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Ganz oder gar nicht? „Öko“ oder „Scheiß drauf“?

Der Titel mag provokant klingen und so ist er auch gemeint. In den drei Jahren, in denen ich nun schon auf YouTube und Co aktiv bin, ärgere ich mich immer wieder über dasselbe Phänomen: Jeder Mensch der äußert, dass er auf bestimmte Dinge in seinem Konsumverhalten auf Grund von moralischen oder ökologischen Punkten achtet oder verzichtet, muss sich mit unfassbar viel Kritik herumschlagen. Es scheint, als gäbe es nur den perfekten Menschen, der von 0 auf 100 auf alle nicht vertretbaren Güter verzichtet oder eben den, der stumm weiter konsumiert und sich entweder keine Gedanken macht oder diese gekonnt ignoriert.

Doch vielleicht gibt es auch immer mehr Menschen dazwischen? Denn nicht nur zwischen Size Zero und Übergewicht gibt es eine ganze Menge Leute, sondern auch in allen anderen Bereichen gibt es stets eine Mitte.
Es muss doch einen Punkt geben dürfen, für Menschen des öffentlichen Lebens als auch Privatpersonen, in denen man anfängt nicht nur umzudenken, sondern auch sein Handeln zu verändern. Schritt für Schritt. Ohne dabei an den Pranger gestellt zu werden, weil man noch nicht „perfekt“ ist. Aber hat denn jemals wer behauptet dies zu sein?
Ob es die vegetarische/vegane Ernährung, der Verzicht auf Kosmetik mit Tierversuchen, das Meiden von Plastik oder ökologische/Fair Trade Mode und Naturkosmetik sind- meiner Meinung nach zählt jedes Handeln sowohl in die positive als auch in die negative Richtung. Jede gute Handlung und jeder Verzicht eben.

Vor nun knapp 2 Jahren habe ich angefangen mich hauptsächlich vegan zu ernähren, habe hier und und da in Videos auch das Überdenken und Einschränken meines Kaufverhaltens erwähnt. Dazwischen kamen weiterhin die bekannten Fashion Hauls und auch Kosmetik von Firmen, die nicht in das Bild passten. Ich habe nichts weggeschmissen, habe mich langsam an das Verändern mancher Bereiche gewagt und stehe stets in dem Zwiespalt des Geld verdienen als Blogger und meinen Vorsätzen (Kooperationsanfragen kommen beispielsweise besonders gern von Kosmetikfirmen, von denen ich nicht der größte Fan bin).

Warum? Weil es das wahre Leben ist. Zumindest sieht so das Leben von mir und anderen Menschen aus, die nach und nach versuchen etwas an ihrem Verhalten zu ändern. Mein Egoismus steht mir schon lange im Weg, aber ich sehe auch in dem Weg eine Möglichkeit und kasteie mich nicht, weil ich nicht 100% optimal handel. Es gibt einen Weg dazwischen und so passe ich vielleicht nicht in eine der beliebten Schubladen aber dafür bin ich echt.
In den letzten Jahren habe ich schon mehrere Videos zu dem Thema gedreht und nie veröffentlicht, weil Freunde immer gesagt haben, dass ich wohl etwas „zu sehr auf den Putz haue“ in meiner Wortwahl. Ja, weil ich immer wieder sauer darüber bin.
Es gab für mich dann nur zwei optionale Lösungen:

  • Weitermachen und ein dickes Fell anlegen
  • Nicht mehr so viel erwähnen warum du wie und wo du versuchst umzudenken und anders zu handeln, damit sich niemand mehr auf den Schlips getreten fühlt und dich verurteilt für dein „Pseud-Öko-Getue

Ich habe mich vor einiger Zeit für den zweiten Weg entschieden und es fällt mir noch immer nicht leicht, weil ich mir wünsche meine Reichweite positiv zu nutzen und mit euch gemeinsam zu lernen wie wir einen besseren Weg gehen können. Voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen anstatt des üblichen Verurteilens. Offensichtlich geht das nur „durch die Blume“, wenn man nicht ständig beschimpft werden möchte.Also gibt es den Inhalt weiterhin, aber eben ohne große Titel und Beweggründe.
Ein gutes Beispiel dafür ist auch Madeleine von dariadaria.com, denn sie hat sich gerade erst dafür entschieden weniger über ihre „guten Taten“ zu sprechen. Sehr schade, aber offensichtlich muss man als Blogger sofort in allen Bereichen 100% ökologisch, ethisch etc. leben (bzw. es sollte online so wirken 😉 ) oder einfach nichts darüber erzählen.

Ich hoffe sehr, dass es in unserer Gesellschaft immer auch Menschen in der Mitte geben wird. Solche, die auf dem Weg sind und versuchen hier und da etwas an ihrem Verhalten zu ändern. Und ich wünsche mir ein Gegenüber, dass sich dadurch nicht angegriffen, sondern inspiriert fühlt. Denn ja, meiner Meinung nach zählt auch der Einzelne und auch jede kleine Entscheidung im Alltag.

Handelst du zu 100% ethisch/ökologisch perfekt oder bist du vielleicht auch auf dem Weg?

Andrea Morgenstern

57 Kommentare

  1. Liebe Andrea,

    ich verstehe deinen Unmut total und finde es auch traurig, diese Entwicklung. Auch ich habe das mit Maddy mitbekommen und musste fassungslos mit dem Kopf schütteln. Ist es nicht erstrebenswert und zu bewundern, wenn Menschen umdenken. Ja, ist es. Und sei es in den Anfängen. Es hilft. Nein, die Aussage „Ach, was kann ich schon alleine verändern. Also was soll’s, dann bleibe ich eben bei meinem Konsumverhalten!“ zählt nicht. Es fängt im Kleinen an. Wenn jeder nur etwas verändert, nur ein wenig – dann ist das ein Schritt nach vorne. Und dann gibt es da noch die, die mit kleinen Veränderungen nicht einverstanden sind. Radikal sind, 200 Prozent fordern. Ich finde es sehr gut, dass Bloggerinnen und Blogger wie Maddie und auch du zum Umdenken inspirieren. Zum nachdenken anregen. Ihre Leserinnen und Leser teilhaben lassen. Denn, wir alle fangen irgendwo an. Wie ich dieses verdammte Verurteilen nicht mehr lesen, hören und sehen mag!

    Mach weiter so!
    Janina

    • Andrea Morgenstern sagt

      Verurteilen- du sagst es. Mich hat Madelaine zum Beispiel auch sehr angeregt über mein Konsumverhalten in Bezug auf Klamotten nachzudenken und wenn der Samen erst gesät ist, dann dauert es vielleicht, aber manchmal wächst ein Bäumchen…oder so ähnlich 😉 Danke für dein Kommt <3

    • Hi!

      Du hast das sehr schön geschrieben! Ich stimme Dir vollkommen zu, dass es wichtig ist, Schritt für Schritt die Dinge zu verändern und auch diese zu honorieren. Wahrscheinlich ist alles noch ein ziemlich langer Weg bis ein Umdenken bei allen angekommen ist.

      🙂

  2. Anna sagt

    Du hast sooo Recht!!! Ich habe Vegan for fit vor nem knappen Jahr ausprobiert, einfach nur so(!), aus gesundheitlichen Aspekten, weil ich neugierig war… Ich hatte deswegen einen Streit (!!!) mit meiner Schwester und wurde total belächelt von vielen Menschen! Ein Osterbrunch ist total eskaliert deshalb. Und wie dämlich es ja wäre dass ich „nur noch Körner esse“ blablabla. Ich war froh als der Monat um war! Auch wenn er mir gut tat. Mittlerweile esse ich kaum noch Vegan, sogar Fleisch esse ich seit kurzem wieder. Ich kaufe aber viel bewusster ein und habe viel dazu gelernt 🙂

    • Andrea Morgenstern sagt

      Ja das ist sehr schade..vor allem, wenn man selbst nicht missionierend unterwegs war. Aber toll, dass dir das gut tat und du bewusster geworden bist 🙂

  3. 100% ethisch/ökologisch perfekt handeln, das kann niemand. Meiner Meinung nach ein genauso unmögliches wie unsinniges Vorhaben.

    Als AVAP (as vegan as possible) vertrete ich die Überzeugung, dass jeder Schritt zum Veganismus hin, ein Schritt in die meiner Meinung nach richtige Richtung ist. Ich habe das unglaubliche Glück, dass die Vegangruppe in meiner Nähe absolut tolerant ist und ich auch als nicht komplett vegan lebende Person herzlich willkommen bin. Es gibt keine Gutmenschen dort und auch keine Veganpolizei. So ist die Reichweite einfach viel grösser und die Menschen (mich eingeschlossen) sind erstaunt, wie tolerant, unkompliziert und einfach normal diese Gruppe ist.

    Ich gehe jetzt mit meiner Meinung nicht hausieren, doch wenn das Thema zur Sprache kommt, äussere ich mich und ich beantworte Fragen offen und sachlich. Bisher bin ich meistens gut damit gefahren. Interessant ist, wie sich nur durch blosses Vorleben und ohne missionieren (kann ich auf den Tod nicht ausstehen) meine Haltung auf mein Umfeld abfärbt.

    In dem Sinne: tu Gutes und sprich darüber!

    • Andrea Morgenstern sagt

      Das mit dem Missionieren sehe ich ganz genauso! Toll, dass du so eine Gruppe gefunden hast 🙂

    • Hi!

      Das Witzige am AVAP (schönes Wort dafür) ist, dass die Kritik, dass man nicht 100% immer vegan sondern auch mal vegetarisch isst, von Menschen kommt, die alles in sich hineinstopfen. Bisher wusste ich einfach nicht wie ich am besten darauf reagieren soll, da ich mich dann in die Ecke gedrängt fühle und das Gefühl habe, dass ich mich rechtfertigen muss.

  4. Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht… wenn man eben nicht 100% Öko ist, wird sofort kritisiert, warum man hier und dort abstiche macht. Ich versuche soweit es mir – auch finanziell – möglich ist „Öko“ zu leben. Aber das geht nunmal nicht in allen Bereichen und manchmal sind die Einkäufe dann nicht Öko. Soweit es geht versuche ich, bewusst einzukaufen und nicht manches, einfach weils Billig ist, Hals über Kopf zu kaufe. Und ich finde das ist absoult menschlich, dass man nicht 100% Öko sein kann und dafür sollte man sich nicht schämen. Aber auch kleine Taten können schon was bewirken und warum dann ganz darauf verzichten… Daher finde ich es schon ein wenig schade, dass du deine Gedanken zu kontroversen Themen nicht mehr explizit teilen möchtest. Diese „Öko-Niesche“ ist sowieso sehr klein und so wird sie noch kleiner… Ich fand es immer toll zu lesen/hören was deine Meinung zu Themen wie Naturkosmetik, Vegan, Vegetarisch oder Umweltfreundlich ist. Aber ich kann auch verstehen, dass die massige Kritik sehr kräftezehrend ist. Das Bloggen sollte dir in erster Linie Spaß bringen und keine Belastung sein! 🙂

    Liebe Grüße
    Lea.

    • Andrea Morgenstern sagt

      Ich werde die Themen weiterhin aufnehmen aber eben nicht so explizit äußern warum. Ich finde das auch schade, aber mich belastet das dann einfach zu sehr und das ist es mir nicht wert. Dann mache ich es lieber ein bisschen mehr durch die Blume indem ich Produkte und Tipps gebe die zu guten Entscheidungen anrege. wahrscheinlich geht es schon, dass es nahezu 100% geht..aber dafür müsste man seinen „Egoisten“ doch ganz nach hinten stellen…das respektiere ich echt sehr, wenn man das schafft.

      lg <3

  5. Liebe Andrea,

    viele Menschen meckern viel zu häufig und wir sagen alle so selten Positives, weil wir das dann als gegeben hinnehmen – zumindest im world wide web. Ich verfolge deine Videos schon eine Weile, bin aber auch erst hinzugestoßen, als du dich schon zu Hause hauptsächlich vegan ernährt hast. Ich glaube, ich bin sogar über ein Video über Ernährung auf dich aufmerksam geworden. Ich finde deine Einstellung im Bezug auf ganz viele Dinge im Leben toll und höre dir gerne zu. Ich stimme meiner Vorrednerin zu, dass 100% gar nicht möglich ist. Wir werden nie wirklich 100%ig wissen, welche große Firma wie produziert. So viele Inhaltsstoffe sind auf Nahrungsmitteln immer noch nicht angegeben. Die Handelsketten sind fast immer undurchsichtig, sobald man in irgendeinem Supermarkt einkauft (ja, auch in Bio-Supermärkten). Von Klamottenproduktion ganz zu schweigen. Natürlich gibt es Labels, die fair produzieren, aber das muss man sich eben auch erstmal leisten können. Fair-Trade-Kaffee gerät gerade wieder in Verruf. Irgendwie hat man das Gefühl, man macht es falsch, was man auch tut. Und was ist eigentlich so falsch daran eine Lederjacke secondhand zu kaufen, die dann einfach mal mindestens 5 Jahre hält, wohingegen andere Jacken nach 1-2 Jahren durch sind? Für Schuhe gilt das gleiche. Und Taschen. Und wenn man dieses „wenn du das machst, dann musst du aber auch darauf Acht geben“-Spiel immer weiter spielt, kommt man irgendwann zu dem Punkt, an dem man fragen muss, warum man überhaupt noch Strom verbraucht oder Bücher kauft (denn dafür müssen ja Bäume sterben). Man kommt vom hundertsten ins tausendste, wenn man versucht auf dieser Ebene zu diskutieren. Man kann es einfach nicht „richtig“ machen. Und jeder, der sich auch nur ansatzweise mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt und sein Gehirn ein bisschen anstrengt, der weiß das auch. Lass die anderen halt labern. Das wichtigste ist, dass wir ein gewisses Bewusstsein für unsere Umwelt und diese Zusammenhänge haben. Und das hast du und das ist viel wert. Ich glaube, wir alle, die wir uns damit auseinander setzen, wünschten uns, wir könnten es noch besser machen. Haben vielleicht ein schlechtes Gewissen, wenn wir wieder Fliegen und nicht den langwierigeren und teureren Zug ins Nachbarland nehmen. Aber es ist vollkommen okay, wenn jeder einzelne von uns das tut, was für ihn machbar ist. Ich bin nicht vegan. Ich war eine zeitlang Vegetarier, aber mir fehlt das Fleisch. Nun kaufe ich mir alle 1-2 Wochen ein bisschen Bio-Fleisch. Ich versuche ansonsten viel Bio einzukaufen, aber immer kann ich mir das als Studentin nicht leisten. Ich versuche wenig Müll zu produzieren und Strom zu verbrauchen, aber es lässt sich ja nunmal nicht verhindern. Lass dich nicht ärgern von Schwachmaten, die selber nicht in deinen Schuhen stecken. Menschen, die so argumentieren, machen selber einfach gar nichts nachhaltiges – sonst würden sie wissen, wie schwierig es ist und niemanden verurteilen. Ich fänd es gut, wenn du weiter darüber redest! (aber natürlich weiß ich nicht, wie es ist in deiner Position zu stecken und damit angreifbar zu sein). Du gehörst zu den Guten, mach einfach so weiter und der Rest kommt schon irgendwann von allein. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen in einer Art Kommune zu leben, wenn ich alt bin. Als Selbstversorger und mit eigenem Anbau. Aber jetzt eben noch nicht. Noch bin ich jung und will die Welt (auch mit dem Flugzeug) bereisen und die Vorzüge einer Großstadt genießen. Dazu gehört eben Müll und manchmal auch Konsum. Ein bisschen Lockerheit könnte manchen Menschen bei dem Thema nicht schaden – und ganz ehrlich: Schwarz-Weiß-Denker sind doch meistens eh nicht die Hellsten und denen fehlt der Blick über den Tellerrand.

    Alles Liebe von mir für dich!

    • Andrea Morgenstern sagt

      Danke für die Mühe diesen langen so sinnvollen Kommentar zu schreiben! Der letzte Satz hat mich außerdem echt zum Lachen gebracht 😀 Liebe Grüße

  6. Katharina sagt

    Ich finde, da wir in der 1. Welt Leben oder geboren sind, tragen wir so eine Art moderne Erbsünde in uns. Denn ganz ehrlich, alles, was wir benutzen oder was unseren Alltag leichter macht, wurde von Menschen hergestellt, die ordentlich dafür buckeln und bluten mussten.
    Man muss schon als Eremit in den Bergen leben ohne Zivilisation, um nicht auf Kosten anderen Leids zu leben. Man kann nicht zu hundert Prozent ethisch korrekt handeln, wenn man einen gewissen Lebensstandard halten will. Wir könnten wieder in der Steinzeit leben und im Gegenzug ein bisschen netter zu allen Menschen auf der Welt sein.
    Für manche ist diese Tatsache eine Freikarte für unreflektierten Konsum. Für andere ist diese Tatsache traurig und sie wollen aus Prinzip, aus Empathie und aus Moralgefühl, soweit korrekt leben, wie es ihre eigene Komfortzone zulässt. Und wie wir es in der Geschichte gesehen haben, fängt jede Bewegung klein an.

  7. Am schlimmsten finde ich eigentlich die Anmaßung fremder Leute einen runterzumachen. Was wissen die eigentlich über deine Bemühungen, deinen Weg, deinen Lernprozess außer der paar Kleinigkeiten, die mal in einem Blogpost erwähnt werden?! Das ganze Leben ist ein einziger Lernprozess und es gibt nie nur schwarz und weiß. Keiner legt einen Hebel um und ist vollkommen. Auch nicht die Personen, die ihre Klappe am weitesten aufreißen. Das hat meine Vorrednerin eigentlich perfekt ausgedrückt – denen fehlt der nötige Weitblick und offensichtlich auch die Lebenserfahrung. 😉
    Liebe Grüße!

  8. Erna sagt

    Liebe Andrea,

    du hast so recht. Ich habe mir vor kurzem ein veganes Kochbuch gewünscht, einfach weil ich’s spannend finde und meinen Ernährungs-Horizont dahingehend erweitern möchte, „neue“ Zutaten kennenlernen und ausprobieren wollte. Von 90% meiner Umgebung habe ich mich rechtfertigen müssen „Du wirst doch jetzt aber nicht zum Veganer, oder?!“ Nein. Nicht mal Vegetarier, aber was soll dieser dumme Unterton in dieser Frage, was soll die Frage überhaupt?!
    Ich bin Lichtjahre entfernt von ethisch/ökologisch perfekt, aber ich entwickle so langsam ein Bewusstsein für solche Dinge und beginne einige meiner Verhaltensweisen zu überdenken und zu ändern.
    Ich würde mich sehr über Videos aus der Richtung freuen, einfach weil ich sie gerade von dir interessant und horizonterweiternd finde. Es ist schade, dass ignorante, möchte-gern-besserwisserische, intolerante und engstirnige Menschen es schaffen, dir so nachhaltig die Lust an solchen Videos zu nehmen, wobei ich dich da durchaus verstehen kann, so ist’s nicht. 😉

    Viele Grüße, und lass dich nicht ärgern!
    …vielleicht sollten wir uns doch alle mal zu einer virtuellen Tasse Tee treffen um gemeinsam an unseren dicken Fellen zu stricken… 😉

  9. Liebe Andrea,

    eigentlich kann ich nur wiederholen, was bereits gesagt wurde. Schön, dass du das Thema so deutlich ansprichst. Ich lese immer wieder die Kommentare unter Blogposts und Videos und höre diese Art von „Kritik“ auch selbst oft genug. Es ist unfassbar – ist man nicht erstens selbst für das verantwortlich was man tut und ist es nicht zweitens ein Fass ohne Boden? Jeder tut das, was er kann und was er zu tun bereit ist. Ich finde dich unheimlich inspirierend und versuche auch meinerseits, möglichst bewusst zu konsumieren und zu leben. Trotzdem schaffe ich es nicht immer und es ist trotzdem immer noch besser, als völlig blind durch das Leben zu gehen. Dariadarias Post habe ich auch gelesen und bin ziemlich traurig und desillusioniert, dass sie so resigniert ist. Mein Blog ist natürlich längst nicht so groß wie eure, deswegen bekomme ich auch nicht so viel unnötige Kritik und kann es kaum einschätzen, wie es ist, sich so etwas ständig anhören zu müssen. Aber ich hoffe, dass ich von dir auch weiterhin so viel in diese Richtung lese und auf Youtube sehe! <3

  10. Hey Andrea, sehr guter ehrlicher Post! Ich denke, ich bin auch irgendwo dazwischen. Es hat schon irgendwo bei mir „klick“ gemacht aber ich bin zum Beispiel auch nur teilzeit Vegetarier, wie ich immer so schoen sage. Ich verfolge dich schon seit einiger Zeit und fuehle mich auf jeden Fall durch dich positiv inspiriert. Apropos.. wie lief eigentlich die Yoga Challenge? Gibt es dazu nochmal ein Video? 🙂 lg, sonja

  11. Liebe Andrea,
    ich verstehe, dass Dich solche Aussagen treffen. Nörgler, Dogmatiker und Stänkerer gibt es immer. Ich finde es grundsätzlich besser, wenn man trotzdem zu seiner Meinung steht! Aber klar, das ist nicht immer ganz einfach.
    Ich kann Dir nur versichern, dass ich durch Deine Gedanken bereits viel an meinem eigenen Konsumverhalten geändert habe. Ich schaue Deine Videos seit drei Jahren und jedes Mal bekomme ich wertvolle Anregungen von Dir. Es geht ja eben um die kleinen Schritte. Lass Dich nicht entmutigen. Für mich bist Du eine grosse Inspiration!
    Herzlichst, Signora Pinella

  12. Pingback: Medienschau am Freitag | KW 6 · notestoherself

  13. Eins kann ich dir sagen: dieser beitrag ist perfekt! Mir geht es auch so. Ich bin der Meinung man muss einfach für sich selbst entscheiden wie weit man geht, welche schritte man geht und va. auch dass man für sich selbst prioritäten setzt. ich bin vegetarier, kaufe gerne regionale oder bio produkte und versuche plastikarm zu kaufen…

    tja wenn ich dann grade nicht die regionale milch sondern die bio vom aldi, weil ich da eben grad war und nicht noch sprit verbrauchen wollte, kritisiert… die machen es ja auch nicht besser und das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden! 😉

  14. Ich finde deine Meinung richtig gut und unterschreibe deinen Post sofort! Ich habe mich manchmal sogar schlecht gefühlt, weil ich mich vegetarisch ernähre, darauf achte Plastik zu vermeiden und meine Kleidung aus Naturfasern kaufen möchte und andere einen dann immer komisch ansehen und als Ökotante bezeichnen! Auch wenn dies nur ein Scherz am Rande bedeuten soll…Aber ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, eine eigene Meinung und einen eigenen Standpunkt zu vertreten! Ich verstehe auch gar nicht, was daran schlimm sein sollte?? Das ist doch lächerlich! Schlimm genug ist es, dass immer mehr CO2 an die Luft freigelassen wird ! Nur manche Menschen verstehen es irgendwie nicht! Ich gehe gerne nach dem Motto : “ Es gibt mindestens 2 Perspektiven auf eine Situation“. Aber in diesem Fall ist es nur sinnvoll, der Moral nachzugehen! 😉 Hach…kann ich mich darüber aufregen!
    Du hast mich auch wieder sehr inspiriert und ich mag deine Videos auch richtig gern! ♥
    Liebst,
    Madame extraordinaire (http://madame-extraordinaire.blogspot.de/) ich faste übrigens zurzeit zusammen mit einer Freundin…und zwar Plastik! ;))

    • Andrea Morgenstern sagt

      Was für eine coole Idee Plastik zu fasten! Darauf bin ich noch gar nicht gekommen 🙂

  15. Hannah sagt

    Liebe Andrea,

    zuerst einmal möchte ich dir sagen, dass ich dich und deine Einstellungen sehr inspirierend, reflektierend und tolerant finde. Durch dich und deine Videos zur veganen Lebensweise habe ich mich erst dazu entschieden vegetarisch und dann auch vegan zu leben. Bei der Ernährung fällt es mir nicht schwer „streng“ zu sein und es macht mir auch Spaß und ich fühle mich unglaublich gut dabei. Schritt für Schritt versuche ich nun auch den Rest meines Lebens zu verändern. Ich habe schon immer versucht ökologisch zu handeln, die Konsequenzen meines Tuns zu überdenken. Aber natürlich geht das nicht zu 100 Prozent. Und jeder halbwegs intelligente Mensch weiß das auch, und jeder, dem das tatsächlich WICHTIG ist, freut sich doch über alles, was du schon tun kannst, anstatt es zu kritisieren. Diese Menschen sind eben jene, denen selbst oft der Mut und die Überzeugungen fehlen, die sich angegriffen fühlen durch dein Verhalten und die sich nicht besser zu helfen wissen. Mir tun diese Menschen inzwischen leid und ich reagiere auch nicht auf sie. Mein Umfeld geht mit meiner Entscheidung sehr tolerant um und begegnet mir mit Respekt, weil ich es ihm gegenüber eben auch tue. Vom Missionieren halte ich überhaupt nichts, das war noch nie gut und zerstört ja tatsächlich den Grundgedanken (meiner Meinung nach) einer ethisch korrekten Lebensweise. Der Wille und der Geist des Menschen müssen sich selber dafür entscheiden, damit es Sinn macht und auch nachhaltig ist. Eine kopflose, überstürzte oder erzwungene Entscheidung in diese Richtung kann nicht die Lösung sein. Wir alle wollen doch, dass unsere Welt besser, offener, toleranter und nachhaltiger wird. Und so eine Welt kann nur aus Überzeugung entstehen und nicht durch schwarz und weiß und gut und böse.
    Unser Miteinander sollten wir schätzen und versuchen daran anzuknüpfen, um dafür zu kämpfen, dass unsere Welt noch ein paar Jährchen bestehen kann und unsere Urenkel auf ihr glücklich leben können. So wie wir. Wir sollten dafür kämpfen, dass es jedem Menschen dieser Welt so gut geht wie uns gerade, hier und jetzt.
    Und das funktioniert schließlich nur zusammen und nicht gegeneinander.
    So, genug geträumt. Aber mal ehrlich. Dein Leben und deine Gedanken sollten sich nicht davon bestimmen lassen, was Menschen, die das noch nicht erkannt haben, bei Youtube oder sonst wo schreiben. Ich hoffe, dass du weiterhin versuchst Menschen zu erreichen. Mir hast du sehr gut getan.
    Liebe Grüße,
    Hannah

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  18. Jacqueline sagt

    Hey Andrea,
    schöner Artikel.
    Ich sehe es genauso wie du ernähre mich zb auch hauptsächlich vegan aber benutze noch kosmetik die nicht tierversuchsfrei ist und versuche keine neue mehr zu kaufen zb.
    Ich habe oft das Gefühl, dass es Menschen generell schwer fällt Verhaltensweisen zu akzeptieren die keinem immergleichen Muster folgen wie zb überhaupt keine tierprodukte essen. oft kommt es auch so rüber, als ob man auch bei ihnen selbst evtl. einen wunden punkt angesprochen hat und der angriff auf einen ist in wahrheit mehr eine verteigungsstrategie um vegan-sein überhaupt gar nicht erst in betracht zu ziehen und es als unmöglich etc einzustufen.

    viele grüße!

  19. Konni sagt

    Hallo Andrea,

    ich kann mich zu 100% mit dem, was du hier geschrieben hast, identifizieren. Ich ernähre mich selbst vegetarisch und achte darauf, vegane bzw. zumindest tierversuchsfreie Kosmetik zu kaufen. Ich kenne das, wenn man sich ständig dafür rechtfertigen müsste und irgendwann einfach aufgibt, diese Dinge anzusprechen, weil das Gegenüber mit komplettem Unverständnis reagiert und einen als „Gutmenschen“ oder „Möchte-gern-Öko“ abtun will. Manchmal hat man einfach keine Lust auf eine Auseinandersetzung und das nur, weil man bewusster leben möchte.
    Klar – ich kaufe auch bei Zara oder H&M ein. Aber ich habe nie behauptet, alles zu 100% richtig zu machen. Hatte das Thema erst vor zwei Tagen mit meiner besten Freundin. Sie lebt vegan und wir haben darüber diskutiert, das es (fast) unmöglich ist, zu 100% ethisch bzw. ökologisch korrekt zu leben. Denn auch wenn man sich z.B. Möbel anschafft, kann es sehr gut sein, dass diese z.B. mit einem Lack behandelt wurden, der an Tieren getestet wurde o.Ä.
    Um 100% ethisch und ökologisch korrekt zu leben, müsste man in eine Hütte in den Wald ziehen. Ohne Elektrizität und alles, was man isst, selbst anbauen. Sich quasi Bekleidung und fast alles selbst herstellen. Weil das nun mal sehr schwierig ist, macht ein Mensch, der Dinge hinterfragt Abstriche und setzt Prioritäten. Ich habe überlegt, worauf ich in meinem Leben verzichten kann und was ich auf keinen Fall „verantworten“ kann. Das waren bei mir Fleisch, Fisch und bestimmte Kosmetikas. Da ich sehr tierlieb bin, hatte ich immer im Hinterkopf, was mit Tieren im Labor oder in der Zucht passiert – mein Gewissen hat sich jedes Mal „zu Wort“ gemeldet.
    Meine Freundin und ich kamen auf den Schluss, dass jeglicher Schritt in die richtige Richtung schon ein sehr großer Schritt ist.
    Du bist meiner Meinung nach sehr inspirierend, was solche Themen angeht und solltest dich auch darüber „auslassen“ dürfen – schließlich ist es dein Kanal. Aber verstehe (wie bereits geschrieben) auch, dass man es irgendwann satt hat, für sein lobenswertes Verhalten auch noch Kritik zu ernten.

    Mach weiter so! Und gerne mehr über solche Themen! 😉 Ich habe Dank dir schon sehr viele Produkte entdeckt, die ich nicht mehr missen möchte und erwische mich beim Shoppen oft, dass ich daran denke, was du damals mal in einem deiner Videos erwähnt hattest…

  20. Ninchens Masterplan sagt

    Hi Andrea,

    du sprichst mir aus der Seele! Seit 2 Jahren lebe ich nun vegetarisch und zwischenzeitlich auch vegan. Da kommen von überall immer wieder spitze Bemerkungen, wenn ich z.B. Kleidung vin C&A trage. Auch als ich meine vegane Ernährung nicht durch gehalten habe, wurde ich nicht mit hämischen Sprüchen von Familie und Freunden verschohnt….
    Ich habe habe mir angewöhnt, einfach nichts mehr darüber zu erzählen und mich auf keine dumme Diskusion mehr einzulassen. Schade eigentlich 🙁

    • Andrea Morgenstern sagt

      Ja das ist wirklich schade -anstatt dass sie feiern, dass du es eine Zeit lang geschafft hast! das ist doch super!

  21. Nicolé sagt

    Liebe Andrea
    auch ich bin so ein „Mitte-Kind“ 😉
    oft ist es nicht leicht aber du bringst es auf dem Punkt „leben und leben lassen“ .
    Alles Anderem haben meine Vorredner schon gesagt und ich kann mich ihnen nur anschließen 🙂 Mach weiter so!Du bist sooo sehr inspirierend

    lg. Nicolé

  22. Dieses Phänomen erlebe ich als Vegetarierin auch ständig – Veganer werfen mir vor, die Tierindustrie zu unterstützen, Fleischesser werfen mir vor, dass ich auch nicht 100 % perfekt bin… Ist es deswegen schlecht, darauf zu achten, was man kauft? Ich denke nicht.. Ich koche sehr viel und sehr gern vegan. Ich arbeite beruflich in einer gemeinnützigen Tierschutzorganisation für ein mieses Gehalt statt in der freien Marktwirtschaft. Aber ich bin natürlich trotzdem nicht der 100 % perfekte Mensch und werde es wohl auch nie sein.
    Im Internet wird man dann halt schnell an den Pranger gestellt von Leuten, die sich dann besser fühlen mit ihrer Lebensweise. Nimm es nicht persönlich, wenn du so angegriffen wirst und mach weiterhin dein eigenes Ding, mit allem was dazu gehört. Weiterentwickeln, reflektieren und nachdenken ist gut und wichtig, keiner ist statisch. Ich finde es spannend, das zu lesen – auch wenn es Hatern eine Angriffsfläche bietet. Ich hoffe, du schreibst auch weiterhin darüber…

    LG
    Ela

  23. jana sagt

    Hi Andrea!
    Sowohl dein Video, als auch dieser Post haben mich mal wieder darin bestärkt, einfach so weiter zu machen und ein „Mensch irgendwo dazwischen“ zu sein.
    Ich lebe hauptsächlich vegetarisch, was größtenteils einfach daran liegt, dass ich Fleisch nicht mag. Damit fahre ich ziemlich gut, auch wenn ich mich nicht als „Vegetarierin“ bezeichnen würde.
    Wenn dann aber ein bis zwei Mal im Monat eine Bio Salami in meinem Kühlschrank liegt, bekomme ich von meinen vegan essenden Freunden direkt eins aufn Deckel. Da fallen dann Sätze wie „Ich dachte, du magst kein Fleisch…“ – Muss ich mich jetzt ernsthaft für diese blöde Salami rechtfertigen? Ihr mögt auch keinen Rosenkohl, aber trotzdem habt ihr manchmal Lust drauf.
    Diese ganze Diskussion und Pseudo-Missionierung geht mir echt auf den Wecker. Auf der einen Seite gibt es nichts besseres und verantwortungsbewussteres als die vegane Ernährung, auf der anderen Seite kaufen Sie ihre Klamotten aber nur bei Primark und H&M. Und sie fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und allen Freizeitaktivitäten, obwohl die Bushaltestelle vor der Tür ist.
    Ich besitze keinen Führerschein, habe zwei FSJ hinter mir, arbeite ehrenamtlich im Rettungsdienst und bilde ehrenamtlich Schulsanitäter aus. Ich habe keine Haustiere, weil ich mich nicht ausreichend um sie kümmern könnte und verwende (bis auf Nagellacke) nur Naturkosmetik. Der WG Müll wird ordentlich getrennt, wir haben Öko Strom und gehen ausschließlich mit Jute-Beuteln einkaufen. Für Flüge in den Urlaub reicht das Geld nicht, deshalb muss die Ostsee her halten (von HH aus laden wir jedes Jahr einen Kombi voll und zelten zu viert). Im Winter ziehe ich mir lieber drei Pullis an, bevor ich die Heizung aufdrehe und im Sommer muss ich halt schwitzen, weil das Geld für eine Klimaanlage auch nicht reicht.
    Das sind meine Möglichkeiten, ethisch, moralisch und sozial korrekt zu leben. Also lasst mir doch bitte meine Salami, liebe Veganer.

  24. Liebe Andrea,

    ich sage gerne: „Wer ohne Fehler ist der werfe den ersten Stein!“ Denn ich wage sehr zu bezweifeln, dass irgendwer von denen, die jetzt einen auf Tausendprozentveganer machen, die mit dem erhobenen Zeigefinger durch die Welt rennen schon immer auf tierische Produkte verzichtet haben. Dass sie noch nie Produkte kauften, an denen Tierversuche unternommen wurden. Dass sie noch nie eine Plastiktüte oder Plastikdose in der Hand hatten. Dass sie schon immer in Stoff/Gummilatschen durch die Gegend flitzen. Noch nie einen Ledergürtel besessen haben. Oder oder oder.

    Ich wage sehr zu bezweifeln dass das möglich ist. Vielleicht in 20-30 Jahren mal, da sich jetzt in den Köpfen der Menschen was ändert. Kinder anders großgezogen werden, nicht gleich Magersucht gebrüllt wird, nur weil das Kind kein Fleisch/Fisch möchte. Die Eltern dem Kind es vielleicht auch gleich anders vorleben, nämlich einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. Wo bei meiner Generation (1975 geboren) noch oft das Denken der Nachkriegsgeneration (ob nun von den in den 1940er Jahren geborenen Eltern oder von den Großeltern, Tanten, Onkeln) herrschte so herrscht heute ein anderes Denken. Wir entwickeln uns alle weiter.

    Ich selber bin oft angegangen worden nachdem ich von vegan wieder auf vegetarisch umstellte. Was schlicht und ergreifend daran liegt, dass ich kein Soja vertrage – und auch keine Nüsse. Getreidemilch schmeckt mir schlicht und ergreifend nicht. Ohne Joghurt komme ich einfach nicht klar, von veganem Käse ohne Soja wird mir speiübel. Und dazu stehe ich auch. Zumindestens die Milch ist gegen Kokos-Reis-Drink ausgetauscht worden, und auch ansonsten spielt die Kokosmilch (die ja gottlob keine Nuss ist) eine große Rolle in meinem Haushalt.

    Doch wenn ich ganz ehrlich sein will dann dürfte ich mich noch nicht mal Vegetarier nennen. Denn ich muss täglich Medikamente einnehmen ohne die ich in kürzester Zeit ersticken würde. Und diese sind leider nicht tierversuchsfrei, da gibt es leider nichts anders. Sodass mir nichts anderes über bleibt als in den sauren Appel zu beißen.

    Ich sage mir aber auch, dass ich mich für einen bestimmten Lebensweg entschieden habe. Das ich eben nicht auf nicht erprobte hömöopathische Mittel umsteige ohne zu wissen, ob ich den nächsten Morgen dann noch erlebe. Sondern das ich bei meinem (leider) cortisonhaltigem Asthmaspray und meinen bösen Schilddrüsentabletten bleibe. Denn alles andere wäre Selbstmord auf Raten.

    Es ist ein Kompromiss den ich eingehe. Bei allen anderen Sachen bin ich nach und nach jetzt am Umstellen (auch bei Tabletten, die ich sonst so nehmen muss, die zwar empfohlen sind aber nicht verschrieben). Duschgel und Körperlotion sind schon länger tv-frei, Waschmittel ist auch schon umgestellt, Reinigungsmittel kommen jetzt nach und nach hinterher.

    Früher sagte ich immer, dass ich mir tv-freie Produkte nicht leisten kann. Jetzt lebe ich seit 6 Monaten in der kompletten Umstellung, trotzdem das ich mehr Ausgaben habe (höhere Miete nach Umzug). Und es ist definitiv nicht so, dass meine sonstigen Kosten gestiegen sind. Denn es muss für mich nicht der Reiniger in Bioqualität aus dem ökologischem Geschäft für 5 Euro sein. Es darf auch gerne die Handelsmarke sein, die tv-frei ist. Oder die mit dem grünem Wald- und Seebewohner 😉 (isch will ja hier keine Schleichwerbung machen 😉 ).

    Dennoch sage auch ich nicht „nein“, wenn ich für einen Produkttest ausgewählt werde oder etwas gewinne, wo ich eben nicht zu 100% weiß, ob es tv-frei ist oder nicht. Ich informiere mich vorher und gucke wie ich die verschiedenen Informationen mit meinem Lebensweg in Einklang bringen kann.

    LG
    Aska

  25. Liebe Andrea,

    Ich denke, kein Mensch ist perfekt. Ich lebe jetzt seit einem dreiviertel Jahr saisonal. kein Obst und Gemüse aus dem Ausland (außer die Orangen im Winter, die aber dennoch saisonal waren). Ich musste auch feststellen dass viele zwar komisch schauen, aber es doch auch einige gibt, die wirklich interessiert daran sind.
    Ich stell das nicht an den großen Pranger, aber sage es doch gerne. Klar kommt auch Kritik, wenn dann der biohonig aus Afrika aufm Tisch steht aber es gibt auch mal Tage, da hat leider der regionale Hofladen gerade nicht offen und ich brauche es dringend, oder ich brauch nur den Honig und möchte dafür nicht gerade einen großen Umweg fahren, wenn der rewe gerade aufm Heimweg liegt.
    Für solche Fälle habe ich mich aber mittlerweile auch gut informiert,denn so komisch es auch klingt, auch Veganer (oder sonstige nachhaltige Menschen) Leben nicht unbedingt (komplett) nachhaltig. Sei es der Soja von gerodeten regenwaldflächen oder das Gemüse, dass es nicht saisonal gibt, oder jede Menge Plastikmüll den die Leute produzieren, weil sie sich vegane Wurst oder sonstige Fertigprodukte kaufen müssen. Die Liste lässt sich beliebig lang erweitern. Und da gebe ich dann gerne auch mal freundlich konter. Meist sind so Leute dann auch ruhig, weil sie plötzlich merken, dass sie auch nicht perfekt sind.
    Denn wie du schon sagst, jeder Schritt der nachhaltig ist, ist ein guter Weg. Wobei man da auch aufpassen muss. Denn wenn alle in eine Richtung gehen ist auch dies irgendwann nicht mehr nachhaltig.

    Liebe grüße und einen schönen Abend
    Mareike

    • Andrea Morgenstern sagt

      Ja komplett nachhaltig lebt wohl fast niemand hier. liebe grüße und toll, dass du nur saisonal kaufst 🙂

  26. Polarstern sagt

    Ich habe gerade das entsprechende youtube-Video gesehen und danke dir für deine offenen Worte, 100 Mal! Ich bin in sehr vielem deiner Meinung und das Blogger sich verstellen, um sich nicht ständig rechtfertigen zu müssen war mir vorher nicht bewusst. Du hast recht, das ist sehr schade auch wenn ich es verstehen kann, schließlich ist es anstrengend und belastend immer wieder Kritik zu bekommen, was letztlich „open for discussion“ ist. Denn es ist doch so: Jeder handelt immer im Rahmen seines eigenen Wissens und niemand weiß alles. Es wird immer Unsicherheit aufgrund der Begrenztheit unseres Wissens geben und im Rahmen dessen passieren selbst bei den besten Absichten Fehler. Aber es ist doch gut, dass wir unsere Absichten äußern und nach bestem Wissen leben und dann darüber reden können, so füllen letztlich alle „Wissenslücken“. Natürlich sind wir alle nur Menschen, die auch Mal Ausnahmen machen, das ist eine anderer Aspekt und wir alle haben das Recht dazu, da stimme ich dir zu. Aber das interessante dabei ist doch auch, wenn diese Ausnahmen bewusst getroffen werden und darüber hinaus werden wir niemals ethischen, ökologischen oder sonstigen Ansprüchen genügen, wenn wir nicht glücklich dabei sind. Und wenn Abweichungen von den eigenen Idealen dazu gehören, so be it.
    Letztlich sind doch diejenigen, die die „Inkonsequenz“ kritisieren überheblich und im Unrecht, denn dahinter steht die Überzeugung, sie wüssten es theoretisch besser und es gäbe immer den besten Weg.

    • Polarstern sagt

      Ach so, noch etwas vergessen: Nicht nur Blogger sagen nichts oder nur die Hälfte à la „ich ernähre mich vegetarisch und überwiegend vegan“ sondern das tun auch viele „Privatpersonen“. Ich persönlich habe wedern Lust mich ständig zu erklären oder rechtzufertigen noch habe ich Lust diese Abwehrreaktion bei meinem Gegenüber zu provizieren (durch die bloße Äußerung, dass ich mich überwiegend vegan ernähre).
      Auf der anderen Seite bin ich wesentlich skeptischer als du, was das „viele Menschen machen schon kleine Schritte“ angeht. Wir leben meiner Meinung nach in einer ultraindividualistischen Gesellschaft in der wir durch die Entkopplung von uns und den Gütern und Dienstleistungen, die wir nutzen so distanziert sind, dass wir den Wert nicht erkennen. Und da kann man noch so oft sagen, dass allein die Plastiktüten, die wir beim Einkaufen bekommen 1000 bis 10000 Jahre brauchen um abgebaut zu werden. Ändern tut das, schauen wir uns doch mal um, nichts. Was etwas ändert ist es besser vor zu machen, denn VOR MACHEN ist immer besser als HINTERHER MECKERN. Vor machen kann inspirieren, hinterher meckern erzeugt idR nur Unmut.

    • Andrea Morgenstern sagt

      Danke für deinen Kommentar! Ich kann dem nichts hinzufügen!

  27. Pingback: Worte zum Mai | Alles über

  28. Schön, dass du diesen Artikel geschrieben hast. Ich kenne dieses Problem sehr gut. Ich bin auch jemand, der eher einen Mittelweg fährt, und es hat Jahre gedauert, bis ich von einer Ernährungsumstellung dann irgendwann bei ökologischen Waschmitteln war, und nun auch lieber Öko Kleidung kaufen würde, wenn es immer das, was ich möchte, auch in Öko geben würde… D. h. meiner Meinung nach ist es auch sehr schwer umsetzbar, sehr konsequent zu sein, selbst wenn man es wollte, Und ja: es geht in kleinen Schritten und langsam. Wir sind alle auf dem Weg, und jeder dürfte den anderen gegenüber unterstützend und freundlich gestimmt und tolerant entgegen treten. Das wünsche ich mir auch. Leider nur selten anzutreffen…
    100%ig ist niemand perfekt. Selbst die nicht, die es glauben. Ein kleines Beispiel zur Aufheiterung: (-; Ich habe letztens ein Gespräch in einem Bio Supermarkt gehabt, es ging um das Verwenden von Plastiktüten oder denen aus Papier. Die Frau hat hauptsächlich über sich geredet nach dem Motto, sie macht alle so perfekt und toll, kein Gemüse aus dem Ausland etc., dafür kauft sie das Gefrostete. Sie nimmt nur die Papiertüten, denn die seien ja besser (die Herstellung ist aber leider auch mit sehr viel Energieaufwand verbunden…) Die benutzt sie dann als Mülltüten (mache ich auch so, aber ich nehme auch die Plastiktüten, denn ich bin nicht sicher, was nun besser ist… eben so wenig wie nötig Tüten überhaupt). Und dann kam der Hammer, sie sagte dann: Sie nehme gern auch mal mehr Papiertüten mit nach Hause, da müsste sie keine Mülltüten kaufen, das bio Zeug ist sowieso so teuer, dass man das ruhig machen könnte. (-; Ich reagiere auf so etwas nicht, man hätte sich an dem Punkt in die Haare kriegen können. Es macht keinen Sinn, mit solchen Menschen zu diskutieren, denn sie sind zu sehr überzeugt von sich selbst. Auch sieht man hier, dass jedes Verhalten sowohl Vor- als auch Nachteile in sich bergen kann also sehr schwer zu sagen, was nun das perfektere ist….
    So etwas kann einem ständig begegnen. Die meisten Menschen sind sooo überzeugt von sich, und damit geht einher, dass man andere kritisiert in deren Verhalten. Es ist das typisch menschliche Sein-eigenes-Ego bestärken. Leider sehr weit verbreitet… ich mache es inzwischen so, dass ich so wenig wie möglich über solche Themen spreche. Wenn mich jemand fragt, antworte ich und gebe meine Tipps. Ich esse so, wie ich es für richtig halte, aber ich rede nicht (mehr) von mir aus darüber.
    Nimm es einfach nicht so persönlich. Die Menschen sind so… (-; Am besten nur was sagen wenn du gefragt wirst, und selbst nur fragen, wenn du einen toleranten und verständnisvollen Gegenüber hast, der kein Fanatiker ist. (-;

    • Andrea Morgenstern sagt

      haha wie anstrengend die Frau klingt- so Leute, die aufzählen wie toll sie alles machen 😀 aber wenn sie so happy ist- so lang sie sich nicht vor den anderen aufspielt 😉 lg

  29. Miriam sagt

    Liebe Andrea,

    Ich finde es toll, dass du diesen Artikel geschrieben hast!
    Ich gebe dir vollkommen recht, dass man auch schon einen großen Unterschied machen kann, ohne das moralisch perfekte Leben zu führen. Ich glaube, so ein Leben zu führen ist auch so gut wie unmöglich. Ich persönlich shoppe viel weniger als früher und habe auch garnicht mehr so das Bedürfnis einkaufen zu gehen, aber wenn ich dann mal etwas kaufe, dann beschränke ich mich auch nicht und nehme das, was mir gefällt, auch wenn es dann halt von Zara&Co. ist. Das ist vielleicht immernoch nicht die ideale Taktik, aber es ist für meine Situation realistisch und umsetzbar und ja doch immerhin schonmal besser, als wenn ich jede Woche shoppen gehen würde:).
    Ich finde es schade, dass viele Menschen noch so wenig Verständnis bzw. Anerkennung dafür haben, dass man sich bemüht und man sich ständig rechtfertigen muss, obwohl man doch niemanden angegriffen hat und auch nie versucht hat, die eigenen Ideen den Anderen überzustülpen.
    Ich finde deine Videos und deine Einstellung auf jeden Fall toll und hoffe, dass du dich von Anfeindungen nicht entmutigen lässt:)
    lg

  30. Cindy sagt

    Sehr richtig was du da sagst.
    Ich könnte nie auf Fleisch verzichten, kaufe aber nur Nahrungsmittel bei denen ich mein Gewissen beruhigen kann. Wenn da mal eine Mühlen-Currywurst dabei ist stelle ich mich ja auch nicht gleich an den Pranger.
    Und trotzdenm hoffe ich, dass du dich irgendwann dazu entscheidest, deine Meinung einfach offen kund zu tun.

  31. Liebe Andrea,
    ich verstehe dein Problem total! Eine Freundin von mir zum Beispiel ist (fast, mit sehr wenigen Ausnahmen) Veganerin und regt sich über alle Menschen auf, die nicht 100% ökologisch oder was auch immer handeln, also Vegetarier/Veganer, die nicht versuchen aus Plastik verzichten, die trotzdem ihr Obst wie z.B. Bananen oder Mangos kaufen, die ja total weit transportiert werden müssen und und und … Ich bin ehrlichgesagt schon etwas genervt von dem Ganzen. Denn, wie du sagst, wer ist denn schon perfekt? Ich als Vegetarierin finde es auch schon einen RIESEN Fortschritt, wenn „Fleischesser“ z.B. bewusst ihren Fleischkonsum verringern, aber nicht komplett einstellen, einfach, weil sie Fleisch zu sehr mögen. Andere Vegetarier könnten jetzt meinen „Neee, die tun ja nur so, entweder ganz oder gar nicht!“ Ist doch toll, dass sie nachdenken! Menschen können nicht zu 100% alles richtig machen. Für mich mag die Lösung von der Ernährung mit so wenig tierischen Produkten passen und richtig sein, aber heißt das auch, dass sie für alle anderen passen muss? Ich finde nicht! Jeder kann selbst entscheiden, welchen kleinen Einfluss er machen kann – ob es jetzt durch eine Veränderung der Ernährung, Verzicht auf Plastik oder was weiß ich ist. Das Problem ist, dass alles immer bewertet werden muss. Man muss unheimlich stark sein, wenn man anders denkt. Denn da ist man immer erstens Vorurteilen und zweitens lauter Beurteilungen des Verhaltens ausgesetzt. Eigentlich ziemlich traurig.
    Ich würde unheimlich gerne mehr von deinen Beweggründen hören! Einfach, weil mich verschiedene Denkweisen und Lebenseinstellung total interessieren und faszinieren. (und ich dich wirklich inspirierend finde!)
    Ich bin gerade auf dem Weg, Schritt für Schritt, meine Ernährung auf vegan umzustellen. Mir ist aber bewusst, dass das nicht von heute auf morgen geht und dass ich sicher meine Fehler machen werde. Aber ich bin ein Mensch. Das ist nunmal so.
    Ganz liebe Grüße, ich hoff dir geht’s gut! Ena

  32. Ich habe deinen Blog gerade entdeckt und finde das du diesen Artikel super gut geschrieben hast! Ich kenne das so gut sofort verurteilt zu werden wegen seinem „Öko Trip“. Ich versuche so oft wie möglich in Bioläden und saisonal einkaufen zu gehen. Wenn ich dann unter Leuten oder auch unterwegs, in der Schule meinen Bio Joghurt, meinen Bio Obst Riegel oder meine Karotten aus dem Garten raushole, fallen nur so Kommentare wie „Du schon wieder mit deinem Bio gehabe, glaubst du wirklich das hilft?“ oder „du weißt schon das nicht alles Bio&Vegan ist wo das draufsteht!“ und viel mehr verurteilende Kommentare. Wenn ich dann noch mit neuen Klamotten von Zara oder H&M ankomme höre ich schon gar nicht mehr auf die doofen Kommentare. Man behauptet doch nie zu 100% alles richtig zu machen, trotzdem wird das wahrscheinlich erwartet!? Wie du schon sagtest, Ganz oder Gar nicht..
    Liebe Grüße Anna

  33. Pingback: 12mal12 Februar - heldenwetter

  34. Hallo Andrea,
    dieser Post ist die echt gelungen und spricht mich absolut an. Und auch, wenn er schon etwas älter ist (im digitalen Zeitalter gemessen), möchte ich noch ein paar Worte da lassen. Denn auf Grund der von dir genannten Punkte schrecke ich immer wieder davon ab einen persönlicheren blog als meinen Buchblog zu schreiben. Denn schon im realen Umfeld werde ich als „Mensch des Mittelfeldes im bewussten Konsum“ immer wieder gezielt darauf angesprochen und (teilweise recht rabiat kritisiert), wenn etwas mal nicht vegan/bio/plastikfrei oder sonst wie nachhaltig ist. Zu gerne würde ich darüber berichten, wie viele unterschiedliche Menschen durch die unterschiedlichsten „Kleinigkeiten“ den Alltag Stück für Stück nachhaltiger gestellten können. Nachhaltig – nicht absolut perfekt. Aber ich habe nicht die notwendige Lust und Energie um auch noch in der virtuellen Welt auf schwarz-weiß- Denker zu treffen, die ihren eigenen Frust an anderen Menschen aus lassen.
    Liebe Grüße,
    Natalie

    @Anna: du beschreibst genau meinen Alltag…

  35. Britta sagt

    Liebe Andrea,

    du sprichst mir aus dem Herzen! Ich sehe das genau wie du, niemand, der sich oder etwas verändern möchte, ist über Nacht perfekt. Auch ich befinde mich seit 4 Jahren auf dem Weg zum veganen Leben. Sück für Stück. Der damals ausschlaggebende Punkt waren die vielen Allergien meiner Kinder. Sie mussten schon seit dem Kleinkindalter starke Medikamente einnehmen. Durch die schweren Nebenwirkungen wurde einer von ihnen zum Migränepatienten und die Kleinste litt unter schlimmen Verdauungsbeschwerden. So beschlossen mein Mann und ich etwas zu ändern. Nach langer Recherche stießen wir auf eine tiereiweißfreie Ernährung. Wir tasteten uns heran, wurden immer routinierter und durch die intensive Beschäftigung mit der Thematik rückte auch der ökologische und Tierschutzaspekt immer mehr in den Vordergrund. Die Allergien der Kinder haben sich seither schon so stark verbessert, dass sie jetzt ohne Medikamente durch die Pollensaison kommen. Der aktuelle Test zeigte, dass nur noch die Pollenallergien nachweisbar sind, Tierhaar- und Lebensmittelallergien sind nicht mehr nachweisbar. Also war es absolut der Schritt in die richtige Richtung. Auch uns Erwachsenen bekommt diese Ernährung sehr gut. Heute ernähren wir uns nun fast ausschließlich vegan.
    Aber auch wir würden durch das „Raster“ fallen. Wir würden sehr gern viel mehr „Bio“ und „vegan“ unterstützen. Nur sind unsere Mittel leider begrenzt. Wir arbeiten beide, aber mit drei schnell wachsenden Kindern ist der Kauf von ausschließlich ökologisch und fair produzierter Mode zum Beispiel nicht möglich. Wir müssen auch in andere Bereiche ausweichen, leider. Dafür werden wir auch hin und wieder von einigen Menschen verurteilt. Ebenso können wir leider auch nicht ausschließlich Bio Obst und Gemüse kaufen. Sprüche wie „Ich denke, ihr lebt vegan, warum hat die Kleine denn dann Lederschuhe an?“ oder ähnliche hören wir auch immer wieder. Ich finde das furchtbar. Veränderung braucht Zeit! Die wenigsten Menschen können ihr Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Jeder Schritt in eine bessere und gesündere Zukunft ist der richtige und sehr wichtig. Und sei es nur eine vegane Malzeit in der Woche. Auf ein ganzes Jahr zusammen gerechnet und vielleicht noch weiter auf zehn Jahre, auch dadurch müssten dann schon weniger Tiere ihr Leben lassen. Diese Einordnung in Schubladen finde ich unmöglich. Jeder Mensch ist völlig individuell und das ist gut so! Schubladen brauchen wir nicht!
    Ich bewundere jeden, der bereit ist, eine Veränderung einzuleiten, egal wie groß oder wie klein.
    Am meisten bewundere ich dabei dich Andrea. Deinen Kanal verfolge ich nun schon eine ganze Weile, denn mich spricht vor allem deine natürliche und ehrliche Art an. Du hast mich schon sehr oft inspiriert. Ich wünsche dir von Herzen, dass du es schaffst, blöde Kommentare so gut es geht zu ignorieren und für mich wünsche ich mir, dass du noch lange so weiter machst, wie bisher. Ich freue mich immer wieder über deine Tips und Anregungen oder einfach über deine Erlebnis-Berichte!

    Alles alles Gute für dich!
    Liebe Grüße Britta

  36. Saskia sagt

    Liebe Andrea,
    Sehr interessanter Artikel! Ich kann dir nur zustimmen! Kaum tritt man eine Änderung in einem oder mehreren Bereichen an habe ich das Gefühl, mich bei allen erst einmal für mein Verhalten rechtfertigen zu müssen. Sei es aufgrund von vegetarischer Ernährung, allg. nachhaltigem „öko“-Denken oder weil man sich mit alternativen Heilmethoden beschäftigt. Wenn man so etwas preisgibt kommen zuerst kritische Äußerungen, man wird wie du sagst in eine Schublade gesteckt und muss sich dann dem od. den anderen gegenüber erst einmal rechtfertigen. Ich frage mich jedes Mal wieder „WARUM?!“ Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Personen auch nicht wahr haben wollen, dass es gerade an der Zeit ist umzudenken und nicht mehr einfach nur auf die allgemeinen konventionellen Dinge zu achten. Viele haben denke ich auch Angst davor. Denn dann muss man ja auch etwas tun. Denn einfach so ändert sich nichts. Da ist es einfacher den anderen, der sich dazu bekennt „nieder“ zu machen, alles ins lächerliche zu ziehen und denjenigen als Spinner dastehen zu lassen. Aber ich denke jeder einzelne kann etwas dazu beitragen die Welt ein bisschen besser zu machen und das muss dann nicht sofort eine komplett Umstellung sein. Dafür reicht es auch sich nach und nach in diese Richtung zu bewegen. Und je mehr das machen umso weiter kommen wir voran die Welt besser zu gestalten :))
    Viele Grüße Saskia

  37. Lady Susan T. sagt

    Liebe Andrea!
    Ich bin erst letzte Woche eher durch Zufall ( Menstasse ) auf Deinen Blog und Deine Videos gestoßen. Bin zugegebenermaßen Allesesserin, die im kleinen Rahmen versucht auf gewisse Dinge zu achten, doch auch für den eigenen Weg noch lange nicht perfekt ist. Aber wie Du schreibst der Weg ist das Ziel und jedes Bißchen zählt.
    Allerdings habe ich mit der Aussage : „ich lebe vegan damit kein Tier oder Lebwesen leiden oder sterben muss“ bei den mir bekannten Veganern ein Problem. Denn sie essen sehr wohl auch Dinge die in der Erde wachsen… Ich bin der Ansicht, wenn ein Veganer diese Behauptung aufstellt sollte er/sie auch danach leben. Und die einzigen Menschen die das tun sind die indischen Jain.
    Ich möchte keinem Veganer den guten Willen absprechen, weiß auch um die Schwierigkeiten so zu leben, doch als westlich lebender Veganer, nimmt man eben doch auch die Gefahr einer Verletzung oder auch Tötung von Lebewesen in Kauf…. Ich kann da wie schöngeschrieben nur für die mir bekannten Veganer Sprechen, doch da Du auch Kartoffeln zu essen scheinst, solltest Du evtl. einfach über diesen von Dir auch verwendeten Satz( in einen Video, dads ich mir angesehen habe, vegan auf Reisen) überdenken. Da ich nicht weiß wie ich auf ein youtube Video antworte hinterlasse diesen Gedanken hier und hoffe mir es nicht gleich mit meinem ersten Kommentar bei Dir Mit Dir verscherzt zu haben. LG aus München Susanne

  38. Oh ja, schwieriges Thema. Meine Meinung: Niemand ist perfekt und jeder fängt klein an. Ich finde es toll, dass immer mehr Menschen sich Gedanken über ein bewusstes Leben machen – und sie sollten auch den Raum haben, sich auszuprobieren und entdecken zu können! Ich selbst lebe seit zwei Jahren vegan und von meinen Freunden höre ich immer noch, wenn wir mal zusammen einkaufen gehen, weil wir zusammen kochen wollen: „Na, wie wäre es mit einem Stück Fleisch?“ Das soll witzig gemein sind, ist es aber nicht und ich verstehe auch nicht, warum sie diese Witze machen – eine Antwort konnten sie mir bei mehrmaligem Nachfragen auch nicht geben. Ich sage ja auch nicht „Na, wie wäre es mit einer Mandelmilch?“. Leben und leben lassen, denke ich mir, dumme Kommentare ausschalten und den eigenen Weg gehen. Ich versuche so ökologisch und ethisch korrekt wie möglich zu leben (falls es dafür denn überhaupt eine Definition gibt), aber es ist eben eine Reise, auf der man auch mal über Steine stolpert. Und das ist gut so, wie sonst sollte man im Leben dazulernen?! Ich finde, du machst das sehr gut!

  39. Liebe Andrea,
    ich bin gerade über dein YouTube-Video auf deinem Blog gelandet und mich hat dein Beitrag sehr nachdenklich gemacht.
    Ich setze mich selber gerade mit den Themen Nachhaltigkeit und bewusster Leben auseinander und beginne nach und nach die Dinge um mich herum zu ändern. Ich denke, wenn man tatsächlich einmal damit angefangen hat, kann man auch nicht mehr damit aufhören. Aber wie die meisten Dinge im Leben ist das ein Prozess, der sich erst langsam in Gang setzt und bei mir beispielsweise damit gestartet ist, mich mit meinem eigenen Überkonsum und Schadstoffen in bestimmten Produkten auseinanderzusetzen (das geht aber nicht von 0 auf 100).
    Ob ich mein Leben jemals 100%ig umkrempeln werde, steht noch in den Sternen, weil ich weder weiß, ob ich das kann, noch ob ich das überhaupt will. Dass man dafür kritisiert wird, habe ich selbst auch schon erlebt. Ich denke, viele Leute fühlen sich angegriffen und denken, dass man sie gleich missionieren möchte, nur, weil man plötzlich stärker darauf achtet, was man wo kauft. Das ist ebenfalls nicht mein Ziel. Ich möchte nicht missionieren, aber wie ich anfangs schon schrieb: Wenn man erst einmal anfängt, sich über solche Dinge Gedanken zu machen, kann man nicht mehr in sein altes Verhalten zurück.
    Ich mag deine Videos über Nachhaltigkeit und Fair Trade sehr und hoffe, dass du deine Meinung und Ansichten weiterhin mit uns teilen wirst!
    Liebe Grüße
    Kati

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