Als  Fortsetzung der letzten Podcastfolge, als es um das Thema Meditation ging, teilt heute meine liebe Freundin Carina ihre Erfahrungen aus einem 10-tägigen Meditations-Kurs, dem Vipassana, mit euch.

Carina berichtet unter anderem von grundsätzlichen Regeln des Vipassana, ob es auch für Anfänger geeignet ist und sie teilt ihre ganz persönlichen Learnings während dieser intensiven Zeit mit uns!

Ich habe mein erstes Vipassana bereits fest geplant und womöglich bleibe ich nach diesem Podcast auch nicht alleine damit?!

Links zum Thema:

Das Zwiebel-Prinzip der Persönlichkeit

Heute gibt es die zweite Folge des letzten Podcast, wo es um das Thema Meditieren ging und meine liebe Freundin Carina von den Blog und YouTube Kanal Travel Run Play ist wieder dabei!

Falls ihr die letzte Folge noch nicht gehört habt, hört sie euch unbedingt an, bevor ihr diese hier hört, denn da geht es um die allgemeinen Dinge rund ums Meditieren, wie wir damit angefangen haben, wie wir jetzt meditieren, was uns das gebracht hat und unsere Tipps für Anfänger.

Heute geht es auch sehr viel darum, was Carina erfahren hat, denn ich möchte sie ein bißchen ausquetschen, zum Thema Vipassana Meditationsretreat 🙂

Das hat nicht nur den Grund, dass Carina das eben gemacht hat und ich das so toll finde, sondern ich sage mir selbst bereits sein 1 bis 2 Jahren, dass ich das machen möchte. Ich habe mich aber nie getraut. Ich habe immer gedacht Oh Gott, oh Gott, wie soll ich es schaffen, soviele Stunden am Tag zu meditieren und so viele Tage hintereinander? Was ist, wenn ich dann krank bin und ich Migräne habe? dies und das… also völliges Gedankenkarusell! Jetzt hat Carina das aber im Januar in Thailand gemacht und deswegen wollte ich sie dazu einmal ein bisschen befragen und vielleicht ist es für euch ja auch interessant.

Was bedeudet eigentlich Vipassana?

 

Andrea: Was ist das eigentlich überhaupt, so ein Vipassana? Das klingt ja schon komisch…

Carina: Also Vipassana könnte man übersetzen mit Die-Dinge-klar-sehen oder Einsicht. Das ist eine Form von Meditation, die ganz ursprünglich aus dem Buddhismus kommt, aber heutzutage konfessionslos und in Zentren praktiziert wird. Da können Muslime hin, Juden, Chirsten, wer auch immer. Es können alle hin, alle werden aufgenommen – es ist komplett konfessionslos. Das Wort „Retreat“ ist immer so ein wenig irreführend. Unter Retreat stellt man sich irgendwelche Spa-Anwendungen und Massagen vor. Das ist es vielleicht auch ein bißchen – es sind Anwendungen für den Kopf. Aber es ist eigentlich ein Kurs, der normalerweise 10 bis 21 Tage dauert; das ist je nach Zentrum unterschiedlich. In dem Zentrum, in dem ich diesen Kurs gemacht habe, wäre der volle Kurs 21 Tage gewesen. In Deutschland ist das normalerweise zehn Tage. In Deutschland haben die Leute auch nicht so viel Urlaub, um das mal so eben kurz zu machen.

Man sagt, das ist eine der tiefsten und intensivsten Formen der Meditation, die man üben kann auf diesem Planeten. Das muss jeder persönlich für sich herausfinden, ob das dein Ding ist, ob es für ihn etwas bringt, ob das für ihn auch so tief ist. Für mich war es auf jeden Fall sehr intensiv!

Ablauf des Meditationskurses

 

Andrea: Was macht man denn da überhaupt? Ist es die Art der Meditation, oder wieviel man meditiert oder was genau macht es so intensiv? Was ist der überhaupt der Rahmen?

Carina: Genau, es ist mehr oder weniger der Rahmen, an dem das gemessen wird, weil man einfach von morgens bis abends – und zwar von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends (das unterschiedet sich auch nochmal zwischen den Zentren) – meditiert. Es ist eine edle Stille, man darf also mit niemandem reden, außer 1 bis 2 mal am Tag mit seinem Meditationslehrer, der einen dann so ein bißchen „einstellt“. „Einstellt“ im Sinne von: Meditationslänge oder der dir sagt, was du machen sollst. Aber man darf nicht mit den anderen Teilnehmern kommunizieren, Man darf generell keinen Input in sich aufnehmen, keine Musik hören, kein Internet und natürlich keine Nachrichten schreiben. Man darf aber tatsächlich auch nichts aufschreiben, kein Yoga machen, kein Sport (keine sit-ups, kein booty shaking 😉 ). Deshalb wird es eben auch als eine der intensivsten Meditationsformen betrachtet, weil es sehr streng ist. Es ist aber aus einem guten Grund so streng, weil man sich einfach komplett einmal frei macht von allen Ablenkungen, alles was die eigene Identität so den ganzen Tag zuschaufelt.

Andrea: So ein bißchen wie aktiver Urlaub für den Geist.

Carina: Ja, oder, das man einfach den Geist entrümpelt und alles, was man tagtäglich obendraufschaufelt –da kommt die Nachricht rein – dann die Email – dann ist da ein Auto, dass mit Sound vorbeifährt – einfach mal wegschiebt von seiner eigenen Essenz. Das ist dann Die-Dinge-klar-sehen, die Dinge sehen wie sie sind und nicht getrübt von einem Geist, der abgelenkt ist durch alle möglichen Einflüße.

Auch für Anfänger geeignet?

 

Andrea: Das heißt, man kommt da hin und muss schon Meditationsprofi sein? Als du da hingegangen bist, hast du ja schon lange meditiert. Hättest du dir das auch vorstellen können, dass du das vor 2-3 Jahren gemacht hättest: 10 Tage, jeden Tag von morgens 4Uhr bis abends ?

Carina: Vermutlich nicht… Also damals hatte ich das auch noch gar nicht auf dem Schirm. Es ist eben manchmal so, wenn man sich mit Meditation usw. auseinandersetzt, dann kommen auf einmal solche Wörter auf, solche Techniken und Dinge. Auf einmal steht dann Vipassana im Raum. Ich habe es von einer Freundin empfohlen bekommen, die das häufige Male gemacht hat. Ich habe vor einem Jahr davon erfahren und wollte es direkt machen, weil ich es super spannend fand…

Andrea: Mutiger als ich!

Carina: Ach quatsch, nee. Ich habe ja auch keine Migräne! Das ist, glaube ich, etwas, wo noch mehr Ängste dabei sind. Ich wollte mich einfach voll ins kalte Wasser schmeißen. Aber es hat dann einfach nicht geklappt. Ich war in Mexico, habe danach geguckt, aber es waren alle Vipassana Kurse dort komplett ausgebucht. Da muss man sich also früh genug drum kümmern.

Wenn ich damit komplett angefangen hätte zu meditieren, hätte ich vermutlich Angst davor gehabt – vielleicht auch begründet. Aber ich würde sagen, es ist auch etwas für Anfänger!

Jeder kann das machen. Es ist dann vielleicht einen Tick mehr eine Herausforderung. Aber es ist einfach für jeden herausfordernd, egal wie weit er in seiner Praxis ist. In meinem Kurs habe ich auch Leute kennengelernt (wir haben natürlich nicht IN dem Kurs gesprochen, aber danach),  die komplette Anfänger waren. Da war ein junger, 23-jähriger Bursche, der davor auch noch nie meditiert hat und es auch von irgendjemandem gehört hat und es einfach spannend fand. Er hat es dann einfach gemacht.

Andrea: Und wie fand er das?

Carina: Er fand es super hart! Er hat es auch nicht 100% durchgezogen, (im Sinne davon, dass er sich den Wecker zwar um 4 Uhr gestellt hat, aber dann doch noch mal 2 Stunden liegengeblieben ist), was aber auch völlig o.k. ist. Also jeder so, wie er kann und möchte. Es ist eben nicht so, dass es irgendein Lehrer dann kontrollier,  sondern du bist dort für dich selbst. Du hast deine komplette Verantwortung und musst halt einfach gucken, wie weit du gehen möchtest.

Wie hart wird es wirklich?

 

Andrea: Und wie meditiert man da? Also ist das für sich selber oder in der Gruppe?

Carina: Das ist unterschiedlich von Zentrum zu Zentrum. Normalerweise ist es so, dass du eine Meditationshalle hast, in der du meditieren kannst oder aber in deinem Zimmer. Ich hatte dort damals eine Laufbahn aus Filz, wo ich dann meine Geh-Meditation machen konnte. Ich kann jetzt immer nur von meinem Zentrum sprechen: Eine Session bestand aus einer Gehmeditation und eine Sitz-Meditation. Das waren am Anfang 15 Minuten Geh-Meditation, 15 Minuten Sitz-Meditation. In den Gesprächen, die du mit deinem Lehrer hast, wirst du dann „eingestellt“, in dem Sinne dass du 5 Minuten mehr machen sollst, (also 20 Minuten Geh-Meditation, 20 Minuten Sitz-Meditation) und dass die Pausen zwischendurch kürzer wurden. Du hast diese eine Session aus Geh-und Sitz-Meditation und dann machst du zuerst eine halbe Stunde Pause und dann verkürzt du die Pausen, verlängerst also die Meditations-Sessions.

Andrea: Das heißt, wieviele Stunden ist man insgesamt ungefähr mit Meditieren beschäftigt?

Carina: Ungefähr so 12 bis 15 Stunden.

Andrea: Da könnte man ja denken, dass man dort ganz schön schnell ganz schön weise wird und dass man ganz schön schnell richtig genervt ist, weil man keinen Bock mehr hat, sich da hinzusetzen. 

Carina: …oder man verrückt wird.

Andrea: …verrückt wird, genau! Oder frustriert wird und abbrechen möchte. Da kann ja ganz viel hochkommen in 12 Stunden und dann noch, ohne mit jemandem zu reden. Wie fühlt man sich denn da?

Carina: Ganz schön durchgewrungen! Das ist total abgefahren, was da eben alles für Gefühle hochkommen. Du kannst dich in dem einen Moment über alles aufregen und sagen Ey, ich schmeiß das jetzt hin! Was ist das hier für ne verdammte…! Und 10 Minuten später sitzt du da: Stille See und alles ist fein und du bist voll in Ordnung mit dir selbst und du denkst Ja doch, nee, is alles cool! Also bei den Gefühlen merkt man etwas ganz eindeutig in diesem Kurs: Du bist nicht deine Gefühle! Deine Gefühle kommen und gehen. Es kommt darauf an, wie sehr du dich darauf einlässt, wie sehr du dich reinsteigerst.

Andrea: In den Schmerz auch, den Schmerz, der immer kommt und geht.

Carina: Genau, volle Kanne! Es ist echt der Wahnsinn, wieviel man über sich selbst lernt in diesem Kurs. Auch dieses Gefühl, dass man denkt, irgendwie zu sein. Dass man von sich diesen Glaubenssatz hat:  Nee, ich brauche meine 8 Stunden Schlaf am Tag, ansonsten geht gar nichts!  / Bevor ich morgens meinen Kaffee hatte, komme ich nicht raus! / Ich brauche abends Essen! / Ich brauche jede Stunde einen Kaffee!/ Ich brauche meinen Wein am Abend! / Ich brauche mein Yoga! / Ich muss laufen gehen – ohne Laufen fühle ich mich nicht als ich selbst!

Man verabschiedet sich halt komplett von diesen Gedanken, weil man merkt, was alles möglich ist, zu was man selbst fähig ist, wenn man sich verabschiedet von den ganzen Sachen, die man über sich selbst denkt. Man merkt, dass es möglich ist, 15 Stunden am Tag  zu meditieren.

Erkenntnisse und Learnings

 

Andrea: Ich stelle es mir vor, dass es einen total frei macht, um sich neu anzuschauen. Wer bin ich eigentlich?  Was kann ich eigentlich? Was mache ich eigentlich gern? Und auch um sich neu anzugucken, was alle andere über einen denken und das, was man selbst seit 20, 30 oder 40 Jahren über sich denkt, etwas entfernter zu betrachten. Das ist ja auch ein spannendes Thema, was da hoch kommt.

Carina: Definitv! Da kommen total viele spannende Themen hoch. Ich habe mich zum Beispiel an Dinge erinnert, an die ich 20, 25 Jahre nicht gedacht habe und auf einmal war dann ein Bild da und du denkst dir Krass, o.k. , woher kommt das denn jetzt? Indem man eben diese ganzen Ablenkungen wegschiebt…  Mein Meditationslehrer hat das so schön beschrieben: es ist so, als würdest du dich durch die Erde buddeln, also versuchen, am Kern anzukommen. Und da buddelst du und manchmal ist es einfach, du hast lockere Erde oder Sand. Manchmal kommen ein paar Steine, also Gedanken, die du dann sinnbildlich wegschmeißen kannst. Du buddelst, buddelst, buddelst – und auf einmal kommst du auf einen riesengroßen Felsen. Das ist dann eben eine Erkenntnis, die kommt und du dir denkst: Oh mein Gott! Woher kam das denn jetzt?

Die kann dich also einfach vom Stuhl oder Sitzkissen hauen und du denkst dir Oh krass, da war ja was!

Es ist die Kunst, um diesen Stein herumzubuddeln und dann trotzdem bei dir zu bleiben oder wieder zu dir zurückzukommen, zu sagen: Ok, ich lasse mich jetzt nicht von den aufkommenden Emotionen ablenken und von dem Stein entmutigen! und nicht zu denken: Ok ich schmeiße das jetzt! Es tut so sehr weh, ich kann da jetzt nicht durch…

Man kann da immer durch!  Man schafft es, sicht mit den Erkenntnisse und den Sachen, die man eigentlich so tief vergraben hat, auseinanderzusetzen, auch wenn man sie eigentlich vergraben hat, damit sie nicht mehr hochkommen. Aber es ist gut, sich damit auseinanderzusetzen oder sie zumindest zu sehen. Es geht gar nicht darum, sich dem Schmerz komplett hinzugeben und ganz traurig zu werden, sondern ihn zu sehen und einfach zu sagen Ja stimmt, es ist da! Es ist Teil meines Wesens. Das ist o.k., aber ich kann es auch loslassen.

Andrea: Ich glaube auch, das ist etwas, was man ganz doll lernen kann, darf bzw. muss, wenn man meditiert. Es ist eben nicht die Kunst, die Gefühle und Gedanken irgendwie in eine Kiste wegzupacken. Denn es ist ein Trugschluß, sie verschwinden dadurch nicht. Ich glaube, dass jeder solche Kisten hat, wir haben sie alle irgendwo. Um wirklich wahres Glück, also wahren Frieden mit uns selbst und unserer Umwelt zu erfahren, müssen wir diese Kisten rausholen und müssen alle einmal aufmachen, reingucken und eben auch annehmen, was da für Gefühle hochkommen. Ich glaube das das ganz doll ein Kisten-auspacken ist.

Carina: Total, ja!

Andrea: Wenn wir sie eben geöffnet und angeguckt haben, dann können wir sie auch neben uns stellen, ohne dass die uns weiterhin so fertig machen. Und in Wahrheit, in der Erde da, haben die uns vielleicht viel mehr gestresst, als wenn wir sie dann einmal angucken und einmal richtig fühlen und sie dann eben sein lassen.

Woran ich gerade denken musste: Kennst du dieses Zwiebelprinzip von der Persönlichkeit? Diese ganzen Lebensthemen, mit denen man sich beschäftigt, die Vergangenheit und so – das ist ein bißchen wie eine Zwiebel, wenn man die unterschiedlichen Zwiebelschalen abtrennt und schält. Wenn du in deinem normalen Alltag bist, dann kommen immer wieder neue Schalen hinzu, durch den Streit mit einer Freundin oder irgendetwas, was dich enttäuscht hat oder was auch immer dich beeinflusst (z.B. die Medien). Dieses Beispiel passt glaube ich hier perfekt, denn im Vipassana hast du eben nicht den Fall, dass immer wieder neue Layers kommen und deswegen schafft man es auch eher, an diesen Kern heranzukommen als im Alltag.

Im Alltag bildet sich immer wieder eine neue Zwiebelschicht. Du kannst noch so sehr abschälen, du kommst halt nicht so leicht an den Kern. Deswegen sind diese 10 Tage wahrscheinlich auch so intensiv. Man kommt an Themen, an die man sonst nicht so leicht rankommt

Carina: Ja definitiv, so habe ich das auch erlebt. Dass Vipassana ist eben nicht etwas, was ich einmal mache und dann bin ich frei von allem, dann bin ich geheilt. Ich hoffe, es dann auch durchzuhalten, aber gerade nehme ich mir vor, einmal im Jahr ein Vipassana zu machen. 

Andrea:  Ach, bist du noch nicht erleuchtet? 😉

Carina: Hm, irgendwie nicht – ich weiß nicht, was ich falsch mache…

Man kann einfach nicht sagen, dass, wenn man wie wir  30 Jahre auf der Welt ist, man in 10 Tagen alles durchgearbeitet bekommt. Das funktioniert einfach nicht. Tatsächlich ist die Frage, ob man es überhaupt in einem Leben schafft – muss man wahrscheinlich auch nicht. Es bringt einem selbst so viel, die Dinge zu erkennen, zu sehen, damit zu arbeiten. Deswegen kann ich persönlich es auch nur empfehlen, und ich empfehle es damit auch mir, es einmal im Jahr zu machen. Wie ein Reset Button für den Kopf, alles einmal auf Null stellen. Dann können die Zwiebelschalen wieder kommen, aber ich versuche eine nicht zu dicke Zwiebel zu werden…

Andrea:  …haha, das ist sehr schön! Ich versuche in 2017 eine nicht zu dicke Zwiebel zu werden!

Carina: das nehme ich mir auf jeden Fall vor und ich denke mir, wie schön gewesen wäre, wenn ich schon mit Anfang 20 von Vipassana erfahren hätte. Wie sehr hätte es mich gestresst damals, wie hart wäre dieser Kampf gewesen, weil ich eben da noch viel, viel unruhiger war als jetzt 8-9 Jahre später. Aber wie toll auch, was für eine tolle Möglichkeit das gewesen wäre, mich da mit mir auseinanderzusetzen. Ich denke, man kann nie früh genug anfangen.

Wenn du als Zuhörer/Leser noch überhaupt keine Meditationserfahrung hast, finde ich das überhaupt nicht schlimm. Wenn dich das hier gerade alles anmacht, stell dich einfach der Herausforderung! Wenn du denkst, das könnte interessant sein für dich oder spannend, dann warte nicht, bis du eine halbe Stunde am Stück meditieren kannst. Das würde dir beim Vipassana genauso wenig weiterhelfen, als ob du nur 5 Minuten oder 1 Minute meditieren kannst. Es ist auf jeden Fall eine ganz, ganz tolle Form, sich selbst ein Stück näher zu kommen sich selbst besser zu verstehen.

Carinas Top Learnings

 

Andrea: Zum Abschluss noch mal:  was würdest du rückblickend als die 3 Top-Learnings des Vipassan nennen?

Carina: Es sind eigentlich schon alles die Sachen, die wir gerade angesprochen haben.

An aller erster Stelle: ich kann alles schaffen, was ich mir vornehme!

An zweiter Stelle: ich mach alles nur für mich selbst! Als Beispiel: beim Vipassana war ich freiwillig. Ich hatte Momente, in denen ich dachte, ich packe jetzt alles und fliehe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Aber ich war da freiwillig und habe es nur für mich selbst getan. Es hätte mich niemand aufgehalten zu gehen, es wäre mir niemand böse gewesen, denn es haben bestimmt schon 10.000 Leute gemacht. Aber ich war nur für mich selbst da und dieses Gefühl, dass ich etwas nur für mich selbst tue, hat mir ganz viel Kraft gegeben.

Mein drittes Learning: Noch viel mehr, als in meinen ganzen Jahren der  Meditationpraxis davor, hat mir Vipassana gezeigt, dass dieses sich-in-die-Stille-zurückbesinnen, auf-sich-selbst-besinnen so viel Wert ist und mir so viel bringt. Es bringt mich so sehr zu mir selbst. Das habe ich mehr gespürt als in den ganzen Meditationen, die ich davor gemacht habe.

Andrea: Sehr schöne Learnings, die hoffentlich viele von Euch motivieren, vielleicht auch diesen Weg zu gehen und vielleicht spürt ihr das irgendwie.  Bei mir ist es so, dass man mir vor 1,5 Jahren davon erzählt hat – und auch jetzt ist es so, wenn ich es von Carina höre, finde ich es mega krass beeindruckend und ganz, ganz mutig das zu machen (also von außen betrachtet) und stark, wenn man das „durchgestanden“ hat. Aber ich spüre gleichzeitig, dass ich das auch unbedingt will. Vielleicht spürt ihr das ja auch, da ist ein Gefühl, dass man denkt Ich will das auch! Vielleicht auch, obwohl es einem Angst macht.

Ich will es wie gesagt seit 1,5 oder 2 Jahren machen und dann sagte Carina plötzlich, dass sie das macht. Jetzt habe ich sie natürlich auch ordentlich ausgequetscht, mir alles angehört und wollte alles ganz genau wissen. Ich habe mich jetzt auch zu meinem ersten Vipassana angemeldet und habe immer noch Angst. Aber, ich habe mir dann irgendwann gedacht- als wir so darüber gesprochen haben – dass die Angst ja nicht kleiner wird. Die Angst wird ja nicht kleiner, wenn man mit Dingen wartet, die man machen möchte und sie nicht macht, weil man Angst hat. Dann wird die Angst ja eher noch größer, wenn ich 10 Jahre warte und noch mehr darüber nachdenke. Deswegen mache ich es einfach! Ich bin von Carina sehr motiviert und ihr hoffentlich auch.

Vielen vielen Dank, dass du uns so einen schönen Einblick gegeben hast in das Vipassana!

Jeder kann einen Vipassana Kurs besuchen! Aber wo?

 

Carina: Gerne! Ein letzter Hinweis dazu noch: du kannst Vipassana überall auf der Welt machen. Also es gibt überall Vipassana Zentren. Man kann es sogar im Bayrischen Wald machen, wenn man gar nicht ins Ausland fahren möchte. Man sollte sich aber rechtzeitig anmelden, weil es doch sehr beliebt ist bzw. die Plätze sind auch sehr begrenzt, weil alles auf Spendenbasis basiert. Das heißt, wenn du nicht viel Geld hast, kannst du trotzdem Vipassana machen.

Andrea:  Ist das in Deutschland auch so?

Carina:  Genau. Es ist auch in Deutschland auf Spendenbasis. Deswegen sind die Plätze natürlich auch begrenzt, weil sie nicht 10.000 Leute aufnehmen können. Man gibt halt das, was man kann.

Andrea: Sehr gut. Vielen Dank, das war wunderschön!

Carina: Ich danke dir 🙂

Ich bin gespannt, was ihr dazu zu sagen habt. Hinterlasst mir sehr gerne Feedback auf Instagram, Direct Messages, unter dem Blogpost oder in den Rezensionen. Ich freue mich ganz, ganz doll auf Eure Rückmeldung. Ich bedanke mich bei Carina für die Unterstützung.

Wir haben 2 Folgen zum Thema Meditation gemacht! Schaut unbedingt nochmal bei ihr auf den Kanälen vorbei.

Ich wünsche Euch einen ganz wundervollen Tag und hoffentlich bis bald!

Alles Liebe,