Wer von euch kennt das auch – man taucht in Themen der Persönlichkeitsentwicklung ein, hat Erkenntnisse, oft lebensverändernde Einsichten und will dies am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Wieso nicht jedem erzählen, wie viel besser das Leben mit Meditation, Yoga & Co. laufen kann, der vegane Lebensstil nicht nur umweltschonend sondern auch gesundheitliche Vorteile bringt? Aber ist das wirklich so eine gute Idee?

Wenn sich das Umfeld, Freunde, Familie und der Partner nicht auf demselben Level mitentwickeln oder rein gar nichts mit den Themen anfangen können, die uns beschäftigen, sind Konfrontationen schon vorprogrammiert. Ich erzähle euch heute, wie ich solche Situationen angehe und für mich gelöst habe – vielleicht ist gerade das auch ein Anstoß für dich!

 

Persönlichkeitsentwicklung als Solo-Pfad?

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das pure Leben mit mir Andrea Morgenstern.
Heute geht es wieder um ein Thema, das ich sehr spannend finde und mich immer mal wieder beschäftigt. Den Menschen die sich viel mit persönliche Weiterentwicklung und vielleicht auch mit nicht ganz so verbreiteten Themen, wie Meditation, Achtsamkeit, Selbstheilung, Law of attraction usw. beschäftigen, stoßen häufig früher oder später an zwei Punkte:

Erstens, sie selbst entwickelt sich rasant aber das Umfeld bleibt irgendwie gleich und scheint nicht mehr so gut zu passen wie vorher. Man merkt irgendwie, das es da Unterschiede gibt, fühlt sich auch auf einmal irgendwie fehl am Platz –  im Freundeskreis, in der Familie…- oder man wird so wahrgenommen von außen. Vielleicht auch beides.

Zweitens: sie spüren den Drang, Menschen, die sie lieben auch zu ihrer Erkenntnis zu führen und zwar zu der Erkenntnis, zu der sie ja selbst gekommen sind, die Ihnen hilft bzw. geholfen hat, im Leben gelassener zu werden, gesünder zu werden, glücklicher usw..

Ich komme zu der Behauptung, dass die meisten Menschen auf diese zwei Punkte stoßen, weil ich das selbst von mir kenne und von einigen Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis und vor allen Dingen auch von vielen Zuschauern auf YouTube und von vielen Zuhörern des Podcasts, dass sie an diese „Grenze“ bzw. an diesen Punkt oft kommen, an dem es Ihnen schwer fällt, mit ihrem Umfeld weiterhin umzugehen, nachdem sie sich ja so verändert haben.

Was kann man denn da tun?

 

…bzw. was sollte man tun und was sollte man eher nicht tun? Meistens fühlt sich das erst einmal ziemlich frustrierend an, wenn die alte beste Freundin oder vielleicht sogar der Partner oder die Eltern plötzlich auf einem völlig anderen Planeten zu leben scheinen. Man fragt sich oft selbst, wie man es so lange „unwissend“ ausgehalten hat und ist selbst meist völlig voller Euphorie über die neuen Erkenntnisse.
So geht mir das auf jeden Fall immer mit Themen, mit denen ich mich immer gerade begeistert beschäftige, die mir helfen. Ich möchte am liebsten allen davon erzählen und alle auf diesem Weg bringen. Aber dabei vergisst man vielleicht oft, dass man selbst zu einem anderen Zeitpunkt sich in seinem Selbst vielleicht auch ganz komfortabel gefühlt hat und an der Situation vielleicht auch gar nichts ändern wollte. Vielleicht hat man die Notwendigkeit gar nicht gesehen für eine so große Veränderung in der Gedankenwelt und des Alltags.

Vielleicht wollte oder konnte man vorher gar nicht so offen sein für gewisse Themen.

 

Das ist völlig normal und absolut in Ordnung, dass die Beziehungen sich erst einmal komisch anfühlen – nach so großen Veränderungen, die man in sich selbst spürt –  ist auch völlig normal. Es scheint erst einmal nichts mehr zu passen und das sicher für beide Parteien.Vielleicht wird die Person gegenüber sogar wütend über unsere Veränderungen.

Aber warum wird sie dann wütend? Weil es sie verwirrt und beängstigt. Sie hat natürlich Angst, uns zu verlieren, weil Sie natürlich auch diese Veränderung bemerkt und unsere Ängste natürlich auch spürt, unsere Sorgen, unsere Fragen, ob das noch zusammenpasst.

Gleichzeitig kann so eine Veränderung auch oft wie ein Zeigefinger wirken, der auf die Themen des Gegenübers zeigt. Das ist oft so, auch wenn wir es gar nicht so meinen bzw. wird es von der Person so aufgefasst, obwohl der Hintergedanke gar nicht so war.
Wenn man in dieser Situation ist, kann man sich also sicher sein, das es aus unterschiedlichen Gründen für die andere Seite auch schwer ist, wenn man sich so verändert – also nicht nur für einen selbst, w
enn man sich so denkt Das Umfeld passt nicht mehr zu mir oder Ich bin woanders und alles fühlt sich nicht mehr richtig an! sondern das Umfeld spürt natürlich auch etwas durch diese Veränderung und ist vielleicht auch nicht nur „amused“ darüber…

Meiner Meinung nach heißt das aber nicht, dass man nie wieder oder gar nicht mehr zusammenpasst.

Das heißt nicht, dass man die komplette Beziehung immer in Frage stellen muss.

 

Vielleicht kann man trotzdem noch zusammen auf Konzerte oder ins Kino gehen. Oft wirken diese Sachen erst einmal banal. Aber mit der Zeit, wenn das, wovon man gerade so begeistert ist und man sich gerade so viel beschäftigt, „normaler“ wird, ist dann wieder Platz für das Andere: Kino und Konzerte usw., was einen vielleicht eine Zeit lang gar nicht mehr interessiert hat.

Ein Beispiel: Das Thema Vegan-Werden, Nährwerte und Gesundheit, Yin Yoga und Meridiane, die Kraft der Gedanken – das sind alles so Themen, die bei mir ganz ganz doll dazu geführt haben, dass ich sie am liebsten sofort mit jedem geteilt hätte. Wer von Rückenschmerzen erzählt, hätte von mir gut und gerne einen Vortrag über Meridiane und Stress bekommen können oder über Bindehaut im Stress…

Jeder der Probleme mit der Niere hat, den hätte ich auch gerne etwas über Ernährung erzählt…

 

Natürlich würde man meistens diese ganzen Erfahrungen und Erkenntnisse, alles was einem gut tut, am liebsten mit seinen geliebten Menschen teilen, weil man ihnen natürlich nur das Beste wünscht und mit ihnen teilen möchte, was einem selbst geholfen hat.

Aber was für uns bzw. mich jetzt gerade das Richtige ist, muss für den anderen (vielleicht auch für dich) jetzt gerade nicht das Richtige sein. So schwer es einem vielleicht weiterhin auch fällt es zu verstehen, aber manche Menschen haben vielleicht auch nicht gerade den Auftrag auf dieser Welt, sich ständig zu reflektieren und mit der Warum-Frage zu beschäftigen. Vielleicht ist ihr Plan im Leben gerade ein ganz anderer und vielleicht ist das auch völlig in Ordnung und gut so.

Vielleicht muss ein Partner oder eine beste Freundin auch nicht immer alle Bedürfnisse von einem befriedigen. Vielleicht reicht es, wenn man mit einem Freund gerne tanzt und mit den besten Freunden über Osho-Zitate philosophiert.

Eine andere Freundin ist vielleicht ihr die, mit der man gemütlich Kaffee trinken geht und mit der man über Alltagsthemen redet. Vielleicht muss das auch nicht ständig sein, weil es einem nicht so viel gibt, aber es ist trotzdem nett, den Kontakt zu halten und ab und zu (vielleicht ein bisschen seltener) über diese Alltagsthemen zu reden bei Kaffee und Kuchen.

Vielleicht schätzt man an diesen Menschen ganz andere Dinge.

 

Und vielleicht wäre es auch ganz schön langweilig und fast schon wieder zu einfach, wenn jeder Freund und jedes Familienmitglied immer ähnlich ticken und sich immer für Ähnliches interessieren würde. Wo wäre denn dann noch die Challenge?

Wo wäre das Potenzial für Wachstum, wenn wir nicht auch auf Widerstand und andere Meinungen stoßen würden?

 

Klar bringen uns Gespräche mit Ähnlich-Denkenden und vielleicht schon tiefer in die Materie eingetauchten Menschen viel, aber bringen uns nicht auch manchmal gerade die Gespräche mit Menschen weiter, in denen wir unseren Standpunkt erst einmal verteidigen müssen, weil sie so völlig anders denken. Das sind Gespräche, in denen wir selbst auf ganz neue Perspektiven stoßen und sehen können, wie völlig anders denkende Menschen an Dinge herangehen. Ist das nicht auch mega wertvoll? Willst du wirklich ein Umfeld haben, bei dem alle auf einem ähnlichen Level sind, wie du?

Ich stoße immer wieder an den Punkt – das ist auch weiterhin ein Prozess, würde ich sagen. Aber insgesamt wäre mir das glaube ich selbst zu langweilig. Ich habe super gerne sehr viele Menschen in meinem Leben, die sehr tiefgründig sind, aber es ist eben eine Challenge, die ich andererseits auch nicht missen möchte, auch die andere Seite in meinem Leben zu haben, immer mal wieder.

Aber ich merke auch immer wieder, dass ich in diese Falle tappe, und versuche durch die Blume irgendetwas zu ändern, Ihnen etwas mitzugeben weil ich sie so gern habe und ihnen so gern alle meine Tipps und Erfahrungswerte mitteilen möchte. Dabei weiß ich eigentlich aus eigener Erfahrung, dass man selbst bereit sein muss für so eine Veränderung. Ein gutes Beispiel ist da, dass ich in jungen Jahren schon mit sehr alternativer Heilmedizin (also alternativen Methoden) konfrontiert wurde. Zum Beispiel: Reiki habe ich schon gemacht, als ich dreizehn, vierzehn war in meiner Partyphase, Shiatsu, EFT usw. – das habe ich schon ganz früh gemacht. Schröpfen und Ginseng zu mir nehmen und ein Buch zu Yoga geschenkt bekommen. Autogenes Training habe ich sogar schon in der Grundschule gemacht.

All diese Sachen sind schon sehr früh in mein Leben gekommen, aber ich war all die Jahre nicht bereit dafür, obwohl das was mich jetzt heilt, auch Achtsamkeit, Yin Yoga, Meditation und Persönlichkeitsentwicklung ist und es mir ständig vor die Füße gelegt wurde.

Ich war nicht bereit, diese Sachen anzunehmen. Das ist auch o. k..

 

Es ist auch völlig o. k., wenn man vielleicht auch nie bereit dafür ist. Vielleicht möchte ein Teil von uns das in diesem Leben nicht. D.h. nicht, dass man den Menschen nicht eine Inspiration sein und ihnen nicht eine Inspiration geben kann, meiner Meinung nach, aber man sollte eben nicht so eine Nervensäge werden, denn auch da kommen eben die Vorteile über Veganer her. Die kommen ja nicht einfach aus dem Wald, ohne Grund, sondern, weil es eben genug solche Nervensägen gibt, die ständig Andere missionieren wollen. Natürlich passiert es einem immer wieder, dass man seine Meinung ein bisschen zu krass äußert, oder Menschen Tipps gibt, obwohl sie gar nicht nachgefragt haben. Das kann man aber auch trainieren, es zu reflektieren und weniger zu machen. Da gebe ich mir selbst sehr viel Mühe. Was aber das Wichtigste dabei ist, denke ich, ist, eben damit nicht zu nerven und zu akzeptieren, dass wir vielleicht aktuell nicht mehr so gut zu der besten Freundin passen wie früher. Vielleicht ändert sich das auch wieder, wer weiß.

Vielleicht müssen wir auch nur geduldig abwarten.

 

Vielleicht werden wir uns auf einem Level, wo auch immer das sein wird, in einem Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren wieder treffen. Oder vielleicht wird aus der besten Freundin einer Bekannten oder eine schöne Erinnerung, wenn dir euer Kontakt tatsächlich nicht mehr gut tut oder auch ihr nicht.

Ich habe in den letzten Jahren auch mehrere Menschen gehen lassen müssen, die ich auf den ersten Blick nicht gehen lassen wollte. Aber es hat leider nicht mehr gepasst. Es gibt auch Menschen in meinem Leben, mit denen ich inzwischen weniger Kontakt habe, als früher, ganz bewusst, weil sie für mich Energie-Vampire sind. Weil ich sie aber trotzdem mega liebe und ich sie in meinem Leben haben möchte, habe ich sie nicht verbannt, nur weil wir plötzlich ganz andere Ansichten, eine andere Lebensart haben oder ganz anders an Dinge herangehen. Weil mir aber der Kontakt eben nicht so gut tut und mir meine Energie –  das woran ich arbeite (die Heilung, das Positive) – so sehr raubt,  haben wir einfach aktuell weniger Kontakt, mehr Abstand.

Ich glaube, dass uns gewisse Menschen auch nur für eine Zeit in unserem Leben begleiten und umgekehrt.

 

Das kann zwar schmerzhaft sein, aber es ist völlig o. k.

Dazu habe ich auch schon einmal eine Podcast Folge gemacht, die heißt: Menschen gehen lassen.  Falls du merkst, dass das ein Thema für dich ist, dass das gerade resoniert, dass dir das schwer fällt, dann hör dir gerne diese Folge nochmal an. Während wir uns zu verändern, durch Meditation, Persönlichkeitsentwicklung, durch solche Podcasts wie diesen hier, die wir hören, sollten wir nicht vergessen, dass wir es sind, die sich so schnell verändern und dass es für die Anderen eben auch nicht so leicht ist. Es ist völlig in Ordnung und gut so, wie es jetzt ist, egal ob es schmerzt oder nicht.

Es ist o. k., es muss nichts geändert werden. Du musst dich nicht aufregen, enttäuscht sein, oder gar wütend sein. Wenn du gerade merkst, dass das Thema mit dir resoniert, und es vielleicht einen oder mehrere Menschen gibt, an die du da ganz besonders denken musst, bei denen es dir schwer fällt, den Kontakt zu halten, ihre Reaktionen auf deine Veränderung auch auszuhalten, dann nimm dir jetzt ein paar Sekunden Zeit, an sie zu denken..

Stelle oder setze dich ruhig hin und atme ein, zwei, vielleicht auch dreimal tief durch die Nase ein und durch den Mund aus… Es ist völlig o. k., so wie es jetzt ist. Du musst jetzt nichts ändern. Jetzt stell dir diese Menschen vor deinem inneren Auge vor…. sieh sie dir genau an…Wer steht da vor dir?… Vielleicht siehst du euch ja sogar zusammen. Erinnere dich daran, was du an diesem Menschen magst. Ist es vielleicht sein Lachen? Seine Unbeschwertheit? Sein Optimismus? Seine Naivität? Sein Humor? Oder seine Hilfsbereitschaft? Ist es seine Spontanität… oder seine Großzügigkeit? Erinnere dich daran, was du an diesem Menschen liebst. Und jetzt visualisiere dich selbst vor deinem inneren Auge. S

ieh dich genau an. Schau an, wie du dich verändert hast. Was liebst du an deinem neuen Ich? Ist es dein Optimismus? Dein Mut? Deine Willensstärke? Deine Liebe? Deine Geduld? Oder vielleicht deine Neugier? Erinnere dich daran, was du an deinem neuen Ich magst.

Dann stelle dir vor deinem inneren Auge ein Treffen vor – mit dir und all deinen Veränderungen und den Menschen, an die du bei dieser Podcastfolge denken musstest. Schaut euch an, gemeinsam – wie ihr voreinander steht und  euch anseht, mit all euren unterschiedlichen Stärken. Spüre deine Liebe für all die wundervollen Eigenschaften des Menschen. Sie dürfen genauso sein, wie sie jetzt sind. Es ist gut, wie es ist. 

Vielleicht konnte ich dir mit dieser Folge ein wenig Leichtigkeit geben, was das Thema Veränderung in dir selbst und der Beziehung zu deiner Familie, deinem Partner, oder auch deinen Freunden angeht. Ich würde mich auf jedenfalls sehr über dein Feedback freuen, supergern hier in den Kommentaren (ich antworte auch fleißig 🙂 ). Und falls du mir etwas Gutes tun und mich unterstützen möchtest, dann freue ich mich von ganzem Herzen über eine 5-Sterne Bewertung bei iTunes, denn sie hilft mir, meinen Podcast noch mehr zu verbreiten, und noch mehr Menschen dabei zu helfen, mehr Hoffnung und Mut zu schöpfen, Richtung Heilung und Glücklichsein.

Falls ihr Interesse an einem 1-to-1 Coaching habt, oder von meinen zukünftigen Events etwas mitzubekommen, dann schaut euch auch gern auf meiner Website um und tragt euch zu meinem Newsletter ein.

Ich freue mich auf Euch!

Alles Liebe,