carina: Ganz schön durchgewrungen! Das ist total abgefahren, was da eben alles für Gefühle hochkommen. Du kannst dich in dem einen Moment über alles aufregen und sagen Ey, ich schmeiß das jetzt hin! Was ist das hier für ne verdammte…! Und 10 Minuten später sitzt du da: Stille See und alles ist fein und du bist voll in Ordnung mit dir selbst und du denkst Ja doch, nee, is alles cool! Also bei den Gefühlen merkt man etwas ganz eindeutig in diesem Kurs: Du bist nicht deine Gefühle! Deine Gefühle kommen und gehen. Es kommt darauf an, wie sehr du dich darauf einlässt, wie sehr du dich reinsteigerst.

Andrea: In den Schmerz auch, den Schmerz, der immer kommt und geht.

Carina: Genau, volle Kanne! Es ist echt der Wahnsinn, wieviel man über sich selbst lernt in diesem Kurs. Auch dieses Gefühl, dass man denkt, irgendwie zu sein. Dass man von sich diesen Glaubenssatz hat:  Nee, ich brauche meine 8 Stunden Schlaf am Tag, ansonsten geht gar nichts!  / Bevor ich morgens meinen Kaffee hatte, komme ich nicht raus! / Ich brauche abends Essen! / Ich brauche jede Stunde einen Kaffee!/ Ich brauche meinen Wein am Abend! / Ich brauche mein Yoga! / Ich muss laufen gehen – ohne Laufen fühle ich mich nicht als ich selbst!

Man verabschiedet sich halt komplett von diesen Gedanken, weil man merkt, was alles möglich ist, zu was man selbst fähig ist, wenn man sich verabschiedet von den ganzen Sachen, die man über sich selbst denkt. Man merkt, dass es möglich ist, 15 Stunden am Tag  zu meditieren.

Erkenntnisse und Learnings

 

Andrea: Ich stelle es mir vor, dass es einen total frei macht, um sich neu anzuschauen. Wer bin ich eigentlich?  Was kann ich eigentlich? Was mache ich eigentlich gern? Und auch um sich neu anzugucken, was alle andere über einen denken und das, was man selbst seit 20, 30 oder 40 Jahren über sich denkt, etwas entfernter zu betrachten. Das ist ja auch ein spannendes Thema, was da hoch kommt.

Carina: Definitv! Da kommen total viele spannende Themen hoch. Ich habe mich zum Beispiel an Dinge erinnert, an die ich 20, 25 Jahre nicht gedacht habe und auf einmal war dann ein Bild da und du denkst dir Krass, o.k. , woher kommt das denn jetzt? Indem man eben diese ganzen Ablenkungen wegschiebt…  Mein Meditationslehrer hat das so schön beschrieben: es ist so, als würdest du dich durch die Erde buddeln, also versuchen, am Kern anzukommen. Und da buddelst du und manchmal ist es einfach, du hast lockere Erde oder Sand. Manchmal kommen ein paar Steine, also Gedanken, die du dann sinnbildlich wegschmeißen kannst. Du buddelst, buddelst, buddelst – und auf einmal kommst du auf einen riesengroßen Felsen. Das ist dann eben eine Erkenntnis, die kommt und du dir denkst: Oh mein Gott! Woher kam das denn jetzt?

Die kann dich also einfach vom Stuhl oder Sitzkissen hauen und du denkst dir Oh krass, da war ja was!

Es ist die Kunst, um diesen Stein herumzubuddeln und dann trotzdem bei dir zu bleiben oder wieder zu dir zurückzukommen, zu sagen: Ok, ich lasse mich jetzt nicht von den aufkommenden Emotionen ablenken und von dem Stein entmutigen! und nicht zu denken: Ok ich schmeiße das jetzt! Es tut so sehr weh, ich kann da jetzt nicht durch…

Man kann da immer durch!  Man schafft es, sicht mit den Erkenntnisse und den Sachen, die man eigentlich so tief vergraben hat, auseinanderzusetzen, auch wenn man sie eigentlich vergraben hat, damit sie nicht mehr hochkommen. Aber es ist gut, sich damit auseinanderzusetzen oder sie zumindest zu sehen. Es geht gar nicht darum, sich dem Schmerz komplett hinzugeben und ganz traurig zu werden, sondern ihn zu sehen und einfach zu sagen Ja stimmt, es ist da! Es ist Teil meines Wesens. Das ist o.k., aber ich kann es auch loslassen.

Andrea: Ich glaube auch, das ist etwas, was man ganz doll lernen kann, darf bzw. muss, wenn man meditiert. Es ist eben nicht die Kunst, die Gefühle und Gedanken irgendwie in eine Kiste wegzupacken. Denn es ist ein Trugschluß, sie verschwinden dadurch nicht. Ich glaube, dass jeder solche Kisten hat, wir haben sie alle irgendwo. Um wirklich wahres Glück, also wahren Frieden mit uns selbst und unserer Umwelt zu erfahren, müssen wir diese Kisten rausholen und müssen alle einmal aufmachen, reingucken und eben auch annehmen, was da für Gefühle hochkommen. Ich glaube das das ganz doll ein Kisten-auspacken ist.

Carina: Total, ja!

Andrea: Wenn wir sie eben geöffnet und angeguckt haben, dann können wir sie auch neben uns stellen, ohne dass die uns weiterhin so fertig machen. Und in Wahrheit, in der Erde da, haben die uns vielleicht viel mehr gestresst, als wenn wir sie dann einmal angucken und einmal richtig fühlen und sie dann eben sein lassen.

Woran ich gerade denken musste: Kennst du dieses Zwiebelprinzip von der Persönlichkeit? Diese ganzen Lebensthemen, mit denen man sich beschäftigt, die Vergangenheit und so – das ist ein bißchen wie eine Zwiebel, wenn man die unterschiedlichen Zwiebelschalen abtrennt und schält. Wenn du in deinem normalen Alltag bist, dann kommen immer wieder neue Schalen hinzu, durch den Streit mit einer Freundin oder irgendetwas, was dich enttäuscht hat oder was auch immer dich beeinflusst (z.B. die Medien). Dieses Beispiel passt glaube ich hier perfekt, denn im Vipassana hast du eben nicht den Fall, dass immer wieder neue Layers kommen und deswegen schafft man es auch eher, an diesen Kern heranzukommen als im Alltag.

Im Alltag bildet sich immer wieder eine neue Zwiebelschicht. Du kannst noch so sehr abschälen, du kommst halt nicht so leicht an den Kern. Deswegen sind diese 10 Tage wahrscheinlich auch so intensiv. Man kommt an Themen, an die man sonst nicht so leicht rankommt

Carina: Ja definitiv, so habe ich das auch erlebt. Dass Vipassana ist eben nicht etwas, was ich einmal mache und dann bin ich frei von allem, dann bin ich geheilt. Ich hoffe, es dann auch durchzuhalten, aber gerade nehme ich mir vor, einmal im Jahr ein Vipassana zu machen. 

Andrea:  Ach, bist du noch nicht erleuchtet? 😉

Carina: Hm, irgendwie nicht – ich weiß nicht, was ich falsch mache…

Man kann einfach nicht sagen, dass, wenn man wie wir  30 Jahre auf der Welt ist, man in 10 Tagen alles durchgearbeitet bekommt. Das funktioniert einfach nicht. Tatsächlich ist die Frage, ob man es überhaupt in einem Leben schafft – muss man wahrscheinlich auch nicht. Es bringt einem selbst so viel, die Dinge zu erkennen, zu sehen, damit zu arbeiten. Deswegen kann ich persönlich es auch nur empfehlen, und ich empfehle es damit auch mir, es einmal im Jahr zu machen. Wie ein Reset Button für den Kopf, alles einmal auf Null stellen. Dann können die Zwiebelschalen wieder kommen, aber ich versuche eine nicht zu dicke Zwiebel zu werden…

Andrea:  …haha, das ist sehr schön! Ich versuche in 2017 eine nicht zu dicke Zwiebel zu werden!

Carina: das nehme ich mir auf jeden Fall vor und ich denke mir, wie schön gewesen wäre, wenn ich schon mit Anfang 20 von Vipassana erfahren hätte. Wie sehr hätte es mich gestresst damals, wie hart wäre dieser Kampf gewesen, weil ich eben da noch viel, viel unruhiger war als jetzt 8-9 Jahre später. Aber wie toll auch, was für eine tolle Möglichkeit das gewesen wäre, mich da mit mir auseinanderzusetzen. Ich denke, man kann nie früh genug anfangen.

Wenn du als Zuhörer/Leser noch überhaupt keine Meditationserfahrung hast, finde ich das überhaupt nicht schlimm. Wenn dich das hier gerade alles anmacht, stell dich einfach der Herausforderung! Wenn du denkst, das könnte interessant sein für dich oder spannend, dann warte nicht, bis du eine halbe Stunde am Stück meditieren kannst. Das würde dir beim Vipassana genauso wenig weiterhelfen, als ob du nur 5 Minuten oder 1 Minute meditieren kannst. Es ist auf jeden Fall eine ganz, ganz tolle Form, sich selbst ein Stück näher zu kommen sich selbst besser zu verstehen.

Carinas Top Learnings

 

Andrea: Zum Abschluss noch mal:  was würdest du rückblickend als die 3 Top-Learnings des Vipassan nennen?

Carina: Es sind eigentlich schon alles die Sachen, die wir gerade angesprochen haben.

An aller erster Stelle: ich kann alles schaffen, was ich mir vornehme!

An zweiter Stelle: ich mach alles nur für mich selbst! Als Beispiel: beim Vipassana war ich freiwillig. Ich hatte Momente, in denen ich dachte, ich packe jetzt alles und fliehe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Aber ich war da freiwillig und habe es nur für mich selbst getan. Es hätte mich niemand aufgehalten zu gehen, es wäre mir niemand böse gewesen, denn es haben bestimmt schon 10.000 Leute gemacht. Aber ich war nur für mich selbst da und dieses Gefühl, dass ich etwas nur für mich selbst tue, hat mir ganz viel Kraft gegeben.

Mein drittes Learning: Noch viel mehr, als in meinen ganzen Jahren der  Meditationpraxis davor, hat mir Vipassana gezeigt, dass dieses sich-in-die-Stille-zurückbesinnen, auf-sich-selbst-besinnen so viel Wert ist und mir so viel bringt. Es bringt mich so sehr zu mir selbst. Das habe ich mehr gespürt als in den ganzen Meditationen, die ich davor gemacht habe.

Andrea: Sehr schöne Learnings, die hoffentlich viele von Euch motivieren, vielleicht auch diesen Weg zu gehen und vielleicht spürt ihr das irgendwie.  Bei mir ist es so, dass man mir vor 1,5 Jahren davon erzählt hat – und auch jetzt ist es so, wenn ich es von Carina höre, finde ich es mega krass beeindruckend und ganz, ganz mutig das zu machen (also von außen betrachtet) und stark, wenn man das „durchgestanden“ hat. Aber ich spüre gleichzeitig, dass ich das auch unbedingt will. Vielleicht spürt ihr das ja auch, da ist ein Gefühl, dass man denkt Ich will das auch! Vielleicht auch, obwohl es einem Angst macht.

Ich will es wie gesagt seit 1,5 oder 2 Jahren machen und dann sagte Carina plötzlich, dass sie das macht. Jetzt habe ich sie natürlich auch ordentlich ausgequetscht, mir alles angehört und wollte alles ganz genau wissen. Ich habe mich jetzt auch zu meinem ersten Vipassana angemeldet und habe immer noch Angst. Aber, ich habe mir dann irgendwann gedacht- als wir so darüber gesprochen haben – dass die Angst ja nicht kleiner wird. Die Angst wird ja nicht kleiner, wenn man mit Dingen wartet, die man machen möchte und sie nicht macht, weil man Angst hat. Dann wird die Angst ja eher noch größer, wenn ich 10 Jahre warte und noch mehr darüber nachdenke. Deswegen mache ich es einfach! Ich bin von Carina sehr motiviert und ihr hoffentlich auch.

Vielen vielen Dank, dass du uns so einen schönen Einblick gegeben hast in das Vipassana!

Jeder kann einen Vipassana Kurs besuchen! Aber wo?

 

Carina: Gerne! Ein letzter Hinweis dazu noch: du kannst Vipassana überall auf der Welt machen. Also es gibt überall Vipassana Zentren. Man kann es sogar im Bayrischen Wald machen, wenn man gar nicht ins Ausland fahren möchte. Man sollte sich aber rechtzeitig anmelden, weil es doch sehr beliebt ist bzw. die Plätze sind auch sehr begrenzt, weil alles auf Spendenbasis basiert. Das heißt, wenn du nicht viel Geld hast, kannst du trotzdem Vipassana machen.

Andrea:  Ist das in Deutschland auch so?

Carina:  Genau. Es ist auch in Deutschland auf Spendenbasis. Deswegen sind die Plätze natürlich auch begrenzt, weil sie nicht 10.000 Leute aufnehmen können. Man gibt halt das, was man kann.

Andrea: Sehr gut. Vielen Dank, das war wunderschön!

Carina: Ich danke dir 🙂

Ich bin gespannt, was ihr dazu zu sagen habt. Hinterlasst mir sehr gerne Feedback auf Instagram, Direct Messages, unter dem Blogpost oder in den Rezensionen. Ich freue mich ganz, ganz doll auf Eure Rückmeldung. Ich bedanke mich bei Carina für die Unterstützung.

Wir haben 2 Folgen zum Thema Meditation gemacht! Schaut unbedingt nochmal bei ihr auf den Kanälen vorbei.

Ich wünsche Euch einen ganz wundervollen Tag und hoffentlich bis bald!

Alles Liebe,

Meditieren Lernen Podcast

Meditieren lernen

In der heutigen Podcastfolge habe ich mir Unterstützung von der lieben Carina, vom Blog und Youtube-Kanal Travel Run Play geholt! Gemeinsam teilen wir unsere persönlichen Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Meditation mit euch.

Ob ihr gerade erst zum Meditieren gefunden habt, oder es schon seit Jahren praktiziert, hinterlasst mir unbedingt auch Eure Erfahrungen zu diesem spannenden Thema unter dem Blogpost!

 

Links zum Thema:

Meditieren lernen

Heute bin nicht nur ich dabei, sondern auch meine liebe Freundin Carina vom Blog und Youtube Kanal Travel Run Play. Vielleicht magst du dich einmal selbst kurz vorstellen.

Carina: Gerne meine Liebe Andrea. Ich bin sehr froh heute hier mit dir zu sein. Wie Andrea schon gesagt hat, ich habe einen Blog und YouTube Kanal. Es geht bei Travel Run Play um aktives Reisen, um einen gesunden Lifestyle und darum, die Welt mit offenen Augen und einem offenem Herzen zu entdecken.

Andrea: Das hast du sehr schön gesagt. Du hast beispielsweise sehr schöne Reisevideos, die ganz viel zum Nachdenken anregen. Ich verlinke unten alles. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei!

Man könnte sich jetzt fragen, warum sie denn hier sitzt. Carina sitzt deswegen heute hier, weil es um das Thema Meditation geht. Wir sind dicke Meditations Buddies 🙂 Carina hat auch gerade vor einiger Zeit ein Vipassana, ein Meditations Retreat,  gemacht, da kommen wir aber später noch mal  dazu. Zuallererst soll es allgemein um das Meditieren gehen, denn ich bekomme ziemlich häufig Fragen dazu: Wie kann man denn anfangen? Habe ich Tipps? Wie lange mache ich das schon? Deswegen dachte ich, es ist ganz schön mit Carina zusammen unsere Reise zur Meditation, wo wir jetzt heute sind, durchzugehen und Tipps für euch zu geben.

Die allererste Frage, die sich stellt, ist meiner Meinung nach: Was ist Meditation eigentlich?

Meiner Mutter habe ich zum Beispiel letztens erzählt, dass ich ein Vipassana machen werde. Ihre Antwort darauf war: Das kann ich aber nicht! – eine halbe Stunde nichts denken? – Genau da fängt es eben an, denn es geht nicht darum, nichts zu denken! Diese Angst kann man einem schon mal nehmen.

Carina, vielleicht magst du kurz sagen, wie du Meditation definieren würdest!

Carina: Für mich definiere ich Meditation eben nicht dadurch, dass ich meinen Kopf komplett freischaufel und dann einen leeren Raum in meinem Kopf habe, der dann ganz erhaben über allem schwebt. Ich definiere es eher dadurch, dass ich sag: Ich erreiche, durch Meditation meinen Verstand besser zu verstehen, zu verstehen welche Gedankenabläufe in meinem Kopf gängig sind und welche Muster immer und immer wieder vorkommen.

Dadurch, dass ich sie verstehe, kann ich mir Gedankenabläufe bewusst machen und unterbrechen. 

Zum Beispiel: wenn ich verstehe O. k. der da hinten trägt rot und ich hasse rot!  und es regt mich total auf und ich werde sauer und dann motze ich mein Nebenan an, weil ich vorhin rot gesehen habe – dann kann ich  ganz bewusst entscheiden, ob ich dem nachgehe, dass mir diese rote Mütze meinen Tag versaut oder ich entscheide mich: Nein, ich muss nicht diesen Weg gehen! Ich kann auch sagen Hey, ich lasse ihn leben, es ist fein, dass er seine rote Mütze trägt. Ich lebe mein Leben weiter so, wie ich es möchte, so wie ich mich entscheide, es zu leben.

Andrea: Ja genau, es ist für mich eben auch so, seine Gedanken und Gefühle zu beobachten und zu verstehen: Wo kommt es her? Wo führt es hin? Wie hängt das alles zusammen? uns sich nicht mehr so stark damit zu identifizieren, z.B. dem Hass der „roten Mütze“ gegenüber oder dem Hass auf die Welt, der durch die rote Mütze ausgelöst wurde.

Carina: … vor allen Dingen, sich nicht überwältigen zu lassen. Ganz häufig ist es ja so, dass man einfach nur reagiert ohne darüber nachzudenken wie man reagiert. Dann schießt man jemanden verbal an und denkt sich danach Ups, so scharf wollte ich das eigentlich gar nicht!

Andrea: Davon kann man sich wahrscheinlich auch noch nicht komplett frei machen solange man nicht Buddha-mäßig die Erleuchtung gefunden hat.

Noch mal zu den Basics zurück: Generell ist es ja so, dass man beim Meditieren eine gerade und aufrichte Sitzhaltung einnimmt (auf dem Stuhl oder Boden), meistens im Schneidersitz sitzt, die Hände ablegt oder sie in eine bestimmten Position formt. Man folgt entweder seinem Atem, lässt die Gefühle und  Gedanken kommen und gehen und beobachtet alles oder es gibt geleitete Meditationen, wo man sich z.B. bestimmte Sätze sagt oder sich Dinge vorstellt (z.B. Licht, dass aus dem Körper herausstrahlt) – das nochmal zur allgemeinen Erklärung von Meditation.

Für mich ist es eben auch ganz doll, Gedanken und Gefühle sein zu lassen und sich auch mit dem Körper zu verbinden, dass man also einfach mal zur Ruhe kommt und guckt: Ah – Hand!, Ah – da ist das Bein!, Ah – das fühlt sich so an!, Ah – das gehört ja alles auch zu mir, meine Füße, meine Beine, mein Kopf!… und somit Eins zu sein mit seinem Körper und seinem Geist.

Carina: Auch mal wieder Körperteile oder Gefühlsregungen ganz genau wahrzunehmen, die man normalerweise vielleicht verdrängt oder einen Schmerz im Rücken, wo man lieber ein Wärmepflaster draufklebt, anstatt sich dem einmal zu stellen und zu fragen: Woher kommt das denn überhaupt?

Genauso mit den Gedanken – dann steckt man lieber die schlechten Gedanken in die Schublade und hofft, dass sie nicht mehr hochkommen.

Andrea:  Ja, das ist halt der leichte Weg, kurzfristig gesehen. Langfristig eigentlich der schwere. Dadurch dass man sie nicht zulässt und anguckt, provoziert man um so mehr, dass die Gefühle und Schmerzen bleiben und wiederkommen.

Kommen wir vielleicht gleich einmal zu unseren Erfahrungen, wie wir angefangen haben. Vielleicht magst du einmal erzählen wann du angefangen hast. Wie ist es gekommen? Gab es einen Auslöser? Vielleicht erzählst du auch ein bißchen, wo du jetzt bist.

Carina: Ich mache schon seit Ewigkeiten Yoga und da gehört in manchen Yoga-Richtungen auch Meditation dazu. Es war mir immer ein bisschen fremd, ein bisschen zu abgehoben, vielleicht auch zu esoterisch und spirituell – welche Gefühle man auch immer damit verknüpft. Vor drei Jahren war ich an einem Punkt, wo ich total gestresst war, selbst im Yoga den Ausweg nicht gefunden habe, dem zu entkommen. Yoga war für mich eigentlich immer das Allheilmittel, aber das hat es dann auf einmal nicht mehr getan. Dann hat mir eine Freundin von einer App erzählt, Headspace. Das ist eine Meditations App, die einen total sanft und einfach anleitet, in 10-minütigen Lektionen (also geführten Meditationen) meditieren zu lernen. Der kostenlose Einführungskurs geht 10 Tage. Das habe ich dann einfach angefangen und es hat mir super gut gefallen. Diese App ist auch einfach total ansprechend gemacht. Es gibt zum Beispiel auch lustige Animationen, die ganz schön erklären, wie das denn eigentlich mit diesem Verstand, der da oben rumsitzt und komische Dinge macht, funktioniert und wie man es schafft, diesen Affen (monkey mind), ein wenig zu bändigen.

Diese App hat mir so gut gefallen, dass ich mir das Gesamtpaket gekauft habe, was auf das Jahr gesehen auch überhaupt nicht teuer ist. Dann habe ich einfach weiter gemacht, weil es eine Herausforderung war. Normalerweise habe ich Herausforderung immer auf körperlicher Ebene (im Sinne von Sport) gesucht. Es war einfach eine andere Möglichkeit, mich mir zu stellen und ich fand es spannend, so dass ich es einfach weiter gemacht habe – jeden Tag sich wieder hinzusetzen, und zu wissen dass jetzt der Affe da oben drin ist,  die ganze Zeit auf Tonnen rumklopft: Ding Ding Ding – Hallo! Ich will gehört werden! und ihm dann aber zu sagen Alter! Chill mal! …

Andrea: Ja, diesen Affen kennt wahrscheinlich jeder.

Carina: Er ist jeden Tag da, jeden. Manchmal ist er ein bißchen gechillter, manchmal eben nicht. Aber es war auf jeden Fall eine Herausforderung. Das fand ich spannend. Ich empfehle eigentlich auch jedem, der anfangen möchte zu meditieren, mit dieser neugierigen Leichtigkeit ran zu gehen. Also nicht dieses verbissene Ok, ich setze mich hin und muss meinen Verstand total klar machen und ich darf nichts mehr denken! Sondern einfach zu sagen: O.k., was gibt es heute da oben, was sind die News? und dann einfach abzuklopfen Ah ja, das stresst mich – alles klar! O.k. ich lass es wieder gehen. Ah, das fand ich cool. Ich lass auch das gehen. – um in Neutralität auszubalancieren. Ja, so hat sich das bei mir einfach entwickelt.

Andrea: Dann hast du mit den 10 Minuten angefangen. Und wie schnell hat sich das geändert, dass du mehr wolltest?

Carina: Ich habe tatsächlich sehr lange auf diesen 10 Minuten beharrt, weil es ein sicherer Raum geworden ist. Zehn Minuten – das traue ich mich gerade noch – aber es hat mindestens ein halbes, wenn nicht sogar ein Jahr gedauert, bis ich auf 15 Minuten hochging. Dann ging es aber auch relativ schnell auf 20 und 30 Minuten, weil ich gemerkt habe Hey, ich kann das ja! Es geht, man muss es mal ausprobieren.

Andrea:  Es ist wie bei mir beim Joggen. Es sind wieder die Gedanken, die sagen Du kannst das nur 10 Minuten, höchstens!  Man ist aber nicht seine Gedanken! Meine Gedanken sagen mir, dass ich nur 10 Minuten kann –  deswegen ist das so und sagt das über mich aus – aber auch das ist nur ein Gedanke! Du kannst das natürlich! Du kannst auch 1 Stunde meditieren!

Carina: Ja, und auch 15 Stunden…

Andrea: …wie wir gleich nochmal beim Vipassana merken werden.

Und wie ist heute dein Meditationszyklus? Wie hast du es auch geschafft, dies in den Alltag einzubauen? Wie meditierst du heute, hast du da einen Rhythmus?

Carina: Also ich habe Mediation einfach zu meiner obersten Priorität am Tag gemacht. In dem Sinne, dass ich es an erster Stelle morgens mache, täglich. Wenn ich weiß, dass ich im späteren Verlauf des Tages noch zum Yoga gehe, wo es eine ausführliche Meditation gibt, dann bin ich da auch manchmal etwas flexibler – nicht, weil ich es verdränge, sondern weil ich weiß, dass es eine bewusste Entscheidung ist. Aber ich kann mich jeden Tag hinsetzen.

Also ich mache es als allererstes am Morgen, weil es mir guttut und ich glaube, dass es ein perfekter Start in den Tag ist. Ich meditiere 20 bis 30 Minuten, je nachdem. Manchmal meditiere ich immer noch mit der Headspace App, da gibt es für verschiedene Levels auch verschiedene Meditationslängen und auch geführte Meditationen. Ich versuche einfach locker zu bleiben und ein bißchen Spiel reinzubringen. Manchmal nehme ich mir auch eine geführt Meditation vor. Wir hatten es eben von Veit Lindau oder von Youtube (da gibt es ganz viele tolle Meditations-Kanäle!). Am besten, man bleibt da auch ein bißchen neugierig und guckt, was es gibt. Manchmal bin ich auch 30 Minuten einfach nur für mich, versuche mich auf meinen Atem zu konzentrieren und mich mir und der Stille wirklich zu stellen. Das ist meine aktuelle Meditationspraxis und es macht jeden Tag aufs Neue Spaß!

Andrea: Das ist sehr, sehr schön, vor allen Dingen, dass es Spaß macht. Denn es gibt auch Tage an denen das nicht so ist.

Carina:  Oh ja.

Andrea: Zum Beispiel hatte ich das vorgestern.  Wir sind gerade in Berlin zur Messe und schlafen zusammen  in einem Bett und haben nicht so viel Platz. Ich wollte Carina nicht aufwecken, indem ich neben ihr Kokosölziehen mache (das mache ich immer als erstes morgens, während ich tolle Bücher lese). Daher habe ich zuerst meditiert und bin so richtig meinem trotzigen Kind begegnet, das die ganzen 20 Minuten gesagt hat, dass das alles gerade Scheiße ist! Das habe ich wahrgenommen und beobachtet. Diese Stimme war bei mir am Anfang tatsächlich sehr oft da, als ich versucht habe für mich allein zu meditieren. Das fiel mir am Anfang relativ schwer…

Wann war das bei dir nochmal, dass du angefangen hast, wieviele Jahre ist das her?

Carina: Vor 3 Jahren ungefähr.

Andrea: Bei mir war es vor 2 bis 2,5 Jahren. Da fing ich gerade an, mich vegan zu ernähren (vor allem Rohkost) und mit Yoga. Bei Rohkost, Yoga, vegan – da kommt man irgendwie zum Meditieren 🙂 überall hört man dann von Meditation und irgendwann willst du es dann auch einmal ausprobieren, weil du es überall hörst. Ich habe das zuerst ein bißchen für mich probiert, habe aber gemerkt, dass ich das irgendwie nicht richtig hinbekommen, so zur Ruhe zu kommen. Dann bin ich in das buddhistische Zentrum gegangen. Diese gibt es in ganz vielen, besonders den größeren, Städten. Da sie oft  von Spenden finanziert sind, kann man dort kostenlos zur Meditation gehen. In Hamburg ist das zum Beispiel auf Sankt Pauli. Dort kann man jeden Abend (ich glaube für 1 Stunde lang) zu einer tibetischen Meditation gehen. Das ist natürlich wesentlich länger, als ich es vorher für mich allein sitzend geschafft habe. Es war für mich eine große Hilfe, dass es eben geleitete Meditationen sind, wo man Bilder hat, die man sich vorstellt und eine Gruppe, mit der man da sitzt. Und man hat einen festen Rahmen. Dann fing ich an, dass auch zu Hause zu machen. Ich habe, genau wie du, mit der Headspace App, angefangen, auch mit den 10 Minuten am Anfang und – ich weiß nicht wie oft – die kostenlose Version durchgespielt.

Carina: Ich auch, ja.

Andrea: Also wirklich richtig lang, immer wieder rauf und runter, weil es, wie du schon sagst, irgendwie ein sicherer Rahmen ist. Und, ganz ehrlich, auch wenn man sagt, dass man keine Zeit hat – 10 Minuten hat jeder am Tag!

Carina: Ja das kann jeder. Vor allen Dingen sind es 10 sehr gut investierte Minuten in sich selbst.

Andrea: Später bin ich dann umgestiegen auf die bezahlte Version von Headspace. Weil ich jetzt auch ganz gerne noch abends meditiere, mache ich auch noch Youtube Meditationen, die ein wenig den Tag Revue passieren lassen. Da mach ich sehr gern welche von Louise Hay, die ich unheimlich gern mag – eine sehr sehr tolle Frau mit einer tollen Message, die sie so unter die Menschen bringt! Inzwischen sind es meistens so 20-40 Minuten, die ich mache – also ähnlich wie bei dir. Und auch immer jeden Morgen als Start in den Tag.

Dann sind wir eigentlich auch schon direkt in die Tipps gegangen – z.B. also die Headspace App.

Carina: Die ist komplett auf englisch. Selbst wenn man nicht so gut Englisch versteht, würde ich jedem empfehlen, das mal auszuprobieren, zu gucken, ob das was ist. Das deutsche Pendant dazu wäre 7Mind. Die haben wir beide jetzt noch nicht ausprobiert, aber wir haben sie runtergeladen und ein wenig reingeschaut. Sie klingt auch sehr vielversprechend. Die Meditationen sind auf Deutsch, keine 10 Minuten am Anfang, sondern 7 Minuten. Das ganze funktioniert wie bei Headspace auch, dass man einen Einführungskurs hat, der kostenlos ist (den kann man bestimmt auch mehrere Male durchspielen) und dann natürlich auch die Bezahl-Version, die bißchen tiefer geht.

Andrea: Vielleicht ist das ja für euch auch eine Hilfe, wenn ihr am Anfang diesen kurz gesetzten Zeitrahmen habt, nur 5, 7 oder 10 Minuten. Für uns war es auf jeden Fall hilfreich, das lange zu machen. Ich hatte mir am Anfang auch überhaupt nicht vorstellen können, eine halbe Stunde mit mir allein zu sitzen. Vielleicht kann euch das auch noch mal ein bisschen ermutigen, dass eben jeder so angefangen hat. Es geht überhaupt nicht darum, sich gleich 40 Minuten hinzusetzen, an Nichts zu denken und völlig Zen-mäßig da zu sitzen. Es geht einfach nur darum, sich die Zeit zu nehmen, einfach mal zur Ruhe zu kommen, zu atmen und achtsam zu sein. Das können am Anfang auch 5 Minuten sein.

Carina: Definitiv! Und wenn ihr ein wenig mehr abenteuerlustig drauf seid, dann geht einmal in so ein buddhistisches Zentrum. Das habe ich tatsächlich auch noch nicht gemacht, werde es aber mit Andrea mal machen wenn ich in Hamburg bin.

Andrea: Das kann ich nur empfehlen, es ist noch Mal was ganz anderes, aber echt etwas cooles!

Die 1,5 bis 2 Jahre habe ich das Meditieren relativ regelmäßig gemacht, aber nicht jeden Morgen. Aber seit dem ich es jetzt seit einem halben Jahr (vielleicht auch schon etwas länger) wirklich jeden Morgen mache und das in meine Routine inkludiert habe, habe ich auch die größten Veränderungen bemerkt. Für mich war  wichtig, genauso ein Routine zu entwickeln, wie man es macht z.B. mit Zähneputzen, einer Sportroutine oder gesunder Ernährung am Morgen (Smoothies machen). Es kann natürlich auch irgendwann anders sein (also nicht am Morgen). Das hat mir auf jeden Fall geholfen.

Carina: Es ist auch total interessant, wenn man von innen heraus denkt Oh ich fühle mich in vielen Situationen viel entspannter!  aber dann auch von außen das Feedback bekommt. Das habe ich ganz häufig bekommen – Leute, die mich lange nicht gesehen haben, weil ich jetzt 2 Jahre auf Reisen war und mich wiedergesehen haben und sagten Carina, du bist so entspannt und wirkst so gelassen! Die meisten Leute denken dann, es kommt vom Reisen, aber Reisen kann sehr sehr anstrengend sein. Also mir hat tatsächlich die Meditation geholfen, meinen Kopf so ein bißchen besser selbst zu verstehen und in mir selbst anzukommen, während sich um mich herum alles verändert hat auf diesen Reisen. Es ist natürlich schön, wenn man das noch von außen bestätigt bekommt. Und häufig denkt man ja, es ist alles nur in meinem Kopf, diese Veränderung. Aber das ist es nicht!

Andrea: Man merkt es eben. Es ist die Ausstrahlung, die man dann hat. Man strahlt halt aus, dass man bei sich selbst ist, dass man gelassener ist.

Carina: …und sich nicht so umschwingen lässt, wie ein Fähnchen im Wind: Wenn gerade alles negativ ist, dass man dann direkt auch in die negative Richtung schwingt, sondern sagt, man schaut es sich nochmal von einer anderen Seite an.

Andrea: Das heißt aber trotzdem nicht, dass man diese negativen Gefühlte wie Eifersucht, Angst, Schmerz, nicht auch mal haben kann. Es heißt aber, dass man anders damit umgehen kann, weil man eben in der Meditation gelernt hat, dann wieder zu seiner Basis und damit zu sich selbst zurückzukommen. Man lernt, das es eben nur Gedanken und Gefühle sind, die kommen und gehen und dass man sie einfach wahrnimmt, sich anguckt und ein wenig wie ein gespannter Beobachter sich denkt: Ah, witzig! Da ist wieder die Eifersucht. Aha, biste wieder eifersüchtig, weil XY sich mit YZ trifft! Es geht aber eben darum, nicht mehr so krass in diese Gefühle reinzugehen, sondern es ersteinmal nur wahrzunehmen. Das Gefühl ist vielleicht trotzdem eine Zeit noch da, aber es geht schneller wieder, weil man es eben zulässt.

Carina: Genau.

Andrea: Das ist für mich gerade das größte Learning auch in Bezug zu meiner Migräne. Jeder – jeder traditionelle chinesische Mediziner, jeder der mich irgendwie kennt und mit mir verwandt ist, oder wer auch immer –  hat zu mir mein Leben lang gesagt Andrea, du denkst zu viel nach! Und ich dachte mir all die Jahre Ja, und wie soll ich das ändern? Das sagt sich so einfach! Das Meditieren ist tatsächlich das Einzige, was mir geholfen hat. Seitdem hänge ich nicht mehr den ganzen Tag in diesem Gedankenkarussell herum: Was wäre wenn? Hätte ich mal… Hätte, hätte, Fahrradkette… und diese ganzen Spielchen habe ich rauf und runter gespielt und das ist jetzt nicht mehr so. Das gibt mir ganz viel Ruhe und Gelassenheit, auch wenn beispielsweise die Migräne kommt…da nicht mehr völlig in diesen Schmerz reinzugehen und die Gedankenketten loszutreten, die dann immer kommen.Ich nehme die Gedanken jetzt einfach wahr (O.k., stimmt, die gibt es ja auch!) und lasse sie auch schnell wieder gehen. Gerade wenn ich wieder Schmerzen kriege und eigentlich vorhatte, keine Schmerzen zu kriegen (so wie gestern) denke ich mir O.k., es ist in Ordnung, sie sind jetzt da. Ich spüre sie, es ist o.k.!

Carina: Man muss bei der Meditation auch eindeutig sagen, das es eine ständige Übung ist. Nur weil wir jetzt eine Zeit lang meditieren, heißt das noch lange nicht, dass man erleuchtet ist, voll in sich ruht oder sonst was. Es gibt einfach Tage, und die wird es immer wieder geben, die ein bisschen schlechter sind und wo das trotzige innere Kind sagt Hey, hör auf mich! und die Affen rumspringen. Und es wird Tage geben, wo es einfach ein bißchen gechillter wird. Es wird einfach immer wieder schwierigere und einfachere Zeiten geben. Durch die ständige Übung schaffst du es aber, dass du mit den schwierigeren Meditationen besser umgehen kannst, mit den Gedanken und allem. Es wird immer ein bisschen leichter.

Andrea: Und das auch Schmerz und all die anderen nicht so schönen Gefühle sich irgendwann leichter anfühlen und auch leichter wieder gehen. Du hast ja eben schon gesagt, dass Reisen eben auch nicht nur immer Spaß und Freude ist. Ich habe bei meinen letzten Reisen auch ganz doll gemerkt, dass ich auch da in Situationen, die mich früher ganz schön wütend gemacht und gestresst hätten (z.B. geht der Flug nicht oder mein Gepäck ist schon wieder nicht da) da stehe und  denke Ach witzig, jetzt ist das Gepäck schon wieder nicht da. Ach schön, da kommt wieder das Gefühl hoch von „Super, scheiße! Toll, jetzt habe ich die-und-die Sachen nicht!“ Aber da falle ich nicht völlig rein, sondern nehme sie einfach nur wahr.

Oder, als ich diesen Unfall auf Bali hatte, wo Carina und ich auch zusammen waren. Ich wollte eigentlich total gern voll viel Yoga machen – Ach! ich hatte so viele tolle Pläne und dann habe ich mir gleich so einen schönen Rollerunfall nach der ersten Woche angelacht und konnte halt wochenlang erstmal nur im Bett liegen. Das war überhaupt nicht mein Plan. Zwischendurch dachte ich auch so Oh man! Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt! Aber ich konnte es viel leichter annehmen, als ich es vor zwei Jahren hätte tun können. Vor zwei Jahren wäre ich ganz schön aufs Leben, auf mich oder auf irgendwas wütend gewesen. Und jetzt: O.k., interessant. Mal gucken, was da jetzt dabei rauskommt und warum das so kommen sollte.

Jetzt haben wir hier ganz schön lange herum-gerambled (sagt man das? 😉 ). Deswegen machen wir noch eine zweite Folge, wo es um das Vipassana geht. Sonst wäre diese Folge sehr sehr lang.

Erst eimal vielen Dank Carina dass du im ersten Teil dabei warst und mitgemacht hast. Ich hab mich sehr gefreut.

Schaut auf jeden Fall einmal bei Carina vorbei. In ihren Videos und Blog geht es ganz viel ums Reisen aber auch um das Laufen, das Laufen-Anfangen. Also wenn ihr Bock habt, gerade jetzt im Frühling zu beginnen: es gibt gerade eine Challenge. Schaut da mal vorbei!

Nächste Woche gibt es dann den zweiten Teil von diesem Podcast (Podcast zum Vipassana Meditations Retreat: Zwiebel Prinzip der Persönlichkeit)

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und freue mich wie immer über euer Feedback auf sämtlichen Plattformen. Machts gut!

Carina: Danke! Danke, dass ich hier sein durfte und ich hoffe euch allen hat es genauso viel gebracht wie uns. Wir hatten hier definitiv unseren Spaß! Im nächsten Podcast gibt es dann ganz viel tolle Vipassana-Erfahrungen. Wir hören uns!

 

Alles Liebe,

Podcast Schmerzen Akzeptieren und Gehen Lassen

Schmerzen akzeptieren und damit gehen lassen

Schmerzen können oft unerträglich werden, bis man das Gefühl hat daran sterben zu können. Ich hatte fast mein ganzes Leben lang 10 bis 15 Tage im Monat starke Schmerzen und weiß daher wie schwer es manchmal ist damit umzugehen.

In diesem Podcast soll es aber nicht nur um physische, sondern auch um psychische Schmerzen gehen.

Ich möchte euch erzählen was ich darüber im Vipassana (Meditations-Retreat) gelernt habe und wie ich es schaffe meine Schmerzen schneller gehen zu lassen, indem ich sie wirklich akzeptiere und die Angst vor ihnen verliere.

Schmerzen kommen und gehen lassen

Bevor es rein geht ins Thema, möchte ich noch ein wenig meine Abstinenz hier erklären, da in den letzten Wochen kein Podcast gekommen ist – das ist nicht so geplant und ich bin auch nicht gern unzuverlässig aber es hat natürlich alles seine Gründe.

Ich bin aktuell gerade in Chang Mai in Thailand und war die letzten zehn Tage im Vipassana. Wenn  ihr meine letzten Podcast Folgen zum Thema Vipassana Meditations Retreat mit meiner Freundin Carina zusammen gehört habt, werdet ihr es bereits mitbekommen haben, dass ich Vipassana machen werde.

Das habe ich mir 1 1/2 Jahre lang vorgenommen, habe mich aber nie richtig getraut. Für alle, die nicht wissen was das ist: es ist ein Meditationskurs – in meinem Fall waren es 10 Tage – in einem Tempel in dem man schweigt, also 10 Tage lang auch nicht spricht (außer mit seinem Lehrer) und jeden Tag von morgens um 4 Uhr bis abends um 10 bzw. um 12 Uhr meditiert (Sitz- und Gangmeditation) und den halben Tag fastet.

Das habe ich also gerade gemacht, davor war ich eine Woche auf Pressereise in Thailand und davor musste ich alles fertig abarbeiten, also auch Videos und Podcasts vorbereiten. Ich habe es einfach nicht geschafft mit dem Podcast.

Zu meiner Heilungsgeschichte gehört aktuell eben auch, mir nicht so einen Stress zu machen wegen solcher Dinge. Das möchte ich euch auch mit auf den Weg geben. Denn auch wenn ich keinen Podcast hochgeladen habe und kein Video kam, und für meine Kanäle es sicher vielversprechender wäre, wenn ich täglich oder jede Woche etwas poste, aber ist es in erster Linie wichtig, dass man selbst gesund ist. Das ist wichtiger als erfolgreich zu sein und andere Menschen glücklich zu machen. Deswegen habe auch ich mir dort meinen Freiraum genommen als ich gemerkt habe, das ich es nicht schaffe. Es hätte mir extrem viel Stress bereitet, wenn ich versucht hätte, jetzt noch den Podcast aufzunehmen. Das wäre dann unter Druck geschehen, weshalb ich mich dann dagegen entschieden habe. Ich habe ein kurzes Ankündigungsvideo auf YouTube gemacht, indem ich sagt habe, dass ich ins Vipassana gehe und deswegen nichts von mir kommt.

Jetzt bin ich seit gestern Abend wieder zurück. Ich habe mich schon wieder ans Sprechen gewöhnt und habe es tatsächlich auch vermisst.

Ich hatte eine sehr, sehr krasse Zeit. Ich war in einem Tempel in Chom Thong – das ist in der Nähe von Chiang Mai, ungefähr 1 Stunde entfernt. Dort war es wirklich wunderschön, ganz wundervolle Menschen und ich hatte einen großartiger Lehrer. Der Lehrer war ein Mönch, der auch in Deutschland im Vipassana Zentrum in Frankfurt ansässig ist und von dem ich hier extrem viel lernen konnte und der ganz wundervoll war. Gleichzeitig war es eine sehr harte Zeit. Für jeden ist das Vipassana ja auch anders: Für die einen ist es extrem schwer, für die anderen ist es nicht ganz so schwer und für jeden sind auch andere Sachen schwer –  je nachdem, welche Themen man eben aus der Vergangenheit mitbringt (vielleicht auch körperliche Schmerzen).

Deswegen kann man auch nicht so richtig sagen, das Vipassana so und so ist, weil das bei jedem natürlich anders ist.

Für mich persönlich war es wirklich sehr hart. Ich habe jeden Tag gedacht, dass ich den nächsten Tag abbrechen werde.

 

Besonders am Anfang habe ich sehr viel geweint. Es ist richtig viel hochgekommen auch an körperlichen Schmerzen. Besonders als ich Migräne hatte und versucht habe, durch die Meditation mit den Schmerzen durchzugehen und sie anzunehmen, war das wirklich eine sehr harte Übung – viel schwerer als ich es sonst so gemacht habe.

Der Unterschied ist natürlich, dass man sich dem Ganzen natürlich freiwillig ergibt und dadurch jederzeit gehen könnte. Ich finde, das macht es aber viel, viel schwerer. Für mich war es viel schwerer, da so durchzugehen –  auch durch die Schmerzen,  die ich zum Beispiel während der Meditation hatte – als wenn ich nur auf der Couch gelegen hätte und diese Schmerzen nicht hätte. Aber oft muss man erst einmal durch den Schmerz gehen, um etwas zu lernen, um weiter zu kommen und etwas zu heilen und genauso war es auch in diesem Fall.

Aus diesem Grund soll es heute um das Thema Schmerzen gehen, denn ich hatte sowohl körperlich als auch seelisch sehr, sehr viele und große Schmerzen in den letzten 10 Tagen. Das war unheimlich lehrreich und ich möchte das gerne mit euch teilen, was ich da so erlebt habe und wie es mir erging.

Ich spreche also nicht nur von körperlichen Schmerzen (bei mir sind es v.a. körperliche Schmerzen), aber natürlich kann man das ganze auch auf psychische Schmerzen beziehen. Das Thema heute soll also sein: Schmerzen kommen und gehen lassen.

Ich habe in den letzten Jahren schon immer versucht, diese Geschichte aus Schmerzen-Annehmen, Schmerzen-Akzeptieren und Es-ist-in-Ordnung-dass-er-da-ist-denn-erst-dann-kann-er-gehen, zu üben. Ich denke, darin war ich auch schon ganz gut, so dass ich nicht sofort wenn ich Migräne bekomme, mich auf den Schmerz fokussiere und ihn eher versuche, anzunehmen.

Aber tatsächlich konnte ich jetzt noch sehr, sehr viel lernen was Schmerz annehmen, kommen und gehen lassen angeht und eben auch zu sehen, wie Schmerz sich tatsächlich auch verändert.

Er ist nicht immer gleich. Wenn wir ihn festhalten, dann bleibt er eben auch länger, als wenn wir ihn gehen lassen würden.

Man könnte sich jetzt vielleicht fragen, wieso ich dort so viele Schmerzen hatte.

 

Das klingt erst einmal komisch, wenn man an ein Meditationsretreat denkt – dort meditiert man eben, da hat man höchstens Rückenschmerzen vom Sitzen! Tatsächlich war es bei mir aber ganz anders.

Vor allem in den ersten Tagen hatte ich sehr große körperliche Schmerzen durch die Gang-Meditation. In dieser Meditation geht man eben; am Anfang einfach nur 10 Minuten lang, am Ende war es bei mir eine Stunde. Man macht dabei bestimmte Bewegungen und ist sehr achtsam in seiner Bewegung: Ferse heben – nach vorne – Ferse senken.

Das kann man sich vorstellen wie eine Fußreflexzonenmassage, nur eben besonders krass, weil man diese dann am Tag 6 bis 10 Stunden oder teilweise noch viel länger durchführt. Dadurch wird ganz, ganz viel im Körper bewegt. Viele Menschen haben durch diese Art der Meditation, die man im Vipassana lernt, schon verschiedenste Krankheiten (auch psychische Probleme) lösen können. Diesen Ansatz finde ich sehr, sehr spannend und ich muss ehrlich sagen, dass er mir vorher auch gar nicht so bewusst war. 

Für mich war es am Anfang schon unglaublich: Am Anfang waren es 10 Minuten Gang-Meditation, dann 10 Minuten Sitz-Meditation, dann 20 Minuten Pause. Das klingt erst einmal super easy. Aber für mich war das am ersten Tag bereits die Hölle – 4 Uhr morgens aufstehen und das dann bis 10 Uhr abends! Das war wirklich so schwer, dieses Gehen! Ich hatte die schlimmsten Fußschmerzen, so dass ich dachte, ich könnte keinen Zentimeter mehr weitergehen.

Eigentlich hatte ich alles. Ich hatte Schulter-, Nacken-, Rücken-, Arm-, Brustkorbschmerzen. Alles mögliche eben und ganz komische Bereiche, die ich gar nicht so auf dem Schirm hatte.  Alles mögliche tat plötzlich weh. Ich habe richtig gemerkt, wie da etwas in Wallung gekommen ist.

Mein Lehrer fand das großartig! Er hat mich ganz sehr dafür gelobt, dass ich die Schmerzen hatte, denn er meinte, dass dies bedeutet, dass ich offen dafür bin und dass sich alles bewegt und in Gang kommt, dass es rauskommt.

Um dreckige Wäsche zu waschen, muss ja quasi auch der Dreck rausgekommen.

Das heißt, wenn das Wasser die ganze Zeit klar ist, dann ist der Dreck eben noch nicht raus.

 

So hat er es mir erklärt. Anhand dieser Schmerzen könnte ich also sehen, dass da sehr viel bei mir passiert.

Ich hatte also eine ganz schöne Menge an Dreckwasser,  also wirklich viele, viele Schmerzen, bei denen ich dachte, dass ich sie nicht aushalte und das nicht schaffen kann. Die Übung, die es dort durchzuführen galt, war eben, die Schmerzen kommen zu lassen und sie auch ein wenig wie einen Gast zu sehen, der kommt und uns etwas sagen möchte.

Mit Gefühlen und Schmerzen ist es ein bißchen, wie mit einem kleinen Kind.

 

Je mehr wir da nicht hinhören sondern immer nur weiter, weiter, weiter!  und  sie durch Entertainment übertönen, durch Alkohol, Drogen oder Tabletten, desto lauter wird der Schrei des Kindes, weil es sich nicht gehört fühlt.

Deswegen ist das allerwichtigste, bei diesen Sachen wie Gefühlen und Schmerzen, dass man sie erst einmal ansieht, dass man hinsieht und sie wahrnimmt und das sie sich wahrgenommen fühlen. Erst dann können Sie auch wieder langsam anfangen, zu gehen.

In diesem Fall, dieser Vipassana-Übung funktioniert das so, dass man bei der Gang-Meditation beispielsweise, immer stehenbleibt sobald man ein Gefühl oder einen Gedanken hat und Stop-Stop-Stop,  Schmerzen-Schmerzen-Schmerzen sagt (ich beziehe es jetzt einmal auf den Schmerz). Dann bewertet man sie, ob sie angenehm, unangenehm oder neutral sind (in dem Fall von Schmerzen natürlich immer unangenehm). Die Antwort ist also unanagenehm-unangenehm-unangenehm. Dann geht man mit den Gedanken aber auch wieder weg von diesem Schmerz, d.h., man haftet sich nicht an, was bei starken Schmerzen natürlich sehr schwer ist.

Aber es ist eine Übung, die sich definitiv lohnt. Selbst wenn es nur 5 Sekunden am Anfang sind und dann durch einen stechenden Schmerz im Kopf oder den Rücken wieder zurückgeholt wird und man dann wieder da steht: Stop-Stop-Stop,  Schmerzen-Schmerzen-Schmerzen, unanagenehm-unangenehm-unangenehm.

Dann waren es trotzdem diese 5 Sekunden, in denen man wieder woanders mit dem Gedanken war und sich nicht nur auf diesen Schmerz fokussiert hat.

Je mehr wir uns einem Gefühl, einem Schmerz hinwenden, desto mehr geben wir Ihnen Energie und dass desto präsenter ist dieser dann auch.

 

Wir halten ihn damit fest.

Wenn wir uns immer darauf fokussieren, dass wir so traurig sind oder so deprimiert oder unglücklich, dann halten wir das auch damit fest. Damit es gehen kann, müssen wir uns von diesem Gefühl lösen, uns nicht mehr damit identifizieren und uns an dieses Gefühl anheften.

Ich finde, das klingt erst einmal nicht ganz einfach, besonders wenn man ein wirkliches psychisches Problem hat, also  eine Depression o.ä. oder chronische Schmerzen. Ich weiß es ist nicht einfach, denn ich übe das seit vielen Jahren.

Aber Ich habe extrem viel gelernt in den letzten 10 Tagen, was das bewirken kann und wie hilfreich es ist und dass es tatsächlich funktioniert. Was ich auch besonders gemerkt habe ist, (ich habe es hier nochmal extrem gespürt, auch wenn mir es immer klar war,) das jede Sekunde alles anders ist! Es ist nichts gleich! Der Schmerz von eben, er ist nicht genau so in diesem Moment. Das Gefühlt von eben, es ist nicht wie eben. Alles ändert sich, in jeder Millisekunde.

Alles ändert sich die ganze Zeit, d.h. dass Schmerz eben auch gehen kann.

 

Nichts muss so bleiben wie es ist, denn es ändert sich sowieso die ganze Zeit. Dies ist einfach ein Fakt. Alles ändert sich jeden Moment. Es kann sich eben auch alles zum Guten wenden. Wir wissen es nicht, aber wir können es loslassen, müssen es nicht festhalten eben weil sich sowieso alles ändert.

Egal was wir machen, es wird sich ändern. Nur wenn wir es festhalten durch unsere Gedanken, dann wird es vielleicht noch ein bisschen länger bei uns bleiben. Also lassen wir es am besten gleich los und schauen was passiert. Wir wissen es nicht.

An einem Tag an dem ich sehr starke Migräneschmerzen hatte, (es gab davon 3 Tage, die anderen Tage hatte ich durchschnittlich starke Schmerzen, mal mehr mal weniger), hat der Mönch, mein Lehrer, zu mir gesagt:

Andrea, vielleicht ist die Migräne schon längst weg. Vielleicht ist sie schon längst gegangen, vielleicht ist Sie gar nicht mehr da. Warum denkst du noch an Sie? Warum denkst du, dass sie noch da ist oder dass sie noch wiederkommen wird?

Schau nach draußen: gestern hat es geregnet und gestürmt, heute scheint die Sonne. Vielleicht regnet es nachher, vielleicht auch nicht, vielleicht regnet es morgen, vielleicht auch nicht. Vielleicht wird es auch nie wieder regnen – wir wissen es nicht. Genau so ist es auch, was die Schmerzen angeht: vielleicht ist die Migräne auch schon lange weg, vielleicht hat sie sich schon verabschiedet und du denkst immer noch an Sie und hältst sie fest ,aber eigentlich ist sie schon lange weg.

Und ich dachte nur: Ja man! Vielleicht ist sie schon lange weg! Vielleicht ist sie schon über alle Berge und ich gehe immer davon aus, dass sie wiederkommt, weil ich es so gewohnt bin.

Genauso identifizieren wir uns so gerne mit Gefühlen. Wir gehen davon aus, dass wir traurig sind, weil wir es eben oder lange Zeit gerade waren. Diese Vergänglichkeit von allen Gefühlen und deinen Schmerzen merkt man sehr doll im Vipassana. Ich glaube so wie in keinem anderen Moment im Leben, da man sich den ganzen Tag nach innen richtet, fokussiert und schaut, was in einem los ist.

Alleine in einer Meditation von 1 bis 2 Stunden hatte man am Ende so viele unterschiedliche Gefühle und so viele unterschiedliche Schmerzen, die kommen und gehen. Es ist so krass, wenn man das merkt.

Den einen Moment hast du Rückenschmerzen und du denkst, dir bricht der Rücken und nach 5 Minuten tut der linke Zeh so doll weh, dass du dich fragst, was da los ist und denkst Ich kannst nie wieder laufen!. Dann ist das rechte Bein eingeschlafen und du denkst: Oh Gott, es ist so doll eingeschlafen, dass ich nicht einmal die Zehen bewegen kann, egal wieviel Mühe ich mir gebe. Wahrscheinlich werde ich nie wieder laufen können!

Und plötzlich ist da Angst Angst Angst, unanagenehm-unangenehm-unangenehm!

Aber auch diese Angst verschwindet wieder. Und dann kommen Traurigkeit und Erinnerungen aus der Kindheit, die einen vielleicht wütend machen oder traurig und auch das geht wieder.

Und dann ist man wieder glücklich, weil man merkt: Oh die Schmerzen sind weg!

 

So geht es die ganze Zeit!

Teilweise in einem rasanten Tempo verändern sich die ganzen Zustände von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt und voller Schmerzen am Stock gehend. Es ist sehr erleichternd und befreien zu sehen, dass sich wirklich alles immer verändert und Schmerzen kommen und gehen – sowohl die physischen als auch psychisch.

Meine allergrößte Übung war, als ich am zweiten Tag Vipassana eine Migräneattacke hatte. Beim ersten Mal habe ich versucht weiter zu meditieren, was ich 3 Stunden unter sehr starken Schmerzen geschafft habe. Das hat mich sehr viel Disziplin gekostet! Aber hinterher war es so doll, dass ich eine Tablette genommen habt.

Es ist dann besser geworden, aber zwei Tage später hatte ich wieder eine Attacke. Ich habe versucht weiter zu meditieren, ich war aber total wütend und traurig gleichzeitig, denn irgendwie war ich auch verwirrt. All die Jahre habe ich versucht zu lernen, nicht so sehr das zu machen, was ich nicht will, was mich stresst, weil ich davon immer Migräne bekomme – sondern ich habe darauf geachtet, dass ich Sachen mache, die gut für mich sind, die mir gut tun und mich nicht zu viel stressen.

Dann bin ich plötzlich da, und muss von 4 bis 10 Uhr am Tag diese scheiß Gang-Meditation machen (ja, so habe ich das in diesem Moment empfunden, jetzt sehe ich das natürlich anders 😉 ). Ich muss durch diese schlimmsten Schmerzen gehen, auf diesem harten Bett schlafen, obwohl ich schon immer den Glaubenssatz habe, dass ich von Rückschmerzen, (also wenn ich nicht gut liege) Migräne bekomme. Ich habe bei diesen unfassbar heißen Temperaturen nur einen Ventilator im Zimmer und dabei auch den Glaubenssatz, dass ich von Hitze (ohne Air-Con bei 40°C) auch Migräne bekomme.

All diese Sachen, die immer in meinem Kopf waren (das und das muss ich tun und das und das muss ich lassen, damit es mir gut geht) waren alle nicht da und dann sagt er auch noch, ich solle weiter meditieren und mich da durchpressen, obwohl ich genau meine zu wissen, dass ich mich jetzt entspannen und hinlegen muss. Das ist eben mein Erfahrungswert, dass mir das am ehesten guttut. Und dann sagt er, ich solle weiter durchgehen!

Dann habe ich ihn zum Glück erwischt, als es mir richtig schlecht ging und ich habe ihn gefragt, ob er Zeit hat. Ich saß vor diesem ganz, ganz zauberhaften Menschen und habe geweint wie ein Baby. Er hat mich gefragt warum ich weine, ob es vor Schmerzen sei.

Ja, ich weine vor Schmerzen, ich halte es nicht aus!

 

Dann habe ich ihm meine Misere erklärt und gesagt, dass ich so viele Zweifel habe, ob das wirklich etwas bringt. Ich hatte das Gefühl, ich gehe durch diesen Schmerz durch und am Ende wird es dadurch nur noch schlimmer. Dann ging es viel darum, ob ich mich auf den Schmerz fokussiere…

Er hat mir viel von sich erzählt und besonders die Geschichten von ihm selbst sind jene, die mir wirklich geholfen haben. Beim Vipassana gibt es viele Menschen, die ihre Migräne und andere Schmerzen schon geheilt haben und es ist eben eine Sache, wenn einem jemand nur davon erzählt, dass er jemanden kennt oder gehört hat, dass es helfen soll… Aber es ist eine komplett andere Sache, wenn ein Mensch, der tatsächlich eine Krankheit hat, der wirklich akute oder chronische Beschwerden hat, sich selbst dadurch (Gang-und Sitz-Meditation) geheilt hat.

Der Mönch hatte selbst sehr große Probleme mit seinem Bein und konnte am Anfang nicht mal 5 Minuten diese Schritte laufen und hatte sehr große Schmerzen. Er hatte eine Krankheit, wo man gesagt hat, dass er auf jeden Fall operiert werden müsse. Er hat es geschafft, sie durch diese Meditationsart zu heilen. Setzt sitzt er am liebsten im Lotussitz, was er sich nie hätte vorstellen können.

Es saß mir also dieser Mann gegenüber, der einfach wusste was es heißt, Schmerzen zu haben und durch diese Schmerzen in der Meditation zu gehen, sie loszulassen und sich eben nicht an sie zu klammern und festzuhalten, weil man sich fokussiert.

Ich hatte also wirklich jemanden, der mich versteht. Das hat mir ganz viel Mut gegeben, ganz viel Kraft.

Ich habe mich unbedingt bei meinen Freunden und meiner Familie melden wollen, aber natürlich kein Internet und mein Handy die ganze Zeit auf Flugmodus und es somit nicht getan. Ich habe ihm aber erzählt, wie schwer es mir fällt, mich nicht zu melden weil dies eben mein typisches Verhalten ist –  mir im Außen Kraft  und Mut zu holen, wenn ich nicht mehr kann. Da hat er zu mir gesagt: Es wird nichts bringen. Was sollen sie dir sagen? Am Ende bin ich es, die durch diesen Schmerz hindurchgehen muss. – Ja genau! 

Sie können dir nicht beibrigen, was ich dir beibrige. Was du hier lernst, ist etwas ganz anderes. Es ist Meditation und dich frei zu machen von Fesseln, in denen du dich bewegt hast all die Jahre. Du lernst, dich loszulösen und jetzt einen anderen Weg zu gehen, nicht den üblichen mit den Medikamenten. Du kannst diesen Weg noch weiter gehen, du kannst noch die Medikamente nehmen, aber versuche erst einmal einen anderen Weg zu gehen.

Dann hat er mir noch mal eine andere Art und Reihenfolge der Meditation, die kürzer und entspannter für mich ist, genannt (weniger laufen, weniger sitzen und ein anders gelenkter Fokus). Ich habe dann noch ein kurz meditiert und er hat gesprochen, während ich dort mit geschlossenen Augen saß. Da hatte ich mich schon ein bißchen beruhigt und er sagte: Mach das 2 Runden lang machen und dir wird es auf jeden Fall besser gehen!

Dann bin ich in mein Zimmer gegangen und habe geweint und geweint und geweint… Mir ging es also echt nicht gut! Ich wollte es aber unbedingt schaffen. Er hat mir soviel Mut gemacht und ich wollte unbedingt raus aus diesem Teufelskreis: immer wieder dasselbe. Ich habe all diese Sachen auf der Welt schon ausprobiert (nicht alle, aber fast alle) und ich will einen anderen Weg gehen!

Also habe ich es gemacht und geschafft. Ich habe mich hingesetzt und bin durch die Meditation gegangen, obwohl ich dachte, dass mir der Kopf platzt. Ich habe geweint und geweint…und es war wirklich, wirklich schwer!

Aber es ist tatsächlich besser geworden, als ich anfing, es wirklich gehen zu lassen, und auch daran zu glauben bzw. die aufkommenden Zweifel anzuerkennen und einfach wahrzunehmen.

Ich habe jetzt 24 Jahre Erfahrung mit diesen Schmerzen, kenne meinen Körper ziemlich gut und ich weiß, wann er sich von alleine regenerieren kann und wann nicht. Zumindest dachte ich, das zu wissen.

Mir war dort schon richtig übel, und ich wusste einfach vom Erfahrungswert her: wenn ich jetzt keine Medikamente nehme, dann werde ich 3 Tage im Bett liegen mit schlimmen Schmerzen und mich nur übergeben.

D.h., die Angst war da, dass ich den Rest des Vipassana damit verbringen werde.

Aber es ist anders gekommen und die Schmerzen sind besser geworden.

 

Ich bin sehr sehr müde geworden und habe dann geschlafen. Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und es ging mir viel, viel besser. Das war so ein wundervolles Gefühl, ich war so stolz auf mich. Ich war so glücklich und dankbar. Und ich war unheimlich optimistisch, dass ich tatsächlich selber etwas verändern kann – und dies auf einem anderen Weg, als wenn ich wieder nur Tabletten nehme und mir wieder nur im Außen die Hilfe suche. Ich kann mir selbst den Weg der Heilung suchen und finden und kann ihn selber gehen. Das war wirklich ganz besonders!

Und auch da hat sich der Schmerz während der ganzen Zeit in der Mediation sehr verändert. Wie er gekommen ist, ist er dann glücklicherweise auch gegangen.

Schmerzen kommen nie ohne Grund, sie wollen uns immer etwas sagen.

 

Auch diese Schmerzen, die ich so viele Jahre mit mir herum trage, wollen mir etwas sagen – z.B. dass da noch Themen und Schmerzen aus der Vergangenheit sind, die gesehen werden möchten – und das habe ich ganz viel getan im Vipassana.

Ich habe ganz viel in die Vergangenheit geguckt und Gefühle noch einmal gespürt – so wie Carina und ich in den gemeinsamen Podcastfolgen besprochen haben. Es ist eben im Vipassana ein wenig so, als würde man Schuhkartons aus dem Leben auspacken, so als würde man auf den Dachboden gehen und jeden einzelnen Schuhkarton aufmachen, reingucken und einmal richtig wieder spüren und fühlen. Manchmal reicht es auch schon, wenn man eine Traurigkeit, Angst oder Schmerz aus der Vergangenheit noch einmal wieder richtig spürt, um es dann gehen zu lassen, damit es einen dann nicht mehr belastet.

Der Glaube, der hinter Vipassana steht ist eben, dass der Körper von sich aus erst einmal nicht krank ist, sondern dass er dadurch krank wird, das wir im Kopf oder im Herzen nicht gesund sind, wir Sorgen, Angst und Schmerzen haben. Dadurch kommt auch alles raus während dieser Tage, weil es alles wie aus einer Coladose, die geschüttelt und geöffnet wurde, herausströmt  und gesehen werden will.

Mein Learning aus diesen 10 Tagen ist also sehr doll, dass man Schmerzen und Gefühle kommen lassen kann, weil sie wieder gehen werden! Sie werden sich verändern und irgendwann auch wieder gehen. Je früher wir sie annehmen, sehen, benennen und akzeptieren können, desto früher können Sie auch wieder gehen. Das war eine harte aber sehr, sehr wundervolle Übung.

Ich werde das weiter in meinem Leben praktizieren und weiter lernen!

 

Das waren jetzt viele Erzählungen und meine Erfahrungen aber ich hoffe diese Folge fandet ihr auch interessant. Weil viele gefragt haben, ob ich nicht von meiner Erfahrung beim Vipassana berichten kann, hatte ich mir überlegt, das in solche Podcasts zu packen. Alles was ich gelernt habe, was mir durch den Kopf gegangen ist.

Wenn ihr das gut findet, dann erzählt mir das doch gerne auf meinem Blog oder unter diesem Podcast. Sagt mir eure Meinung dazu!

Wie immer würde ich mich riesig über eine 5-Sterne Bewertung als Rezension freuen, besonders gerne auch mit ein paar Worten dazu – also falls ihr noch Lust habt etwas dazu zu schreiben, was ihr besonders gut findet, was ihr euch wünscht etc. Das wäre großartig!

Ich bin sehr dankbar für alle bisherigen Rezensionen, denn mein Ziel mit diesem Podcast ist, möglichst viele Menschen zu erreichen, um anderen Menschen, die physisch oder psychisch irgendwie krank sind oder sich nicht gut fühlen und nicht glücklich sind, Mut zu machen und andere Wege zu zeigen, wie sie ihr Glück finden können.

Für mich ist die Meditation wirklich so ein krasses Tool für meine Gesundheit und psychsiche Stabilität. Das möchte ich euch ganz sehr ans Herz legen. Wenn ihr irgendwie Lust habt, das mal auszuprobieren, dann hört euch gerne nochmal die letzten Folgen zur Meditation an, die ich mit Carina gemacht habe und in dieser Hinsicht sehr hilfreich sind.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag, hoffe dass es euch gut geht und wenn es euch nicht gut geht, dann denkt daran, dass auch das sich wieder verändern wird! Jede Sekunde verändert es sich und vielleicht ist dieses Gefühl des Unglücklichseins oder des Schmerzes auch gleich schon wieder weg!

Ich wünsche euch alles Gute!

Alles Liebe,

Podcast Gluecklich Sein und Positiv Denken

Glücklich sein und positiv denken

Wie wäre es, wenn du dich tatsächlich jetzt in diesem Moment dafür entscheiden könntest glücklich zu sein? Egal was ist? Wäre das nicht eine große Erleichterung?
In meinem heutigen Podcast möchte ich meine Gedanken zu diesem Thema teilen und wie ich, trotz nicht immer so leichten Umständen durch meine chronische Krankheit, mich immer wieder dafür entscheide glücklich zu sein und positiv zu denken.

Glücklich sein und positiv denken

Heute soll es um das wundervolle Thema glücklich sein und positiv sein gehen, denn ich werde öfters gefragt, wie ich es denn hinbekomme so glücklich und positiv zu bleiben.

Es gab in der letzten Zeit eine Situation auf einem Bloggerevent, als wir eine Sprachtrainerin, die früher im Theater gespielt hat, hatten. Sie hat uns verschiedene Methoden gezeigt, wie man weniger Äh und so sagt. Unter anderm sollten wir herumlaufen und immer wieder bei jemanden stehen bleiben, ihm eine Frage stellen ohne dass er sie beantwortet. Da ist eine andere Bloggerin zu mir gekommen und meinte: Wie schaffst du es nur immer so glücklich und positiv zu sein? Ich durfte zu der Frage in der Übung ja nichts sagen, aber dachte mir, das dies ein schönes Thema für eine Podcastfolge ist.

Das Ganze ist eine Entscheidung und eine Übungssache und hat nichts damit zu tun, dass es manche Menschen einfach besonders leicht haben und deswegen besonders einfach glücklich sein können. Auch bei mir gab es Tage im Leben, bzw. gibt es immer noch Zeiten, die nicht so einfach sind und es gab auch mal längere Zeiten, in denen es mir tatsächlich schwer fiel, optimistisch und glücklich zu sein. Eine Phase davon war, als ich Depressionen hatte (in der 11. /12. Klasse), als ich sehr unglücklich war und nicht mal wusste warum, also wirklich Depressionen hatte. Dazu habe ich übrigens auch ein Video auf meinem Kanal Andrea Morgenstern, wo ich noch einmal genaueres erzähle.

Ich möchte jetzt bei dem Thema auch gar nicht so in die Tiefe gehen, außer, dass ich mich damals schon nach ein paar Monaten, in denen ich in diesem Loch festsaß, nichts mehr Spaß gemacht hate und ich jeden Abend beim Einschlafen geweint habe und oft mit Tränen aufgewacht und ich gar nicht wirklich wusste, was der Grund dafür ist, gefragt habe, ob das wirklich das Leben sein soll. Ich das Leben für das ich jeden Morgen aufstehe? Wofür stehe ich auf? Ist überhaupt nicht lebenswert. Wo ist der Sinn, der Spaß? Das will ich nicht mehr!

Da ist mir bewusst geworden, dass ich 2 Möglichkeiten habe: entweder konnte ich beschließen, weiter depressiv zu sein, mich selbst wegen der Migräne zu bemitleiden und weil mein Leben ja so wenig lebenswert ist. Oder ich konnte mich entscheiden, einfach so zu tun, als hätte ich Lust am Leben (denn die hatte ich zu der Zeit nicht). Wenn man das dann tun würde, würde man ja alles dafür geben, um ein gutes Leben zu haben, dafür, dass es besser wird. Das bedeutet im Umkehrschluss, sich Hilfe zu suchen. Das habe ich dann auch getan.

Wie ihr euch denken könnt war das eine Entscheidung damals, die mich sehr viel Mut und Überwindung gekostet hat. Ich hatte ja eigentlich keine große Lust, aber eben auch keine Lust, dieses kleine Häufchen Elend jeden Tag im Spiegel zu sehen und das  als meine Lebensrealität zu sehen.

Als es mir durch die Hilfe danach auch besser ging, wurde mir im Nachhinein erst so richtig bewusst, dass ich es tatsächlich selbst in den Händen habe. Auch wenn ich vorher auch schon (vor den Depressionen) ein positiver Mensch war, ein Stehauf-Männchen, ist mir da so richtig bewusst geworden, dass es meine Entscheidung ist und dass ich entweder ein Opfer meines Lebens sein kann (Krankheit, Familiengeschichte…) oder ich mich entscheide, Schöpfer meiner Welt zu werden und fange an Verantwortung für alles was passiert und nicht passiert zu übernehmen. Ich würde sagen, dass das der Anfang war von einem jahrelangen Prozess.

Durch die Depression fing ich an, Stück für Stück für mein Glück und Glücklichsein Verantwortung zu übernehmen.

Ich denke nicht, das Glück etwas ist, was uns zugespielt wird, wie einen Lottogewinn.

 

Sondern es ist etwas, was wir selbst kreieren können und durch unsere Gedanken und Emotionen und durch unsere Lebenswelt, die wir selbst gestalten, provozieren. Inzwischen würde ich sagen, dass ich ziemlich weit bin was diesen Prozess angeht, aber ich denke, dass man da nie auslernt, dass dies etwas ist, was man immer weiter praktizieren kann.

Eine nächste entscheidende Wendung war vor ein paar Jahren, als ich ein Buch zum Porbelesen zugeschickt bekommen habe und mir eine Karte entgegen geflogen ist. Sie ist gelb und in der unteren rechts in der Ecke ist ein rotes Herz. Auf der Karte steht: Ich habe beschlossen, heute glücklich zu sein! Diese Entscheidung macht offenbar den Unterschied.

Als ich die Karte damals in den Händen hielt, habe ich mich gefragt, ob das wirklich so einfach ist. Kann das wirklich so leicht sein, dass ich mich einfach dafür entscheide? Das habe ich erst einmal so in den Raum gestellt, und habe die Karte an meinen Kühlschrank gehängt, denn irgendwie hat mich das schon angesprochen. Ich konnte die Karte jetzt also täglich sehen und beobachten, was der Spruch denn mit mir macht. Jeden Morgen wenn ich an den Küchen gegangen bin, habe ich diesen Spruch gelesen weil er da wirklich sehr präsent hing.

Es gab sehr, sehr unterschiedliche Reaktionen: es gab Tage, an denen ich morgens diese Karte gesehen habe und dachte Yes! Ich entscheide mich dafür, heute glücklich zu sein, no matter what! Es ist meine Entscheidung und ich kreiere damit meine Wirklichkeit!

Das waren so richtig powervolle Tage an denen ich dachte: Geile Karte, richtig cool! Ich sehe es genauso!

Und dann gab es aber auch wieder andere Tage, an denen mich der Spruch wirklich richtig wütend gemacht hat.

Deswegen kann ich es auch immer noch sehr gut nachvollziehen, dass es Menschen wütend macht, wenn ich sage, dass glücklich sein eine Entscheidung ist.

 

Meine Gedanken damals waren dann immer: Als wäre das so einfach! Wie soll man denn bei solchen Schmerzen einfach entscheiden, glücklich zu sein? Das hat wohl jemand geschrieben, der so ein richtig schönes, einfaches Leben hat!

Vor allem im Nachhinein war es richtig spannend, dies zu sehen, wie es sich immer wieder geändert hat, was ich über diesen Spruch gedacht habe. Das zeigte ganz gut den Kampf, den ich mit mir selbst hatte, jetzt endlich wirklich Verantwortung zu übernehmen und anzuerkennen, dass ich ganz allein für meine Gedanken und Emotionen und somit für meine Lebenswelt verantwortlich bin.

Witzigerweise gab es in dieser Zeit auch einen Kommentar unter einem YouTube Video, das ich über meine Migräne Geschichte gemacht habe, in dem mir eine Zuschauerin eine einfache Frage hat zukommen lassen:

„Hast du dich schonmal entschieden, keine Migräne mehr zu haben?“

 

Boah! Das hat mich damals richtig wütend gemacht! Heute erkenne ich, dass die Zuschauerin einfach schon weiter war und offen war für andere Herangehensweisen an Krankheiten. Mich hat das einfach erst einmal nur wütend gemacht. Da waren meine ganzen Glaubenssätze, in denen ich seit Jahren feststeckte und dachte, ich sei das Opfer meiner Krankheit und ich bin total arm dran, denn ich tue alles seit vielen Jahren und es ändert sich nichts, ich habe es so schwer.

Meine innerliche Reaktion dazu war: Als wenn das so einfach wäre! Na klar habe ich das schon versucht. Es hat nicht geklappt, wie soll das denn auch so einfach gehen? Ich bilde mir die Schmerzen ja nicht ein!

Meine Antwort, die ich dann auch geäußert habe, war dann so etwas wie: Ja, habe ich versucht , hat aber nicht geklappt.

Innerlich war ich aber richtig wütend, aber ich versuchte meine Wut nicht so rüber zu bringen und erstmal durchzuatmen. Aber das hat mich ganz schön getriggert.

Erst jetzt, also Jahre später, war ich bereit zu verstehen, was es wirklich heißt, sich für Gesundheit zu entscheiden und wovor ich damals Angst hatte – nämlich Verantwortung zu übernehmen für mein Leben und für meine Gesundheit. Das ist natürlich auch ein eigenes, großes Thema aber insgesamt geht es eben auch wieder um eine Entscheidung  – das Leben selbst zu gestalten und im Großen und Ganzen auch um die Entscheidung, glücklich zu sein!

Das ist aber natürlich nicht immer leicht, keine Frage. Da spreche ich aus Erfahrung, ich weiß das es nicht immer leicht ist. Wenn ich z.B. mehrere Wochen hintereinander wirklich fast jeden Tag Schmerzen habe, so dass ich nur im Bett liegen kann, meine Mittel nicht helfen und selbst Opiate (also Notmedikamente) nichts mehr bringen und ich täglich wirklich seit Wochen da rumliege, dann ist es meisten so, dass ich nach einer Woche ungefähr, einen Tag habe, wo ich richtig müde bin vom optimistisch-sein, ich mich dann eine Stunde auch selbst bemitleide, traurig vor mich hin vegetiere und traurig über den Ist-Zustand bin.

Das finde ich aber auch in Ordnung. Ich bin trotzdem ein glücklicher Mensch, bin trotzdem sehr positiv, obwohl ich auch diese Momente habe und haben darf, weil ich sie mir auch selber zugestehe.

Ich bin ja auch kein erleuchteter Buddha, der es schafft in jeder Situation immer sofort zu denken Juhu, ist das alles schön! Klasse! Ich bin krank und der ist gestorben und dies ist passiert und alles ist voll positiv, macht am Ende Sinn. – So einfach ist das natürlich nicht, auch für mich nicht, obwohl ich mich dafür entscheide! Ich besinne mich immer wieder im Laufe der Zeit und je mehr ich lerne v.a. durch die Meditation, umso schneller schaffe ich es in solchen Situationen wieder zurück zu meiner Natur zu kommen. Und zwar zur Natur, daran zu glauben, dass ich selbst entscheide, wie mein Leben aussieht und ob ich glücklich bin. Wenn mir oder in meinem Außen etwas passiert, was nicht in meinen Lebensplan passt, dann glaube ich aber daran, dass es im Großen und Ganzen Sinn machen wird und dass ich es eben nur noch nicht verstehe.

Ich sitze dann also da und denke mir: Scheiße, das finde ich gerade echt nicht cool! Aber gut, es wird am Ende Sinn machen und irgendwann werde ich es verstehen.

Vielleicht kennt ihr das ja aus eurem Leben. Ganz oft gibt es ja Dinge – da könnte ich euch jetzt viel aufzählen – wo man Monate oder Jahre später denkt: Krass! Wäre das so nicht passiert, wäre das und das andere Tolle nicht passiert, oder ich hätte das nicht gelernt. Und wenn ich das nicht gelernt hätte, wäre DAS nicht passiert.

Ich sage das also wirklich nicht aus einem Hei-Ti-Tei-Leben heraus, denn ich habe in meinem Leben auch schon Dinge erfahren, die man nicht unbedingt einem Mädchen wünscht. Aber ich glaube, dass auch das alles einen Sinn hatte und das jeder von uns seinen Rucksack zu tragen hat.

Ich habe meinen Rucksack, du hast deinen Rucksack – die Frage ist eben nur, WIE man den Rucksack trägt.

 

Wie geht man mit ihm los, wenn man den Berg hoch- und runterwandert. Sagt man sich: Wow, der ist aber schwer! Das ist eine richtig krasse Herausforderung. Wenn ich mit diesem Rucksack gewandert bin, dann wird mich das ganz schön stark machen!

Oder man entscheidet sich eher dafür, mit deprimierter Mine, meckernd und vor diesem schweren Rucksack zu stehen, ihn aufzusetzen und die ganze Wanderung über nur zu schimpfen.

Was fühlt sich erst einmal leichter an? Für mich definitiv die erste Version! Ich weiß ja nicht, wie es bei dir aussieht, aber die andere finde ich nicht sonderlich lukrativ.

Ja, jeder von uns hat seinen eigenen Rucksack, voll gepackt mit schönen aber auch wirklich schweren Dingen. Der Unterschied ist eben nur, wie wir damit umgehen und das ist ganz allein unsere Entscheidung.

Es ist meine Entscheidung und es ist deine Entscheidung! Niemand sagt dir oder mir, wie wir damit umgehen sollen oder dass wir das Leben hassen sollen. Wenn, dann entscheiden wir uns auch selbst dafür!

Das heißt im Umkehrschluss, auch wenn das überfordernd klingen mag und wütend machen kann:

Du kannst sofort glücklich sein!

 

Du kannst dich jetzt dafür entscheiden, so wie dein Leben gerade ist, glücklich zu sein!

Wenn gerade richtig viel Schmerz da ist, physisch oder psychisch, dann wird dir die Entscheidung glücklich zu sein vielleicht nicht sofort allen Schmerz nehmen können, vielleicht wird es ihn auch erst einmal gar nicht vermindern können. Aber die Entscheidung wird dir helfen, besser mit ihm umzugehen und ein glücklicheres Leben zu haben – und das langfristig gesehen auch in härteren Zeiten. Es wird dir helfen durch die Zeiten in der Zukunft besser durchzukommen.

Meiner Meinung nach schließt glücklich sein den Schmerz überhaupt nicht aus. Aber man geht dann eben auch anders an Schmerz heran. Anstatt den Schmerz zu hassen, geht es dann eher darum, ihn zu beobachten, ein bißchen wie ein gespannter Beobachter hinzugucken, wahrzunehmen und Schmerz zuzulassen und zu akzeptieren, dass er jetzt da ist.

Vielleicht denkst du dir jetzt immer noch so: Ja, ist ja schön und gut aber mein Leben ist so scheiße, da kann man sich nicht einfach dafür entscheiden ,glücklich zu sein!

Dann muss ich leider erst einmal sagen: Doch, das kannst du! Du hast die volle Kraft, mit der du dich jetzt in diesem Moment dafür entscheiden kannst. Wie die Karte schon sagt, DAS wird den Unterschied machen!

Zum Abschluss möchte ich noch einmal eine kleine Übung erwähnen, die tatsächlich glücklicher machen kann und die ich bzw. jeder, der ein wenig auf Achtsamkeit achtet, praktiziert. Wenn man sich fragt, wie das alles gehen soll. Es klingt super einfach, aber WIE soll ich das wirklich machen?

Dankbarkeit ist die beste Möglichkeit, um Unglücklichsein  zu vertreiben!

 

Dankbarkeit und Unglück vertragen sich ü-ber-haupt nicht! Sie sind quasi wie Erzfeinde, sie können nicht in einem Raum sein. Wenn du anfangen willst glücklich zu sein, dann ist der einfachste Weg dahin, Dankbarkeit zu üben. Denn Dankbarkeit lässt keinen Platz für Negatives!

Ich sage mir zum Beispiel jeden Morgen 5 Dinge für die ich dankbar bin, und dann jeden Abend vorm Schlafengehen nochmal, um positiv einzuschlafen und nicht mit irgendwelchen super schlechten Nachrichten, die ich noch schnell auf dem Handy lese, einzuschlafen.  Das mache ich wirklich schon lange. Früher habe ich das nur abends gemacht ,aber jetzt mache ich es seit längerem auch morgens.

Ich kann mir auch vorstellen, dass es Situationen geben mag, z.B. wenn man Depressionen hat, in denen einem tatsächlich nichts einfällt, weil man gerade für nichts dankbar ist. Aber auch da kannst du Dankbarkeit üben, und zwar indem du mit den kleinsten Dingen anfängst. Sei es, dass du sagst: Ich bin dankbar dafür, dass ich es heute geschafft habe zu duschen oder einkaufen zu gehen oder den Müll raus zubringen oder Heute hat der Ingwertee gut geschmeckt!, dafür war ich dankbar. Vielleicht gibt es auch größere Dinge. Was auch immer es da gibt, übe es – Tag für Tag! Dankbarkeit ist etwas, was man üben kann, indem man es immer wieder macht.

Practise, practise, practise!

 

Auch wenn es eventuell dauert, du wirst allein durch diese Übung eine Veränderung merken. Und wer diese Veränderung beobachten und noch vertiefen möchte, schreibt sich die 5 Dinge vielleicht auch auf – auf dem Handy oder richtig auf einem Zettel. Und wenn dann wieder alles so richtig kacke zu sein scheint, dann kann man wieder darauf gucken und sehen, was wirklich alles positiv in der letzten Zeit war.

Wenn dir keine 5 Dinge einfallen, dann mach das nichts! Werte dich dann nicht gleich ab oder denke: Super, mir fallen keine 5 tollen Dinge ein und mir fällt irgendwie nichts ein, wofür ich dankbar bin!  Dann nimm als Punkt 2 vielleicht, dass du dich hingesetzt hast, und dir Gedanken gemacht hast über dein Leben und dass du einen Punkt gefunden hast, für den du dankbar sein kannst. Dann hast du schon einen zweiten Punkt 🙂

Es ist eine Übung und vielleicht fällt dir in einer Woche dann ein dritter Punkt ein, vielleicht hast du dann 3. Seien es auch die kleinsten Dinge, die für andere Leute banal wirken mögen, es ist nur für dich! Du machst das nur für dich. Vor dir selbst solltest du so authentisch und ehrlich sein wie es nur geht, denn nur so wirst du wirklich glücklich sein.

Wie du siehst, bin ich auch nicht einfach so geboren, glücklich und positiv zu sein, sondern es war bzw. ist auch immer wieder eine Entscheidung in meinem Leben.

Wenn man will dass sich das Leben verändert, dann muss man sich eben selbst ändern, Dinge die man tut und denkt.

 

Ich habe die Chance, aus meinem Leben das Beste zu machen und das Beste rauszuholen, von dem, was ich mir wünsche. Das werde ich mir nicht nehmen lassen, von keinem anderen Menschen, von keiner Krankheit, von nichts!

Ich entscheide mich für ein glückliches Leben, jeden Tag neu!

Ich hoffe, dass euch diese Folge irgendwie inspirieren konnte. Ich hoffe dass sie euch Mut gemacht hat, dass ihr da etwas für euch rausziehen konntet.

Ich würde mich sehr doll darüber freuen, wenn ihr Lust hättet mir Feedback zu geben, beispielsweise bei Instagram Direct oder per Email (kontakt@andrea-morgenstern.com) oder in den Rezensionen.

Wie immer freue ich mich richtig doll über eine 5 Sterne Bewertung und wenn ihr mir ein paar Worte hinterlasst (oder auch nur die Bewertung).

Ansonsten könnt ihr euer Feedback auch noch unter den Blogpost schreiben.

Ich bin unheimlich gespannt, denn ich bin auf euer Feedback angewiesen, damit das ganze hier cool wird, damit ich die Themen behandeln kann die euch auch interessieren und damit ihr mir sagt, was ihr gut findet oder was ihr euch vielleicht noch wünschen würdet.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag voller Dankbarkeit!

 

Alles Liebe,

Podcast Nein sagen und damit Ja sagen

Nein sagen und damit Ja sagen

Kennst du das Gefühl, fast schon aus Gewohnheit Ja zu sagen und dann im Nachhinein oder noch während deiner Antwort festzustellen, dass du dich eigentlich nach einem Nein fühlst?

Ich dachte immer, ich sei ganz gut darin, ein klares Nein zu formulieren, wenn ich etwas nicht möchte. Doch ist das wirklich so?

Als ich mich einmal tiefer damit beschäftigt habe, ist mir erst einmal bewusst geworden, wie oft ich mich rechtfertige oder gegen meine Intuition handle. Ich möchte heute mit euch teilen, welche Erkentnisse ich dabei hatte, was ich zukünfitg anders machen werde und was mir dabei hilft, bewusst Nein zu sagen –  im Alltag, in sozialen Situationen aber auch bei größeren Entscheidungen. 

Langfristig gehe ich damit einen wichtigen Schritt zu einem glücklicheren Leben und weniger Migräne!

Nein sagen und damit Ja sagen

Hallo und willkommen zur zweiten Folge Das pure Leben mit Andrea Morgenstern. Bevor es um das Thema Nein sagen geht, möchte ich mich erst einmal bedanken! Ich war ganz schön aufgeregt, als ich diesen Podcast online gestellt habe. Ihr habt es ja im letzten Podcast vielleicht schon gemerkt, oder auf Instagram/Insta Stories: es war ein bißchen wie beim meinem ersten Youtube Video hochladen vor 6 Jahren.

Ich habe mich aber tierisch gefreut und umso toller war es, das super Feedback von euch zu bekommen, dass ihr richtig Bock darauf habt und es schön fandet! Nach 2 Tagen habe ich dann gesehen, dass es schon 69 5-Sterne Bewertungen gab und darunter noch ein paar Kommentare und auch ganz viele Insta-Direct Messages und Emails und Kommentare überall. Vielen, vielen Dank dafür! Es macht mir richtig Mut und es macht mir richtig Lust, weitere Folgen aufzunehmen. Deswegen sitze ich heute wieder hier und nehme eine neue Folge für euch auf.

Es soll heute um das schöne Thema Nein sagen gehen. Ich dachte ehrlich gesagt, dass mich das Thema gar nicht so sehr betrifft, weil ich von mir selbst behauptet hätte, dass ich relativ gut Nein sagen kann, obwohl ich sehr harmoniebedürftig bin. Ich habe aber gemerkt, das es ganz schön viele Bereiche noch gibt, in denen ich Ja sage  (der Harmonie wegen oder weil ich denke, dass es erwartet wird) und mich eigentlich nach Nein fühle.

Dazu gibt es ein schönes Zitat, dass mich zum Nachdenken gebracht hat:

„Wenn du Ja zu anderen sagst, pass auf, dass du nicht Nein zu dir selbst sagst!“

Ich bin ja gerade dabei, meine Migräne selbst zu heilen und die Hintergründe zu entdecken, was für ein Film da eigentlich in meinem Kopf abgeht. Wo könnte ich z.B. selbst für weniger Stress in meinem Leben sorgen, denn Stress ist für mich ein sehr, sehr großer Auslöser für die Migräne. Selbst wenn ich keinen Stress habe, mache ich mir selbst mit meinen Gedanken häufig Stress, weil ich zuviel nachdenke. Ich denke darüber nach, was ich machen sollte, könnte, was Andere erwarten und alles zusammen ist dann bereits zu viel. Beim Reflektieren habe ich gemerkt, dass ich – besonders im Sozialleben – doch oft Ja sage, obwohl ich Nein meine. Wenn ich zum Beispiel abends eigentlich einfach nur gern lesen würde, dann aber denke Hach ja, du solltest aber… Und um den Anderen gerecht zu werden, sage ich dann doch Ja. Ich habe gemerkt, dass das die Momente sind, die nicht gut für mich sind, weil ich in diesen Momenten nicht auf mich achte, nicht auf mich selbst höre und mit dem was ich sage nicht meinem Selbst entspreche. Dadurch triggere ich auch ganz doll die Migräne. Aus diesem Grund habe ich angefangen, ganz bewusst Nein zu sagen und dies auch nicht zu begründen, sondern einfach aus mir heraus Nein zu sagen, einfach weil ich nicht möchte.

Ganz oft rechtfertigt man sich ja wenn man Nein sagt.

 

Das habe ich auch getan, besonders gern mit meiner Migräne. Ich weiß eben, wenn ich jetzt noch Dies und Das heute Abend mache, dann ist es zu viel und die Wahrscheinlichkeit, das ich Migräne bekomme ist dann sehr, sehr hoch. Deshalb ist das auch immer ein Grund gewesen, zu sagen Ja, das kann ich leider nicht, weil ich dann Migräne bekomme! Eigentlich muss ich das gar nicht sagen, denn wenn ich schon spüre, dass es sich nicht richtig anfühlt, dann reicht eigentlich auch ein Nein.

Aber sehr oft war die Migräne schnell eine Begründung, die ich gesagt habe, weil es eben auch stimmte. Aber ich hätte es gar nicht gebraucht, da für ein Nein absolut ausreicht, dass man selbst nicht möchte.

Ich finde es sehr schade dass Nein eigentlich so einen negativen Ruf hat, denn für mich ist es eines der besten Worte überhaupt, genauso wie ein Ja. Denn damit können wir ausdrücken was wir wirklich wollen, was wir nicht wollen, was uns gut tut und was nicht und damit das ganze nach Außen bringen können, was wir sowieso schon spüren. Somit können wir aktiv selbst mitbestimmen was in unserem Leben passiert. D.h., wenn wir Nein sagen und wirklich Nein meinen, sind wir authentisch. Wenn wir Ja sagen, obwohl wir Nein meinen, dann haben wir es auch selbst in der Hand, dass das Leben nicht ganz so läuft, wie wir es gern hätten. Wenn man also oft Ja sagt, obwohl man Nein fühlt, tut man das nur, um die Erwartungen der Anderen zu befriedigen, weil wir denken Ah, die erwarten jetzt aber, dass ich zu dem Geburtstag hingehe, dass ich das auf der Arbeit übernehme… Dadurch bekommen wir natürlich Bestätigung und Akzeptanz und fühlen uns dadurch gut, aber eigentlich haben wir da nicht für uns selbst gesorgt und es wäre langfristig viel wichtiger, für sich selbst zu sorgen und für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle einzustehen. Das Andere fühlt sich eben doch nicht richtig an und wird uns nicht zu unserem eigenen, authentischen Ich bringen.

Ich versuche immer zu schauen, wie es sich anfühlt, wenn ich denn Ja sage.

 

Ich mache die Augen zu, und spüre einfach: Fühlt sich das richtig an? Oder zieht sich z.B: mein Brustkorb zusammen oder zieht sich in meinem Bauch etwas zusammen oder wird mein Hals wie zugeschnürt? Das sind zum Beispiel die typischen Symptome die ich habe, wenn ich merke, dass ich selbst nicht nach meinen eigenen Bedürfnisse handle.

Somit wehrt sich in erster Instanz schon mein Körper immer richtig dagegen, wenn ich etwas sage und tun möchte, was ich eigentlich gar nicht spüre und was mein Körper auch gar nicht möchte. Wenn ich dann nicht auf den Körper hören, dann kommt meistens der Kopf – in meinem Fall die Migräne. Wenn ich dann mehrere Sachen, die mich dann wieder stressen, wo mein Körper sich schon zusammenzieht und sagt Nein, Nein, Nein, Nein, Nein, ich will aber dass du dich ausruhst und nicht noch unterwegs bist! dann Bähm! kommt der Körper nochmal so richtig (bzw. der Kopf/Migräne) und ich bin gezwungen, 3 Tage im Bett zu liegen und mich zu übergeben und mich nur noch mit mir selbst zu beschäftigen bzw. mit den Schmerzen. Für mich ist das also –  in diesem Fall auf die Migräne bezogen – wichtig,  im richtigen Moment Ja zu sagen, im richtigen Moment Nein zu sagen und das auszusprechen, was ich auch selbst fühle und damit auf mich selbst zu achten, Grenzen zu setzen und für mich selbst einzustehen.

Wie man das macht, ist natürlich auch noch wichtig. Man muss ja nicht gleich patzig werden, sondern einfach freundlich und bestimmt Nein sagen. Am besten sagt man auch gar nicht groß Warum, weil die anderen Leute dann doch oft versuchen einen zu überreden, es zu entkräften, einem etwas abzunehmen etc. Aber wenn man wirklich ein klares Nein spürt und fühlt, dann muss man es meiner Meinung nach nicht. Für mich ist es auch wirklich eine Übung, einfach Nein oder Nein, danke – es geht leider nicht! zu sagen und nicht  Nein, denn ich kriege dann Migräne! – deswegen kann ich heute Abend keinen Alkohol trinken oder nicht auf die Party gehen etc.

Ein Nein ist ja häufig für uns auch mit Ängsten verbunden.

 

Wir malen uns häufig schon Kopfkino-mäßig aus, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn ich Nein sage. Dann schießen uns alle möglichen Sachen in den Kopf. Aber die Frage ist dann immer, wie realistisch ist das denn eigentlich und wie schlimm wäre es, wenn es denn wirklich passiert? Das wichtigste dabei ist meiner Meinung nach, dass man die Angst bis zum Ende denkt, damit man sie wirklich lösen kann. Denn wenn man nur soweit denkt, wie Dann mögen mich die anderen nicht mehr! Dann laden sie mich das nächste Mal nicht mehr ein! –  dann hat man nicht zu Ende gedacht und man bleibt in diese Angst stecken. Wenn man aber bis zum Ende denkt, und sich fragt Ist das denn so schlimm? Ist das realistisch? Wie schlimm wäre das wirklich, wenn das passieren würde? dann kann man wirklich beginnen, die Ängste aufzulösen. Die Ängste die dann hochkommen, sind ja meistens solche, wie: Schuld daran sein, wenn andere Leute enttäuscht sind / abgelehnt zu werden / egoistisch zu wirken.

Mir war es zum Beispiel immer wichtig, nicht egoistisch zu wirken.

 

Inzwischen empfinde ich es gar nicht mehr so negativ, bzw. ist es mir wichtiger, dass ich auf mich selbst achte, gesund bin und es mir gut geht, als dass jemand (der mich ja anscheinend nicht sehr gut kennt) meint, dass ich egoistisch gehandelt hätte. Wir sagen also oft Ja aus Angst vor negativen Konsequenzen. Der Witz dabei ist aber, dass wir dabei vergessen, dass es natürlich negative Konsequenzen gibt. Diese sind dann aber nur für uns selbst spürbar.

Der Trugschluss ist also, dass die negativen Konsequenzen nicht ausbleiben, sondern das diese eben nur uns betreffen. Wir haben den Anderen also mit unserem Ja etwas Gutes getan, aber uns selbst ganz und gar nicht. Wir müssen ganz allein mit den negativen Konsequenzen kämpfen. Spielen wir einmal das Spiel zu Ende, dass jemand wirklich enttäuscht ist oder uns egoistisch findet, wenn wir Nein sagen. Wenn man diesen sogenannten Freund quasi verliert, dann ist das doch eigentlich kein wahrer Freund?! Denn er hat uns ja dann eigentlich nur dafür geliebt, dass wir immer schön seine Erwartungen erfüllt haben dass wir immer schön das gemacht haben, was sie wollten, immer schön Ja und Amen gesagt haben und den Anderen immer ein bißchen nach der Nase getanzt haben (sagt man das so? 😉 ).

Wir wurden also dafür geliebt, das wird die Erwartungen des Anderen erfüllt haben und nicht dafür, dass wir wir selbst sind.

 

Das führt dann dazu, dass je öfter wir Ja sagen und eigentlich Nein meinen, das Selbstwertgefühl am Ende immer mehr sinkt. Es wird immer kleiner, weil wir uns eigentlich über uns selbst ärgern und wir für etwas geliebt werden, was wir eigentlich gar nicht sind und nicht uns entspricht. Das heißt also, dass mehr Ja (trotz Nein im Herzen) dafür sorgt, dass das Selbstwertgefühl sinkt. Das ist natürlich nicht gesund für uns und nie der richtige Weg.

Ich bin im Moment ein wenig am ausprobieren in Freundschaften und Beziehungen Nein zu sagen wenn sich etwas nach Nein anfühlt (auch wenn sich das für mich im ersten Moment sehr egoistisch und nicht richtig anfühlt). Aber es ist für mich wirklich ein hartes Training, es kostet mich richtig viel Kraft und Mut. Gerade in Freundschaften, wenn jemand etwas von mir verlangt, wie ich für die Person da sein soll oder wie sie sich unsere Freundschaft vorstellt und ich mir eben keine Freundschaft vorstelle… ich möchte und brauche in meinem Leben so eine Beziehung eben nicht und kann es Anderen dann auch nicht geben. Ich versuche da nicht mitzuspielen, nicht den Anderen hinterherzurennen und versuchen glücklich zu machen und die Freundin zu sein, die sich die andere Person wünscht, obwohl ich das eigentlich nicht bin und nicht sein möchte. Damit habe ich aufgehört bzw. ist es immer noch ein Training. Da kommt bei mir aber natürlich das Bedürfnis nach Harmonie um die Ecke und sagt immer so Du kannst aber jetzt nicht… / Dann gibts Ärger.…

Es geht aber auch darum, den Ärger und die Enttäuschung auch mal auszuhalten.

 

Wie ich eben schon gesagt habe, ist das keine wahre Freundschaft, wenn dich jemand nur deswegen liebt, weil du immer schön brav die Erwartungen erfüllt hast. Eine wahre Freundschaft oder Beziehung ist, wenn man dich wirklich liebt, weil du DU bist. Es gibt also ganz schön viel Gründe, öfter mal Nein zu sagen, bzw. Nein sagen, wenn man es eben fühlt.

Es geht nicht darum, jetzt wild Nein in die Gegend zu werfen und überall ein Nein entgegenzuschmettern, sondern es geht darum, auf sein Herz zu hören und danach zu handeln, was einem selbst guttut und für sich selbst einzustehen. Dadurch kann man eigentlich nur gewinnen – und zwar ganz schön viel. Man ist erst einmal mit sich selbst im Einklang, weil man wirklich nach seinen eigenen Bedürfnissen handelt. Denn wie schon gesagt, durch ein Nein oder Ja bestimmen wir aktiv unser Leben und das heißt, dass wir aktiv im Einklang mit uns selbst unser Leben bestimmen. Unser Wertgefühl steigt dadurch, dass wir authentisch sind, in dem was wir sagen und was wir um uns herum passieren lassen. Wir können uns dadurch super abgrenzen. Wir lassen andere Menschen nicht mit uns spielen oder uns gar ausnutzen. Man kann durch ein Nein den Anderen zeigen, wie man respektiert werden möchte und wo die eigenen Grenzen sind.

Woher sollen die anderen Leute das auch wissen, wenn man es nicht einmal klar macht.

 

Richtig toll finde ich auch, dass Nein-Sagen eine Art von Freiheit ist – eine ganz schön große Freiheit eigentlich, denn du bist ehrlich zu dir selbst und damit authentisch. Das Wundervollste ist, dass die Menschen, die dann bleiben, wenn du wirklich ganz authentisch Ja und Nein sagst und nicht danach handelst, was die anderen von dir erwarten, dich genauso lieben, wie du bist. Sie sind dann da, weil sie dich lieben wie du bist – und das ist doch richtig, richtig wundervoll und fühlt sich 1000mal besser an, als all die Menschen um einen herum, die man immer nur versucht irgendwie glücklich zu machen.

Das ganze umzusetzen ist natürlich oft nicht so einfach und es erfordert manchmal ganz schön viel Mut.

Mich kostet es in gewissen Situationen auch immer wieder Mut. Es ist eine Übung!

 

Practise! Practise! Practise! – wie bei Allem: beim Yoga, beim Meditieren, bei eigentlich Allem.

Es sind die kleinen Dinge im Alltag. Man kann mit den kleinen Neins anfangen, die noch nicht so schwer wiegen und sich dann an die Größeren heranwagen. Dann geben einem diese kleinen Neins, bei denen man merkt Das war doch gar nicht so schwer! Guck mal was daraus Tolles entstanden ist!  z.B. gegen Erwartungen der Eltern, der Geschwister, des Partners oder der besten Freunde oder auf der Arbeit. Das sind meistens die Neins, die für uns am allerschwierigsten sind.

Man sollte auch nicht vergessen, dass die Umwelt oft gewohnt ist, dass man viel Ja sagt, auch wenn man Nein meint und dass man ihren Erwartungen eben entspricht. Möglicherweise kennen einen die Anderen schon so. Dann dauert es natürlich auch ein bißchen, bis sich die Umwelt daran gewöhnt hat, wenn man plötzlich ganz anders handelt und ein Nein äußert, obwohl alle damit rechnen, dass man Ja sagt. Ich glaube da müssen sich die meisten erst dran gewöhnen. Mir hat mal jemand vor langer Zeit gesagt (vor 15 Jahren oder so):

„Wenn sich ein Zahnrad in der Uhr andersherum dreht, dann müssen die Anderen auch irgendwann anfangen, sich in eine andere Richtung zu bewegen. „

Daran musste ich immer wieder denken. Das  ermutigt mich immer total, gerade in festgefahrenen Strukturen – wie z.B. in der Familie – gewisse Dinge anders zu machen, weil man dann superschön sehen kann, wie die Anderen sich auch ein bißchen bewegen müssen, zwangsläufig. Ich weiß, dass das auch nicht immer einfach ist und nicht immer passiert es wirklich so. Aber das Wichtigste ist, dass man authentisch ist und das tut, was für einen selbst wichtig ist, man für sich selbst einsteht, sich abgrenzt und bei sich selbst ist. Das ist meiner Meinung nach der Weg, im Körper und im Geist glücklich und gesund zu sein.

Vielleicht magst du es dir hier ja versprechen, für dich selbst zu sorgen und in Zukunft mehr Nein zu sagen, wenn du es wirklich fühlst. Vielleicht magst du immer mal gucken, wenn eine Entscheidung, ob groß oder klein, vor dir liegt was dein Bauch sagt. Dann schließt du kurz die Augen, fühlst in dich rein Was macht mein Bauch? Was macht mein Brustkorb, mein Hals? Was passiert in meinem Körper? Was passiert, wenn ich an Ja denke? Was passiert wenn ich an Nein denke? und handelst dann so, wie du dich fühlst.

Zum Abschied, weil es so schön ist, nochmal das Zitat:


„Wenn du Ja zu anderen sagst, pass auf, dass du nicht Nein zu dir selbst sagst.“

Ich hoffe, ihr konntet etwas aus der Podcastfolge mitnehmen! Ich hoffe euch hat das Thema gefallen, vielleicht räsoniert es ja mit dem Einen oder Anderen von euch. Vielleicht hat es etwas in euch bewegt. Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Zuversicht und Mut, das Ein oder Andere umzusetzen!

Ich würde mich wieder sehr, sehr doll über Feedback freuen, besonders in den Bewertungen (denn davon lebt ein Podcaster 🙂 ).

Ich wünsche euch noch einen wundervollen Tag! Bis zum nächsten Mal!

 

Alles Liebe,

 

Der Podcast ist da

Das pure Leben. Podcast von Andrea Morgenstern

Nach 6 Jahren als Videobloggerin auf YouTube, habe ich meine Liebe zu Podcasts entdeckt.
In „Das pure Leben.“ möchte ich euch ganz authentisch mit auf meine Reise der Suche nach Heilung nehmen.

Die chronische Migräne hat mich auf verschiedenste Wege geführt und dazu gebracht sehr viel an meiner Persönlichkeit, meiner Einstellung zum Leben, Achtsamkeit, Meditation und mehr zu lernen.
Alles was ich lerne, worüber ich nachdenke, was mich inspiriert möchte ich in diesem Podcast mit euch teilen, um Mut zu machen und euch zu einem gesunden und glücklichen Leben zu inspirieren.

Alles Liebe,

Smoothie Bowl selber machen – so geht`s!

Alle sprechen von den fancy Smoothie Bowls mit Superfoods und Acai, aber was ist das eigentlich und wie kann ich es selber machen?
Genau das möchte ich euch in diesem Post heute erklären bzw. euch Tipps für das Kreieren von individuellen Smoothie Bowls geben.

Smoothie Bowl vs Smoothie

Im Gegensatz zum Smoothie, besteht eine Bowl hauptsächlich nur aus Obst sowie eventuell auch Gemüse und es wird nur wenig bis gar keine extra Flüssigkeit hinzugegeben. Während man den klassischen Smoothie also am Morgen durch den Strohhalm schlürfen kann, wird die Smoothie Bowl aus der Schüssel mit einem Löffel gegessen.
Viele Leute haben ein Problem damit am Morgen „nur etwas zu trinken“ und mit einer Smoothie Bowl hat man beim Löffeln ein richtiges Esserlebnis und nicht mehr das Gefühl, man hätte eigentlich nur ein Getränk gefrühstückt. Die geballte Vitamin-Power wird somit noch sättigender verpackt und natürlich kann man sie auch über den Tag hinweg genießen.

Smoothie Bowl – so geht´s:

Um eine dieser unwiderstehlich leckeren und zugleich noch so gesunden Bowls zuzubereiten, braucht man eigentlich gar nicht so viele Zutaten. Je nachdem wie exotisch es sein darf, hat man häufig sowieso schon einige der Zutaten im Vorratsschrank. Einfach alles in einen Mixer geben und ein paar kleine Details beachten:
Die Basis sollte immer cremig sein, ob ihr dafür gefrorenes Obst nehmt oder frisches ist absolut Geschmackssache. Ich mache gerne einen Mix aus 1 Teil gefrorenen und 2 Teilen frischen Zutaten.
Eventuell müsst ihr alle Zutaten in Etappen mixen, um den Standmixer (ich habe diesen Mixer, der ist super) nicht zu überfordern. Insgesamt reichen meist so 40 bis 60 Sekunden, erhitzen sollte das Gerät dabei auf keinen Fall, damit alle Vitamine enthalten bleiben.
Wichtig ist auch, dass das Püree am Ende so dickflüssig ist, dass die Toppings nicht einsinken. Dann macht auch das Dekorieren nämlich richtig Spaß und das Auge freut sich mit!

Smoothie Bowl Zutaten Baukasten:

Cremige Basis:

  • gefrorene Früchte
  • frisches Obst
  • evtl etwas Flüssigkeit (Kokoswasser, Wasser, Fruchtsaft (Apfel, Ananas, Orange, Maracuja)
  • Pflanzenmilch (Kokos, Mandel, Cashew, Soja etc.)

Früchte/Gemüse:

  • gefrorenes Obst ist besonders beliebt, ich persönlich mag einen Mix aus frischem und gekühltem Obst
  • Bananen, Erdbeeren, Drachenfrüchte, Mangos, Kiwi, Blaubeeren, Gefrorener Beeren-Mix, Papaya, Khaki
  • Spinat, Grünkohl

Zum Verdicken (bei Bedarf):

  • Gefrorene Bananen
  • Joghurt (Kokos, Soja etc)
  • gefrorene Früchte
  • Eis
  • Nussmus (Mandel, Cahews, Erdnuss, Haselnuss)
  • saftige Datteln
  • Rote Beete

Toppings:

  • Obst (gehackt, halbiert oder in Scheiben)
  • getrocknete Früchte (Rosinen, Maulbeeren, Aprikosen etc)
  • Granola/Müsli
  • Schokoladen-Drops
  • Kokosraspeln
  • Samen/Nüsse: Chiasamen, Leinsamen, Cashews, Mandeln etc
  • Superfoods: Avocado, Chiasamen, Hanfsamen, Acai, Gojibeeren

Aromen/Süßen:

  • Acaipulver
  • Maca
  • Spirulina
  • frische Kräuter (Minze, Basilikum, Zitronenmelisse)
  • Vanille (am besten frisch oder als 100% Pulver, die Liquids enthalten meist Alkohol)
  • Zimt
  • Dattelsirup
  • Agavendicksaft
  • Ahornsirup
  • Apfel- und Birnendicksaft
  • Zuckerrübensyrup
  • Stevia
  • Xucker
  • Kakao

Ich bin bei meinen Smoothie Bowls aktuell eher minimalistisch unterwegs und mixe meist ein bis drei cremige Früchte mit Spinat, Limette und Minze oder Vanille. Meine liebsten Früchte für Smoothie Bowls sind neben den obligatorischen Bananen noch Mango, Papaya, Drachenfrucht, Erdbeeren, Blaubeeren und Ananas.

Wenn ihr etwas Neues Ausprobieren wollt, dann wagt euch am besten nach und nach heran und bleibt erstmal bei dem was ihr mögt, so wie ich es auch in dem Grüne Smoothies-Video erklärt habe. Wenn man sofort ganz ambitioniert mit einem möglichst verrückten Mix anfängt, wird man meist eher abgeschreckt und gibt wieder auf.

Wie steht ihr zu Smoothie Bowls? Habt ihr ein ultimatives Rezept?

Dann schreibt es gerne in die Kommentare!